Alvia

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Unter der Zuggattungsbezeichnung Alvia betreibt die spanische Eisenbahngesellschaft Renfe umspurbare Hochgeschwindigkeitszüge, die sowohl im mit 25 kV Wechselspannung bei 50 Hz elektrifizierten regelspurigen AVE- als auch im mit 3 kV überspannten Breitspurnetz verkehren können. Charakteristisch für die Züge ist, dass sie in kurzer Zeit vollständig ohne Lokomotivwechsel zwischen 1435 mm und 1668 mm umgespurt werden können.

Fahrzeuge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Baureihe 120[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Triebzug der Baureihe 120 in Beasain, Gipuzkoa

Als Baureihe 120 bezeichnet die spanische Eisenbahngesellschaft Renfe eine Serie von zwölf umspurbaren, vierteiligen Hochgeschwindigkeits-Triebwagenzügen. Durch das CAF-Bravo-System ist ein Umspuren in etwa einer Minute möglich. Die zwölf Züge wurden von CAF und Alstom geliefert. Acht der sechzehn Achsen sind angetrieben. 2005 wurden weitere 16 Züge bestellt.

Anzahl: 28

Höchstgeschwindigkeit: 250 km/h (25 kV), 220 km/h (3 kV)

Baureihe 121[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Baureihe 121 in La Encina, Alicante

Renfe bestellte im Jahr 2004 weitere 29 Züge, die als Serie 121 geführt werden. Die Züge sind im Wesentlichen baugleich mit denen der Baureihe 120, die wichtigsten Unterschiede sind der Wegfall der 1. Klasse und der Cafeteria, wodurch sich die Sitzplatzkapazität von 237 auf 281 erhöht. Die ersten Züge der Serie 121 nahmen im Januar 2009 den Dienst auf und werden vor allem auf Mittelstreckenverbindungen eingesetzt.[1]

Anzahl: 29

Höchstgeschwindigkeit: 250 km/h (25 kV), 220 km/h (3 kV)

Baureihe 130/730[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Triebzug der BR 130 in Alicante

Die Baureihe 130 ist ein vom spanischen Hersteller Patentes Talgo (Herstellerbezeichnung: Talgo 250) in Zusammenarbeit mit Bombardier hergestellter umspurbarer Hochgeschwindigkeitszug. Renfe will ihn vor allem für Langstreckenverbindungen unter Einbeziehung des bestehenden AVE-Netzes einsetzen. Aufgrund der optischen Ähnlichkeit zum Talgo 350 wird dieser Zug umgangssprachlich auch als Patito (auf deutsch, kleine Ente) bezeichnet. Seit Inbetriebnahme der Neubaustrecke Madrid–Valladolid verkehren die Züge dort mit täglich acht Zugpaaren, und binden darüber hinaus, über das bestehende Breitspur-Netz u. a. Santander, Bilbao und Irún direkt an die Landeshauptstadt an.

Fünfzehn Züge der Baureihe 130 wurden unter Einfügung von Generatorwagen zu Zweikraftfahrzeugen (fälschlicherweise als Hybridfahrzeuge bezeichnet) der Baureihe 730 umgebaut.

Anzahl: 45

Höchstgeschwindigkeit: 250 km/h (25 kV), 220 km/h (3 kV)

Zwischenfälle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 24. Juli 2013 entgleiste ein Zug der Baureihe 730 in Santiago de Compostela. Der Unfall forderte 79 Menschenleben.[2]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. En servicio comercial desde hoy el primer tren de la serie 121, 26. Januar 2009 auf Via Libre (spanisch)
  2. Rodrigo Silva: Accidente ferroviario en Santiago de Compostela (Spanisch). In: El País, 25. Juli 2013 – 00:02 CET. Abgerufen am 25. Juli 2013.