Alter Hafen (Bremerhaven)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Der Alte Hafen war der erste Hafen Bremerhavens. Er ist nur noch in Resten als Museumshafen des Deutschen Schiffahrtsmuseums (DSM) erhalten.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bremerhaven baute sein erstes künstliches Hafenbecken in den Jahren 1827–30. Mit der Durchführung wurden holländische Unternehmer beauftragt, weil bei ihnen die nötigen technischen und organisatorischen Kenntnisse im Wasserbau erwartet wurden. Die Bauaufsicht hatte der ebenfalls holländische Wasserbauingenieur Jacobus Johannes van Ronzelen. Er hatte ein Jahr zuvor das Gutachten für die Anlage erstellt und wurde 1827 als bremischer Hafenbaudirektor und Baurat angestellt.

Der Hafen war 750 Meter lang, 57,5 Meter breit und 5,25 Meter tief und bekam eine Schleuse mit einem Vorhafen. Die Hafenbecken mussten von Hand ausgeschachtet und der Aushub mit einfachen Karren weggeschafft werden. Bis zu 900 Arbeiter aus der nahen und fernen Umgebung leisteten dafür bei kärglichem Lohn und schlechten Arbeitsbedingungen Schwerstarbeit. Der Grundstein für die Schleuse wurde am 12. Juli 1828 gelegt. Bereits zwei Jahre später, am 1. September 1830, war der Hafen fertiggestellt. Die zunächst aus Eichenbalken und Faschinen erstellten Kais wurden seit 1862 gemauert. Teilweise mussten die Schiffe auch an Dalben liegen, die Waren über Stege und eigene Ladebäume be- und entladen werden. Als erstes festes Gebäude aus Stein in Bremerhaven wurde 1829 das Bremische Amtshaus am Hafen errichtet.

Es gab einen hölzernen Handkurbelkran, Mitte des 19. Jahrhunderts weitere, die später durch Dampf- und Elektrokräne ersetzt wurden. Auf dem Außengelände des Deutschen Schiffahrtsmuseums (DSM) ist ein Handkurbelkran von 1875 in der Nähe seines ursprünglichen Standortes erhalten.

1891 begann die Nutzung des Alten Hafens als Fischereihafen, ab 1892 fanden auch Fischauktionen statt. Die Bedeutung der Fischereiwirtschaft ging für Bremerhaven jedoch zurück mit der „Fischereiklausel“, einer Abmachung mit Preußen und wurde 1935 am Alten Hafen ganz eingestellt. Nach einer Verbindung mit dem Neuen Hafen wurde die Schleuse zum Vorhafen 1926 zugeschüttet.

Der Museumshafen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den Jahren 1960–1975 wurden auch weite Teile des Alten Hafens aufgefüllt, nur einige Flächen für den Museumshafen erhalten. 1999 wurde die alte Kaje für weitere Museumsschiffe wieder hergestellt. Hier liegen folgende Schiffe:

Museumsschiffe

Am Rand des Hafenbecken stehen außerdem:

Das Gespensterschiff[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für kurze Zeit lag im Alten Hafen zu Beginn der NS-Zeit auch das Gespensterschiff.

Nutzung heute[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bereich Alter Hafen und Neuer Hafen wird zur Freizeit- und Erlebnismeile, der „neuen Stadtmitte“, ausgebaut. Zwischen Zoo am Meer und Schiffahrtsmuseum ist das Klimahaus 8º Ost entstanden, weitere Gebäude werden sich anschließen.

Erinnerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Replikat der Gedenktafel von 1830

Am Ende der zugeschütteten Zufahrt erinnert die Schiffahrtsgeschichtliche Gesellschaft Bremerhaven mit einer Texttafel und zwei nachgebildeten Gedenktafeln an die Schleuse zum Alten Hafen:

Die Nachbildungen erinnern an den Bau des ersten Bremerhavener Hafens, den Alten Hafen, 1827–1830. Die 1933 zugeschüttete Schleuse hatte eine 55 m lange Kammer und eine Einfahrtsbreite von 11 m. Die Inschrift der Tafel neben dem Bremer Staatswappen lautete:

BREMER-HAVEN.
DER FREYSTAAT BREMEN LIESS DIESEN HAVEN EINEM SICHERN ANKERPLATZ FÜR SCHIFFAHRT ALLER MIT DER WESER VERKEHRENDEN VÖLKER DURCH DEN BAUMEISTER JACOB JOHANN VAN RONZELEN ERBAUEN. DER GRUNDSTEIN WARD UNTER DER NORDWESTLICHEN ECKE DES SCHLEUSEN-BASSINS GELEGT AM 12. JULIA 1828. DIE ERÖFFNUNG DER SCHLEUSE ERFOLGTE AM 12. SEPTEMBER 1830.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Koordinaten: 53° 32′ 30,9″ N, 8° 34′ 37,5″ O