Alusian

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Alusian flieht nach der Niederlage vor Thessaloniki (1040). Miniatur aus der Madrider Bilderhandschrift des Skylitzes

Alusian (auch Alusjan, Alusianos, bulgarisch Алусиан, mittelgriechisch Ἀλουσιάνος; * um 1000; † nach 1068) war ein bulgarischer Prinz und Rebell gegen den byzantinischen Kaiser Michael IV.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alusian entstammte dem Hause Komitopuli und war vermutlich zweitältester Sohn des Zaren Iwan Wladislaw. Er hatte fünf Brüder (Presian, Aaron, Traianos, Radomir, Klimen) sowie sechs Schwestern. Nach dem Tod Iwan Wladislaws und der Eroberung des bulgarischen Reiches im Februar 1018 durch Kaiser Basileios II. flohen Alusian und seine Brüder auf den Berg Tomorr, mussten ihren Widerstand aber schließlich aufgeben. Die Brüder wurden als Würdenträger am Hof in Konstantinopel aufgenommen, wobei Alusian den Titel eines Patrikios erhielt.

Zur Zeit Kaiser Michaels IV. war Alusian Strategos von Theodosiopolis. Er fiel jedoch im September 1040 beim Regenten Johannes Orphanotrophos in Ungnade, worauf er heimlich aus dem Reich floh, um sich der in Bulgarien ausgebrochenen Rebellion seines Vetters Peter Deljan gegen die byzantinische Herrschaft anzuschließen. Alusian wurde als Mitregent akzeptiert und erhielt das Kommando über ein bulgarisches Heer, das bei der Belagerung von Thessaloniki schwere Verluste erlitt. Nach weiteren militärischen Misserfolgen wurde Deljan im September 1041 von Alusian gestürzt und geblendet. Er wurde daraufhin als Herrscher der Bulgaren anerkannt, unterwarf sich aber Kaiser Michael IV., wahrscheinlich um seine armenische Frau und seine vier Kinder zu schützen, die in Konstantinopel geblieben waren. Zum Dank für seine Kooperation ernannte ihn Michael IV. zum Magistros.

Die letzte Nachricht über Alusian datiert aus dem Jahr 1068, als er sich in Armenien aufhielt. Seine Nachkommen, die Alusianoi, blieben in den folgenden Jahrhunderten in der byzantinischen Aristokratie präsent. Seine Tochter Anna war die Ehefrau des späteren Kaisers Romanos Diogenes.

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Jean-Claude Cheynet: Pouvoir et contestations à Byzance (963–1210) (= Publications de la Sorbonne. Série Byzantina Sorbonensia. Bd. 9). Reimpression. Publications de la Sorbonne Centre de Recherches d'Histoire et de Civilisation Byzantines, Paris 1996, ISBN 2-85944-168-5, S. 52 Nr. 51.
  • Franz Dölger: Regesten der Kaiserurkunden des Oströmischen Reiches von 565–1453. Teil 1, Halbband 2: Regesten von 867–1025 (= Corpus der griechischen Urkunden des Mittelalters und der neueren Zeit. Reihe A: Regesten. Abt. 1, Tl. 1, Halbbd. 2). 2. Auflage neu bearbeitet von Andreas E. Müller. C. H. Beck, München 2003, ISBN 3-406-51351-4, Nr. 804h.
  • Alexander P. Kazhdan (Hrsg.): The Oxford Dictionary of Byzantium. Oxford University Press, New York NY 1991, ISBN 0-19-504652-8, S. 70.
  • Ralph-Johannes Lilie, Claudia Ludwig, Thomas Pratsch, Beate Zielke, Harald Bichlmeier, Bettina Krönung, Daniel Föller, Alexander Beihammer, Günter Prinzing: Prosopographie der mittelbyzantinischen Zeit. 2. Abteilung: (867–1025). Band 1: A...i... (#20001) – Christophoros (#21278). Nach Vorarbeiten F. Winkelmanns erstellt. Herausgegeben von der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften. De Gruyter, Berlin 2013, ISBN 978-3-11-016666-8, S. 170–171 Nr. 20263.
  • Alexios G. Savvides, Benjamin Hendrickx (Hrsg.): Encyclopaedic Prosopographical Lexicon of Byzantine History and Civilization. Bd. 1: Aaron – Azarethes. Brepols Publishers, Turnhout 2007, ISBN 978-2-503-52303-3, S. 171–172.
  • Paul Stephenson: Byzantium′s Balkan Frontier: A Political Study of the Northern Balkans 900-1204. Cambridge University Press, Cambridge 2000, ISBN 0-521-77017-3, S. 71–73, 130–133, 308.
  • Paul Meinhard Strässle: Krieg und Kriegsführung in Byzanz. Die Kriege Kaiser Basileios II. gegen die Bulgaren. (976–1019), Böhlau, Köln 2006, ISBN 978-3-412-17405-7.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]