Alwin Münchmeyer der Jüngere

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Heinrich Alwin Münchmeyer (* 19. März 1908 in Hamburg; † 24. September 1990 ebenda) war ein deutscher Unternehmer, Inhaber der Firma „Münchmeyer & Co.“, Präsident des Deutschen Industrie- und Handelstages (1958–1962) und des Bundesverbandes deutscher Banken (1968–1975) sowie Inhaber zahlreicher weiterer Ehrenämter der deutschen Wirtschaft.

Leben und Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alwin Münchmeyer entstammte einer alten niedersächsischen, ab 1816 Hamburger Familie von Kaufleuten und Bankiers. Er war der Sohn des Unternehmers und Bankiers Hermann Rudolf Münchmeyer (1875–1950) und der Elisabeth Waitz (1885–nach 1962). Um Ihn von seinem Großvater Alwin Münchmeyer zu unterscheiden, hat sich der Name Alwin Münchmeyer der Jüngere eingebürgert.

Alwin Münchmeyer legte zu Ostern 1926 das Abitur am Hamburger Wilhelm-Gymnasium ab.[1] Münchmeyer setzte mit seiner Ausbildung zum Kaufmann die Familientradition fort.

Er heiratete am 18. August 1934 in Hamburg Gertrud Nolte (* 9. November 1914 in Hamburg; † 6. Juni 2007), die Tochter des Hamburger Rechtsanwalts Hans Nolte (1884–1940) und Elisabeth Siemsen (1890–1927). Das Ehepaar hatte vier Töchter, darunter Tochter Birgit Breuel, und den Sohn Hans Hermann Münchmeyer, Privatbankier und Unternehmensberater.

Alwin Münchmeyer übernahm 1937 das väterliche Handels- und Privatbankhaus „Münchmeyer & Co.“ in Hamburg. Nach über 120-jähriger Firmengeschichte trennte Alwin Münchmeyer d. J. 1968 das Handels- vom Bankengeschäft und wurde u. a. persönlich haftender Gesellschafter der 1969 fusionierten Privatbank „Schröder, Münchmeyer, Hengst & Co.“.

Im Laufe seiner beruflichen Karriere übernahm er zahlreiche Posten und Ehrenämter innerhalb der Hamburger und der deutschen Wirtschaft. Hierzu gehören u. a.: Präses der Handelskammer Hamburg (bis 1960), Präsident des Deutschen Industrie- und Handelstages (Bonn), Präsident des Bundesverbandes deutscher Banken, Mitglied des Präsidiums der Deutschen Gruppe der Internationalen Handelskammer (Köln), Mitglied des Vorstandes des Bundesverbandes des Privaten Bankgewerbes e.V. (Köln), Vorsitzender des Aufsichtsrates der Nord-Deutschen Versicherungs-Gesellschaft (Hamburg) und der Nord-Deutschen Lebensversicherungsgesellschaft (Hamburg), Stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrates der Vereinsbank (Hamburg), der Hamburg-Bremer Rückversicherungs-AG (Hamburg), der Niedersachsen-Versicherungs-AG (Hamburg), der Lederwerke Wiemann AG (Hamburg), Mitglied des Aufsichtsrates der Blohm & Voss AG (Hamburg), der Bayerischen Vereinsbank (München), der Union-Investment-Gesellschaft (Frankfurt am Main), der Deutsch-Asiatischen Bank (Hamburg), der Kampnagel AG (Hamburg) und der Deutschen Maizena-Werke GmbH (Hamburg). Münchmeyer war auch Mitglied der Trilateralen Kommission.

Münchmeyer ist auf dem Hamburger Friedhof Ohlsdorf begraben.

Ehrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Deutsches Geschlechterbuch. Band 128 (= Hamburgisches Geschlechterbuch; Band 10). C. A. Starke Verlag, Limburg (Lahn) 1962, ISSN 1438-7972, S. 68
  • Stefanie Viereck: Hinter weißen Fassaden: Alwin Münchmeyer – Ein Bankier betrachtet sein Leben, Rowohlt Verlag, Hamburg 1988, ISBN 3-498-04313-7.
  • Alwin Münchmeyer, in: Internationales Biographisches Archiv 44/1990 vom 22. Oktober 1990, im Munzinger-Archiv (Artikelanfang frei abrufbar)

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Wilhelm-Gymnasium Hamburg, 1881-1981. Höwer Verlag, Hamburg 1981, ISBN 3-922995-00-4, S. 286. (Abiturklasse „Ostern 1926 / Klasse OIa (Schulz)“)