Alvesse (Vechelde)

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Alvesse
Gemeinde Vechelde
Wappen von Alvesse
Koordinaten: 52° 12′ 55″ N, 10° 23′ 1″ O
Höhe: 81 m ü. NHN
Fläche: 3,3 km²
Einwohner: 253 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 77 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. März 1974
Postleitzahl: 38159
Vorwahl: 05300
Alvesse (Niedersachsen)
Alvesse

Lage von Alvesse in Niedersachsen

Lage von Alvesse in der Gemeinde Vechelde
Lage von Alvesse in der Gemeinde Vechelde

Alvesse ist ein Ortsteil der Gemeinde Vechelde im Landkreis Peine in Niedersachsen.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachbarorte
Köchingen Wierthe Sonnenberg
Vallstedt Nachbargemeinden
Lebenstedt (Salzgitter) Üfingen (Salzgitter)

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort ist vermutlich im 9. Jahrhundert entstanden. Die erste urkundliche Erwähnung erfolgte im Jahr 1161 als „Alvotesheim“, später als „Alvedissen“. Um 1204 bezog die Braunschweiger Patrizierfamilie Holtnicker den Zehnten der Alvesser Gemarkung und besaß zudem ein Allodialgut in Alvesse. Im 15. Jahrhundert erwarben die Andreaskirche und der Rat der Braunschweiger Neustadt weitere Güter.[2]

Im Jahr 1802 hatte Alvesse 188 Einwohner in 25 Feuerstellen.[3] Mit dem Fürstentum Braunschweig-Wolfenbüttel wurde Alvesse 1807 in das von Napoleon geschaffene Königreich Westphalen eingegliedert. Nach dessen Auflösung im Jahr 1813, gehörte der Ort bis 1918 zum Herzogtum Braunschweig.[4]

1810 wurde die Alvesser Bockwindmühle „Auguste“ im Südosten des Dorfes errichtet. Die Mühle blieb bis Mitte des 20. Jahrhunderts in Betrieb. 1973 wurde die Windmühle zerlegt und im Handwerksmuseum Suhlendorf, Landkreis Uelzen, wieder aufgebaut. Aufwändig restauriert ist sie dort seit 1999 wieder in einem mahlfähigen Zustand.[5]

Im Jahr 1875 wurde im Torfmoor des Dummbruchgrabens bei Alvesse das Skelett eines Auerochsen (Bos primigenius) gefunden. Es war eines der vollständigsten je gefundenen Skelette und befand sich ein Jahr später im Bestand des Naturhistorischen Museums in Braunschweig.[6]

Nach der Inbetriebnahme der Bahnstrecke Hildesheim–Braunschweig, wurde Alvesse im Jahr 1888 ein Haltepunkt der Bahnlinie und erhielt einen Bahnhof, der im Jahr 1982 stillgelegt wurde.

Alvesses Zuordnung zum Landkreis Braunschweig und sein Status als selbstständige Gemeinde endeten am 1. März 1974 im Zuge der Gebietsreform Niedersachsens.[7]

Im Jahr 2015 fand im Park des Rittergutes Alvesse das dritte Festival der Veranstaltungsreihe „Jazz im Park“ statt, eine jährlich in einem anderen Park im Raum Braunschweig stattfindende Veranstaltung der Braunschweigischen Landschaft und der Stiftung Braunschweigischer Kulturbesitz.[8]

Dorfbild[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alvesse liegt auf einer flachen Bodenwelle zwischen dem Flüsschen Aue und dem Dummbruchgraben. Der Ort hat seinen dörflichen Charakter bewahrt, obwohl viele Bewohner des Dorfes ihrem Erwerb heute hauptsächlich im Oberzentrum Braunschweig oder dem nahe gelegenen Industriegebiet im Raum Salzgitter nachgehen.

Das Rittergut Alvesse entstand in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts und liegt im Süden des Dorfes. Das Herrenhaus wurde in schlichtem postklassizistischem Stil in einem etwa 3 ha großen Park errichtet. Der Park ist in Privatbesitz und der Öffentlichkeit nicht zugänglich.

Seit 1984 ist der Dummbruchgraben und seine angrenzenden Landschaftsteile Landschaftsschutzgebiet.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat und Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf kommunaler Ebene wird Alvesse von dem Rat der Gemeinde Vechelde vertreten.

Ortsvorsteher[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ortsvorsteher von Alvesse ist Reinhard Kipper.[9]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortswappen Alvesse (Vechelde).svg

Das Wappen von Alvesse leitet sich vom sechsfach Schwarz und Gold geständerten Schild der Ritter von Holtnicker ab. Es zeigt in den drei in der Mitte des Schildes spitz zulaufenden schwarzen Flächen jeweils eine goldene Kugel. Diese symbolisieren die Attribute des heiligen Nikolaus und sollen an eine 1353 erstmals erwähnte Pfarrkirche erinnern. Das Wappen wurde am 27. September 1982 von Gemeinderat Vechelde genehmigt, der Entwurf stammt von Arnold Rabbow.[10]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Karl Jordan (Hrsg.): Monumenta Germaniae Historica − Die Urkunden Heinrichs des Löwen, Herzogs von Sachsen und Bayern. Bd. 1, A. Hiersemann Verlag, Stuttgart 1995, ISBN 978-3-7772-5701-3
  • Carl Venturini: Das Herzogthum Braunschweig in seiner vormaligen und gegenwar̈tigen Beschaffenheit. C. G. Fleckeisen Verlag, Helmstedt 1847
  • Ritterschaft des ehemaligen Landes Braunschweig: Die Rittersitze des ehemaligen Landes Braunschweig. MatrixMedia Verlag GmbH, ISBN 978-3-932313-27-1

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Alvesse (Vechelde) – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Einwohnerzahlen. In: Internetseite der Gemeinde Vechelde. 31. Dezember 2018, abgerufen am 11. März 2019.
  2. August Lambrecht: Das Herzogthum Braunschweig. A. Stichtenoth Verlag, Wolfenbüttel 1863.
  3. Georg Hassel: Geographisch-statistische Beschreibung der Fürstenthümer Wolfenbüttel und Blankenburg. Friedrich Bernhard Culemann Verlag, Braunschweig 1802 (Digitalisat).
  4. Matthias Blazek: Das Kurfürstentum Hannover und die Jahre der Fremdherrschaft 1803–1813. ibidem, Stuttgart 2007, ISBN 978-3-89821-777-4, S. 27 ff.
  5. Historische Fotografien der Alvesser Bockwindmühle. In: Bildindex.de. Abgerufen am 23. Februar 2014.
  6. Sabine Ahrens, Dietrich Bernecker: Zweihundertfünfzig Jahre Naturhistorisches Museum in Braunschweig. Staatlicher Naturhistorischer Museums Verlag, Braunschweig 2004.
  7. Matthias Blazek: Von der Landdrostey zur Bezirksregierung – Die Geschichte der Bezirksregierung Hannover im Spiegel der Verwaltungsreformen. Stuttgart 2004, ISBN 3-89821-357-9.
  8. Jazz im Park 2015, abgerufen am 26. August 2018
  9. Der Ortsvorsteher von Alvesse. In: Internetseite CDU Gemeindeverband Vechelde. Abgerufen am 18. Mai 2018.
  10. Arnold Rabbow: Neues Braunschweigisches Wappenbuch. Braunschweiger Zeitungsverlag, Meyer Verlag, Braunschweig 2003, ISBN 3-926701-59-5, S. 148.