Altschlossfelsen

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Altschloss Eppenbrunn.jpg
Altschlossfelsen
Altschlossfelsen.jpg
Altschlossfelsen im Frühjahr


Blick entlang der Felsgruppe Altschlossfelsen bei Eppenbrunn
Rötlicher Sandstein der Altschlossfelsen im April 2015

Die Altschlossfelsen (auch Eppenbrunner Schloss genannt) sind eine als Naturdenkmal (ND) ND-7340-205 und Kulturdenkmal (KD) im Gemeindegebiet von Eppenbrunn ausgewiesene Felsgruppe aus Buntsandstein im Pfälzerwald an der Grenze zu Frankreich und die größte Felsformation der Pfalz. Sie befinden sich am Osthang des Brechenbergs (406 m) nahe Eppenbrunn und Roppeviller auf einer Höhe von rund 365 m ü. NHN am Nordostende und 380 m ü. NHN am Südwestende des Felsenbandes.[1]

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Altschlossfelsen sind eine etwa 1,5 Kilometer lange Felsgruppe aus Buntsandstein mit einer Höhe von bis zu 30 Metern. Die Gruppe besteht aus Sandsteintürmen und -wänden. Die Altschlossfelsen sind von Rissen und Fugen durchzogen, die teilweise breit genug sind um hindurchzusteigen. Sie sind vor allem durch ihre vielfältigen Verwitterungserscheinungen und durch seltene Flechten bekannt. Von Nord und Süd kann das Gipfelplateau auf schmalen Pfaden erwandert werden. Dort findet sich ein lichter Wald und mit Moos bewachsene Steine. Das „Felsenglühen“ zeigt sich witterungs-, vegetations- und sonnenstandsabhängig am besten in der ersten Aprilhälfte um 19:00 Uhr auf der Südostseite des dritten Felsens von Osten (von Eppenbrunn).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Funde aus der Hallstatt- und Römerzeit bezeugen eine frühere Besiedelung der Felsengruppe. So wurden 1964 Scherben aus der Latènezeit (etwa 450 – 50 v. Chr.) gefunden. Auf den vier Hauptfelsen sind Spuren einer mittelalterlichen Burg aus dem 11. oder 12. Jahrhundert vorhanden. Dabei handelt es sich um Reste einer Stufenanlage, Pfostenlöcher, Reste eines Mauerwerks und Einschnitte für Balken in den Felsen. Auf einem Felsen befindet sich eine Vertiefung mit einem Durchmesser von vier Metern, die als Zisterne gedient haben kann. Zusätzlich wurden am Süd- und Nordhang um die Felsengruppe Buckelquader, die aus der Bausubstanz einer ehemaligen Burg stammen können, sowie Scherben aus dem Hochmittelalter in einer Wandrinne gefunden. Eine genauere Datierung der Burganlage ist schwierig, da die Burg vor 1297 und später in der Grenzbeschreibung zwischen Lothringen und der Grafschaft Hanau-Lichtenberg von 1605 nicht erwähnt wurde.[2]

Zugang und Wandern[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Felsen sind nur zu Fuß erreichbar. Die direkte Lage an der Deutsch-Französischen Grenze macht einen Zugang von französischer Seite von Roppeviller oder Eppenbrunn auf deutscher Seite attraktiv. Von beiden Ausgangspunkten muss eine Stunde Wegzeit eingeplant werden.[3][4][5] Am Fuße und um die Felsen verlaufen zahlreiche Wanderpfade, die in lokale Rundwanderwege wie den Altschlosspfad[6], den Grenzweg[7] oder den Helmut-Kohl-Wanderweg[8] eingebunden sind. Auf dem südlichen Felsen befindet sich ein Aussichtspunkt, der einen Ausblick in den französischen Wasgau ermöglicht.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. LANIS: Altschlossfelsen auf topographischer Karte vom Kartendienst des Landschaftsinformationssystems der Naturschutzverwaltung Rheinland-Pfalz. Abgerufen am 22. Dezember 2020.
  2. Sonja Kasprick: Altschlossfelsen bei Eppenbrunn. In: KuLaDig. Abgerufen am 22. Dezember 2020.
  3. Jörg-Thomas Titz: "Pfälzerwald und Deutsche Weinstraße - Wandern & Einkehren", Rother Wanderbuch, Bergverlag Rother GmbH München, 1. Auflage 2013, ISBN 978-3-7633-3077-5, S. 164–167.
  4. Wolfgang Benz: "Pfälzerwald und Deutsche Weinstraße", KOMPASS Wanderführer, KOMPASS-Karten GmbH Innsbruck, 4. Auflage 2018, ISBN 978-3-85026-939-1, S. 199–201.
  5. Jürgern Plogmann: "Pfälzerwald und Deutsche Weinstraße", Outdoor Regional Band 354, Conrad Stein Verlag GmbH Welver, 1. Auflage 2017, ISBN 978-3-86686-444-3, S. 125–127.
  6. Altschloßpfad – Eppenbrunner Schloss. Deutsches Wanderinstitut, abgerufen am 22. Dezember 2020.
  7. Grenzweg. Deutsches Wanderinstitut, abgerufen am 22. Dezember 2020.
  8. Helmut-Kohl-Wanderweg, Erschienen am 10.3.2011 in LEO, dem Freizeitmagazin der Tageszeitung DIE RHEINPFALZ.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Altschlossfelsen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Koordinaten: 49° 6′ 21″ N, 7° 32′ 21″ O