Alvin Anger

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Villa Anger als Erholungsheim Villa Harthaberg in Kurort Hartha (1927)
Villa Weigang in Bautzen (2010)

Alvin Anger (* 29. November 1859 in Hamburg; † 1924 in Lindau-Hoyren) war ein deutscher Architekt und Hochschullehrer.

Leben und Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Alvin Louis Christoph Anger geboren, studierte er an der Baugewerks- und Gewerbeschule in Hamburg sowie später an der Technischen Hochschule in Stuttgart. Er arbeitete danach bis 1893 im Architekten-Büro Pfeifer & Händel von Johann Ferdinand Pfeifer (1853-93) in Leipzig, wo 1889-99 auch der Leipziger Jugendstil-Architekt Paul Möbius (1866–1907) tätig war, und anschließend bei den Architekten Polster & Höhne. 1894 wurde er Professor für Schattenlehre, Perspektive und Architektur an der Kunstgewerbeschule in Dresden. Er leitete dort die Allgemeine Abteilung Perspektive-Geometrie und beschäftigte sich neben architektonischen Aufgaben vor allem mit Innendekoration und Kunstgewerbe. Bekannt wurde Anger auch durch sein 1911 in Dresden erschienenes Neues Lehrbuch der Perspektive, in dem er die Perspektive als „unstreitig die grundlegende und daher unentbehrlichste Wissenschaft für alle bildenden Künste“ bezeichnet. 1902 nahm er an der Deutsch-Nationalen Kunstausstellung in Düsseldorf mit mehreren Villenplänen und einem Entwurf für das Provinzial-Museum in Hannover teil.

Unter den ausgeführten Bauten werden besonders die Villa Weigang in der Bautzener Weigangstraße 1 und sein eigenes Landhaus Villa Anger in Kurort Hartha, Am Hartheberg 23, hervorgehoben. Bereits 1901 kaufte Prof. Anger das Harthaer Grundstück von dem Dresdner Karl Richard Fritzsche, der es 1899 vom königlich-sächsischen Privatfiskus (heute Staatswald) erworben hatte. Während das Äußere der hoch aufragenden, damaligen Villa Anger im Jugendstil gestaltet ist, findet man im Innern u. a. auch neogotische, neobarocke und maurische sowie tudorianische Stilelemente. Die Hauptattraktion war einst ohne Zweifel der heute nicht mehr in dieser Form erhaltene Speisesaal als verkleinerte Ausführung des Spiegelsaales, wie er im Schloss Versailles bei Paris zu sehen ist. Anger wohnte dort selbst bis 1919. Der Dresdner Großkaufmann Emil Wagner wurde 1921 Besitzer der Villa, die in einem Ortsprospekt von 1924 als Villa Harthaberg bezeichnet und an die Deutsche Reichsbahn verkauft wurde, welche sie bis 1993 als Kurheim, zuletzt unter dem Namen Otto Rehschuh, nutzte. Seit 2001 dient die Villa wieder als privates Wohnhaus mit Mietwohnungen.

1924 starb Anger in Lindau-Hoyren am Bodensee.

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Villa Dürfeld des Büros Pfeifer & Händel in Einsiedel bei Chemnitz (Zeichnungen, 1890)
  • Villa Hilda für den Seilbahnfabrikanten Adolf Bleichert (1845–1901), seit 1956 Heinrich-Budde-Haus, in Leipzig-Gohlis (Zeichnungen für Fa. Pfeifer & Händel, 1890–91)
  • Stadtbibliothek Bremen (Zeichnungen für Fa. Polster & Höhne, 1893)
  • Neues Rathaus Wuppertal-Elberfeld (Zeichnungen für Fa. Polster & Höhne, 1894)
  • Provinzial - Museum Hannover (Entwurf, 1902)
  • Landhaus Villa Anger, ab 1924 Villa Harthaberg, in Kurort Hartha (Bauausführung 1901-02)
  • Villa Weigang in Bautzen (Bauausführung 1902-03)

Ölgemälde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]