Altgolßen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Altgolßen
Stadt Golßen
Koordinaten: 51° 58′ 15″ N, 13° 33′ 44″ O
Höhe: 64 m ü. NHN
Fläche: 7,44 km²
Einwohner: 241 (31. Dez. 2006)[1]
Bevölkerungsdichte: 32 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 1973
Postleitzahl: 15938
Vorwahl: 035452
Dorfkirche
Dorfkirche

Altgolßen (niedersorbisch Stary Gólišyn)[2] ist ein Gemeindeteil der Stadt Golßen im Landkreis Dahme-Spreewald in Brandenburg. Bis Januar 1973 war Altgolßen eine eigenständige Gemeinde.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Altgolßen liegt in der Niederlausitz, etwa 23 Kilometer östlich der Kreisstadt Lübben. Umliegende Ortschaften sind die Stadt Golßen im Osten, Landwehr im Südosten, die beiden zur Gemeinde Steinreich gehörenden Dörfer Hohendorf im Süden und Sellendorf im Südwesten sowie Mahlsdorf im Nordwesten.

Durch Altgolßen verläuft die Landesstraße 711 von Wahlsdorf nach Krausnick. Zwischen Altgolßen und Golßen fließt der Grenzgraben. Östlich des Ortes befindet sich der Bahnhof Golßen an der Bahnstrecke Berlin–Dresden.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Dorf Altgolßen wurde erstmals im Jahr 1449 unter dem Namen Alden-Golßin urkundlich erwähnt. Der Ortsname stammt aus dem sorbischen und ist nach einer Person mit dem Namen Golischa benannt, was auf einen ehemaligen Dorfbesitzer hinweist.[3]

Laut der Topographisch-statistischen Übersicht des Regierungsbezirks Frankfurt a. d. O. aus dem Jahr 1844 gab es in Altgolßen in diesem Jahr 33 Wohngebäude, der Ort hatte damals 231 Einwohner. Es gab eine Windmühle, ein Winzerhaus und eine Ziegelei. Die beiden Rittergüter waren von einem Hennemann belehnt.[4] Spätestens 1867 war die Ziegelei verschwunden. Der Ort hatte in dieser Zeit 211 Einwohner.[5]

Beim Wiener Kongress im Jahr 1815 wurden nach der Niederlage des Königreiches Sachsen Gebietsabtretungen an das Königreich Preußen beschlossen, die auch Altgolßen betrafen. Danach lag die Gemeinde im Landkreis Luckau im Regierungsbezirk Frankfurt in der Provinz Brandenburg. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurde die Gemeinde Altgolßen Teil der Sowjetische Besatzungszone und später der DDR. Bei der Kreisreform am 25. Juli 1952 kam das Dorf an den Kreis Luckau im Bezirk Cottbus, wo Altgolßen am 1. Januar 1973 nach Golßen eingemeindet wurde. Nach der Wende wurde der Kreis Luckau in Landkreis Luckau umbenannt und schließlich aufgelöst. Im Zuge der Kreisreform Brandenburg 1993 kam die Stadt Golßen mit ihren Ortsteilen in den Landkreis Dahme-Spreewald.[6]

Denkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für Altgolßen sind in der Denkmalliste des Landes Brandenburg drei Baudenkmale ausgewiesen.[7] Diese sind:

  • die Dorfkirche Altgolßen. Das Sakralgebäude wurde Anfang des 14. Jahrhunderts auf einem Slawischen Burgwall errichtet. Es handelt sich um einen Feldsteinbau mit niedrigem Saal. Die großen Rundbogenfenster stammen aus den Jahren 1899 bis 1901. Die westliche Wand wird von Strebepfeilern gestützt. Der verbretterte Glockenstuhl stammt aus dem 18. Jahrhundert, in den 1980er-Jahren wurde das Gebäude saniert.[8]
  • der Altgolßener Friedhof mit Grabmälern aus dem 18. und 19. Jahrhundert.
  • das Herrenhaus Altgolßen. Es wurde im Jahr 1912 errichtet. Bei dem Herrenhaus handelt es sich um einen zweigeschossigen Putzbau mit L-förmigem Grundriss. In dem Haus befindet sich ein getäfeltes Vestibül, ebenfalls von 1912. Auf dem Gutshof vor dem Herrenhaus befindet sich das vorige Herrenhaus aus dem 18. Jahrhundert, es ist ein Putzbau mit abgewalmten Satteldach.[9]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einwohnerentwicklung in Altgolßen von 1875 bis 1971[10]
Jahr Einwohner Jahr Einwohner Jahr Einwohner Jahr Einwohner
1875 225 1925 243 1946 388 1971 382
1890 297 1933 209 1950 384
1910 267 1939 208 1964 397

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Altgolßen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Nachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Gemeinde- und Ortsteilverzeichnis. In: geobasis-bb.de. Landesvermessung und Geobasisinformation Brandenburg, abgerufen am 30. Juli 2018.
  2. Arnošt Muka: Ḿeńa ds. městow a wsow. Budyšin 1928.
  3. Reinhard E. Fischer: Die Ortsnamen der Länder Brandenburg und Berlin. Alter – Herkunft - Bedeutung. be.bra Wissenschaft, Berlin 2005, S. 65.
  4. Topographisch-statistische Übersicht des Regierungsbezirks Frankfurt a. d. O. 1844, S. 154 (bsb-muenchen.de).
  5. Statistisches Bureau der Königlichen Regierung zu Frankfurt a. O.: Topographisch-statistisches Handbuch des Regierungs-Bezirks Frankfurt a. O. Verlag von Gustav Harnecker u. Co., Frankfurt a. d. O. 1867, Online bei Google Books, S. 177
  6. Altgolßen im Geschichtlichen Ortsverzeichnis. Abgerufen am 30. Juli 2018.
  7. Brandenburgisches Landesamt für Denkmalpflege und Archäologisches Landesmuseum: Denkmalliste des Landes Brandenburg: Landkreis Dahme-Spreewald (PDF), abgerufen am 30. Juli 2018
  8. Gerhard Vinken, Barbara Rimpel u. a. (Bearb.): Dehio-Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler, Brandenburg. 2. Auflage, Deutscher Kunstverlag, München / Berlin 2012, ISBN 978-3-422-03123-4, S. 8.
  9. Gerhard Vinken, Barbara Rimpel u. a. (Bearb.): Dehio-Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler, Brandenburg. 2. Auflage, Deutscher Kunstverlag, München / Berlin 2012, ISBN 978-3-422-03123-4, S. 9.
  10. Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. (PDF; 331 KB) Landkreis Dahme-Spreewald. Landesbetrieb für Datenverarbeitung und Statistik Land Brandenburg, Dezember 2006, abgerufen am 30. Juli 2018.