Altwelt-Sumpfschildkröten

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Altwelt-Sumpfschildkröten
Amboina-Scharnierschildkröte (Cuora amboinensis)

Amboina-Scharnierschildkröte (Cuora amboinensis)

Systematik
ohne Rang: Amnioten (Amniota)
ohne Rang: Sauropsida
Ordnung: Schildkröten (Testudinata)
Unterordnung: Halsberger-Schildkröten (Cryptodira)
Überfamilie: Sumpf- und Landschildkröten (Testudinoidea)
Familie: Altwelt-Sumpfschildkröten
Wissenschaftlicher Name
Geoemydidae
Theobald, 1868
Kaspische Bachschildkröte (Mauremys caspica)

Die Familie der Altwelt-Sumpfschildkröten (Geoemydidae) unterscheidet sich im Aufbau des Panzers und des Schädel von den Neuwelt-Sumpfschildkröten (Emydidae). Bis 1964 wurden sie auch zu ihnen gerechnet. Zunächst wurden sie als Unterfamilie Batagurinae separiert, später als eigene Familie anerkannt, wobei der Name Bataguridae aus Prioritätsgründen durch Geoemydidae ersetzt wurde. Es gibt etwa 70 Arten, die früher in die beiden Unterfamilien Geoemydinae und Batagurinae, nicht zu verwechseln mit der Bezeichnung aus den 1960er Jahren, unterteilt wurden. Diese Unterteilung erfolgte hauptsächlich nach Arten mit schmalen Kiefern (Geoemydinae) und Arten mit breiten Kiefern (Batagurinae). Spätere genetische Untersuchungen kamen jedoch zur Ansicht, dass die Batagurinae in der Geoemydinae eingebettet ist und die Gattung Rhinoclemmys allen anderen Altwelt-Sumpfschildkröten gegenüber steht, deshalb werden von da an nur noch die Unterfamilien Rhinoclemmydinae und Geoemydinae unterschieden.[1]

Verbreitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die weitaus meisten Altwelt-Sumpfschildkröten leben in Asien und Europa, der „Alten Welt“. Es gibt allerdings eine Ausnahme, die Amerikanischen Erdschildkröten (Rhinoclemmys) kommen aus Mittel- und dem nördlichen Südamerika. Die übrigen Gattungen kommen aus Asien mit Japan und dem Verbreitungsschwerpunkt Südostasien. Europäische Arten sind die Spanische Wasserschildkröte (Mauremys leprosa), die auf der Iberischen Halbinsel, sowie im Maghreb lebt und die Kaspische Wasserschildkröte (Mauremys caspica), die auf dem südlichen Balkan, in der Türkei, der Kaukasusregion und dem Nahen Osten bis nach Turkmenistan lebt.

Lebensweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sumpfschildkröten führen ein aquatisches, an das Wasser gebundenes Leben. Kleinere Arten bewohnen meist kleine Gewässer und sind schlechtere Schwimmer. Große Arten wie die Batagur-Schildkröte (Batagur baska) und die Callagur-Schildkröte (Batagur borneoensis) schwimmen besser, leben in Flüssen, gehen auch in das Brackwasser und wandern die Küsten entlang um gemeinsam mit Meeresschildkröten ihre Eier an den Stränden abzulegen. Die Asiatischen und Amerikanischen Erdschildkröten, die Tempelschildkröte und die Scharnierschildkröten leben stark terrestrisch.

Ernährung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Junge Altwelt-Sumpfschildkröten ernähren sich meist carnivor. Mit zunehmendem Alter kommt dann oft ein pflanzlicher Nahrungsanteil hinzu, besonders bei den Asiatischen und Amerikanischen Erdschildkröten und anderen großen Arten.

Systematik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Callagur-Schildkröte (Batagur borneoensis) Weibchen
Assam-Dachschildkröte (Pangshura sylhetensis)
Goldkopf-Scharnierschildkröte (Cuora aurocapitata)
Ostmediterrane Bachschildkröte
(Mauremys rivulata)
Chinesische Streifenschildkröte (Ocadia sinensis) bzw. (Mauremys sinensis)
Pracht-Erdschildkröte (Rhinoclemmys pulcherrima)

Die Familie der Altwelt-Sumpfschildkröten besteht aus zwei Unterfamilien:

Früher wurden die Altwelt-Sumpfschildkröten in die Batagurinae mit den Gattungen Batagur, Geoclemys, Hardella, Malayemys, Morenia, Orlitia und Pangshura und die Unterfamilie Geoemydinae mit den Gattungen Cuora, Cyclemys, Geoemyda, Heosemys, Leucocephalon, Mauremys, Melanochelys, Notochelys, Rhinoclemmys, Sacalia, Siebenrockiella und Vijayachelys unterteilt.

Nachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Phillip Q. Spinks, H. Bradley Shaffer, John B. Iverson & William P. McCord: Phylogenetic hypotheses for the turtle family Geoemydidae. In: Molecular Phylogenetics and Evolution 32. S. 164–182, 2004. doi:10.1016/j.ympev.2003.12.015

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Geoemydidae – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien