Altenkirchen (Braunfels)

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Altenkirchen
Stadt Braunfels
Koordinaten: 50° 28′ 8″ N, 8° 24′ 27″ O
Höhe: 249 m ü. NHN
Fläche: 6 km²[1]
Einwohner: 775 (30. Jun. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 129 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Juli 1974
Postleitzahl: 35619
Vorwahl: 06472
Karte
Lage von Altenkirchen in Braunfels

Altenkirchen (Audio-Datei / Hörbeispiel Aussprache?/i) ist ein Ortsteil der Stadt Braunfels im mittelhessischen Lahn-Dill-Kreis.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort liegt im nordöstlichen Taunus (östlicher Hintertaunus), südlich der Kernstadt von Braunfels und direkt an der Kreisgrenze zum Landkreis Limburg-Weilburg. Der Ort selbst liegt auf 249 bis 285 Metern Höhe. Höchster Punkt bei Altenkirchen ist die Kanzel mit 326 Metern (über NN).

Nachbarorte sind Möttau (südlich), Bermbach (nordwestlich), Philippstein (nordwestlich), Neukirchen (nordöstlich) und Niederquembach (nordöstlich).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 912 wird Altenkirchen in einer Schenkungsurkunde von Konrad I., zusammen mit Neukirchen und weiteren Ortschaften erwähnt. Bis 1335 war der Ort im Besitz der Grafen von Solms. Danach wurde er dem Herzogtum Nassau unterstellt. Im Jahr 1609 entstand in Altenkirchen die erste Eisenerzgrube, die einen neuen Berufszweig für die Einwohner bedeutete. Durch den Siebenjährigen Krieg bewegt, emigrierten einige Einwohner von Altenkirchen daraufhin nach Amerika und Russland. 1867 wurde das eigenständige Dorf preußisch und gehörte zum neugegründeten Oberlahnkreis.

Gebietsreform[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als sich im Zuge der Gebietsreform in Hessen der Oberlahnkreis mit dem Kreis Limburg zum 1. Juli 1974 vereinigte, ließ sich Altenkirchen wie Philippstein nach Braunfels eingemeinden[2] und gehörte seitdem zum Landkreis Wetzlar, bis dieser aufgelöst wurde und am 1. Januar 1977 der Lahn-Dill-Kreis entstand.[3]

Territorialgeschichte und Verwaltung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die folgende Liste zeigt im Überblick die Territorien, in denen Altenkirchen lag, bzw. die Verwaltungseinheiten, denen es unterstand:[4][5]

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Altenkirchen: Einwohnerzahlen von 1834 bis 1967
Jahr  Einwohner
1834
  
413
1840
  
424
1846
  
470
1852
  
498
1858
  
485
1864
  
491
1871
  
549
1875
  
568
1885
  
585
1895
  
524
1905
  
515
1910
  
559
1925
  
568
1939
  
563
1946
  
732
1950
  
720
1956
  
671
1961
  
661
1967
  
645
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.
Weitere Quellen: –

Religionszugehörigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Quelle: Historisches Ortslexikon[4]

  • 1885: 584 evangelische (= 99,83 %), ein katholischer (= 0,17 %) Einwohner
  • 1961: 600 evangelische (= 90,77 %), 54 römisch-katholische (= 8,17 %) Einwohner

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für Altenkirchen gibt es einen Ortsbeirat mit einem Ortsvorsteher. Der Ortsbeirat besteht aus fünf Mitgliedern, wovon seit der Kommunalwahlen in Hessen 2016 vier Mitglieder von der CDU und ein Mitglied von der SPD gestellt werden. Der Ortsvorsteher ist Sascha Knöpp (CDU).[7]

Verkehr und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Westlich von Altenkirchen verläuft die Bundesstraße 456, die über die Kreisstraße 372 zu erreichen ist. Die K 372, die in östlicher Richtung von der L 3283 bei Neukirchen abzweigt, ist gleichzeitig die Hauptstraße des Orts und wird als Lange Straße geführt. Von ihr zweigt in Altenkirchen die K 425 nach Möttau ab und nach etwa einem Kilometer westlich der Ortschaft auch die K 379 nach Philippstein.

Im Ort existiert neben einem Kindergarten und einer eigenen Mehrzweckhalle auch eine evangelische Kirche.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Statistische Daten Altenkirchen. In: Internetauftritt. Stadt Braunfels, abgerufen im Oktober 2018.
  2. Der Hessische Minister des Innern: Gesetz zur Neugliederung des Landkreises Limburg und des Oberlahnkreises. (GVBl. II 330-25) vom 12. März 1974. In: Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Hessen. 1974 Nr. 5, S. 101, § 14 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 809 kB]).
  3. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 380.
  4. a b Altenkirchen, Lahn-Dill-Kreis. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 16. Oktober 2018). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
  5. Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990. Land Hessen. (Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006).
  6. Die Urkunden Konrad I., Heinrich I. und Otto I. (= Monumenta Germaniae Historica. Diplomata. 4 ; 1). Weidmann, Berlin 1956.
  7. Ortsbeirat Altenkirchen im Internetauftritt der Stadt Braunfels, abgerufen im Februar 2017.