Altenstadt (Oberbayern)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Altenstadt
Altenstadt (Oberbayern)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Altenstadt hervorgehoben

Koordinaten: 47° 49′ N, 10° 52′ O

Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberbayern
Landkreis: Weilheim-Schongau
Verwaltungs­gemeinschaft: Altenstadt
Höhe: 722 m ü. NHN
Fläche: 18,66 km2
Einwohner: 3298 (31. Dez. 2020)[1]
Bevölkerungsdichte: 177 Einwohner je km2
Postleitzahl: 86972
Vorwahl: 08861
Kfz-Kennzeichen: WM, SOG
Gemeindeschlüssel: 09 1 90 111
Gemeindegliederung: 2 Gemeindeteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Marienplatz 2
86972 Altenstadt
Website: www.altenstadt-obb.de
Erster Bürgermeister: Andreas Kögl (CSU)
Lage der Gemeinde Altenstadt im Landkreis Weilheim-Schongau
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Über dieses Bild
Romanische Basilika in der Morgendämmerung

Altenstadt ist eine Gemeinde im oberbayerischen Landkreis Weilheim-Schongau sowie der Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Altenstadt.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde liegt in der Region Oberland im Pfaffenwinkel, etwa 60 km südwestlich von München und 20 km südöstlich von Kaufbeuren.

Die Gemeinde hat zwei Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis zur Gemeindegründung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Um 15 vor Christus eroberte das Römische Reich während der Alpenfeldzüge in einer Schlacht zwischen Rauhenlechsberg und Dießen gegen die Likatier die Gegend.[3] Altenstadt liegt am Schnittpunkt zweier alter römischer Straßen, der Via Claudia Augusta und der alten Salzstraße von Kempten nach Salzburg. Im Gebiet des heutigen Altenstadt bauten die Römer ein Versorgungslager und nannten es „Esconova“.[4] Der Name des Lagers ist aber nicht wissenschaftlich gesichert.[4]

Altenstadt ist das frühere Schongau – ein großer Teil der Bewohner zog im 13. Jahrhundert nur wenige Kilometer weiter in die auf dem Lechumlaufberg gegründete Siedlung am Lech und nahm den Ortsnamen mit. Die alte Siedlung wurde schlicht Altenstadt, die alte Stadt Schongau, genannt.

Um die Mitte des 12. Jahrhunderts dürfte die einstige Burg, die Burg Burklaberg der Lechrainer Welfen auf dem Burglach, auch Schlossberg genannt, entstanden sein.[5] Diese Burg gibt es heute nicht mehr. Altenstadt gehörte zum Rentamt München und zum Landgericht Schongau des Kurfürstentums Bayern. Im Jahr 1818 entstand die politische Gemeinde.

20. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs 1945 gehörte Altenstadt zur Amerikanischen Besatzungszone. Die amerikanische Militärverwaltung richtete ein DP-Lager ein zur Unterbringung so genannter Displaced Persons. Die meisten von ihnen stammten aus Polen. Das Lager wurde von der UNRRA betreut und 1950 aufgelöst.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde am 1. Mai 1978 die Gemeinde Schwabniederhofen eingegliedert.[6]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zwischen 1988 und 2018 wuchs die Gemeinde von 2920 auf 3319 um 399 Einwohner bzw. um 13,7 %.

Jahr 1840 1871 1900 1925 1939 1950 1961 1970 1987 1991 1995 2000 2005 2010 2015
Einwohnerzahl[7] 598 659 763 897 1142 2938 2510 2522 2870 3059 3112 3195 3319 3279 3330

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rathaus

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sitzverteilung im Gemeinderat
Partei / Liste Wahl 2020 Wahl 2014[8][9] Wahl 2008
Sitze Sitze Sitze
CSU 7 7 7
SPD 2 2 2
UWV/FW 5 5 5
Wählergemeinschaft Schwabniederhofen 2 2 2
Sitze gesamt 16 16 16

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit Mai 2020 ist Andreas Kögl (CSU) Erster Bürgermeister. Dessen Amtsvorgänger war Albert Hadersbeck, der das Amt 18 Jahre lang bekleidete.

Gemeindesteuern[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeindesteuereinnahmen betrugen im Jahr 2018 3.999.000 €, davon waren 1.440.000 € (netto) Gewerbesteuereinnahmen.[7]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen von Altenstadt (Oberbayern).svg
Blasonierung: „In Rot die silberne Basilika von Altenstadt mit goldenen Dächern, hinter dem Langhaus aufwachsend ein golden bewehrter silberner Greifenlöwe.“[10]

Wappenführung seit 1957

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Basilika St. Michael

Bedeutend ist die romanische Basilika St. Michael mit Resten mittelalterlicher Wandmalerei und mehreren Zeugnissen romanischer Skulptur. Die Basilika blieb in ihrer romanischen Form erhalten, weil den Altenstädtern nach der Umsiedlung der meisten Bewohner das Geld für aufwändige Umbauten fehlte. Im Jahre 1965 wurde der Kirche der Titel einer päpstlichen Basilica minor verliehen. Nennenswert sind im Inneren der Basilika

  • Das romanische Taufbecken
  • Die auf ca. 1210/20 datierte Triumphkreuzgruppe. Das überlebensgroße Kruzifix „Großer Gott von Altenstadt“ ist ein Original. Die Assistenzfiguren Maria und Johannes sind hingegen Kopien, da die Originale 1867 zur Finanzierung einer Kirchenrenovierung an das Bayerische Nationalmuseum verkauft wurden und dort ausgestellt sind.

Bodendenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Museen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zwischen Altenstadt und Schongau verläuft die Bundesstraße 17 von Norden leicht westlich verschwenkt nach Süden in offener Tieflage, an ihrer Westseite befindet sich die östliche Gemeindegrenze. Altenstadt ist hier über die teilplangleiche Ausfahrt Schongau-West/Altenstadt angebunden. Über den Straßeneinschnitt ist Altenstadt mit vier Straßenbrücken und einer Fußgänger-/Fahrradwegbrücke mit Schongau verbunden. Uber eine dieser Brücken führt die Staatsstraße St 2014 von Nordwesten her aus Kaufbeuren über Osterzell nördlich am Zentrum Altenstadts vorbei, weiter in östliche Richtung über Schongau und danach rechts des Lech nördlich über Birkland nach Apfeldorf. Von Norden nach Süden durchquert die von Hohenfurch durch den Gemeindeteil Schwabniederhofen kommende Kreisstraße WM 6 Altenstadt, die südlich des Ortes die Bundesstraße 472 kreuzt und nach Burggen führt. Außerdem führt eine Gemeindeverbindungsstraße in westliche Richtung nach Schwabbruck.

Ab 1923 gab es in Altenstadt einen Bahnhof an der Bahnstrecke Kaufbeuren–Schongau. 1972 wurde der Personenverkehr und 1992 der Güterverkehr eingestellt und die Strecke stillgelegt. Im Jahr 2013 wurde der Themenradweg Sachsenrieder Bähnle eröffnet, der zu weiten Teilen auf der ehemaligen Nebenstrecke von Schongau nach Kaufbeuren führt.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Gemeinde befindet sich eine Grundschule für Schüler der 1. bis zur 4. Klasse, die Teil des Schulnetzes Auerbergland ist.[11] Hier gibt es auch eine Gemeinde- und Schulbücherei, die in der ehemaligen Teilhauptschule besucht werden kann. Weiterhin befindet sich das Sonderpädagogische Förderzentrum Altenstadt im Ort.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 1944 wurde die Betriebsstätte des Staeble-Werks (Hersteller von Objektiven) nach Altenstadt verlegt (Südliche Römerstraße). Die Staeble-Werke gingen später im Agfa-Konzern auf.

Bundeswehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Altenstadt liegt die Franz-Josef-Strauß-Kaserne mit Heeresflugplatz Altenstadt, in der die Luftlande-/Lufttransportschule, das Feldwebel-/Unteroffizieranwärterbataillon 3 und eine Sportfördergruppe der Bundeswehr stationiert sind.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Altenstadt (Oberbayern) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Genesis Online-Datenbank des Bayerischen Landesamtes für Statistik Tabelle 12411-001 Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Gemeinde Altenstadt in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek, abgerufen am 5. September 2019.
  3. Geschichte und Denkwürdigkeiten der Stadt Schongau, Erstauflage von 1852, Nachdruck von 1969 durch den Verlag der Schongauer Nachrichten, Seite 2
  4. a b Altenstadt. In: Der Landkreis Weilheim-Schongau. Herausgeber: Landratsamt Weilheim-Schongau 2010, Texte: Max Biller (Kreisarchivpfleger), Helmut Schmidbauer (Kreisheimatpfleger), Seite 44
  5. Peiting und Schongau (Altenstadt) unter den Welfen (1050–1200), Historischer Verein von und für Oberbayern, München 1920, Seite 17 ff
  6. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 595.
  7. a b Kommunalstatistik von Altenstadt, abgerufen am 15. Februar 2021
  8. Ergebnis der Kommunalwahlen 2014, abgerufen am 18. März 2014
  9. Weilheimer Tagblatt vom 18. März 2014, Lokalteil S. 8
  10. Eintrag zum Wappen von Altenstadt (Oberbayern) in der Datenbank des Hauses der Bayerischen Geschichte
  11. KESCH Konzept. Konzept der GS Altenstadt. Grundschule Altenstadt, abgerufen am 15. Februar 2021.