Althofen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Althofen
Wappen Österreichkarte
Wappen von Althofen
Althofen (Österreich)
Althofen
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Kärnten
Politischer Bezirk: Sankt Veit an der Glan
Kfz-Kennzeichen: SV
Fläche: 12,27 km²
Koordinaten: 46° 52′ N, 14° 28′ OKoordinaten: 46° 52′ 0″ N, 14° 28′ 0″ O
Höhe: 718 m ü. A.
Einwohner: 4.785 (1. Jän. 2017)
Bevölkerungsdichte: 390 Einw. pro km²
Postleitzahl: 9330
Vorwahl: 0 42 62
Gemeindekennziffer: 2 05 01
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptplatz 8
9330 Althofen
Website: www.althofen.gv.at
Politik
Bürgermeister: Alexander Benedikt (LFA – Liste für Alle)
Gemeinderat: (2015)
(23 Mitglieder)

12 LFA, 5 SPÖ, 4 Grüne, 2 LA

Lage der Stadt Althofen im Bezirk Sankt Veit an der Glan
AlthofenBrücklDeutsch-GriffenEbersteinFrauensteinFriesachGlödnitzGurkGuttaringHüttenberg (Kärnten)Kappel am KrappfeldKlein Sankt PaulLiebenfelsMetnitzMicheldorfMölblingSankt Georgen am LängseeSankt Veit an der GlanStraßburgWeitensfeld im GurktalKärntenLage der Gemeinde Althofen im Bezirk Sankt Veit an der Glan (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Die Stadt Althofen (September 2013)
Die Stadt Althofen (September 2013)
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria
Riederhaus mit Sgraffitofries
Annenturm
Auer-von-Welsbach-Museum
Villen Kreuzstraße
Gnomenbrunnen am Salzburger Platz
Kalvarienbergkirche
Gut Rabenstein

Althofen (slowenisch: Stari Dvor[1]) ist eine Stadtgemeinde mit 4785 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2017) im Norden Kärntens, Österreich. Es ist eine der ältesten noch heute bewohnten Bergsiedlungen in Österreich und eine Kurstadt.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Althofen liegt 30 km nördlich der Landeshauptstadt Klagenfurt am Wörthersee und 15 km nördlich der Bezirkshauptstadt Sankt Veit an der Glan, im nördlichen Teil des Krappfelds.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde ist in die drei Katastralgemeinden Treibach, Althofen und Töscheldorf gegliedert. Das Gemeindegebiet umfasst folgende 10 Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 1. Jänner 2017[2]):

  • Aich (16)
  • Althofen (3.553)
  • Eberdorf (29)
  • Epritz (1)
  • Krumfelden (77)
  • Muraniberg (10)
  • Rabenstein (2)
  • Rain (2)
  • Töscheldorf (5)
  • Treibach (1.090)

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das heutige Stadtgebiet war schon zur Zeit der Kelten um 300 v. Chr. besiedelt.

Um 600 siedelten sich Alpenslawen an. 1041 wurde der Ort erstmals urkundlich als Altanhouun erwähnt. Um 1230 erhielt der Ort Althofen das Marktrecht und war zu diesem Zeitpunkt ein bedeutender Handelsplatz in Kärnten: Er diente als Hauptumschlagplatz für das Eisen aus der Region um Hüttenberg. Historische Bedeutung in Althofen wird den Grafen von Egger und der Familie Dickmann-Secherau zugesprochen, die vor allem im 19. Jahrhundert von Treibach-Althofen aus den Eisenabbau in den umliegenden Orten beherrschte. Die Grafen von Egger waren Besitzer der „Treibacher Werke“, dem Vorläufer der heutigen Treibacher Industrie AG.

Althofen gehörte – wie auch das benachbarte Friesach und das umliegende Krappfeld – bis zum Jahr 1803 zu den „ausländischen Herrschaften“ des Erzstiftes Salzburg.

Im 16. Jahrhundert bauten die Grafen von Egger nahe der Gurk einen eisenverarbeitenden Industriebetrieb, das Hammerwerk an der Gurk (in Treibach, zeitweise eigene Gemeinde, heute Ortsteil) auf, der im 17. Jahrhundert seine Blütezeit erlebte und einige Jahre nach den bis 1815 dauernden Franzosenkriegen geschlossen wurde.[3] 1897 kaufte Carl Auer von Welsbach das Eisenwerk und wandelte es zu einem elektro-chemischen Versuchsbetrieb um, was der Grundstein für die 1907 gegründeten „Treibacher Chemischen Werke“ (TCW) war, welche heute unter dem Namen Treibacher Industrie AG (TIAG) bekannt sind, die nur wenig Zündsteine, doch viel Katalysatoren etwa für die Erdölraffination produzieren.

Die Wohnbauten im Ortsteil Treibach, insbesondere jene an der Ringstraße um das Chemische Werk, wurden lange Zeit im Wesentlichen vom Industriebetrieb errichtet. Erst um 1980 erfolgte nennenswerter Wohnbau durch andere Eigentümer.[4]

1993 erhielt die Marktgemeinde das Stadtrecht verliehen.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zum Zeitpunkt der Volkszählung 2001 hatte Althofen 4.732 Einwohner, davon besaßen 96,4 % die österreichische Staatsbürgerschaft. 84,6 % der Bevölkerung bekannten sich zur römisch-katholischen Kirche, 3,5 % zur evangelischen Kirche und 1,4 % zum Islam. 8,0 % waren ohne religiöses Bekenntnis.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]


Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Althofen

Erhaltene Römersteine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Am Strebepfeiler der Pfarrkirche ist ein gut erhaltener römischer Grabstein mit meisterhaftem Bildschmuck eingemauert. Der Text lautet: „Publius Aelius Tertullus machte dies bei Lebzeiten für sich und für seine Gemahlin Secunda“. Die Bilder an den Schmalseiten zeigen eine tanzende Mänade mit einem Vogel und einem Messer, gegenüber eine nackte Mänade mit einem Fruchtkorb auf der Schulter und einem Lorbeerzweig.
  • An der Nordseite der Kirche befindet sich eine gut erhaltene Grabinschrift: „Den Totengöttern des Bruders Commodus und des Enkels Commodinus machte dies Finitus, Sklave des Claudius Priscus“.
  • An der Nordseite der Filialkirche St. Cäcilia befindet sich die Grabinschrift für Atticus, Quarta, Tiberius Claudius Uppius, Muso und Belatulla.
  • Über der Haustür des Hauses „Unterer Markt Nr. 65“ steht eine Grabinschrift für Vibena, ihren Gatten Ursus und ihren mit 25 Jahren verstorbenen Sohn Vibenus.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt ist ein wichtiger Wirtschaftsstandort für die gesamte Region, insbesondere für die umliegenden Täler Gurktal, Metnitztal und Görtschitztal mit folgenden Branchen:

Darüber hinaus ist das Kurzentrum österreichweit bekannt und jedes Jahr Ziel von 160.000 Kurtouristen. Althofen bietet seinen Gästen zahlreiche Cafés und Gasthäuser sowie bekannte Restaurants. Ergänzt wird das kulinarische Angebot mit vielfältigen Übernachtungsmöglichkeiten. Angeboten werden neben einem 4 und einem 3 Sternhotel auch Pensionen und Privatzimmer.

Die Ortsmitte (Hauptstraße, Kreuzstraße, 10. Oktober-Straße) verfügt über Supermärkte sowie einen vielfältigen Einzelhandel.

Der Bahnhof Treibach-Althofen ist Haltepunkt des Railjetverkehrs Wien–Bruck–Klagenfurt–Villach der ÖBB.[5] Hier zweigte 1898 bis 1972 die schmalspurige Gurktalbahn ab; heute ist ein 3,3 km langes Teilstück als Museumsbahn erhalten.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat besteht aus 23 Mitgliedern und setzte sich ursprünglich nach der Gemeinderatswahl 2015 wie folgt zusammen.

Der Stadtrat (Stadtregierung) von Althofen hat sechs Mitglieder.

Bürgermeister
  • bis 2015 Manfred Mitterdorfer (LFA)[6]
  • seit 2015 Alexander Benedikt (LFA – Liste für Alle)

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: „In Blau auf goldenem Dreiberg ein Bündel natürlich gefärbter Eisenstangen, das mit zwei goldenen Bändern gebunden und von einer goldenen Lilie überhöht ist.“[7]

Die durch Erzbischof Bernhard von Salzburg ausgestellte ursprüngliche Wappenurkunde vom 11. Dezember 1479 ist das älteste erhaltene Kärntner Original mit Wappenbild. Das Bündel Eisenstangen symbolisiert den Aufstieg des Marktes als Zentrum des salzburgischen Eisenhandels aus dem Görtschitztal bzw. vom Hüttenberger Erzberg. Für die beiden anderen Motive gibt es keine zeitgenössischen Quellen, der Dreiberg könnte auf die Berglage des Hauptortes, die Lilie für die Herrschaft des Erzbistums Salzburg stehen.

Die Flagge von Althofen ist Blau-Gelb mit eingearbeitetem Wappen.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter:

Personen mit Bezug zur Stadt:

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Althofen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ortsnamenverzeichnis (PDF; 146 kB), abgerufen 27. Februar 2014.
  2. http://www.statistik.at/wcm/idc/idcplg?IdcService=GET_PDF_FILE&RevisionSelectionMethod=LatestReleased&dDocName=103419
  3. http://www.althofen.at/stadtarchiv/geschichte/neuzeit/index.html Website des Vereins Stadtarchiv Althofen > Geschichte > Neuzeit, abgerufen am 26. November 2014
  4. Information aus der Stadtgemeinde Althofen, 26. November 2014
  5. http://fahrplan.oebb.at/bin/traininfo.exe/dn/915888/529571/503416/53588/81 Linienplan railjet Wien-Villach, abgerufen am 26. November 2014
  6. Manfred Mitterdorfer: Seit 20 Jahren Bürgermeister der Stadt Althofen Liste für alle, Archivseite, ohne Datum
  7. gemäß Bescheinigung von 1968, zitiert nach Wilhelm Deuer: Die Kärntner Gemeindewappen. Verlag des Kärntner Landesarchivs, Klagenfurt 2006, ISBN 3-900531-64-1, S. 256