Alumnat

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Ehemaliges Bergisches Alumnat in Remscheid-Lennep

Das Alumnat (Alumneum, lateinisch alumnus‚ Zögling, Pflegling, Sohn) ist eine heute noch gebräuchliche Bezeichnung für die mit Gymnasien verbundenen Schulheime und höheren Schul- und Erziehungsanstalten sowie für Priesterseminare, die aus den mittelalterlichen Klosterschulen hervorgegangen sind. Andere Bezeichnungen sind Internat und Konvikt, auch Kollegium oder Pädagogium.

Die ältesten Alumnate entstanden in der Reformationszeit in vormaligen Klosteranlagen, so die drei Fürstenschulen in Kursachsen, die Klosterschulen Ilfeld am Harz, die Klosterschule Roßleben, das Hennebergische Gymnasium Georg Ernst in Schleusingen sowie die „niederen“ Seminare in Württemberg. Den Schulen des Kreuzchors in Dresden und des Thomanerchors in Leipzig sind ebenfalls Alumnate angegliedert.

In katholischen Gebieten entstanden Alumnate aus Klosterschulen der Jesuiten. Die Schüler (Alumnen) erhielten von ihrer Lehranstalt Unterricht, Erziehung, Unterkunft und Kost. Geprägt durch die klösterliche Tradition stand die Erziehung im Zeichen von Einfachheit und Regelmäßigkeit des Lebens, geordneter Arbeit und Strenge. Kritikern zufolge konnte allerdings u. a. durch das fehlende Familienleben eine günstige Entwicklung des Individuums erschwert werden.

Später wurden auch Alumnate für die Erziehung der Söhne höherer Stände gegründet, wie die Ritterakademien, das Pädagogium der Franckesche Stiftungen in Halle (Saale), das Vitzthumsche Gymnasium in Dresden, das 1908 erbaute Bergische Alumnat in Lennep für Schüler der Höheren Bürgerschule und später der Röntgenschule sowie das königliche Pädagogium Putbus auf Rügen. In den meisten dieser Einrichtungen können auch auswärts wohnende Schüler (Externe, Hospiten, Oppidanen) am Unterricht teilnehmen.

Als Bezeichnung für katholische Priesterseminare findet der Begriff Alumnat ebenfalls Verwendung.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]