Altstadt (Schweinfurt)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Altstadt
Ortsteil in Schweinfurt
Koordinaten: 50° 2′ 42″ N, 10° 14′ 3″ O
Höhe: 220 m ü. NN
Fläche: 40 ha
Einwohner: 2529 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 6.323 Einwohner/km²
Postleitzahl: 97421
Vorwahl: 09721
Martin-Luther-Platz St. Johannis und Altes Gymnasium (links)
Martin-Luther-Platz
St. Johannis und Altes Gymnasium (links)
Rückertstraße mit Mühltor (abgebrochen 1876) in der heutigen Altstadt (gegr. im 12. Jh). Dahinter, jenseits des Marienbachs, lag das Dorf Altstadt (8. bis 16. Jh.)
Roth'sches Haus (Renaissance, um 1560)
in der Oberen Straße um 1891. Wurde 1944 zerstört, nur das Erdgeschoss blieb erhalten.

Altstadt ist ein Ortsteil der kreisfreien Stadt Schweinfurt im Stadtteil Innenstadt, der in den Statistiken der Stadt Schweinfurt als Bezirk 11 geführt wird.[2] Die Altstadt ist der östliche Teil der Innenstadt und wird von der in Abschnitten noch erhaltenen Stadtmauer und einem äußeren, fast durchgehenden Ringpark umgeben. Die Altstadt ist eine Gründungsstadt. Vermutlich Kaiser Friedrich I., Barbarossa ließ sie im 12. Jahrhundert als Civitas Imperii (Reichsstadt) anlegen, in Konkurrenz zur ersten Schweinfurter Siedlung am Kiliansberg,[3] die heute ebenfalls Altstadt oder zur Unterscheidung auch Dorf Altstadt genannt wird, da sie nie Stadtrecht besaß. Die Reichsstadt wurde von König Wilhelm von Holland 1254 erstmals urkundlich bestätigt.[4]

Die Schweinfurter Altstadt blieb, wie auch die übrigen Stadtgebiete außerhalb der Industriezone, im Zweiten Weltkrieg zu 60 % erhalten, entgegen den Angaben der meisten überregionalen Veröffentlichungen, die von schweren Zerstörungen sprechen.

Dieser Artikel befasst sich hauptsächlich mit den historischen Strukturen der Altstadt und ihrer Sanierung. Neue Projekte werden nur am Rande angesprochen (siehe hierzu: Hauptartikel Schweinfurt).

Übersicht[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsteile des Stadtteils Innenstadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Innenstadt wurde von der Stadt Schweinfurt für statistische Zwecke in drei Ortsteile aufgeteilt:

  • 11 Altstadt
  • 12 Innenstadt West (siehe: Hauptartikel Innenstadt)
  • 13 Innenstadt Nord (siehe: ebd.)

In diesem Artikel wird nur der Ortsteil Altstadt behandelt.

Gliederung der Altstadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Reichsstadt Schweinfurt in Topographia Franconiae 1656

Die Altstadt gliedert sich in drei Bereiche:

  • Innere Altstadt: Stadtgründung um den Marktplatz
  • Stadterweiterung: im Westen und Norden
  • Fischerrain:[5] später an die innere Altstadt angegliedertes Fischerviertel

Die heutige Altstadt im engeren Sinn, mit noch überwiegend historischer Prägung, die deckungsgleich mit dem Gebiet der Altstadtsanierung ist, umfasst die innere Altstadt, den Fischerrain und das Gebiet der nördlichen Stadterweiterung. Das restliche Areal der Altstadt (im Westen) ist heute ein überwiegend wenig strukturiertes und teilweise modernes Citygebiet.

Marktplätze[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schweinfurt gilt als Stadt der Plätze und besitzt 40 Stadtplätze.[6] Alle Plätze in der Altstadt und am Rande (Jägersbrunnen, Kunsthalle, Schillerplatz) besitzen einen eigenen, unverwechselbaren Charakter. Innerhalb der Altstadt gibt es fünf Marktplätze,[7] es werden aber nur noch auf dem Markt (Hauptmarkt) Markttage abgehalten.

  • Markt
  • Albrecht-Dürer-Platz – einstiger Name: Holzmarkt ¹
  • Am Zeughaus – einstiger Name: Schweinmarkt ¹
  • Kornmarkt – einstiger Name: Getreidmarkt ¹, zuvor: Salzmarkt ², vor 1806 ein Leder- und Schuhmarkt ²
  • Roßmarkt – einstiger Name: Viehmarkt ²

¹ im Katasterplan von 1868
² Peter Hofmann: schweinfurtfuehrer.de

Die drei Mainviertel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Altstadt liegen entlang des Mains drei heute noch historisch geprägte Quartiere, von denen jedes einen anderen Charakter besitzt (mainabwärts von Ost nach West):

Einstiges Burgenviertel, gilt als ältestes Viertel der heutigen Altstadt; die Annahme ist aber wegen des unbekannten Alters des Fischerrains nicht gesichert (auf nebenstehendem, etwa genordeten Stadtplan unten rechts).
(auf Stadtplan in unteren Mitte)
Einstiges Fischerviertel. Alter und Ursprung dieses Viertels sind unbekannt (auf Stadtplan unten links).

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Altstadt mit Main, Personenschifffahrts-Anlegestelle,
Gutermann Promenade, Spinnmühle und Schleuseninsel

Die Altstadt bildet den östlichen Teil des Stadtteils Innenstadt, der zur reichsstädtischen Zeit (bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts) bereits existierte, als Schweinfurt von einer Stadtmauer begrenzt wurde. Die Altstadt ist heute größtenteils von Wallanlagen (Grünanlagen) umgeben und die Stadtmauer ist noch an mehreren Abschnitten erhalten oder wurde in Teilen rekonstruiert. Die Altstadt liegt am nördlichen Mainufer und hat auch im Osten eine natürliche Grenze durch das Tal des Marienbachs. Ferner kann man zu ihrem Gebiet im weitesten Sinn auch noch die Maininsel Bleichrasen zählen, da sie in die hier heute nicht mehr erhaltenen Befestigungsanlagen integriert war (siehe obigen historischen Stadtplan). Die Altstadt liegt auf ca. 220 bis 225 m ü. NN auf einem hochwasserfreien Sockel, ca. 10 bis 15 m über dem zur Großschifffahrtsstraße angestauten Main (207,6 m ü. NN oberhalb der Schleuse Schweinfurt), dem Rhein-Main-Donau-Kanal.

Neutorvorstadt (Innenstadt) Nördlicher Stadtteil Klingenbrunn (Nördlicher Stadtteil)
Gründerzeitviertel (Innenstadt) Nachbargemeinden Nordöstlicher Stadtteil
Bahnhof SW-Stadt
Stadtgalerie
Bahnhaltepunkt SW-Mitte
Hafen-Ost Wehranlagen (Stadtpark)

Sozialstruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Status
31. Dez. 2015[8]
Altstadt
(Bezirk 11)
Gesamtgebiet
Schweinfurt
Deutsche 74,4 % 70,7 %
Doppelstaatler   6,9 % 16,1 %
Ausländer 17,7 % 13,2 %

Die Bevölkerungsstruktur der Altstadt widerspiegelt die Nachkriegsgeschichte des Ortsteils. Die relativ wenigen Wohnungen in dem von Geschäftshäusern dominierten Gebiet waren in den Nachkriegsjahrzehnten von meist sehr niedrigem Standard. Das alteingesessene Bürgertum hatte die Altstadt nahezu vollständig verlassen und der Anteil von Ausländern stieg in Folge günstigem Wohnraums stark an. Seit der Altstadtsanierung, die in den 1980er Jahren begann, bekam dieses Gebiet einen völlig anderen Charakter, mit attraktiven Altstadtwohnungen. Deutsche zogen wieder zu, aber für Spätaussiedler (meist Doppelstaatler), die ebenfalls in den 1980er Jahren in die Stadt kamen, war der sanierte Wohnraum der Altstadt meist zu teuer. Das erklärt den scheinbaren Widerspruch bei Migranten, mit überproportionalem Ausländeranteil und stark unterproportionalen Anteil von Doppelstaatlern.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stadtgründung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

St. Johannis, Brautportal (1240)

Die heutige Altstadt ist eine Gründungsstadt. Die erste Siedlung entstand 1 km weiter östlich, am Kiliansberg, oberhalb des Mains, unweit des historischen Ursprungs der Stadt, dem alten Burgberg Peterstirn.

Vermutlich Kaiser Friedrich I., Barbarossa ließ im 12. Jahrhundert in Konkurrenz zu dieser eichstättischen villa an der Peterstirn unter Verwendung von vorhandenem Königsgut eine neue Civitas Imperii (Reichsstadt) weiter westlich anlegen, die heutige Altstadt.[3] Sie wurde von König Wilhelm von Holland 1254 erstmals urkundlich bestätigt.[4] Das älteste heute noch erhaltene Gebäude der Stadt ist die St. Johanniskirche, im Kern romanisch, begonnen vor 1200.[3] Das Erste Stadtverderben war bereits vor der ersten urkundlichen Erwähnung, um 1250, im Kampf um die Vorherrschaft in Mainfranken zwischen den Hennebergern und dem Bischof von Würzburg. Das Zweite Stadtverderben 1554 geschah durch den Zweiten Markgräflerkriegs. Danach wurde die Altstadt von 1554 bis 1615 in heutiger Form wieder aufgebaut.

Die bauliche Entwicklung der Gründungsstadt begann im rechten Winkel zwischen Main und dem Tal des Marienbachs. Innerhalb dieser natürlichen Grenzen konnte sich die Stadt nur auf dem hochwasserfreien Plateau, ca. 15 m über dem Main, in Richtung Westen und Norden entwickeln. In dieser Ecke entstand das erste Quartier, der Zürch, am Rande des Marktplatzes, um den dann drei weitere Quartiere um das Straßenkreuz am Markt aufgebaut wurden. Somit verfügt Schweinfurt über eine klassische mittelalterliche Stadtanlage, wie nach Ingolstadt kaum eine andere deutsche Stadt. Nördlich eines Flusses, auf der Sonnenseite, mit vier Vierteln und vier Stadttoren (plus Fischerpforte) um ein Straßenkreuz am Marktplatz, an dem sich Rathaus (Markt 1) und Stadtkirche gegenüberstehen. In der Reichsstadt mit frühdemokratischen Ansätzen waren Paläste nicht erwünscht. Adelige durften nicht mit Bürgerrecht in der Stadt wohnen.[9] Die Reichsburg in der Altstadt wurde bereits 1427 abgebrochen (siehe Zürch).

Stadterweiterung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schweinfurt von Osten 1593

Auf Grund guter wirtschaftlicher Entwicklung kann die Reichsstadt 1436/37 mehrere Dörfer und Ländereien erwerben (siehe: Schweinfurt, Aufbau eines Territoriums). „Nach 1437 vollzog sich allmählich in zwei Menschenaltern eine notwendig gewordene Erweiterung der Stadt, die um 1502 ziemlich abgeschlossen war.“ [10] Die Altstadt wurde nach Westen und Norden erweitert. Die Stadtmauer lief bis dahin vom Main nordwärts entlang folgender Trasse:[11][5]

  • Petersgasse, südlicher Teil (heute: Nußgasse)
  • Quer durch das Areal zweier bis heute bestehender Häuserblocks beiderseits der Rosengasse, die nach der Stadterweiterung entstanden
  • Kronengässchen
  • Fleischbank, Ostkante (heute: Georg-Wichtermann-Platz)
  • Kirchgasse
  • Bodengasse

Davor verlief der Stadtgraben, worauf der Gassennamen Graben hinweist. Der Verlauf dieser ersten, inneren Stadtmauer mit vorgelagerten Graben ist heute noch am bogenförmigen Verlauf der Gassen in diesem Bereich erkennbar. Die Fundamente des Inneren Spitaltors unweit östlich des Albrecht-Dürer-Platzes in der Spitalstraße und des Inneren Obertors unweit südlich des Kornmarktes in der Oberen Straße wurden aufgefunden und die Stellen gekennzeichnet.

Bei der Erweiterung der heutigen Altstadt wurden auf dem bogenförmigen Areal unmittelbar außerhalb der inneren Stadtbefestigung die beiden Gassen Alte Mang (Bezeichnung von 1567,[9] heute: Manggasse) und Am Oberen Anger[9] (heute: Bauerngasse) angelegt. Sie wurden vermutlich als Anger angelegt, da dies die ungewöhnliche Breite beider Gassen erklärte.

Hatte die ursprüngliche Altstadt den Markt als einzigen, großen Platz in ihrer Mitte, kamen in Folge der Stadterweiterung vier weitere Marktplätze (siehe Marktplätze) und die Fleischbank hinzu (siehe: Georg-Wichtermann-Platz). Topografisch waren nach Westen und Norden keine Grenzen gesetzt und so besitzt die Altstadt für spätmittelalterliche, deutsche Verhältnisse ungewöhnliche Proportionen, mit nur zweigeschossigen (im 18. Jahrhundert teilweise um eine Etage aufgestockten) Bürgerhäusern und relativ vielen, breiten, öffentlichen Räumen. Das kommt auch im historischen Stadtplan (siehe: Übersicht) zum Ausdruck und ist förderlich für Brandschutz und Verkehr, weshalb der historische Stadtgrundriss bis heute nahezu unverändert blieb. Es gab außerhalb von Kriegen keinen großen Stadtbrand.

In den 1640er Jahren wurde im Zuge des Dreißigjährigen Krieges, den die Stadt unbeschadet überstand, die veraltete, mittelalterliche Stadtmauer von den Schweden zu einer modernen Befestigungsanlage ausgebaut (siehe: Stadtmauer und Ringanlagen). Dadurch war das historische Stadtbild am Ende des Dreißigjährigen Kriegs vollendet. Die nachfolgende Stadtansicht von 1648, von Matthäus Merian, ist bis heute Inbegriff des historischen Schweinfurts.

Die Reichsstadt Schweinfurt von Reichsvogt Johann Hermann. Matthäus Merian, Frankfurt a. M. 1648. Von links: 6. Das Spitaltor (nicht mehr vorhanden = n.m.v.). 13. Mainturm (n.m.v.). 5. Die Heilig-Geist-Kirche. 8. Bauschenturm. 12. Zeughaus. 7. Fischer Pforte (n.m.v.). 9. Rote Kappen (n.m.v.). 3. Schrotturm (heutiger Name). 1. Sankt Johannis. 2. Das Rathaus. 4. Mainmühle. 15. Schützenhaus (n.m.v.). 10. Ebracher Hof. 14. Staubbrücke u. Brückentor (n.m.v.). 11. Frauenkirche, heute St.-Salvator-Kirche. 18. Zwinger (n.m.v.). 17. Main und Nebenarme. 16. Ziegelhütte (n.m.v.).

Neuzeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1847: Altstadt mit Weinbergen

Im 19. Jahrhundert wurden aus verkehrstechnischen Überlegungen die Stadttore abgebrochen, was die Schweinfurter Bürgerschaft seit langem als einen in Folge falscher Zukunftsgläubigkeit unverzeihlichen Eingriff in das historische Stadtbild ansieht. Im Zentrum der Kritik steht Carl Ritter von Schultes, der fast die gesamte zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts Bürgermeister der Stadt war. Die Sehnsucht nach mittelalterlicher Romantik ist in der Industriestadt besonders ausgeprägt, was auch die umfassenden Altstadtsanierungen widerspiegeln, mit Pflege und Wiederherstellung historischer Strukturen (siehe: Schweinfurter Modell). Der spätmittelalterliche Altstadtgrundriss blieb jedoch bis heute erhalten, abgesehen von einigen Gassen-Verbreiterungen. Es gab weder Straßenverlegungen, noch Durchbrüche, wie z. B. 1895/96 im benachbarten Würzburg, mit dem großen Durchbruch für die neue Hauptgeschäftsstraße Schönbornstraße. Ein ähnliches Projekt nach 1945 in Schweinfurt wurde nicht verwirklicht (siehe: Zweiter Weltkrieg und Nachkriegszeit).

Bau der Eisenbahn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf Grund der schwierigen topografischen Rahmenbedingungen wurden drei Varianten für die Linienführung der Ludwigs-Westbahn diskutiert, die alle nicht ideal waren:

  • Nordvariante: Nordumfahrung der Altstadt, mit einem Tunnel durch die östlich gelegenen Weinberge an der Mainleite ab Ludwigsbrunnen und Bahndämmen (mit Durchlässen) über die Täler des Höllenbachs und Marienbachs. Mit einem Bahnhof am Nordrand der Altstadt, westlich des Obertors.
  • Mittelvariante: Gleise mitten durch die Stadt, auf der Rückert- und Spitalstraße.
  • Südvariante: Eine Linienführung auf einem schmalen Streifen zwischen Altstadt und Main, mit nur zwei Durchfahrts-Gleisen, ohne einen Bahnhof in diesem Bereich. Mit dem ca. 95 m langen[12] Harmonietunnel mit zwei Röhren, nördlich entlang der Harmonie von 1835, dem heutigen Naturkundlichen Museum an der Maxbrücke.
Schweinfurter Straßenbahn

Entlang der Mittelvariante wurden zwar später die Gleise der Straßenbahn Schweinfurt verlegt, die von 1895 bis 1921 fuhr, jedoch wurde die Südvariente 1852 umgesetzt, zwischen dem zu erst errichteten Stadtbahnhof östlich der Altstadt und dem 1874 erbauten Rangier- und Zentralbahnhof im Westen. Den Ausschlag für diese Variante gab der Gleisanschluss für die Hafenanlagen.[13]

Fischerrain, Bahngleise zwischen
Schweinfurt-Mitte und Stadtbahnhof

Einerseits wurde dadurch die Altstadt vom Mainufer abgeschnitten, andererseits brachte das enorme Vorteile. Der Stadt blieben unschöne, größere Eisenbahngebiete an der Innenstadt, wie in vielen anderen Städten erspart, da der Hauptpersonen-, Güter- und Rangierbahnhof mit späteren Bahnbetriebswerk weit außerhalb, 2 km westlich der Altstadt, auf dem Gebiet der Gemeinde Oberndorf errichtet wurde. Hier war dann auch genügend Platz zum Aufbau der Großindustrie. Dies bildete den Grundstock zu einer seit den 1930er Jahren bis heute außergewöhnlich geordneten Stadtentwicklung, mit einer großen, aber auch kompakten Industrie-, Bahn-, Kraftwerks- und Hafenzone an einer Stelle. Ansonsten lägen, wie in vielen anderen Industrie- und Großstädten, wie z. B. Nürnberg, diese Bereiche verstreut zwischen Wohngebieten, würden die Stadt zerteilen, mit unschönem Gesamtbild.

In den 1960er Jahren ist im Harmonietunnel ein Güterzug entgleist. Um 1970 wurde die Strecke elektrifiziert, bis auf den Tunnel, der hierfür zu niedrig war. Züge mit Elektrolokomotiven mussten antriebslos durch den Tunnel rollen, der deshalb kurze Zeit später abgebrochen und durch einen Trog ersetzt wurde, im mittleren Bereich mit Deckel. 2009 wurde innerhalb des S-Bahn-ähnlichen Streckenverlaufs entlang der Innenstadt die Regionalbahn-Haltestelle Schweinfurt-Mitte am Westrand der Altstadt eröffnet. Eine weitere Haltestalle am Fischerrain, als Anbindung an den ZOB, war bereits zuvor angedacht, wurde aber bis heute (2017) nicht verwirklicht.

Über 100 Jahre nach dem Bau der Eisenbahn kam das nächste große Verkehrsprojekt, dass dem Mainufer entlang der Altstadt im Wesentlichen die heutige Form gab hinzu, der Bau des Rhein-Main-Donau-Kanals Anfang der 1960er Jahre.

Gründerzeit bis 1920er Jahre[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt heute in der Altstadt nur noch wenige Geschäftshäuser im Gründerzeitstil, wie einige Bankgebäude und die Heilig-Geist-Kirche, die im Zuge der Industrialisierung für die zuziehende, katholische Landbevölkerung in der protestantischen, ehemaligen Reichsstadt an Stelle einer Zuckerfabrik von 1897 bis 1902[14] errichtet wurde.

Zweiter Weltkrieg und Nachkriegszeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Altstadt wurde im Zweiten Weltkrieg zu 40 % zerstört (siehe Artikeleinleitung) im Gegensatz zum benachbarten Würzburg, das zu 80 % durch einen Feuersturm zerstört wurde, der in Schweinfurt nicht stattfand. Die Stadt wurde im Gesamtdurchschnitt zu etwa 45 % zerstört und damit genauso stark wie Rothenburg ob der Tauber.[15]

Ein planmäßiger Wiederaufbau der Stadt in den 1950er und 1960er Jahren war nur an wenigen Stellen nötig, was zur Folge hatte, dass lange Zeit einige Baulücken in den Seitengassen der Altstadt klafften, heute (2019) noch in der Hadergasse. Nach 1945 plante man im Zuge des Wiederaufbaus eine breite Hauptstraße quer durch die Altstadt, über weitgehend zerstörte Areale, durch die Verlegung der Zehntstraße, die vom nördlichen Marktplatz quer über die Manggasse an die Neutorstraße anschließen sollte. Das Großprojekt wurde, auch wegen der Weiternutzung der im Boden erhaltenen Versorgungsleitungen, nicht realisiert.[16]

In der Altstadt herrscht aufgrund von Abrissen und Bombenschäden eine für teilzerstörte deutsche Städte typische Mischbebauung aus vielen Epochen vor. Vom späten Mittelalter über die frühe Neuzeit, bis zur Nachkriegszeit und Moderne, um den Roßmarkt bis hin zum städtebaulichen Chaos.

Schweinfurter Modell[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den 1970er Jahren wurden viele kleinere Gewerbe- und Handelsbetriebe aus den zum Teil im Krieg zerstörten Altstadt-Hinterhöfen in das neue Gewerbegebiet Hafen-Ost verlagert. Dies war die Voraussetzung für die nachfolgende Altstadtsanierung, die sonst kaum möglich gewesen wäre. Ermöglicht wird dies durch das Schweinfurter Modell, das bundesweit Nachahmer findet. Die Stadt kauft die „hoffnungslosen Fälle“ in einem Sanierungsgebiet, macht diese durch Grundstücksordnung, Abrisse von Nebengebäuden, Grund- oder Teilsanierungen und geprüften Nutzungsvorschlägen attraktiv und sorgt für ein überschaubares Risiko beim Kauf mit moderaten Preisen.[17]

Obwohl Altstadtsanierung wegen der oft komplizierten Eigentumsverhältnisse, unterschiedlichsten Interessen und unattraktiven Immobilien sehr schwierig ist, verzeichnet die Stadt Schweinfurt hier große Erfolge. Seitdem die Altstadtsanierung in den 1980er Jahren im Alten Gewerbeviertel begann, wird ein Quartier nach dem anderen in der östlichen und mittleren Altstadt flächendeckend saniert. Am Ende entstand in den einzelnen Quartieren ein harmonisches, historisches Gesamtbild, obwohl mancherorts nur noch wenig historische Bausubstanz vorhanden war. Was dazu führte, dass dieser Bereich der Altstadt seitdem einen zunehmend historischeren Charakter erhielt. Baulücken wurden weder im Retrostil noch mit modernen Kontrasten, sondern in sensibler Weise geschlossen. Derzeit (2019) läuft die Altstadtsanierung im Quartier zwischen Zeughaus und Kornmarkt (siehe: Stadterweiterung um Bauerngasse). Als letztes soll das Quartier Keßlergasse/Zehntstraße folgen (siehe: Keßlergasse/Lange Zehntstraße).[18]

Der westliche Teil der (einstigen) Altstadt liegt außerhalb der Sanierungsgebiete und entwickelte sich teilweise zum modernen Citygebiet, mit Geschäfts- und Kaufhäusern, so der Jägersbrunnen in der Nachkriegszeit und der Georg-Wichtermann-Platz in neuerer Zeit.


Teilsanierter Oberer Wall

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Datum Einwohner
Altstadt
1800   6.0451
1. Dezember 1840   7.7662
1868   9.7483
1. Dezember 1871 10.8402
31. Dezember 2015   2.5291
1 Angabe der Stadt Schweinfurt
3 Angabe in Damals in Schweinfurt. S. 8 [19]

Bei der Reichsgründung 1871 hatte die Altstadt, die damals im Wesentlichen nur von kleineren Fabriken und Industriellen-Villen[14] umgeben war, etwa 10.000 Einwohner, was einer Bevölkerungsdichte von 25.000 Einwohnern pro Quadratkilometer entspricht.[19] Die Einwohnerzahl der Altstadt war bis dahin nahezu identisch mit der von der ganzen Stadt. In den ersten Jahrzehnten nach dem Zweiten Weltkrieg lebten noch etwa 5.000 Menschen in der Altstadt auf einer Fläche von 0,4 km², genauso viele wie damals beispielsweise in der mittlerweile extrem ausgedünnten City of London (1951: 5.324 Einwohner auf einer Fläche von 2,9 km²). 2015 hatte die Altstadt nur noch 2.500 Einwohner, während zum Vergleich in der nur wenig größeren Altstadt von Frankfurt am Main (0,48 km²) 3.937 Menschen wohnen.

Beschreibung der Orte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Innere Altstadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mainbrücke und Brückentor[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis zum Ende des 14. Jahrhunderts war der Verkehr über den Main bei Schweinfurt nur mit Fähren möglich. Erst ein Privilegium von König Wenzel von 1397 erlaubte der Stadt Brücken, Mühlen und Wasserbauten aller Art am Main zu errichten und die Stadt durfte zur Bestreitung der Baukosten einen Zoll einführen. Spätestens 1408 war die Brücke errichtet, wo bereits von einer Beschädigung durch Eisgang berichtet wurde.[20] Und das blieb, in Verbindung mit Hochwasser, das große Thema bis ins 20. Jahrhundert. An der nördlichen Seite des Mains, an der Stadtmauer, wurde das 1833 abgerissene Brückentor errichtet, ein Doppeltor. Nach einem Kupferstich des 19. Jahrhunderts wurde die Leopoldina im Zwinger des Brückentors gegründet. 1652 wurde in Schweinfurt die älteste dauerhaft existierende naturforschende Akademie der Welt, die Leopoldina, die heutige Nationale Akademie der Wissenschaften gegründet, noch vor den entsprechenden Gesellschaften in Paris und London. Die heutige Maxbrücke ist bereits die siebte Brücke an dieser Stelle und mittlerweile die dritte Straßenbrücke über den Main. In den 2020er Jahren soll sie abgebrochen und durch einen größeren Neubau ersetzt werden.

Altstadt-Entrée[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stadtbibliothek (2007) im Ebracher Hof (1578) Brückenstraße mit Rathauserker
Stadtbibliothek (2007)
im Ebracher Hof (1578)
Brückenstraße
mit Rathauserker

Das Entrée an obiger Mainbrücke ist ein neues Wahrzeichen der Stadt. „Das schönste Entrée“[21] bilden (von West nach Ost) die Zweigstelle des Bayerischen Landessozialgerichtes (2000), das Museum Georg Schäfer (2000), das Hauptzollamt (2007) und Stadtbibliothek (2007) im ausgebauten mittelalterlichen Ebracher Hof. Es zeigt „wie sich Tradition und Moderne […] auf das Vortrefflichste vereinen.“[22]

Olympia Fulvia Morata

Das Museum Georg Schäfer (MGS) (1998–2000) von Volker Staab wurde im Jahr 2000 eröffnet und erhielt zwei Architekturpreise.[23] Das ganze Erdgeschoss ist bei freiem Eintritt begehbar und als Agora konzipiert, einem öffentlichen Treffpunkt mit Café, Museumsbuchhandlung und großer Treppenhalle zwischen Mainloggia und Rathausloggia, in die die beiden Hauptzugänge mit großen Freitreppen und Rampe schützend eingelagert sind. In die Ausstellungsräume der Obergeschosse wurde die Umgebung ebenfalls durch Blickachsen zu Altstadt und Main einbezogen.

Die dem MGS gegenüberliegende Stadtbibliothek (2004–2007) von Bruno-Fioretti-Marquez ist ein Um- und Ausbau des Ebracher Hofs. Mit neuem unterirdischen Basisgeschoss und der sogenannten Laterne als Oberlicht, einem 33 Meter langen Glasriegel, der dem Verlauf der ehemaligen Stadtmauer folgt und den Rahmen für eine kleine Piazza bildet. Das Hauptzollamt (2005–2007) ist ebenfalls von Bruno-Fioretti-Marquez und komplettiert das Bauensemble, das vom Deutschen Architekturmuseum in Frankfurt 2008 zu den 24 besten Bauwerken Deutschlands gekürt wurde.[21]

Auf dem Weg zum Marktplatz passiert man in der Brückenstraße das Denkmal von Olympia Fulvia Morata (1526 bis 1555), einer Dichterin und humanistischen Gelehrten aus Ferrara, die mit der Schweinfurter Stadtgeschichte eng verbunden ist. Sie verlor im Zweiten Stadtverderben (siehe: Stadtgründung) alles Hab und Gut, konnte nur ihr nacktes Leben retten und verstarb kurze Zeit später mit nur 30 Jahren.

Markt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Mitte der östlichen Altstadt, an einer historischen Kreuzung (Rathauskreuzung), liegt der (Haupt)Markt. Hier kreuzt sich die alte Straße entlang der ostwestlichen Mainlinie aus Bamberg mit der Nord-Süd-Verbindung von Erfurt über die Mainbrücke. Der Markt ist vermutlich erst Ende des 13. Jahrhunderts entstanden, wird erstmals in Dokumenten 1336 erwähnt und ist somit nicht so alt, wie das benachbarte Quartier Zürch. Außer dem Rathaus liegen am Markt keine bedeutenden historischen Gebäude. Jedoch ist der große Platz, mit dem Dreiklang Rathaus, Rückert-Denkmal und der Blickachse zu St. Johannis proportional ausgewogen und hat seinen historischen Gesamtcharakter bewahrt.

Detail vom Rückert-Denkmal

Das Alte Rathaus (1570–1572) von Nikolaus Hofmann aus Halle (Saale) gilt als Glanzleistung der profanen deutschen Renaissance. Am Abend des 20. April 1959 stand der Dachstuhl des Alten Rathauses, das den Zweiten Weltkrieg unbeschadet überstanden hatte, in Flammen. Der Ostgiebel bog sich nach außen und drohte in die Brückenstraße zu stürzen. Die Feuerwehren brachten jedoch den Brand, der vermutlich durch Schweißarbeiten ausgelöst wurde, unter Kontrolle. In den 1980er Jahren wurden die großen Kellergewölbe restauriert und der Ratskeller eröffnet (heute Aposto).

Daneben das Neue Rathaus von Fred Angerer (1954–1958), das inzwischen ebenfalls unter Denkmalschutz gestellt wurde. Der große Rathausinnenhof mit Brunnen ist heute Teil einer öffentlich begehbaren Abfolge von Höfen, Plätzen, Arkaden, Freitreppen und Loggien, vom Martin-Luther-Platz über den Markt bis in die Treppenhalle des Museums Georg Schäfer.

Das Rückert-Denkmal (1890) am Marktplatz ist ein Bronzeguss von Wilhelm von Rümann und Friedrich von Thiersch des 1788 in Schweinfurt geborenen Dichters und bahnbrechenden Übersetzer orientalischer Dichtung Friedrich Rückert, der mindestens 44 Sprachen beherrschte.[24] Er übersetzte als Erster Teile des Korans in Deutsche, war im 19. Jahrhundert populärster Dichter Deutschlands, hatte ein distanziertes Verhältnis zum Lebemann Goethe und geriet im 20. Jahrhundert in Vergessenheit. Zu Füßen des auf einem Stuhl sitzenden Dichters allegorische Figuren seiner Werke Die Geharnischte Sonette, die er 1813 unter dem Pseudonym Freimund Raimar gegen Napoleon I. schrieb und die Weisheit des Brahmanen.[25]

Im Hause Nr. 8 am Markt wohnte am 20. October 1631 König Gustav Adolph von Schweden, im Hause Nr. 30 daselbst 1625 Wallenstein., 1634 Octavio Piccolomini, 1813, wie eine im oberen Vorplatze angebrachte Tafel besagt, Kaiser Alexander von Russland auf seinem Siegeszuge nach Frankreich, und in den 1830er Jahren zweimal König Ludwig I. von Bayern.[26]

An der Rathauskreuzung (heute nur noch Bus- und Taxiverkehr) befand sich seit etwa 1949 die erste Verkehrsampel der Stadt, die von einem Polizisten in einer gläsernen Kanzel am Rückert-Geburtshauses handgeschaltet wurde. Im Zweiten Weltkrieg wurde die südliche Hälfte der Markt-Westseite fast total zerstört. Der Wiederaufbau dieser Häuserzeile stellt ein gelungenes Beispiel für Bürgerhäuser aus den frühen Fünfziger Jahren dar. Bei der weniger zerstörten Ostseite war ein planmäßiger Wiederaufbau nicht nötig und sie war lange ein unschönes Torso. Die Kaufhof AG (vormals Tietz), die in der Stadt bereits um 1900 ein Warenhaus eröffnet hatte (siehe: Spitalstraße und Schultesstraße), überlegte hier ein Warenhaus zu errichten, bevor Horten am Jägersbrunnen 1964[27] eröffnete.

Martin-Luther-Platz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unweit nördlich des Marktes führt eine Freitreppe hoch zum Martin-Luther-Platz (Bild siehe: Artikelanfang), dem historisch am besten erhaltenen Platz der Stadt. Im Katasterplan von 1868 wird der Platz als Kirchhof bezeichnet.

Martin-Luther-Platz mit
Altem Gymnasium (Renaissance)

Mit der Johanniskirche (ab 1200, Romanik, Gotik und weitere Baustile), der evangelischen Hauptkirche der Stadt und ältestes erhaltene Gebäude Schweinfurts, das erstmals im Jahre 1237 schriftlich erwähnt wurde.[28] Um 1200 wurde der Bau einer dreischiffigen Basilika begonnen. 1237 war der Nordturm mit romanischer Turmkapelle fertiggestellt, auf den Südturm verzichtete man. Seit 1542 ist die Kirche protestantisch,[28] eines der wichtigsten kirchlichen Baudenkmäler zwischen Bamberg und Würzburg.[28] St. Johannis war als Bürgerkirche geplant, jedoch ab 1325 musste der Rat der Stadt Schweinfurt die Baulast tragen. Nahezu alle europäischen Baustile über 8 Jahrhunderte, von der Romanik bis zum Klassizismus sind vertreten.[28] Das Alte Gymnasium (1582–1583, Renaissance) hinter St. Johannis ist seit 1890 Heimat des Stadtgeschichtliches Museums. Es wird derzeit (2017) erweitert und bleibt deshalb bis mindestens 2019 geschlossen. Im Wenkheimer Gässchen lag ein Hof der fränkischen Ritterfamilie von Wenkheim (auch: von Wenckheim), den die Stadt 1445 kaufte. 1503 wurde dort eine Reichsvogtei eingerichtet.[9] Die Wenkheimer besaßen später große Ländereien und Schlösser in Ungarn und stellten einen Ministerpräsidenten.

Das Kulturforum Martin-Luther-Platz soll bis 2021 entstehen, durch Verbindung des Alten Gymnasiums mit dem Stadtgeschichtlichen Museum, dem Stadtschreiberhaus, der Alten Reichsvogtei und einem Geschäftshaus in der Oberen Straße. Hier sollen auch das Stadtarchiv aus dem benachbarten Friedrich-Rückert-Bau und die Sammlung Otto Schäfer, die als Schenkung samt dem Museumsgebäude am Kiliansberg in städtische Hände übergeht, eine neue Heimat finden. Danach soll der Friedrich-Rückert-Bau aus den 1960er Jahren, dessen Sanierung geschätzte 7 bis 8 Millionen Euro kosten würde, abgerissen werden und Platz für eine Tiefgarage schaffen, auf der Wohnungen errichtet werden sollen.[29]Vorlage:Zukunft/In 2 Jahren Der Martin-Luther-Platz soll dadurch, zusammen mit dem unverändert bleibenden Gunnar-Wester-Haus, noch weiter zu einem Museumsviertel ausgebaut werden.

Zürch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zürch, ein früherer Burgbezirk

Der Zürch ist ein ehemaliges Burgenviertel und wird allgemein als ältestes Viertel der heutigen Altstadt angesehen, obwohl das nicht gesichert ist. Die über 300 Jahre alte Zürcher Kirchweih ist die älteste Kirchweih Unterfrankens. Das Quartier besitzt enge, gepflasterte Gassen auf mittelalterlichen Stadtgrundriss, mit zum Teil sehr kleinen Wohnhäusern und wird von der hier noch nahezu komplett erhaltenen Stadtmauer umgeben. Durch all dies hat sich der Zürch, trotz der seit 600 Jahren nicht mehr vorhandenen Burg, den Charakter eines Burgenviertels bis heute erhalten.

Altes Gewerbeviertel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Alte Gewerbeviertel wurde an seinen vier Ecken begrenzt, vom Markt im Norden, Brückentor im Osten, Fischertor im Süden und Holzmarkt (heute: Albrecht-Dürer-Platz) mit Innerem Spitaltor im Westen.

Judengasse Petersgasse, Schrotturm mit Renaissancehaus
Judengasse
Petersgasse, Schrotturm mit Renaissancehaus

Die Altstadtsanierung begann 1979 im Alten Gewerbeviertel, als Sanierungsgebiet Altstadt 1: Südliche Altstadt (3,9 ha).[30][18] Das Quartier liegt hinter der einstigen, verschiedenen Industriezweigen dienenden Großen Mainmühle, von der noch große Nachfolge-Gebäude (Spinnmühle) erhalten sind. Zudem lag das Viertel hinter dem früheren Mainhafen, der sich heute 1,5 km mainabwärts auf der gegenüberliegenden (südlichen) Mainseite im Industriegebiet Hafen-West befindet. Das einstige Gewerbeviertel mit seinem Wahrzeichen, einem Schrotturm, ist ein städtebaulich geschlossener Bereich mit mittelalterlichen Gassengrundriss und zweigeschossigen, meist traufseitigen Gebäuden, mit Fassaden des 18. und 19.  Jahrhunderts und ehemals gewerblich genutzten Rückgebäuden.

Uferpartie des Alten Gewerbeviertels mit Mainmühlen, Blick ostwärts vor 1902

In der Judengasse stand im späten Mittelalter die erste Synagoge der Jüdischen Gemeinde Schweinfurt, an Stelle des heutigen Friederike-Schäfer-Heims der Hospitalstiftung Schweinfurt. Der Neubau des Altenheims aus den 1950er Jahren teilt die Petersgasse in zwei Teile, der am Main gelegene Teil heißt heute Nußgasse. 2018 wurde beschlossen, das Heim abzureißen und durch einen Neubau in der Friedrich-Stein-Straße, auf dem Gelände der Jugendverkehrsschule in der Innenstadt-West, zu ersetzen. Der Schrotturm ist ein 1611 erbauter Treppenturm eines heute noch erhaltenen Renaissance-Hauses, der im 19. Jahrhundert zur Herstellung von Schrotkugeln um vier Geschosse erhöht wurde.[28] Um Turm und Ranaissance-Haus war sonst keine erhaltenswerte Bausubstanz mehr vorhanden, deshalb wurde das Areal bei der Sanierung komplett freigeräumt, danach wieder eng bebaut und erscheint heute als geschlossenes Altstadtquartier. Petersgasse 6 und 8 waren Stammgebäude der Firma Kugelfischer. Die Hofanlage Metzgergasse 16 wurde vermutlich 1594 in nachgotischen Formen errichtet und ist ein sehr gut erhaltener Hof des 16 Jahrhunderts.[31] In ihr wohnte der vormalige Oberbürgermeister von Würzburg, der Kaufmann Balthasar Rüffer.

In Folge der Altstadtsanierung und des im Jahre 2000 eröffnete Museum Georg Schäfer erfuhr das Viertel eine starke Aufwertung und wurde mit mehreren Lokalen und Restaurants zu einem Treffpunkt städtischen Bürgertums.

Keßlergasse/Lange Zehntstraße[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Barockhaus in der Zehntstraße

Das Sanierungsgebiet Altstadt 5: Keßlergasse, Lange Zehntstraße (4,0 ha)[30][18] ist eine der ältesten Fußgängerzonen Deutschlands. Der Name Zehntgasse ist seit 1424 nachweisbar und geht auf den 1387 erbauten Zehnthof des Stift Haugs in Würzburg zurück.[9] Heute steht dort das Postamt der Innenstadt.[32] Im Katasterplan von 1868 tragen noch die von hier nächstgelegenen Felder außerhalb der Stadtmauer den Flurnamen Zehent. Ab den 1980er Jahren bis etwa 2010 befand sich zwischen Keßlergasse und Langen Zehntstraße eine Markthalle mit Einzelhändlern und Gastronomie. Insbesondere in jener Zeit besaß das Quartier südliches Flair. 2018 wurde eine größere Quartiersbebauung mit dem Krönlein-Karree (auch: City-Karree), zwischen Keßlergasse und dem Postamt fertiggestellt.

Innere und äußerer Altstadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Krumme Gasse/Am Oberen Wall[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Krumme Gasse,
rechts Haus Patrizier (Biedermeier)

Das Sanierungsgebiet Altstadt 3: Krumme Gasse, Am Oberen Wall (7,9 ha)[30][18] wurde ab den 1990er Jahren saniert und liegt im nördlichen Bereich bereits im Gebiet der Stadterweiterung. Der schmale, lange Streifen am nordöstlichen Rand der Altstadt, mit engen, verwinkelten, aber nicht zusammenhängenden Gassen bildet kein geschlossenes Quartier, besitzt aber weitgehend altstädtischen Charakter. Er zieht sich 400 Meter entlang der hier weitgehend erhaltenen oder teilrekonstruierten Stadtmauer hin und liegt in seinem nördlichen Bereich relativ steil oberhalb des Tals des Marienbachs. Im Süden grenzt dieser Altstadtbereich an die Rückertstraße, die als ehemalige Mühlgasse zum 1876 abgebrochenen Mühltor führte. Im Westen wird der Bereich vom Markt und der Oberen Straße (einst: Obere Gasse oder Obertorgasse[9]) begrenzt, die zum ehemaligen Obertor führt und bis in die 1960er Jahre eine Hauptgeschäftsstraße der Stadt war, bis dann die Westverschiebung des Hauptgeschäftszentrums in Richtung Roßmarkt und Jägersbrunnen einsetzte (Stadterweiterung um Roßmarkt, Jägersbrunnen). Die südliche Hälfte dieses Altstadtbereichs wird durch die Krumme Gasse erschlossen, die 1434 bereits als gepflasterte Gasse erwähnt wird.[9]

Keller beim Weißen Turm

In der Mitte des Areals stand oberhalb der Stadtmauer die Hauptwache. In einem Plan von 1771 ist sie eingezeichnet, mit drei stadtauswärts, Richtung Kiliansberg gerichteten Kanonen auf dem Dach. An Stelle der Hauptwache befindet sich heute, in zum Teil historischen Gebäuden, die seit 1818 bestehende Brauerei Roth. Das Roth' sche Haus (auch: Schopperhaus) von 1588 in der Oberen Straße 24 (Bild siehe: Artikelanfang) war ein größeres Renaissance-Gebäude, auf das 1944 eine Sprengbombe fiel und das Haus zerstörte, mit Ausnahme des gut erhaltenen Erdgeschosses, in dem sich seit je her ein Lokal befindet.[33] Eine mysteriöse Inschrift in der Hofeinfahrt des Hauses berichtet von einem angeblichen Meteoritenfall auf das Anwesen, der nicht nachweisbar ist (siehe: Meteoritenfall Schweinfurt (1627)).

Spitalstraße und Schultesstraße[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Steinweg mit Inneren Spitalturm (links, 1870 abgebrochen)[34] und Spitalkirche (rechts) Abbruch des Spitals und der Spitalkirche zum Heiligen Geist 1896, vom Steinweg gesehen
Steinweg mit Inneren Spitalturm (links, 1870 abgebrochen)[34] und Spitalkirche (rechts)
Abbruch des Spitals und der Spitalkirche zum Heiligen Geist 1896, vom Steinweg gesehen

In der Gründerzeit hieß die westlich an die Spitalstraße anschließende Schultesstraße Steinweg und ihre Fortsetzung außerhalb des Äußeren Spitaltors Schultesstraße. Heute heißt der Steinweg Schultesstraße und die damalige Schultesstraße Gunnar-Wester-Straße. Die Herkunft des Namens der heutigen Spitalstraße, der einstigen Spitalgasse, ist nicht ganz eindeutig belegt. Der Name könnte auch von einem Spital abgeleitet worden sein, das sich schon vor der Stadtgründung im 13. Jahrhundert am Ende der späteren Spitalgasse, etwa an der heutigen Stelle des Vierröhrenbrunnens befand (Bild siehe: Stadterweiterung um Roßmarkt). Im Historischen Lexikon Bayerns ist dieses Spital bereits auf einer Karte für den Zeitraum von 950 bis 1250 eingezeichnet.[3] Zudem stand am neueren Äußeren Spitaltor, das urkundlich seit 1364 belegte Hospital Heilig Geist (auch: Bürgerspital).[14] Aber auch das gegenüberliegende Karmelitenkloster wurde auf dem Anwesen eines Spitals gegründet.

Spitalstraße nach 1894, mit Straßenbahn, Blick ostwärts Spitalstraße 2017 in Gegenrichtung
Spitalstraße nach 1894,
mit Straßenbahn, Blick ostwärts
Spitalstraße 2017
in Gegenrichtung

In der Zeit des Nationalsozialismus wurde die Spitalstraße in Adolf-Hitler-Straße umbenannt. Die Spitalstraße, die vom Markt nach Westen führt, war bis in die 1960er Jahre die unbestrittene Hauptstraße und das Hauptgeschäftszentrum der Stadt, bis die Westverschiebung des City-Gebietes einsetzte. 1982[9] wurde die Spitalstraße Fußgängerzone.

Im Katasterplan von 1868 bildeten Spitalstraße, Steinweg und Schultesstraße bereits eine 800 lange westliche Hauptentwicklungsachse der Stadt, die außer hier sonst noch kaum über die Stadtmauer hinausgewachsen war. Erst sechs Jahre später eröffnete noch einen Kilometer weiter westlich der Centralbahnhof und spätere Hauptbahnhof. Auf dieser Westachse fuhr von 1895 bis 1921 die erste kommunale Straßenbahn Bayerns, die Schweinfurter Straßenbahn, als eingleisige Pferdebahn zum Hauptbahnhof. Das Straßenbahndepot war am 1876[10] abgebrochenen Mühltor.

1884 eröffnete Leonhard Tietz aus Stralsund, der Begründer der heutigen Warenhauskette Kaufhof, seine zweite Filiale in Schweinfurt, die er 1893 innerhalb seiner Familie weiter reichte.[27] Das einstige Schweinfurter Warenhaus Tietz wich einem Neubau, mit der Commerzbank. Spitalstraße und Steinweg wurden um 1900 in Abschnitten zur Prachtstraße und zur Flaniermeile des Bürgertums. Mit (von Ost nach West) dem Café Viktoria, dem Mode Bazar Louis Voit, dem Café Restaurant Metropol, dem Warenhaus Tietz, der Gewerbehalle, der Heilig-Geist-Kirche, der Steinwegschule und der Königlichen Filialbank, der späteren Bayerischen Staatsbank. (Bilder siehe: Gründerzeit bis 1920er Jahre)

Georg-Wichtermann-Platz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1890 abgebrochene Fleischbank Postamt v. 1894, links Hotel Roß
1890 abgebrochene Fleischbank
Postamt v. 1894, links Hotel Roß

Die einstige Fleischbank am gleichnamigen Platz wurde 1890 abgebrochen. Hierher wurde das Postamt vom Stadtbahnhof verlegt und der Platz in Postplatz umbenannt.[35] 2005 wurde der Platz wieder umbenannt.[9] Zu Ehren des langjährigen Oberbürgermeisters Georg Wichtermann (1956 bis 1974) trägt er seitdem seinen Namen. Wegen des fehlenden historischen Bezugs wird die Umbenennung neuerdings öfters von anliegenden Geschäften negiert, zu Gunsten der Bezeichnung Alter Postplatz.

Georg-Wichtermann-Platz heute

Der Platz liegt zwischen der inneren Altstadt im Osten und der Stadterweiterung im Westen, die heute vielerorts ein modernes Citygebiet ist. Der Platz besitzt keinen Altstadtcharakter mehr und gehört deshalb auch nicht zu den Altstadt-Sanierungsgebieten. Durch den heutigen Platz zog sich bis 1437[3] der innere Stadtgraben (siehe: Stadterweiterung), auf den man beim Bau der zweigeschossigen Tiefgarage 1986 unter diesem Platz stieß. Seit 1562[9] befanden sich hier Brot- und Fleischbänke von Bäckern und Metzgern. Von 1804 bis 1890[9] stand hier in Platzmitte das Gebäude der Fleischbank. Auf dem Katasterplan von 1868 ist der Platz deshalb auch als Fleischbank bezeichnet. Danach wurde an selber Stelle das Stadtpostamt errichtete, das 1893 bereits über 40 Telefonsprechstellen verfügte,[9] der Platz hieß fortan Postplatz. 1966 wurde das Postamt abgebrochen.[9] Nach dem Bau der Tiefgarage wurde der Platz darüber mit Platanen aus Italien bepflanzt und nach mediterranen Vorbild als Sandplatz zum Boule-Spiel gestaltet, was nicht alle Bürger verstanden und eine versiegelte Fläche forderten.

Äußere Altstadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fischerrain[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fischerrain mit Main

Der Fischerrain nimmt eine Sonderstellung ein. Er gehört nicht zum Bereich der baulichen Stadterweiterung, liegt aber dennoch unmittelbar außerhalb des ersten, einstigen Mauerrings, mit den (inneren) Stadttoren. Das kleine Viertel am Main war ursprünglich eine eigenständige Fischersiedlung. Es ist nicht bekannt, wann sie in die Altstadt integriert wurde, ob vor oder im Zuge der Stadterweiterung ab 1437 und ob sie schon vor der Schweinfurter Stadtgründung bestand. Das Viertel besaß nach Eingliederung in die erweiterte Stadtbefestigung einen eigenen Stadtzugang für die Fischer, die Fischerpforte.

Das Quartier mit einstmals zahlreichen Fischhandlungen, Brauereien, Wirtshäusern und Restaurants konnte seine typisch fränkische Prägung bis heute abseits der Hauptdurchgangsstraße weitgehend erhalten. Heute bestehen noch zwei Fischhandlungen und zwei Restaurants, das Weinrestaurant Hess in Nachfolge der traditionsreichen Weinstube Gößwein.

Stadterweiterung um Bauerngasse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Sanierungsgebiet Altstadt 4: Neue Gasse, Zeughaus (9,5 ha)[30] wird seit den 2010er Jahren saniert. Es umfasst die nördliche Altstadt (einstiger Name: Am Oberen Anger) zwischen den beiden ehemaligen Marktplätzen Getreidemarkt (heute: Kornmarkt) und Schweinmarkt (heute: Am Zeughaus). Der Kornmarkt wurde vom Obertor dominiert, bis zu seinem Abbruch 1872. Die nördliche Altstadt liegt im Gebiet der ersten Stadterweiterung, worauf die Gassennamen Neue Gasse und Graben (innerer Graben) hindeuten. Die Bezeichnung Das Dorf in der Stadt für das abgeschlossene Quartier Zürch trifft ehr für die nördliche Altstadt zu, worauf der Name Bauerngasse hinweist. Das Quartier lag am Rande des größten landwirtschaftlich genutzten Areals auf reichstädtischem Gebiet, das von der Stadt vom Deutschen Orden erworben wurde. Die Bewohner stammen hauptsächlich aus der Ortschaft Hilpersdorf, die auf reichsstädtischem Gebiet südlich der Bellevue lag und zur Wüstung wurde, da der reichsstädtische Rat die Bewohner aufforderte, in die Stadt zu ziehen. Sie haben sich frühestens nach 1437 Am Oberen Anger niedergelassen, der im Volksmund Bauerngasse genannt wurde. Dieser Name ist erst seit 1809 nachweisbar.[9] Die Häuser an der Stadtmauer in der Neuen Gasse lagen auf Streifenfluren, die weit über die Stadtbefestigung hinaus reichten. Hier wurde auch Wein angebaut und einige Gärten nutzten Wirtschaften als Gastgärten, wie die 2013 geschlossene, traditionelle Weinstube Hammer, mit allseits erwünschter Wiedereröffnung.

Das Zeughaus (1589 – 1591, Renaissance) war Waffenarsenal der Reichsstadt und wurde 2014 umfassend restauriert und der Platz, auf dem es steht umgestaltet und die Parkplätze entfernt. Auf dem Platz stand bis zum Zweiten Weltkrieg das Zentralfeuerwehrhaus mit großem Schlauchtrockenturm. Am Zeughaus, in der Bauerngasse und am Kornmarkt gibt es seit historischen Zeiten bis heute zahlreiche Wirtshäuser. In dieser Kneipenmeile, die in den 1990er Jahren durch zusätzliche neue Musiklokale ihre Blütezeit erlebte, wurde 1993 die heute international bekannte Idee des Honky Tonk Kneipenfestivals geboren. Das historische Stadtbild wurde nicht nur durch Bombenschäden, sondern auch danach bis in die 1970er Jahre durch gesichtslose Neubauten und Ladenumbauten gestört. Seit 2012 laufen in diesem Quartier Planungen und Vorbereitungen zur Altstadtsanierung (siehe auch: Schweinfurter Modell).

Im Quartier gab es einst zwei Brauereien. Die 1845 gegründete Vereinsbrauerei Schweinfurt Am Graben und die 1870 gegründete Wagnerbräu Am Zeughaus.[9]

Nördlich grenzt an das Quartier der Fichtelsgarten in den ehemaligen Schanzenanlagen an, wo die im Zweiten Weltkrieg zerstörte, mondäne Fichtelsvilla stand,[36] von der nur noch die Treppe erhalten blieb. Für den Fichtelsgarten machte Ludwig Mies van der Rohe einen nicht umgesetzten Entwurf für das Museum Georg Schäfer, der jedoch dann in Form der Neuen Nationalgalerie in Berlin verwirklicht wurde.

Stadterweiterung um Roßmarkt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kommunalbrauerei (1622) vor 1906 Roßmarkt Ecke Johannisgasse

Die westliche Altstadt rund um den Roßmarkt liegt, wie die nördliche Altstadt, im Gebiet der ersten Stadterweiterung (siehe: Stadterweiterung). Von der Schranne am Roßmarkt ist der Bürgerhof mit Renaissancegiebel (heute Sparkasse) noch erhalten. Einst war die Schranne zusammen mit dem städtischen Brauhaus, der Kommunal-Brauerei, ein großer Komplex mit Gartenhof.[37] Der Bauschenturm von 1615 ist ein Renaissance-Treppenturm für das Bauschenhaus. Mit einer Inschrift zur Leopoldina, der heutigen Nationalen Akademie der Wissenschaften, die jedoch nicht, wie einst vermutet, im Bauschenhaus gegründet wurde, sondern im Amtslokal des Stadtphysikus Johann Laurentius Bausch, im Zwinger des Brückentors. Der Amtsarzt soll den Bauschenturm auch als Sternwarte benutzt haben. Im Dreißigjährigen Krieg wohnte hier der Generalfeldmarschall der schwedischen Armee Karl Gustav Wrangel.[38] Das Bauschenhaus war ein schlossähnliches Haus am Roßmarkt, dass 1876 im Stil der Neorenaissance umgebaut und aufgestockt wurde[9] und heute im westlichen Teil in den Außenmauern noch besteht.

Traditionsgaststätte Haberkasten in Manggasse

Der heutige Roßmarkt ist ein städtebauliches Chaos (siehe: Weblinks, Busverkehr am Roßmarkt), mit einem Mix von kleinen, historischen Altstadthäusern, über große neue Geschäftshäuser, bis hin, hoch im Hintergrund, am Iduna Hochhaus, mit Deutschlands drittgrößter, drei Stockwerke hohen Videowerbewand. Der Stadtbus-Bahnhof von 1997 am Roßmarkt wird von einem sternförmigen Glasdach überspannt. Die Westseite der Hohen Brückengasse stellt ein gelungenes Wiederaufbau-Beispiel einer Geschäftshäuserfront aus den frühen 1960er Jahren dar. Um 2015 wurde das Quartier Neue Hadergasse an der Stadtmauer fertiggestellt, auf einer Freifläche der im Krieg zerstörten, großen Weinhandlung Lebküchner, mit Renaissance-Haus.

Vier-Röhren-Brunnen (ab 1772)[14]
am Albrecht-Dürer-Platz

Das Quartier zwischen Wolfsgasse und Stadtmauer war einst ein Viertel ärmerer Menschen, was an historischen Fotos und auch am Katasterplan von 1868 sichtbar wird, mit relativ ungeordneter, kleinteiliger Bebauung und größeren Lücken. Hier liegt die Hadergasse, mit dem Gefängnis mit Spitznamen Villa Rosa, benannt nach dem roten Gebäude-Anstrich, der wegen des Spitznamens bei den Sanierungen 2003 und 2006 beibehalten wurde. Die Stadtmauer dient hier als Gefängnismauer. In der Hadergasse eröffnete 1969 die legendäre und inzwischen endgültig geschlossene Musikkneipe Shepherd's.[39] Sie war Bestandteil einer kleineren Kneipenmeile (an der Westseite der Gasse, u. a. Lodge),[39] die ab den 1980er Jahren ausgedünnte. An der Ostseite war vor längerer Zeit auf der letzten großen, noch nicht geschlossenen Kriegsbaulücke der Altstadt ein Großprojekt angedacht, derzeit (2018) wird das Areal zum Kauf angeboten.

Südlich des Roßmarkts verläuft die Siebenbrückleinsgasse. Bevor vom einstigen Spitalsee (siehe: Innenstadt, Spitalseeplatz) ein Bach durch den Stadtgraben in den Main am Spitaltor vorbei floss, bog er davor ostwärts ab und floss durch die Siebenbrückleinsgasse. Danach bog er wieder südwärts ab und lief entlang des nördlichen Abschnitts der heutigen Straße Fischerrain in den Main durch den inneren Graben. Dieser trennte die ursprüngliche Altstadt vom alten Fischerviertel Fischerrain, das bei der Stadterweiterung in die Stadtbefestigung einbezogen wurde. In der Siebenbrückleinsgasse stand nach der ersten, mittelalterlichen Synagoge in der Judengasse (siehe: Altes Gewerbeviertel) die neuzeitliche Synagoge der zweiten Jüdischen Gemeinde Schweinfurt.

Jägersbrunnen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Jägersbrunnen hieß 1599 An der Scheuer und zuvor Neben dem Judenkirchhof, da sich dort bis 1554 ein jüdischer Friedhof befand.[9] Der Jägersbrunnen bildet das Bindeglied zwischen der Altstadt und der Ludwigsvorstadt. Da dieser Name komplett in Vergessenheit geriet, wird die Vorstadt heute behelfsmäßig Gründerzeitviertel genannt.

Quer über den westlichen Bereich des heutigen Jägersbrunnens liefen die Befestigungsanlagen der Schweinfurter Stadtmauer, die im Katasterplan von 1868 hier noch durchgängig eingezeichnet sind. Der östliche Bereich ist in diesem Plan ein auf allen vier Seiten umbauter, abgeschlossener Stadtplatz. Spätestens 1898 wurde hier auf der Nordseite die dreigeschossige und im Zweiten Weltkrieg zerstörte Markthalle fertiggestellt. Auf der Südseite stand unter anderen die im Krieg beschädigte Barthelsvilla.

Der Jägersbrunnen ist heute keine Altstadt mehr, sondern hat den Charakter eines großstädtischen Citygebietes. Anfang der 1960er Jahre erwarb die Horten AG das große, außerhalb der Altstadt gelegene Ruinenareal der einstigen Deutschen Gelatinefabrik. Da die Stadt Schweinfurt dort, außerhalb des Citybereichs, kein Warenhaus haben wollte, tauschte sie mit der Horten AG dieses Areal gegen das Ruinengrundstück der Barthelsvilla am Jägersbrunnen. Für den Bau des 1964[27] hier eröffneten Warenhauses (heute Galeria Kaufhof) wurde gegen Proteste ein Stadtmauerturm abgerissen, der zum Teil nur aus einer Nachbildung aus dem 19. Jahrhundert bestand. Das ursprünglich viergeschossig geplante Warenhaus mit Hortenkacheln ließ die Stadt nur dreigeschossig errichten, mit Rücksicht auf den gegenüberliegenden neubarocken Justizpalast, mit dem das Warenhaus, zusammen mit weitern Gebäuden, ein gelungenes, allseits anerkanntes Bauensemble bildet. Einige Jahre später wurde der Jägersbrunnen baulich abgeschlossen, mit dem Iduna-Hochhaus und um 1975 dem C&A (heute in der Stadtgalerie Schweinfurt).

Stadttore[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Äußeres Spitaltor (rechts)
mit Wachturm (links) vor 1896

Die fünf Schweinfurter Stadttore wurden alle in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts abgerissen. An der alten Mainbrücke lag das Brückentor als südlicher Stadteingang. Danach folgten (gegen den Uhrzeigersinn) Mühltor, Obertor, Spitaltor und Fischertor als Sonderzugang der Fischer, der nur unweit westlch des Brückentors lag und den Kreis schloss. Insgesamt, mit inneren und äußeren Toren, entstanden im Laufe der Zeit acht Stadttore: Brückentor, Mühltor, Inneres- und Äußeres Obertor, Inneres-, Mittleres- und Äußeres Spitaltor und Fischertor. Dazu kamen kleine Vor- und Nebentore, wie das Zwingertor und das Gerberstieglein am Brückentor, das zudem als Doppeltor aus zwei Tortürmen bestand.

Zudem gab es an der Ortsmauer des zur Reichsstadt gehörenden Oberndorfs weitere Tore, wie das Feldtor.

Stadtmauer und Ringanlagen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alter Friedhof vor 1874, ehemaliger Klostergarten des Karmelitenklosters

Die Schweinfurter Stadtmauer wurde 1258 erstmals urkundlich erwähnt. Die Südostecke der Stadtmauer im vermutlich ältesten Viertel der Altstadt Zürch war zugleich Umfassungsmauer der Reichsburg, die sich hier von 1310 bis 1427 befand. Hier sind zwei Wehrtürme; in einem befindet sich die Weinstube Türmle. Im Nordosten sind Bastionen erhalten, bzw. in Teilen rekonstruiert. Die Nordostecke markiert der Samtturm, einst auch Arrestturm.[40] In der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts wurde der östliche Wall (heute: Am Unteren- und Am Oberen Wall) deutlich erhöht, da man die Ostseite als gefährlichste Angriffsseite ansah, da dort vom Kiliansberg ein Beschuss auf die Stadt möglich war.[9] Deshalb wurde hier auch nach dem Zweiten Stadtverderben (siehe: Schweinfurt, Frühe Neuzeit) 1564 das Mühltor in massiverer Form wieder aufgebaut. In den 1640er Jahren wurde im Zuge des Dreißigjährigen Krieges, den die Stadt unbeschadet überstand, die veraltete, mittelalterliche Stadtmauer vom Generalfeldmarschall der schwedischen Armee und Staatsmann Karl Gustav Wrangel, der sein Hauptquartier am Roßmarkt hatte, zu einer modernen Befestigungsanlage mit Schanzen ausgebaut.

Seit den 1990er Jahren wurden an der Stadtmauer als Folge schwerer Zugänglichkeit und bei Bauarbeiten immer wieder Entdeckungen gemacht. So beim 2007 entdeckten Jungfernkuss, einem Schalenturm, der in Teilen von einem 1367 gestifteten Karmelitenkloster (bis 1542) stammt. Teile der Spitaltorbrücke von 1748 wurden bei Bauarbeiten Ende der 1990er Jahre wiederentdeckt und freigelegt. 2016 wurde der im Zweiten Weltkrieg zerstörte, kleine Höpperle Turm an der westlichen Stadtmauer rekonstruiert.

Um die Altstadt mit teilerhaltener Stadtmauer ziehen sich, mit kürzeren Unterbrechungen, Ringanlagen. Von Norden beginnend, im Uhrzeigersinn, bilden folgende Parks ein grünes Band:

Entlang der Wallanlagen und Mainpromenaden befinden sich zahlreiche Brunnen und (Industrie)Denkmäler (siehe: Denkmäler und Brunnen in Schweinfurt).


Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Edgar Lösch: Schweinfurter Altstadt – Geschichte Zerstörung Erneuerung. Dokumentation zur Altstadtsanierung, ISBN 3-926879-36-X
  • Edgar Lösch: Geschichte der alten Gasthäuser in Schweinfurt. Schweinfurter Museumsschriften, Schweinfurt 2010, ISBN 978-3-936042-58-0
  • Hubert Gutermann: Alt Schweinfurt – in Bildern, Sitten und Sagen. Schweinfurter Tagblatt, Schweinfurt 1991, ISBN 978-3-925232-09-1
  • Paul Ultsch: Damals in Schweinfurt. Als die Stadtmauer noch Begrenzung war. Buch- und Idee-Verlags-GmbH, Schweinfurt, ISBN 3-9800480-1-2
  • Erich Schneider: Schweinfurt und seine Denkmäler – Architektur-Kunst-Technik. Verlagshaus Weppert, Schweinfurt 2015, ISBN 978-3-9803695-9-6
  • Uwe Müller: Schweinfurt – Über 200 Ansichten aus den Anfängen der Fotografie bis in die fünfziger Jahre. Sutton Verlag, München 2017, ISBN 978-3-89702-020-7
  • Herbert Hertel: Schweinfurt in alten Ansichten. Europäische Bibliothek, 1996, ISBN 978-9028862258
  • Bruno Erhard: Schweinfurt, Gestern und Heute – in 55 Bildpaaren historischer und aktueller Fotografien. Sutton Verlag, München 2019 (ab 22. 05.) ISBN 978-3-95400-962-6

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Melderegisterbasierte Einwohnerzahl
  2. Übersichtskarte der Stadtteile. Abgerufen am 23. Dezember 2016.
  3. a b c d e Historisches Lexikon Bayerns. Abgerufen am 4. Februar 2017.
  4. a b Schweinfurt-Stadt-Kultur-Themen. Publikation des Schweinfurter Tagblatts für das Handelsblatt und DIE ZEIT, S. 4
  5. a b Peter Hofmann: schweinfurtfuehrer.de/Geschichte/1400–1500. Abgerufen am 22. Mai 2019.
  6. Peter Hofmann: schweinfurtfuehrer.de/Stadtinformation. Abgerufen am 22. Mai 2019.
  7. Historische Karte von Schweinfurt im BayernAtlas. Abgerufen am 9. März 2016.
  8. Melderegisterbasierte Bevölkerung
  9. a b c d e f g h i j k l m n o p q r Peter Hofmann: Schweinfurtführer
  10. a b Paul Ultsch: Damals in Schweinfurt. Buch- und Idee-Verlags-GmbH, Schweinfurt, ISBN 3-9800480-1-2, S. 10 ff.
  11. Historisches Lexikon Bayerns. Abgerufen am 24. Mai 2019. Die Gassen werden hier nicht genannt, sondern wurden aus dem aufgeführten Lageplan (1260/70–1437) der Stadt vor der Erweiterung, mit der eingezeichneten ersten Stadtmauer, abgeleitet.
  12. Gemessen aus dem Katasterplan von 1868
  13. Paul Ultsch: Damals in Schweinfurt. Buch- und Idee-Verlags-GmbH, Schweinfurt, ISBN 3-9800480-1-2, S. 89 ff.
  14. a b c d e f g h Liste der Baudenkmäler in Schweinfurt
  15. Verschiedene Autoren: Wie lange müssen wir noch in diesen Ängsten leben?. Verlagshaus Weppert, Schweinfurt 1995, ISBN 3-926879-23-8, S. 61, Karte mit dem Grad der Zerstörung deutscher Städte
  16. Mehrere Autoren: Wie lange müssen wir noch in diesen Ängsten leben? Verlagshaus Weppert, Schweinfurt 1995, ISBN 3-926879-23-8, S. 103
  17. mainpost.de: Das Schweinfurter Modell, 22. August 2018. Abgerufen am 17. Mai 2019.
  18. a b c d mainpost.de: Warum die Stadt leer stehende Häuser kauft und verkauft, 16. Mai 2019. Abgerufen am 17. Mai 2019.
  19. a b 1868 hatte Schweinfurt, das damals noch nahezu mit der heutigen Altstadt identisch war, 9.748 Einwohner. Paul Ultsch: Damals in Schweinfurt. Als die Stadtmauer noch Begrenzung war. Buch- und Idee-Verlags-GmbH, Schweinfurt, ISBN 3-9800480-1-2, S. 8.
  20. Paul Ultsch: Damals in Schweinfurt. Buch- und Idee-Verlags-GmbH, Schweinfurt, ISBN 3-9800480-1-2, S. 40 ff.
  21. a b Schweinfurt Stadt|Kultur|Themen. Sonderausgabe des Schweinfurter Tagblatts für das Handelsblatt und DIE ZEIT: Das schönste Entrée. S. 3, 20. Mai 2009.
  22. Zeitmaschine Architektur, Vierte Architekturwoche des Bundes Deutscher Architekten (BDA) in Schweinfurt 2008, S. 2.
  23. BDA-Preis Bayern 2001 und Architekturpreis Beton 2001
  24. TV-Touring Schweinfurt, 30. Januar 2016.
  25. Bertelsmann Universallexikon, Gütersloh 1989.
  26. Paul Ultsch: Damals in Schweinfurt. Buch- und Idee-Verlags-GmbH, Schweinfurt, ISBN 3-9800480-1-2, S. 29 ff.
  27. a b c Schweinfurter Anzeiger: OB Sebastian Remelé: "Durch den Horten wurde Schweinfurt von einer Provinz- zu einer Großstadt" - Geburtstagstorte für eine lange Firmengeschichte. 24. September 2014
  28. a b c d e Stadtplan Schweinfurt, mit Sehenswürdigkeiten und Geschichte. Tourist-Information Schweinfurt 2009
  29. Schweinfurter Tagblatt: Geplant: Kulturforum Martin-Luther-Platz, 28. Juli 2016
  30. a b c d swity.de/Vorbild Schweinfurt: Altstadtsanierung gegen Wohnungsmangel. Abgerufen am 22. Mai 2019.
  31. Peter Hofmann: schweinfurtfuehrer.de/Sehenswertes/Metzgergasse Nr. 16. Abgerufen am 22. Mai 2019.
  32. mainpost.de: Pflaster und Keller unter der Schweinfurter Zehntstraße, 7. August 2019. Abgerufen am 7. August 2019.
  33. Peter Hofmann: schweinfurtfuehrer.de/Sehenswertes/Das Roth'sche Haus. Abgerufen am 22. Mai 2019.
  34. Bildlegende mit falscher Angabe: 1615 wurde nicht der Spitalturm, sondern das links daneben liegende, nur mit der Turmspitze sichtbare, neue Spitaltor erbaut
  35. Paul Ultsch: Damals in Schweinfurt. Buch- und Idee-Verlags-GmbH, Schweinfurt, ISBN 3-9800480-1-2, S. 39
  36. Peter Hofmann: schweinfurtfuehrer.de/Alte Stadtansichten und Infos/Fichtelsgarten am Obertor. Abgerufen am 26. Januar 2017.
  37. Abbildung in: Peter Hofmann: Schweinfurtführer.de/Roßmarkt. Abgerufen am 28. Januar 2017
  38. Peter Hofmann: schweinfurtfuehrer.de/Sehenswertes/Der Bauschenturm. Abgerufen am 22. Mai 2019.
  39. a b mainpost.de: Das legendäre "Shepherd's": Eine Wurst – drei Menüs, 5. November 2010. Abgerufen am 20. Juni 2019.
  40. Peter Hofmann: schweinfurtfuehrer.de/Geschichte/1700–1800. Abgerufen am 22. Mai 2019.