Altmennoniten

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Der Ausdruck Altmennoniten bzw. Alt-Mennoniten (englisch: Old Order MennonitesMennoniten alter Ordnung) umfasst jene konservativen mennonitischen Gemeinden schweizerisch-südwestdeutscher Herkunft, die sich im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts aus Opposition zu einer zunehmenden Anglisierung und Modernisierung nordamerikanischer Mennoniten gebildet haben.

Altmennonniten mit traditioneller Pferdekutsche (Horse and Buggy).

Geschichte[Bearbeiten]

Im Laufe des 19. Jahrhunderts waren viele mennonitische Gemeinden Nordamerikas zur englischen Sprache übergegangen. Hinzu kamen starke Einflüsse der nordamerikanischen Erweckungsbewegungen. Viele Gemeinden hatten sich für moderne Gottesdienstformen geöffnet. Auch die Sonntagsschulen breiteten sich aus. Diese Entwicklung traf zunehmend auf Widerspruch bei traditionellen Mennoniten, die diesen Sprach- und Kulturwandel vor allem als Bedrohung der eigenen ethno-religiösen Identität verstanden. Auch die Ereignisse des Amerikanischen Bürgerkrieges zwischen 1861 und 1865 spielten hierbei eine Rolle. So kam es ab 1872 zur Gründung mehrerer separater Gemeinden, die heute als Altmennoniten zusammengefasst werden.

Die Altmennoniten bestehen heute aus mehreren Regionalkonferenzen. Einen gemeinsamen Dachverband gibt es nicht. Regional sind die Gemeinden oft nach führenden Vertretern benannt (wie Wenger Mennonites oder Weaver Mennonites). Die Gemeinden konzentrieren sich vor allem auf Pennsylvania in den Vereinigten Staaten und Ontario in Kanada. Die Anzahl der Altmennoniten wurde im Jahr 2002 auf etwa 20.000 in 150 Gemeinden geschätzt. Neue Entwicklungen wie die Elektrifizierung und Mobilisierung führten im Verlauf des 20. Jahrhunderts zum Teil zu Neugründungen von Gemeinden.

Als Gottesdienstsprache wird bis heute am Hochdeutschen festgehalten, Umgangssprache ist meist noch Pennsylvaniadeutsch. Wie andere täuferisch-mennonitische Gemeinden praktizieren auch die Altmennoniten ausschließlich die Bekenntnistaufe und sehen sich in der Tradition des christlichen Pazifismus. Eine große Rolle spielt bis heute das Dordrechter Bekenntnis von 1632. Kennzeichnend ist eine strikte Gemeindeautonomie.

In vielen Bereichen stehen die Altmennoniten den Altkoloniern und den Amischen nahe. Wie die Amischen haben die Altmennoniten eine schweizerisch-südwestdeutsche Herkunft und stehen für einen bewusst schlichten Lebensstil. Vielen von ihnen benutzen auch heute noch ausschließlich Pferdekutschen (daher auch der Ausdruck Horse and Buggy Mennonites). Anders als die meisten Amischen versammeln sie sich jedoch zum Gottesdienst in eigenen Gemeindehäusern.

Weblinks[Bearbeiten]