Altona-Blankeneser Eisenbahn

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Altona-Blankeneser Eisenbahn
Bahnhof Hamburg-Blankenese mit Empfangsgebäude und Gleisanlagen
Bahnhof Hamburg-Blankenese mit Empfangsgebäude und Gleisanlagen
Strecke der Altona-Blankeneser Eisenbahn
Streckennummer (DB): 1224 (HH-Altona – HH-Blankenese)
1226 (HH-Blankenese – Wedel)
Kursbuchstrecke (DB): 101.1, 101.11
Streckenlänge: Strecke 1224: 8,544 km
Strecke 1226: 9,043 km
Spurweite: 1435 mm (Normalspur)
Stromsystem: seitliche, seitlich bestrichene Stromschiene
1200 V =
Höchstgeschwindigkeit: 80 km/h
Zweigleisigkeit: HH-Altona – HH-Blankenese
HH-Rissen – HH-Rissen Ölweiche
Betriebsstellen und Strecken[1]
   
City-S-Bahn von Landungsbrücken
   
5,898 Altona
   
6,083 (Ende des Innenstadttunnels)
   
6,249
0,889
City-S-Bahn nach Diebsteich
   
0,982 Verbindungsbahn nach Holstenstraße
   
1,827 Ottensen (geplant)
   
Güterstrecke von Hamburg-Eidelstedt
   
ehem. von der Ottensener Industriebahn
Blockstelle, Awanst, Anst etc.
2,533 Hamburg-Bahrenfeld Abzw
S-Bahnhalt…
2,803 Hamburg-Bahrenfeld (seit 19. Mai 1867)
Brücke (mittel)
3,698 A 7
S-Bahnhof
4,545 Hamburg-Othmarschen (seit 1. August 1882)
Brücke über Wasserlauf (mittel)
5,481 Flottbek
S-Bahnhalt…
6,126 Hamburg-Klein Flottbek (seit 19. Mai 1867)
S-Bahnhalt…
7,585 Hamburg-Hochkamp (seit 1897 ?)
   
9,827 9,283 Streckenanfang Wedeler Bahn
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9,677 9,433 Hamburg-Blankenese (seit 19. Mai 1867)
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ehem. Übergang zur
  Gleislosen Bahn Blankenese–Marienhöhe
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Hasenhöhe (bis 1978)
S-Bahnhalt…
11,328 0,000 Hamburg-Iserbrook (seit 31. Oktober 1950)
   
Sülldorfer Landstraße (bis 1978)
Kilometer-Wechsel
12,280
12,298
Unterlänge 18 m
S-Bahnhof
12,554 0,000 Hamburg-Sülldorf (seit 1. Dezember 1883)
Bahnübergang
12,698 0,000 Sülldorfer Kirchenweg
Bahnübergang
13,375 0,000 Sieversstücken
   
Achtern Sand (bis Mai 1983)
   
Klövensteenweg (bis Mai 1983)
A/D: Überleitstelle, CH: Spurwechsel
Hamburg-Rissen Üst
   
Gudrunstraße (bis Mai 1983)
S-Bahnhof
15,287 0,000 Hamburg-Rissen (seit 1. Dezember 1883)
   
Schulauer Moorweg
   
16,575 0,000 Landesgrenze HamburgSchleswig-Holstein
   
Anschlussstrecke
   
17,589 0,000 Hamburg-Rissen Ölweiche
A/D: Überleitstelle, CH: Spurwechsel
17,589 0,000 Hamburg-Rissen Ölweiche Üst
Bahnübergang
18,390 0,000 Autal
S-Kopfbahnhof – Streckenende
18,888 0,000 Wedel (seit 1. Dezember 1883)

Die Altona-Blankeneser Eisenbahn ist eine 17,587 Kilonmeter lange Eisenbahnstrecke im Westen Hamburgs. Sie beginnt am Bahnhof Altona und führt über Othmarschen zum Bahnhof Blankenese. 16 Jahre nach Inbetriebnahme dieser Strecke erfolgte die Erweiterung bis ins holsteinische Wedel. Sie ist heute Teil der Hamburger S-Bahnlinien S1 und S11 und war Bestandteil der ersten elektrifizierten Vorortbahn Deutschlands.

Streckenverlauf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Abschnitt Altona – Blankenese[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die heutige Streckenführung beginnt am Bahnhof Altona, wo der S-Bahn ein viergleisiger Tunnelbahnhof mit anschließender Kehranlage zur Verfügung steht. Die hier zweigleisig ausgelegte Strecke verläuft auf einer steilen Rampe (maximale Steigung 40 ‰) an die Oberfläche und zweigt von den nordwärts gerichteten Bahnhofsgleisen ab in Richtung Westen mit den aufeinanderfolgenden Stationen Bahrenfeld, Othmarschen, Klein Flottbek und Hochkamp und dem dreigleisigen Kopfbahnhof Blankenese.

Abschnitt Blankenese – Wedel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die später hinzugefügte, größtenteils eingleisige Streckenerweiterung bis zum Endbahnhof Wedel mit den Stationen Iserbrook, Sülldorf und Rissen verlässt und erreicht in beiden Fahrtrichtungen von der gleichen Seite den Kopfbahnhof Blankenese.

Damit hat die Gesamtstrecke in der Mitte gewissermaßen eine Spitzkehre. In der Zeit des Dampflokbetriebes wurde hier in jeder Richtung jeweils ein Umsetzen der Lokomotive an das andere Zugende nötig, nach Einführung der elektrischen Triebzüge jeweils der Wechsel des Triebfahrzeugführers zum Führerstand am entgegengesetzten Ende des Zuges.

Im Gegensatz zu den anderen, zweigleisig angelegten Bahnhöfen hat die Haltestelle Iserbrook lediglich einen Seitenbahnsteig am längsten der drei eingleisigen Streckenabschnitte. Diese haben zusammen eine Länge von 6,348 Kilometern.

Höhenprofil[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Höhenlage der Strecke ist stark differenziert. Unmittelbar nach der erwähnten steilen Rampe am nördlichen Tunnelausgang des Bahnhofs Altona liegt die Strecke auf einer Höhe von 24 m ü. NHN, auf den folgenden neun Kilometern steigt sie bis zum höchsten Punkt im Geländeeinschnitt des Bahnhofs Blankenese auf 55 m ü. NHN an, wobei die dort umliegenden Geländeteile noch bis zu 12 Meter höher liegen. Auf den sechs Kilometern von Blankenese bis Rissen sinkt die Strecke wieder um 36 Meter ab auf 19 m ü. NHN und endet in Wedel auf 7 m ü. NHN.

Streckenkilometrierung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit der Eröffnung der City-S-Bahn nach Diebsteich am 31. Mai 1981 wird ab Altona die Kilometrierung der City-S-Bahn (DB-Strecke 1270) fortgeführt. Seitdem befindet sich der offizielle Streckenanfang der Altona-Blankeneser Eisenbahn bei km 0,889 an der Weiche, an der sie von der City-S-Bahn abzweigt (Weiche Nr. 732 in km 6,249 der City-S-Bahn). Zuvor befand sich der Streckenanfang bei km 0,66 im Bahnhof Altona. Der Nullpunkt der Strecke befindet sich weiterhin im ersten Altonaer Bahnhof (heute das Altonaer Rathaus).

In Blankenese wird in Richtung Wedel die laufende Kilometrierung fortgeführt, so dass an der Weiche, an der die Wedeler Strecke beginnt bereits km 9,827 erreicht wird. Die Unterlänge von 18 Metern zwischen Iserbrook und Sülldorf ist im Zuge der Höherlegung der Haltestelle Iserbrook am 18. Mai 1978 entstanden. Das Gleisende in Wedel liegt bei km 18,959.

Daher ergeben sich die Streckenlängen von 8,544 Kilometern für die Strecke von Altona nach Blankenese (km 0,889 – km 9,433) und 9,043 Kilometer für die Strecke von Blankenese nach Wedel (km 9,827 – km 18,888).

Stellwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bahnhof Sülldorf wird auch 2014 noch von einem mechanischen Stellwerk der Bauart Jüdel gesteuert.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1867–1882[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bahnstrecke von Altona nach Blankenese wurde von der Altona-Kieler Eisenbahn-Gesellschaft (AKE) errichtet[2][3][4] und am 19. Mai 1867 in Betrieb genommen. Als Grund für den Bau der Bahn wird „die Anbindung der westlichen Elbvororte an Altona für den Alltags- und Ausflugsverkehr“ angegeben[2], nach anderer Quelle wurde die Strecke von der AKE gebaut, um unerwünschte Konkurrenz vorsorglich von diesem Gebiet fernzuhalten.[3]

Diese zunächst eingleisige Nebenbahn der AKE führte auf der westlichen Seite und auf der gleichen Ebene wie die Fernbahngleise in die Halle des Kopfbahnhofs Altona hinein, die Stationen Klein Flottbek und Bahrenfeld lagen zu diesem Zeitpunkt schon an der Strecke. Ein weiterer Ausbau erfolgte mit der Anlage der Villenkolonie in Othmarschen, für die am 1. August 1882 eine weitere Station eingerichtet wurde.

1883–1908, Verlängerung nach Wedel und erste Elektrifizierung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Dezember 1883 wurde die Verlängerung von Blankenese nach Wedel eröffnet und um 1900 der Abschnitt zwischen Altona und Blankenese durchgehend zweigleisig ausgebaut. 1887 ging die Altona-Blankeneser Eisenbahn ebenso wie die anderen Bahnstrecken der Altona-Kieler Eisenbahn in den Bestand der Preußischen Staatseisenbahnen über.

Ehemaliges Empfangsgebäude in Klein Flottbek
Triebzug ElT1624, der auf der Strecke Blankenese–Altona–Hauptbahnhof–Barmbek–Ohlsdorf während des Oberleitungsbetriebes 1927 bis 1955 eingesetzt wurde
Triebzug 1624 Altona

Ab 1906 erfolgte die Elektrifizierung der 1903 fertiggestellten Hamburg-Altonaer Verbindungsbahn mit 6,3 Kilovolt 25 Hertz Wechselstrom aus der Oberleitung und 1907 deren Inbetriebnahme durch die Hamburg-Altonaer Stadt- und Vorortbahn.[5] Die Strecke von Altona bis Blankenese wurde unter der nunmehrigen Regie der preußischen Königlichen Eisenbahndirektion Altona ebenfalls mit der neuen Oberleitung ausgestattet, und am 29. Januar 1908 fuhr der erste elektrische Zug bis Blankenese.[5]

1910 bis heute, S-Bahn, Umbau und weitere Streckenelektrifizierungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von 1911 bis 1914 bestand am Bahnhof Blankenese ein Anschluss an die Gleislose Bahn Blankenese–Marienhöhe, einen frühen Oberleitungsbus-Betrieb.

Das Vorortbahn-System auf der Verbindungsbahn wurde ab 1934 als S-Bahn bezeichnet, 1940 bis 1955 erfolgte schließlich die schrittweise Umstellung auf Gleichstrom mit seitlicher Stromschiene und einer Spannung von 1,2 Kilovolt. Gleichzeitig mit dieser Umstellung, die sich auf Grund des Zweiten Weltkriegs länger hinzog, erfolgte in zwei Schritten die Verlängerung des elektrischen Betriebs auf der Strecke bis nach Wedel. So konnte ab Mai 1950 Sülldorf mit den elektrischen Triebzügen angefahren werden, während bis Wedel zunächst weiterhin Dampfzüge fuhren. Hierbei kamen für einen Wendezugbetrieb Steuerwagen der Baureihe ES 99 zum Einsatz, die vorher für den Betrieb mit Oberleitung verwendet und nun mit den Dampflokomotiven zum Zugverband zusammengekoppelt wurden. Einige Monate später, am 31. Oktober 1950, wurde zudem der Haltepunkt Iserbrook eröffnet.

Am 20. Mai 1954 war die Strecke bis Wedel mit Stromschienen ausgerüstet und der Dampflokbetrieb wurde auf den elektrischen Betrieb umgestellt.

Die Strecke wird heute auf gesamter Länge von der Linie S1 der Hamburger S-Bahn befahren, von Altona bis Blankenese fährt in der Hauptverkehrszeit zusätzlich noch die S11. Auf der Linie S1 verkehren überwiegend Züge der Baureihe 474, auf der S11 Züge der Baureihe 472.

1978 wurde die Strecke im Bereich Iserbrook auf einen Bahndamm verlegt, um den Bahnübergang an der zu diesem Zeitpunkt vierspurig ausgebauten Bundesstraße 431 zu beseitigen. In Rissen wurde im Zeitraum von 1978 bis 1983 ein neuer Bahnhof in Einschnittlage nördlich des alten Bahnhofes errichtet, außerdem wurde die gesamte Strecke zwischen dem Bahnhof und dem Bahnübergang Sieversstücken wenige Meter nach Norden verschoben und in einen Einschnitt verlegt, um ebenfalls Platz für die Errichtung einer Ortsumgehung im Bereich Rissen für die Bundesstraße 431 zu schaffen. Im Rahmen dieser Verlegung wurden die vier Bahnübergänge im Bereich Rissen in drei Fällen (Klövensteenweg, Gudrunstraße und Schulauer Moorweg) durch Unter-/Überführungen der Straße ersetzt, in einem Fall (Achtern Sand) wurde aufgrund der großen Nähe der Bahnübergang ersatzlos aufgegeben.[6]

Seit 2003 besteht ein Planungsvertrag zwischen der Deutschen Bahn AG und der Stadt Hamburg nach dem bis 2020 zwischen Bahrenfeld und Altona der Bahnhof Ottensen für die Linien S1 und S11 entstehen soll. Dabei soll ein zurzeit nicht verwendetes Gütergleis entfernt und die nördlichen Gleise der S-Bahn-Trasse versetzt werden. Zwischen den Gleisen soll so Platz für einen sieben Meter breiten Mittelbahnsteig geschaffen werden.[7]

Güterverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis 1997 wurde ein – zuletzt nur noch spärlicher – Güterverkehr auf der Strecke durchgeführt. Die an den Bahnhöfen Klein Flottbek und Blankenese vorhandenen Gütergleise sind mittlerweile ebenfalls restlos abgebaut.

Anschlussgleise bestanden am Bahnhof Bahrenfeld an das Gaswerk, die Rollbockanlage der Ottensener Industriebahn und an das Margarinewerk.

An der Ölweiche westlich der Hamburger Landesgrenze bestand Anschluss an das Heizkraftwerk Wedel. Der Name rührt vom ebenfalls angeschlossenen Werk der Mobil Oil AG her.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Andreas Janikowski, Jörg Ott: Deutschlands S-Bahnen. Geschichte, Technik, Betriebe. transpress Verlag, Stuttgart 2002, ISBN 3-613-71195-8.
  • Als noch der Dampfzug von Blankenese nach Wedel fuhr. In: Wilhelm Schröder: Das alte Sülldorf. Band 2: Aus Sülldorfs Vor- und Frühgeschichte und weitere kulturgeschichtliche Bilder. Schröder, Hamburg 1988, S. 59–60.
  • 100-Jähriges Jubiläum der Eisenbahnlinie Blankenese-Wedel. In: Wilhelm Schröder: Das alte Sülldorf. Band 2: Aus Sülldorfs Vor- und Frühgeschichte und weitere kulturgeschichtliche Bilder. Schröder, Hamburg 1988, S. 61–62.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Eisenbahnatlas Deutschland. 9. Auflage. Schweers+Wall, Aachen 2014, ISBN 978-3-89494-145-1.
  2. a b Gutachten zum Denkmalwert des Bahnhofs Blankenese von Dr. Christine Onnen, 05/2008, abgerufen am 5. September 2013
  3. a b Beiträge zur Lokomotiv- und Eisenbahngeschichte, 5.5. Die Altona - Kieler Eisenbahn (AK) abgerufen am 5. September 2013
  4. Röll, Freiherr von: Enzyklopädie des Eisenbahnwesens, Band 1. Berlin, Wien 1912, S. 141-142 „Altona-Kieler Eisenbahn“
  5. a b S-Bahn Chronik Hamburg
  6. Bilddokumentation über die Umbauphase in Rissen
  7. S-Bahnhof Ottensen: Planfeststellungsverfahren startet bald. NahverkehrHAMBURG, 3. August 2015, abgerufen am 2. April 2017.