Altmersleben

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Altmersleben
Koordinaten: 52° 41′ 12″ N, 11° 25′ 32″ O
Höhe: 44 m
Fläche: 13,34 km²
Einwohner: 235 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 18 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 2009
Postleitzahl: 39624
Vorwahl: 039080
Altmersleben (Sachsen-Anhalt)
Altmersleben
Altmersleben
Lage von Altmersleben in Sachsen-Anhalt

Altmersleben ist ein Ortsteil der Stadt Kalbe (Milde) im Altmarkkreis Salzwedel in Sachsen-Anhalt (Deutschland).

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das altmärkische Kirchdorf Altmersleben, ein Straßendorf,[2] liegt auf dem Kalbeschen Werder, einem alten Siedlungshügel, zwischen Kalbe (Milde) und Brunau, vier Kilometer nordöstlich von Kalbe (Milde). Im Süden des Dorfes fließt die Untere Milde.[3]

Ortschaftsgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ortschaft Altmersleben besteht aus den Ortsteilen Altmersleben und Butterhorst[4]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bockmühle im Altmersleben am 19. Mai 1974

Das Dorf ist eines der ältesten der Gegend. Die Sakristei der romanischen Feldsteinkirche stammt wahrscheinlich aus dem Jahr 1174, laut einer dendrochronologischen Untersuchung.[5]

Die erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahre 1289 als prope Altmersleve[6] als Markgraf Otto IV. dem St. Spirituskloster (Kloster Heilig-Geist) vor Salzwedel Rechte über einen Hof in Butterhorst zuweist. Der Markgraf schenkte 1295 das Patronatsrecht der Kirche zu Altmersleben dem St. Spirituskloster.[7]

Im Jahre 1324 wird das Dorf als Altmersleve erwähnt, als Hans und Heinecke von Kröcher das Schloss Kalbe mit den zugehörigen Dörfern an Albrecht von Alvensleben verkaufen.[8]

Bereits 1572 wird der Teich zu Altmersleben erwähnt,[9] wohl der heutige Bornholdt-Teich mit Insel, 1½ Kilometer nordwestlich des Dorfes.

Im Jahre 1954 wurde die erste Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft vom Typ III, die LPG „Befreites Land“ in Altmersleben gegründet. Im Jahre 1970 hatten sich die LPG's aus Altmersleben und Butterhorst zur LPG Typ III „Julius Kühn“ zusammengeschlossen, die 1990 aufgelöst wurde.[2]

Am etwa 50 Meter hohen Mühlenberg im Westen des Dorfes stand noch Anfang der 1970er Jahre eine Windmühle.[10]

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Juli 1950 wurde Altmersleben vom Landkreis Salzwedel in den Kreis Gardelegen umgegliedert. Gleichzeitig wurde die bis dahin eigenständige Gemeinde Butterhorst aus dem Kreis Salzwedel eingegliedert. Ab dem 25. Juli 1952 gehörte die Gemeinde Altmersleben zum Kreis Kalbe (Milde). Am 1. Januar 1988 kam sie zum Kreis Gardelegen und schließlich am 1. Juli 1994 zum neu gegründeten Altmarkkreis Salzwedel.[11]

Durch einen Gebietsänderungsvereinbarung beschlossen die Gemeinderäte der Gemeinden Stadt Kalbe (Milde) (am 8. Mai 2008), Altmersleben (am 14. Mai 2008), Güssefeld (am 6. Mai 2008), Kahrstedt (am 7. Mai 2008), Neuendorf am Damm (am 2. Mai 2008), Wernstedt (am 13. Mai 2008) und Winkelstedt (am 13. Mai 2008), dass ihre Gemeinden aufgelöst und zu einer neuen Stadt Kalbe (Milde) vereinigt werden. Dieser Vertrag wurde vom Landkreis als unterer Kommunalaufsichtsbehörde genehmigt und trat am 1. Januar 2009 in Kraft.[12][13]

Nach Umsetzung der Vereinigungsvereinbarung der bisher selbstständigen Gemeinde Altmersleben werden Altmersleben und Butterhorst Ortsteile der neuen Stadt Kalbe (Milde). Für die eingeflossene Gemeinde wird die Ortschaftsverfassung nach den §§ 86 ff. der Gemeindeordnung Sachsen-Anhalt eingeführt. Die aufgenommene Gemeinde Altmersleben und künftigen Ortsteile Altmersleben und Butterhorst wurden zur Ortschaft der neuen Stadt Kalbe (Milde). In der eingeflossenen Gemeinde und nunmehrigen Ortschaft Altmersleben wurde ein Ortschaftsrat mit fünf Mitgliedern einschließlich Ortsbürgermeister gebildet.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner
1734 194
1774 186
1789 231
1798 301
1801 268
1818 286
Jahr Einwohner
1840 369
1864 434
1871 411
1885 426
1895 430
1905 436
Jahr Einwohner
1925 459
1939 410
1946 583
1964 527
1971 495
1981 392
Jahr Einwohner
1993 379
2006 294
2015 250
2016 246
2017 246
2018 235

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die evangelische Kirchengemeinde und Pfarrei Altmersleben[14] gehören zum Pfarrbereich Kalbe–Kakerbeck des Kirchenkreises Salzwedel im Propstsprengel Stendal-Magdeburg der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der jetzige Ortsbürgermeister ist Bernd Pawelski, der auch letzter Bürgermeister der Gemeinde Altmersleben war.[15]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Südlich des Dorfes an der Milde liegt das Goliath-Gelände, auf dem 1942–1945 eine große Marinefunkstation betrieben wurde. Von Ende April 1945 bis zum 1. Juli 1945 diente das eingezäunte Gelände als Gefangenenlager für etwa 85.000 deutsche Soldaten, die von den Amerikanern gefangen genommen worden waren.[16]
  • In der spätromanischen Feldsteinkirche Altmersleben ist noch die mittelalterliche Wandmalerei vorhanden.[17]
  • Bornholdt-Teich
  • Ein Friedhof befindet sich an der Kirche und ein anderer im Nordosten des Dorfes am Rand der Motocrosstrecke.

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Der Motor-Sport-Club Altmersleben e. V. veranstaltet die alljährliche die Landesmeisterschaft im Motocross für Sachsen-Anhalt auf der Motocrosstrecke „Rund um den Mühlenberg“.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Einwohnermeldeamt der Stadt Kalbe (Milde): Einwohnerdaten zum 31.12. der Jahre 2015 bis 2018. 4. März 2019.
  2. a b Peter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für die Altmark (Historisches Ortslexikon für Brandenburg, Teil XII). Berliner Wissenschafts-Verlag, Berlin 2018, ISBN 978-3-8305-2235-5, S. 28–33.
  3. Sachsen-Anhalt-Viewer des Landesamtes für Vermessung und Geoinformation (Hinweise)
  4. Stadt Kalbe (Milde) (Hrsg.): Hauptsatzung der Gemeinde Stadt Kalbe (Milde). §12, Ortschaftsverfassung. 1. Juni 2015 (PDF; 208 KB [abgerufen am 23. Dezember 2017]).
  5. Ulf Frommhagen: Dendrochronologische Untersuchungen an mittelalterlichen Dorfkirchen in der Altmark. In: Jahresberichte des Altmärkischen Vereins für vaterländische Geschichte. 75. Jahresbericht, 2003, S. 42–49 (altmark-geschichte.de [PDF]).
  6. Adolph Friedrich Riedel: Codex diplomaticus Brandenburgensis: Sammlung der Urkunden, Chroniken und sonstigen Quellschriften. Haupttheil 1. Band 14. Berlin 1857, S. 35 (Digitalisat).
  7. Johann Friedrich Danneil: Kirchengeschichte der Stadt Salzwedel. Mit einem Urkundenbuch. Hrsg.: C. A. Schwetschke und Sohn. 1842, S. 87 (Digitalisathttp://vorlage_digitalisat.test/1%3D~GB%3D~IA%3D~MDZ%3D%0A10023976_00099~SZ%3D~doppelseitig%3D~LT%3D~PUR%3D).
  8. Adolph Friedrich Riedel: Codex diplomaticus Brandenburgensis: Sammlung der Urkunden, Chroniken und sonstigen Quellschriften. Haupttheil 1. Band 17. Berlin 1859, S. 378 (Digitalisat).
  9. Peter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für die Altmark (Historisches Ortslexikon für Brandenburg, Teil XII). Berliner Wissenschafts-Verlag, Berlin 2018, ISBN 978-3-8305-2235-5, S. 1120.
  10. Karte des Deutschen Reiches, 1:100 000, Teil II/IV: Blatt 265: Gardelegen. Kartographische Abteilung der Königlich Preussischen Landes-Aufnahme, 1906, abgerufen am 10. März 2018.
  11. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern. Metzler-Poeschel, Stuttgart 1995, ISBN 3-8246-0321-7, S. 357, 361.
  12. StBA: Gebietsänderungen am 01.01.2009
  13. Vereinbarung über die Bildung einer neuen Gemeinde Stadt Kalbe (Milde) mit den Gemeinden Stadt Kalbe (Milde), Altmersleben, Güssefeld, Kahrstedt, Neuendorf am Damm, Wernstedt und Winkelstedt und der Genehmigung des Altmarkkreises Salzwedel vom 19.06.2008. In: Altmarkkreis Salzwedel (Hrsg.): Amtsblatt für den Altmarkkreis Salzwedel. Jahrgang 15, Nr. 7/2008. General-Anzeiger Salzwedel, Salzwedel 16. Juli 2008, S. 115–119.
  14. Haase, Hilbert: Pfarr-Almanach oder die evangelischen Geistlichen und Kirchen der Provinz Sachsen der Grafschaften Wernigerode, Rossla und Stolberg. 19. Jahrgang, 1903, ZDB-ID 551010-7, S. 49 (wiki-de.genealogy.net [abgerufen am 17. Dezember 2017]).
  15. Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt - Gebiet und Wahlen, Bürgermeisterwahl - Gemeinde Altmersleben - Altmarkkreis Salzwedel. 13. Februar 2008, abgerufen am 17. Februar 2019.
  16. Henning Krüger: Geschichten über Kalbe (Milde), Der Goliath
  17. Thomas Hartwig: Alle Altmarkkirchen von A bis Z. Elbe-Havel-Verlag, Havelberg 2012, ISBN 978-3-9814039-5-4, S. 13 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).