Altomünster

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Marktes Altomünster
Altomünster
Deutschlandkarte, Position des Marktes Altomünster hervorgehoben

Koordinaten: 48° 23′ N, 11° 15′ O

Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberbayern
Landkreis: Dachau
Höhe: 518 m ü. NHN
Fläche: 75,66 km2
Einwohner: 7925 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 105 Einwohner je km2
Postleitzahl: 85250
Vorwahl: 08254
Kfz-Kennzeichen: DAH
Gemeindeschlüssel: 09 1 74 111
Marktgliederung: 47 Gemeindeteile
Adresse der
Marktverwaltung:
St. Altohof 1
85250 Altomünster
Website: www.altomuenster.de
Bürgermeister: Anton Kerle (CSU)
Lage des Marktes Altomünster im Landkreis Dachau
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Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Markt
Altomünster von Südosten (2018)
Altomünster von Westen

Altomünster ist ein Markt im oberbayerischen Landkreis Dachau.

Der Name des Ortes leitet sich vom Gründer des Ortes, dem heiligen Alto, und vom lateinischen Wort monasterium (Münster) für Kloster ab.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Markt Altomünster liegt etwa 20 Kilometer nordwestlich von Dachau und ist der Endpunkt der von dort ausgehenden Bahnstrecke. Er liegt zudem fast in der Mitte des Städtedreiecks München – Augsburg – Ingolstadt.

Der Ort liegt an der Kreisstraße DAH 2.

Durch Altomünster fließt der Angerbach, der in Stumpfenbach Stumpfenbach heißt und in den Zeitlbach mündet.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde hat 47 amtlich benannte Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):[2]

Die Einöde Erlau zählt zum Gemeindeteil Stumpfenbach und ist kein amtlich benannter Gemeindeteil.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis zur Gemeindegründung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Um 750 ließ sich ein Wandermönch namens Alto als Einsiedler im heutigen Ortsgebiet nieder und bekam vom Frankenkönig Pipin den nahen Wald geschenkt, der bis heute den Namen „Altowald“ trägt. Alto gründete im Anschluss an seine Zelle ein kleines Kloster, dessen Kirche der heilige Bonifatius geweiht haben soll. Der Name „Altomünster“ entstand aus den beiden Namen „Alto“ (Heiliger Alto) und „Münster“ (frühere Bezeichnung für Kloster).

Vor 1000 errichteten die Welfen ein Benediktinerkloster. Herzog Welf IV. bestimmte 1056 die Mönche zur Besiedlung des neu gegründeten Klosters Weingarten in Altdorf (heute Weingarten), während die vorher in Altdorf ansässigen Nonnen nach Altomünster kamen. Dort lebten sie bis zur Auflösung des Klosters 1488 durch Papst Innozenz VIII.

Etwa um 1310 verliehen die Wittelsbacher Herzöge den Bewohnern das Bürgerrecht. Am 4. Oktober 1391 erfolgte die Bestätigung der Markt- und Stadtrechte durch Herzog Stephan III. Um 1420 legten die Ingolstädter Herzöge den Marktplatz an.

Im Jahre 1496 übergab Herzog Georg der Reiche von Landshut zusammen mit seiner Gemahlin Hedwig von Polen den Birgitten von Maihingen eine Stiftungsurkunde für Altomünster, um dort ein Birgittenkloster zu gründen.

Von 1763 bis 1773 wurde die Kloster- und Pfarrkirche von Johann Michael Fischer erbaut. Jakob Rauch schuf die Stuckarbeiten, Josef Mages die Fresken und Altarbilder, Johann Baptist Straub und Ignaz Baldauf die Altarbilder.

Am 18. März 1803 wurde das Kloster aufgelöst. Nach der Säkularisation von 1803 wurde das Kloster durch König Ludwig I. im Jahre 1841 wieder errichtet. Es war bis zum Januar 2017 das letzte Kloster des alten Zweiges des Erlöserordens in Deutschland.

19. und 20. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ab 1823 sank Altomünster zur marktberechtigten Landgemeinde ab. Hauptursache hierfür waren die Schließung des Klosters (1803), des ursprünglichen Hauptarbeitgebers, und die Verwaltungskosten. Im Jahre 1862 wurde ein Krankenhaus errichtet, 1869 ein Kindergarten. 1882 wurde die Marktsparkasse gegründet. Im Jahre 1888 erhielt Altomünster Anschluss an den Telegrafendienst, 1902 Anschluss an den Telefondienst. 1907–1910 wurde der Ort elektrifiziert. Am 18. Dezember 1913 wurde die Lokalbahn Dachau–Altomünster eröffnet.

Ludwig Thoma hatte seine Jagd in Altomünster und hielt sich deshalb oft hier auf. Er war eng befreundet mit dem Bildhauer Ignaz Taschner, der ebenfalls viel Zeit im Markt verbrachte.

Ein einschneidendes Datum zum Ende des Zweiten Weltkriegs in Altomünster ist der 26. April 1945 mit einem Luftangriff auf den Bahnhof. Am 28. April 1945 rückte die US-Armee ein. In den Folgemonaten und Jahren veränderte sich die Einwohnerstruktur von Altomünster entscheidend, nicht zuletzt weil viele Flüchtlinge und Vertriebene in die Gemeinde zogen.

Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde der Landkreis Dachau am 1. Juli 1972 vergrößert. Eine der Gemeinden die aus dem aufgelösten Landkreis Aichach hinzukamen war Altomünster.

1977 wurde ein neues Schulzentrum eingeweiht.

1991 beging man das Doppeljubiläum, die „600-jährige Heiligsprechung der hl. Birgitta“ und „600 Jahre Stadt- und Marktrechte“. Gleichzeitig entstand im Jahre 1991 das Gemeindezentrum Altomünster an der Steinbergstraße für die evangelische Bevölkerung.

Am 1. Dezember 1996 brannte die Diskothek „Spider“ ab – drei Tage nach der Verurteilung des Geschäftsführers und „Diskomafia-Komplizen“ Karlheinz S.[3] Seither finden in Altomünster immer wieder Spider-Revival-Partys statt.[4]

1997 fand eine 500-Jahrfeier statt, die mit der Eröffnung des Museums Altomünster als Birgitten- und Klostermuseum gekrönt wurde. 2003 gedachten die Bürger der Geburt der Heiligen vor 700 Jahren. Im Jahr 2009 erinnerten dann „Historische Brauertage“ an die 1658 ratifizierte Zunftordnung für die Altomünsterer Brauereien.

Panorama[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Panorama der Landschaft um Altomünster (Blick von Westen auf den Markt)

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinde Einwohner
(1970)
Eingemeindungs-
datum
Bemerkungen
Thalhausen 243 01.05.1978[5]
Wollomoos 478 01.05.1978[5]
Pipinsried 444 01.05.1978[5] Eingliederung von 351 der 444 Einwohner, Umgliederung der anderen Einwohner nach Markt Indersdorf
Hohenzell 435 01.05.1978[5]
Kiemertshofen 146 01.01.1977[6]
Oberzeitlbach 493 01.01.1976[6]
Randelsried 349 01.01.1976[6] Eingliederung von 300 der 349 Einwohner, Umgliederung der anderen Einwohner nach Tandern
Stumpfenbach 191 01.01.1972[7]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wahlbeteiligung: 67,0 %
 %
50
40
30
20
10
0
47,0 %
47,8 %
5,2 %
Rathaus in Altomünster (2019)

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat von Altomünster setzt sich zusammen aus 20 gewählten, ehrenamtlich tätigen Stadträten. Er hat die Bezeichnung "Marktgemeinderat".

Auch stimmberechtigtes Mitglied, dessen Stimme bei Gleichstand entscheidet, ist der Erste Bürgermeister des Marktes.

Die Kommunalwahl am 16. März 2014 führte zu folgendem Ergebnis:

Partei / Liste Sitze
CSU 9
SPD 1
FWG 10
Gesamt 20

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von 1990 bis 2014 war Konrad Wagner von der Freien Wählergemeinschaft Altomünster Bürgermeister von Altomünster. 2014 ging Konrad Wagner in den Ruhestand und Anton Kerle wurde mit 59,5 % der gültigen Stimmen zu seinem Nachfolger gewählt.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen Altomünster

Die Wappenbeschreibung lautet: In Blau der wachsende, golden nimbierte heilige Alto mit silberner Mitra, silbernem Mantel und rotem Gewand, eine eintürmige, rot bedachte silberne Kirche haltend; unterhalb dieser ein goldenes Schildchen, darin eine schwarze heraldische Lilie.

Gemeindepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • UngarnUngarn Seit 1994 besteht eine Gemeindepartnerschaft mit dem ungarischen Ort Nagyvenyim.[9]

Freundschaften:

  • SchwedenSchweden Der schwedische Ort Vadstena beherbergt das Kloster Vadstena. Es ist das Mutterkloster des Birgittenklosters Altomünster und des Birgittenordens. Die Doppelklosteranlage in Vadstena ist weitgehend noch erhalten und ist heute Museum.
  • ItalienItalien Im italienischen Ort Tscherms (Südtirol) hatte das Kloster Altomünster früher Weinberge und Besitzungen und bezog von dort Mess- und Trinkwein bis ins frühe 17. Jahrhundert.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Museen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eisenbahn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bahnhof mit Zug der ehemaligen Linie A
Bahnhof Altomünster (2019)

Altomünster ist Endpunkt der Bahnstrecke Dachau–Altomünster und ist somit mit dem Netz der S-Bahn München verbunden. Seit dem 14. Dezember 2014 ist die Strecke vollständig elektrifiziert und wird von der MVV-Linie S2 bedient. Der Stundentakt, der durch die Stammstrecke bis nach Erding eine umsteigefreie Direktverbindung bietet, wird in den Hauptverkehrszeiten auf einen Halbstundentakt verdichtet.

Vor der Elektrifizierung und Modernisierung verkehrten auf der Strecke Dieselzüge vom Typ VT 628 unter der Bezeichnung „Linie A“.

Straße[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch Altomünster verläuft die Kreisstraße DAH 2. Die nächstgelegenen Abfahrten an der Bundesautobahn A 8 sind Adelzhausen und Odelzhausen.

UL-Sonderlandeplatz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Altomünster befindet sich ein Sonderlandeplatz für Ultraleichtflugzeuge. Der kleine Flugplatz ist durch eine Privatinitiative entstanden. Die Graspiste in Richtung 02/20 ist nur 200 m lang und im Osten durch einen Bach und im Westen durch eine Straße natürlich begrenzt. Im Jahr 2000 ist eine Halle zur Unterbringung von Fluggerät auf dem Gelände entstanden.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Volkshochschule Altomünster (2019)

Medien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Gemeindegebiet erscheint die Tageszeitung Aichacher Zeitung.

Wirtschaft und Gewerbe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Region Altomünster finden Sie eine Vielfalt an Gewerbetreibenden und Selbständigen, z. B. Einzelhändler, Handwerker, Dienstleister. Beispielsweise gibt es hier noch alle Gewerke, die notwendig sind, um ein Haus zu bauen, zu sanieren oder zu renovieren. Diese Betriebe haben sich im Gewerbeverein Altomünster organisiert.

Der Markt hat noch zwei Braustätten, die als Privatbrauereien geführt werden:

Forstwirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zum Markt gehört der Altowald. Der Altowald ist das größte zusammenhängende Waldgebiet im Landkreis Dachau. Nach der Säkularisation konnten die Handwerker und Bauern aus Altomünster und den umliegenden Orten jeweils eine oder mehrere Parzellen erwerben und waren froh, dass die Holzknappheit dadurch ein Ende hatte. Rund 150 Waldbesitzer gibt es deshalb allein in der Altomünsterer Flur.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Altomünster geboren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit Altomünster verbunden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Anton Hofberger (1921–2004)

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Altomünster – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 10. Juli 2019 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Gemeinde Altomünster in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek, abgerufen am 11. September 2019.
  3. Leben und Sterben in Dasing – Wie ein bayerisches Dorf durch vier Morde seine Beschaulichkeit verlor. In: Die Zeit. Nr. 51, 13. Dezember 1996.
  4. Spider-Revival-Party 2.0 (Burschenverein Altomünster, abgerufen am 4. Dezember 2014).
  5. a b c d Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 571.
  6. a b c Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 570.
  7. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 415.
  8. Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung.
  9. Unsere Partnergemeinde Nagyvenyim (Memento des Originals vom 28. Juli 2014 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.altomuenster.de – (Markt Altomünster, aufgerufen am 28. Juli 2014).
  10. Klosterkirche St. Alto und St. Birgitta in Altomünster - (Hans Schertl).
  11. Kapelle im Gästehaus des Klosters Altomünster - (Hans Schertl).
  12. Kapelle am Kalvarienberg (Dismasberg) in Altomünster - (Hans Schertl).
  13. Loretto-Kapelle in Altomünster - (Hans Schertl).
  14. Kapelle an der Altoquelle bei Altomünster - (Hans Schertl).
  15. Altomünster - (HdBG).
  16. Kapelle im Seniorenwohnheim Altoland in Altomünster - (Hans Schertl)
  17. Evangelisches Gemeindezentrum in Altomünster - (Hans Schertl)