Alzkanal

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Alzkanal
Verlaufskarte des Alzkanals

Verlaufskarte des Alzkanals

Daten
Gewässerkennzahl DE: 18492, DE: 18682
Lage Bayern
Flusssystem Donau
Abfluss über Salzach → Inn
Abzweig nach links von der Alz bei Trostberg-Schwarzau
48° 0′ 56″ N, 12° 32′ 36″ O
Quellhöhe 487 m ü. NHN[BA 1]
Mündung von links in die Salzach bei Haiming-NeuhofenKoordinaten: 48° 11′ 39″ N, 12° 51′ 46″ O
48° 11′ 39″ N, 12° 51′ 46″ O
Mündungshöhe ca. 347 m ü. NHN[BA 1]
Höhenunterschied ca. 140 m
Sohlgefälle ca. 3,5 ‰
Länge zusammen 39,8 km[GV 1]
Einzugsgebiet zusammen 66,65 km²[GV 2] 
jeweils ab Kanalbeginn, also ohne nach Abflussanteil zuzurechnende Anteile des Alz-Einzugsgebietes oberhalb
Alzkanal bei Burghausen (B-20-Brücke) Richtung Wacker Chemie AG während der Sanierung 2016

Alzkanal bei Burghausen (B-20-Brücke) Richtung Wacker Chemie AG während der Sanierung 2016

Alzkanal bei Burghausen (B-20-Brücke) Richtung Burgkirchen während der Sanierung 2016

Alzkanal bei Burghausen (B-20-Brücke) Richtung Burgkirchen während der Sanierung 2016

Der Alzkanal ist ein Kanal in den oberbayrischen Landkreisen Traunstein und Altötting, welcher in drei Abschnitten das Wasser der Alz zur Stromerzeugung nutzt.

Verlauf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

f1Georeferenzierung Karte mit allen Koordinaten des Abschnitts Verlauf: OSM

Der erste Abschnitt führt von Trostberg () bis nach Tacherting (). Hier befinden sich die Laufwasserkraftwerke Trostberg () und Wajon (). Bei Tacherting mündet der erste Abschnitt des Alzkanals von links in die Alz, der zweite Abschnitt beginnt erst etwa einen Kilometer alzabwärts an einem Wehr.

In diesem zweiten Abschnitt leitet der Kanal Alzwasser von Tacherting () nach Hirten. Auf dem Gebiet von Unterneukirchen befindet sich hinter einem Kanaltunnel ein weiteres Wasserkraftwerk (). Am Stauwehr Hirten wird der Alz nochmals Wasser entnommen und dem Alzkanal, der in Form eines Dükers die Alz durchquert, zugefügt. (). Von hier aus führt der Alzkanal zur Salzach bei Burghausen (). Im Werk Burghausen der Wacker Chemie AG wird ein Teil des Kanalwassers als Kühlwasser genutzt und fällt, nachdem das Werk passiert wurde, durch fünf Druckrohre ins 63 Meter tiefer gelegene Salzachtal, wo es in den Alzwerken zur Energiegewinnung genutzt wird ().

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Abschnitt Trostberg–Tacherting wurde 1908–1910 gebaut, der Abschnitt Tacherting–Hirten ab 1913.

Ab 1916 wurde mit dem Bau des Alzkanals Hirten–Burghausen begonnen, welcher bis 1921 Kosten in Höhe von 160 Millionen Mark verursachte. Die Inbetriebnahme des Kanals erfolgte am 12. Mai 1923. Bereits 1924 brach der Kanal auf einer Länge von rund 200 Metern und wurde gleich darauf wieder repariert. Seit 1938 wird das Wasserkraftwerk der Alzwerke ausschließlich für die angrenzende Industrie genutzt.

Sanierungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sanierung 2016[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ab dem 29. August 2016 wurde der Alzkanal zwischen Hirten und Burghausen in acht Wochen auf einer Länge von 18 Kilometern saniert. Dazu wurde bereits am 26. August 2016 damit begonnen, den Wasserstand um höchstens 15 Zentimeter pro Stunde abzusenken und mit rund 80 Fischern den Alzkanal leerzufischen und die tausenden Fische (Flussbarben, Karpfen, Äschen, Weißfische und Forellen) in die Alz umzusetzen. Aber auch Fahrräder, Schusswaffen und Tresore wurden aus der trockenen Trapezrinne herausgefischt. 1998 wurde das Wasser letztmals abgelassen. Das Wasser des Kanals wurde während der gesamten Bauzeit über die Alz umgeleitet.[1][2]

Bei der Sanierung wurden die Wände asphaltiert, wobei unter anderen Sondermaschinen auch eine extra angefertigte Asphaltmaschine aus der Schweiz und rund 400 Arbeiter und Spezialisten aus mehreren Ländern zum Einsatz kamen. Mit den Vorplanung zu dem Großprojekt wurde bereits Mitte 2012 begonnen, um auch die elf Bauwerke (Düker, Stollen, Kraftwerke) auf der gesamten Länge zu ertüchtigen.[3] Die Großbaustelle verschlang dabei nach offiziellen Angaben der Wacker Chemie AG einen „mittleren zweistelligen Millionenbetrag“.[4] Am 26. Oktober wurde mit der Wiederbefüllung des Kanals begonnen.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Burghausen: Alzkanal-Sanierung startet – Amt warnt vor Bootsfahrten. Burghauser Anzeiger vom 23. August 2016
  2. 50 Räder, vier Tresore, sechs Waffen und vieles mehr im Alzkanal. Burghauser Anzeiger vom 14. September 2016
  3. Wacker Chemie AG – Alzkanalsanierung 2016 – Das Projekt (PDF)
  4. Der Alzkanal wird wochenlang trockengelegt. innsalzach24.de vom 12. Mai 2016

BayernAtlas („BA“)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Höhe abgefragt auf dem Hintergrundlayer Amtliche Karte (Rechtsklick).

Gewässerverzeichnis Bayern („GV“)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Länge addiert nach: Verzeichnis der Bach- und Flussgebiete in Bayern – Flussgebiet Inn des Bayerischen Landesamtes für Umwelt, Stand 2016 (PDF; 2,8 MB) (Seiten 57 und 72)
  2. Einzugsgebiet addiert nach: Verzeichnis der Bach- und Flussgebiete in Bayern – Flussgebiet Inn des Bayerischen Landesamtes für Umwelt, Stand 2016 (PDF; 2,8 MB) (Seiten 57 und 72)

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Alzkanal – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien