Altwasser (Fluss)

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Verwilderter Fluss mit zahlreichen Altarmen
Altarm der oberen Ems in Rheine
Donau mit Altarm und Nebenarm bei Straubing

Altwasser ist eine vielfach verwendete Sammelbezeichnung für Teile eines Flusses, die nicht zum Hauptarm gehören.

Die Wasserbauer unterscheiden je nach Entstehung und Beschaffenheit:

Unterscheidungen[Bearbeiten]

Nebenarm[Bearbeiten]

Nebenarm ist der Arm einer Flussverzweigung, der bei mittleren Wasserständen für den Abfluss und ggf. für den Schiffsverkehr eine geringere Bedeutung hat und in der Regel eine geringere Fließgeschwindigkeit aufweist.

Nebenarme können entstehen durch natürliche Verlagerung des Hauptstroms, besonders durch Mäandrierung im Flachland oder Umströmen von Geländeerhöhungen (Umlaufberge) bei Hochwasser, aber auch durch künstliche Flussbegradigungen (Durchstiche).
Merkmal: Verbindung an beiden Enden mit dem Hauptstrom und ständig durchströmt.

Altarm[Bearbeiten]

Altarm (umgangssprachlich auch „toter Arm“) ist der Teil eines Flusses, der durch natürliche (Sand- oder Kiesbank) oder künstliche (Absperrdamm) Einwirkung an einem Ende vom Hauptstrom abgeschnitten ist. Altarme entstehen häufig aus Nebenarmen. Da sie nicht mehr durchströmt sind, neigen sie zur Versumpfung oder gar Verlandung, haben aber bei Hochwasser eine gewisse Auffangfunktion.

Merkmal: Verbindung nur an einem Ende mit dem Hauptstrom und nicht mehr durchströmt, allenfalls bei Hochwasser.

Seitenarm[Bearbeiten]

Seitenarm ist eine Sammelbezeichnung für Nebenarme und Altarme.

Altwasser[Bearbeiten]

Altwasser ist ein durch natürliche oder künstliche Einwirkung (s. Altarm) abgetrennter Teil eines Flusses mit stehendem Wasser, oft in sumpfiger Auelandschaft und damit ein wichtiger Lebensraum für Vögel und Insekten.

Altwasser entstehen oft als Reste von Hochwasserarmen, aus Altstrecken eines Schifffahrtskanals, die keine Verbindung zum Kanal mehr haben, oder auch als künstlich geschaffene ökologische Ausgleichsmaßnahme beim Gewässerausbau. Wo sie nicht abgedeicht sind, bilden sie bei Hochwasser natürliche Retentionsräume (Auffangbecken).

Alte Fahrt, Altstrecke[Bearbeiten]

Bei schiffbaren Gewässern, besonders bei Schifffahrtskanälen, kann eine Alte Fahrt entstehen, wenn neben der ursprünglichen Strecke eine Neue Fahrt hergestellt wird und beide Strecken weiterhin der Schifffahrt dienen (z.B. Nedlitzer Alte Fahrt der Havel bei Potsdam und Hiltruper Alte Fahrt des Dortmund-Ems-Kanals bei Münster). Altstrecken eines Schifffahrtskanals sind beidseitig oder einseitig noch mit der Hauptstrecke des Kanals verbunden, haben aber für die Schifffahrt i.d.R. keine Bedeutung mehr.

Literatur[Bearbeiten]

  • DIN 4054 Verkehrswasserbau; Begriffe; September 1977