Altkirch

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Altkirch
Altkirch (Frankreich)
Staat Frankreich
Region Grand Est
Département (Nr.) Haut-Rhin / Europäische Gebietskörperschaft Elsass (68)
Arrondissement Altkirch
Kanton Altkirch
Gemeindeverband Sundgau
Koordinaten 47° 37′ N, 7° 14′ OKoordinaten: 47° 37′ N, 7° 14′ O
Höhe 274–392 m
Fläche 9,54 km²
Einwohner 5.659 (1. Januar 2019)
Bevölkerungsdichte 593 Einw./km²
Postleitzahl 68130
INSEE-Code

Luftbild von Altkirch

Altkirch (elsässisch Àltkìrech) ist eine französische Stadt mit 5659 Einwohnern (Stand 1. Januar 2019) im Département Haut-Rhin in der Europäischen Gebietskörperschaft Elsass und in der Region Grand Est. Die Stadt ist Sitz der Unterpräfektur (sous-préfecture) des Arrondissements Altkirch, gehört zum Kanton Altkirch und zum Gemeindeverband Sundgau.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Altkirch liegt auf einem Hügel über dem Fluss Ill und ist der zentrale Ort des Sundgaus im südlichen Elsass. Nach Basel im Osten sind es etwa 30 Kilometer, nach Belfort im Westen etwa 42 Kilometer und nach Mülhausen im Norden etwa 19 Kilometer.

Nachbargemeinden von Altkirch sind Aspach und Walheim im Norden, Wittersdorf im Osten, Hirsingue und Hirtzbach im Süden sowie Carspach im Nordwesten.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort wurde 1102 erstmals erwähnt und erhielt im 13. Jahrhundert das Stadtrecht. Im Jahre 1324 fiel Altkirch durch Heirat in den Besitz des Hauses Habsburg, ab dem Westfälischen Frieden (1648) gehörte es – mit Unterbrechung von 1871 bis 1918 – zu Frankreich. 1659 ging Altkirch durch Schenkung König Ludwigs XIV. in den Besitz Kardinals Mazarins über.

Um 1900 hatte Altkirch eine katholische Kirche, eine evangelische Kirche, eine Synagoge, ein Gymnasium, ein Amtsgericht und ein Hauptzollamt.[1]

Altkirch gilt als Wallfahrtsort, da es Lebensstätte und Begräbnisort des Regionalheiligen Morandus ist. Die Wallfahrtskirche birgt neben dem gotischen Steingrab des Benediktiners auch sein wertvolles Kopfreliquiar von 1428.

Demographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungszahlen bis zum Ende des Ersten Weltkriegs
Jahr Einwohner Anmerkungen
1780 über 150 Feuerstellen (Haushaltungen)[2]
1824 2215 davon 2053 Katholiken, zwölf Protestanten und 130 Juden[3]
1861 3108 [4]
1872 2955 am 1. Dezember, in 449 Häusern,[5] nach anderen Angaben 3193 Einwohner[6]
1880 3100 am 1. Dezember, auf einer Fläche von 954 ha, in 407 Wohnhäusern, davon 2569 Katholiken, 223 Protestanten und 272 Juden[7]
1885 3242 davon 2664 Katholiken, 246 Evangelische und 288 Juden[8]
1890 3402 [4]
1900 3298 [9]
1905 3392 [4]
1910 3491 [4][10]
Anzahl der Einwohner seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts
Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2009 2018
Einwohner 4246 5118 5319 5268 5090 5386 5774 5698

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In einem Renaissancegebäude ist das Sundgau-Museum eingerichtet, das Möbel aus dem Elsass und Werke des regionalen Künstlers Jean Jacques Henner zeigt.

Verkehrsanbindung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bahnhofsgebäude

Altkirch besitzt einen Bahnhof an der Bahnstrecke Paris–Mulhouse seit dem 15. Oktober 1857. Ab 1891 zweigte hier die Bahnstrecke Altkirch–Ferrette ab. Der Personenverkehr wurde auf dieser Strecke 1951 eingestellt, der Güterverkehr 1968.[11] Bis Dezember 2011 hielten Intercités-Züge in Altkirch, durch die Inbetriebnahme der LGV Rhin-Rhône halten nur noch TER Grand Est und TER Franche-Comté Züge.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Altkirch unterhält Partnerschaften zu Le Thor im Département Vaucluse (Frankreich) (seit 199)1 und seit 1994 zu San Daniele del Friuli in der Region Friaul-Julisch Venetien (Italien).

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Sigmund Billings: Geschichte und Beschreibung des Elsasses und seiner Bewohner von den ältesten bis in die neuesten Zeiten, Basel 1782, S. 72–78.
  • Johann Friedrich Aufschlager: Das Elsass. Neue historisch-topographische Beschreibung der beiden Rhein-Departemente, Zweiter Theil, Johann Heinrich Heitz, Straßburg 1825, S. 132–134.
  • Altkirch, Elsaß-Lothringen, in: Meyers Gazetteer, mit Eintrag aus Meyers Orts- und Verkehrslexikon, Ausgabe 1912, sowie einer historischen Landkarte der Umgebung von Altkirch.
  • Le Patrimoine des Communes du Haut-Rhin. Flohic Editions, Band 1, Paris 1998, ISBN 2-84234-036-1, S. 29–40.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Altkirch – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. name="MKL1S392"
  2. Sigmund Billings: Geschichte und Beschreibung des Elsasses und seiner Bewohner von den ältesten bis in die neuesten Zeiten, Basel 1782, S. 72–73.
  3. Johann Friedrich Aufschlager: Das Elsass. Neue historisch-topographische Beschreibung der beiden Rhein-Departemente, Zweiter Theil, Johann Heinrich Heitz, Straßburg 1825, S. 132.
  4. a b c d Michael Rademacher: Landkreis Altkirch, Elsaß-Lothringen. Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006. In: treemagic.org.
  5. C. Stockert: Das Reichsland Elsaß-Lothringen. Geographischer Leitfaden für die Höheren Lehranstalten, Friedrich Bull, Straßburg 1873, S. 58.
  6. Vollständiges geographisch-topographisch-statistisches Orts-Lexikon von Elsass-Lothringen. Enthaltend: die Städte, Flecken, Dörfer, Schlösser, Gemeinden, Weiler, Berg- und Hüttenwerke, Höfe, Mühlen, Ruinen, Mineralquellen u. s. w. mit Angabe der geographischen Lage, Fabrik-, Industrie- u. sonstigen Gewerbethätigkeit, der Post-, Eisenbahn- u. Telegraphen-Stationen u. geschichtlichen Notizen etc. Nach amtlichen Quellen bearbeitet von H. Rudolph. Louis Zander, Leipzig 1872, Spalte 1.
  7. Statistisches Büreau des Kaiserlichen Ministeriums für Elsaß-Lothringen: Ortschafts-Verzeichniß von Elsaß-Lothringen. Aufgestellt auf Grund der Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1880. C. F. Schmidts Universitäts-Buchhandlung Friedrich Bull, Straßburg 1884, S. 46, Ziffer 561.
  8. Anonymes Mitglied des Katholischen Volksvereins: Die konfessionellen Verhältnisse an den Höheren Schulen in Elsaß-Lothringen. Statistisch und historisch dargestellt. Straßburg 1894, S. 38.
  9. Lexikoneintrag zu Altkirch, in: Meyers Großes Konversations-Lexikon, 6. Auflage, Band 1, Leipzig/Wien 1905, S. 392.
  10. Altkirch, Elsaß-Lothringen, in: Meyers Gazetteer, mit Eintrag aus Meyers Orts- und Verkehrslexikon, Ausgabe 1912, sowie einer historischen Landkarte der Umgebung von Altkirch.
  11. Site Hirtzbach, Histoire lire en ligne (Abgerufen am 21. Juli 2010)
  12. Veronika Feller-Vest: Surgant, Johann Ulrich. In: Historisches Lexikon der Schweiz.