Aluminiumkaliumsulfat-Dodecahydrat

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Strukturformel
Aluminiumion  Kaliumion   2SulfationBlackDot.svg 1.svg2.svg Wasser
Allgemeines
Name Aluminiumkaliumsulfat-Dodecahydrat
Andere Namen
  • Alaun
  • Kaliumalaun
  • Kaliumaluminiumsulfat-Dodecahydrat
Summenformel KAl(SO4)2 · 12 H2O
Kurzbeschreibung

farblose oktaedrische Kristalle[1]

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer
  • 7784-24-9 (Dodecahydrat)
  • 10043-67-1 (wasserfrei)[2]
EG-Nummer 616-521-7
ECHA-InfoCard 100.112.464
PubChem 62667
Wikidata Q26840944
Eigenschaften
Molare Masse 474,39 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Dichte

1,75 g·cm−3[3]

Schmelzpunkt

92,5 °C[3]

Siedepunkt

nicht verfügbar (Kristallwasserabgabe 60–200 °C, Zersetzung 780 °C (wasserfrei))[3]

Löslichkeit
Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung [3]
keine GHS-Piktogramme
H- und P-Sätze H: keine H-Sätze
P: keine P-Sätze [3]
Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.

Aluminiumkaliumsulfat-Dodecahydrat, auch Kaliumaluminiumsulfat-Dodecahydrat, Kaliumalaun, Kalialaun oder Alaun genannt, bildet farblose oktaederförmige Kristalle.

Eigenschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Löslichkeit des Aluminiumkaliumsulfats steigt stark mit der Temperatur. Aus heißer gesättigter Lösung lassen sich große oktaederförmige Kristalle züchten.

Kalialaun-Kristalle

Verwendung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es hatte früher Bedeutung in der Gerberei und beim Färben, ist jedoch heute vom Aluminiumsulfat verdrängt.

Noch heute findet es teilweise Verwendung als „Rasierstein“ zur Blutstillung. Aufgrund der geruchshemmenden Wirkung ist es in manchen Deodorants enthalten. Es wirkt als Inhibitor bei der Zersetzung von Schweiß in Buttersäure.

In Lebensmitteln wird es als Festigungsmittel bzw. Stabilisator zugesetzt. Es ist in der EU als Lebensmittelzusatzstoff der Bezeichnung E 522 ausschließlich für Eiklar sowie glasiertes, kandiertes oder kristallisiertes Obst und Gemüse zugelassen.[4]

Unter dem Handelsnamen LMA wird Alaun gegen Feuerbrand eingesetzt.[5]

Es wird, mit Lebensmittelfarben gefärbt, in Hobby-Kristallzucht-Experimentierkästen angeboten.

Es ist auch ein wasserfreies Kaliumaluminiumsulfat, KAl(SO4)2 bekannt.[2][6]

Aluminiumkaliumsulfat wird als Adjuvans in Diphtherieimpfstoffen oder Diphtheriekombinationsimpfstoffen seit Mitte der 1920er Jahre verwendet („Alum“).[7][8] Es gilt als das erste für Humanimpfstoffe verwendete Adjuvans. Ursprünglich wurde wasserlösliches AlK(SO4)2 direkt mit in einem Phosphatpuffer gelösten Antigen vermischt (Präzipitation). Das Präzipitat ist amorphes Aluminiumkaliumsulfat und hat ähnliche Eigenschaften wie das Adjuvans Aluminiumphosphat.[7]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Eintrag zu Alaun. In: Römpp Online. Georg Thieme Verlag, abgerufen am 15. Juli 2014.
  2. a b Externe Identifikatoren von bzw. Datenbank-Links zu Aluminiumkaliumsulfat-Anhydrat: CAS-Nummer: 10043-67-1, EG-Nummer: 233-141-3, ECHA-InfoCard: 100.030.116, PubChem: 24856, Wikidata: Q411309.
  3. a b c d e f Datenblatt Aluminiumkaliumsulfat-Dodecahydrat (PDF) bei Merck, abgerufen am 3. Juni 2018.
  4. ZZulV: Anlage 4 (zu § 5 Abs. 1 und § 7) Begrenzt zugelassene Zusatzstoffe
  5. LMA gegen Feuerbrand bei Kernobst
  6. D.V. West, Q. Huang, H.W. Zandbergen, T.M. McQueen, R.J. Cava: Structural disorder, octahedral coordination and two-dimensional ferromagnetism in anhydrous alums. In: Journal of Solid State Chemistry. 181, Nr. 10, 2008, S. 2768–2775, doi:10.1016/j.jssc.2008.07.006.
  7. a b Stanley A. Plotkin et al.: Plotkin's Vaccines. 7. Auflage. Elsevier, Philadelphia 2017, ISBN 978-0-323-35761-6, S. 64 (elsevier.com).
  8. Armando A Paneque-Quevedo: Inorganic compounds as vaccine adjuvants. Hrsg.: Biotecnología Aplicada. Band 30, Nr. 4, 2013, ISSN 1027-2852, S. 250–256 (englisch, sld.cu).