Amöneburg

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Amöneburg
Amöneburg
Deutschlandkarte, Position der Stadt Amöneburg hervorgehoben
Koordinaten: 50° 48′ N, 8° 55′ O
Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Gießen
Landkreis: Marburg-Biedenkopf
Höhe: 365 m ü. NHN
Fläche: 43,95 km2
Einwohner: 5150 (31. Dez. 2017)[1]
Bevölkerungsdichte: 117 Einwohner je km2
Postleitzahl: 35287
Vorwahlen: 06422 (Amöneburg-Kernstadt), 06424 (Roßdorf), 06429 (Erfurtshausen, Mardorf, Rüdigheim)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: MR, BID
Gemeindeschlüssel: 06 5 34 001
Stadtgliederung: 5 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Am Markt 1
35287 Amöneburg
Webpräsenz: www.amoeneburg.de
Bürgermeister: Michael Plettenberg (parteilos)
Lage der Stadt Amöneburg im Landkreis Marburg-Biedenkopf
Münchhausen (am Christenberg)BiedenkopfBreidenbachSteffenbergAngelburgBad EndbachDautphetalGladenbachLohraFronhausenWetter (Hessen)LahntalRauschenbergWohratalCölbeWeimar (Lahn)MarburgEbsdorfergrundNeustadt (Hessen)KirchhainAmöneburgStadtallendorfNordrhein-WestfalenLandkreis Waldeck-FrankenbergSchwalm-Eder-KreisLahn-Dill-KreisLandkreis GießenVogelsbergkreisKarte
Über dieses Bild
Stadtansicht von Süd-Osten

Amöneburg (Audio-Datei / Hörbeispiel Aussprache?/i) ist eine Kleinstadt im mittelhessischen Landkreis Marburg-Biedenkopf. Sie liegt auf einem Berg rings um die Burg Amöneburg. Die Stadt hat ursprünglich ihren Namen von dem in der Nähe vorbeifließenden Fluss Ohm und von der auf der Kuppe des ehemaligen Vulkans liegenden Burg.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Amöneburg liegt etwa 16 km östlich von Marburg auf einem weithin sichtbaren Basalt-Kegel über der Ohm, einem linken Nebenfluss der Lahn inmitten des Amöneburger Beckens, einer der größten zusammenhängenden Ackerflächen Hessens, dessen einzige nennenswerte Erhebung die Amöneburg darstellt. Dieses Becken trennt die Amöneburg von den 5 bis 7 km entfernten Höhenzügen Burgwald (im Nordwesten), Oberhessische Schwelle (von Norden bis Südosten), Lumda-Plateau (auch Vorderer Vogelsberg genannt) im Süden und den Lahnbergen im Westen. Unmittelbar unterhalb Amöneburgs liegt zum Schutz der flussabwärts an der Ohm gelegenen Ortschaften der Südostteil des Hochwasserrückhaltebeckens Kirchhain/Ohm.

Klima[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Jahresniederschlag beträgt 630 mm. Die Niederschläge liegen im unteren Drittel der in Deutschland erfassten Werte. An 26 % der Messstationen des Deutschen Wetterdienstes werden niedrigere Werte registriert. Der trockenste Monat ist der Februar, die meisten Niederschläge fallen im Mai. Im Mai fallen 1,6mal mehr Niederschläge als im Februar. Die Niederschläge variieren nur minimal und sind extrem gleichmäßig über das Jahr verteilt. An nur 4 % der Messstationen werden niedrigere jahreszeitliche Schwankungen registriert.

Ortsteile[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kernstadt Amöneburgs teilt sich auf in die Altstadt (Oberstadt) auf den Höhen des Basaltkegels und die jüngere Südoststadt am Hang, die sich bis zur Brücker Mühle an der Ohm zieht. Die Liegenschaften der Altstadt umfassen eine Fläche von 11,0 ha und haben einen Umfang von 1450 m. Sie können fast komplett durch einen rund 1250 m langen und 10,7 ha umfassenden Rundweg umschritten werden. Die Besitztümer des Bistums Fulda mit der Stiftsschule St. Johann, der Johanneskirche und dem Friedhof umfassen allein rund 1,8 ha der Altstadt, das Gebiet der Burg Amöneburg noch einmal 0,42 ha (4200 m²); der Marktplatz ist inklusive seiner umgebenden Straßen und Bürgersteige 0,37 ha (3700 m²) groß. [2]

Innerhalb der Amöneburger Gemarkung, jedoch etwa 3 km von der Kernstadt entfernt, liegt, an der Stadtgrenze zu Kirchhain und nah der zu Stadtallendorf, das Landgut Schloss Plausdorf, das 1928 eingemeindet wurde.

Neben der Kernstadt und den Wüstungen und Gehöften der Amöneburger Gemarkung gehören seit dem Jahr 1971 vier ehemals eigenständige Dörfer zur Stadt, von denen zwei ähnliche Einwohnerzahlen wie die Kernstadt vorweisen können (Stand: 30. Juni 2010):[3]

Der Ortsteil Rüdigheim liegt südöstlich der Kernstadt im Osten des Beckens; die Ortsteile Roßdorf, Mardorf und Erfurtshausen erstrecken sich weiter südlich, in unmittelbarer nördlicher Nachbarschaft zum Lumda-Plateau, auf welchem sich mit der 405 m hohen Mardorfer Kuppe auch die höchste Erhebung des Gemeindegebietes befindet.

Wüstungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Um Amöneburg liegen die Wüstungen Brück, Brunsfort, Gerende, Heuchelheim, Lindau, Radenhausen und Wanehusen.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachbargemeinden sind Stadtallendorf im Osten, Kirchhain im Norden, Marburg im Westen, Ebsdorfergrund im Südwesten (alle im Landkreis Marburg-Biedenkopf) und Homberg (Ohm) (Vogelsbergkreis) im Südosten.

Mit Marburg gibt es keine direkte Gemeindegrenze. Zwar sind die auf direktem Wege über die L 3289 verbundenen, etwa 4 km voneinander entfernten Dörfer Roßdorf (Amöneburg) und Schröck (Marburg) Nachbardörfer, jedoch führt diese Straße etwa einen Kilometer über randliches Gemeindegebiet von Ebsdorfergrund.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Amöneburg – Auszug aus der Topographia Hassiae von Matthäus Merian dem Jüngeren 1655
Amöneburg und Umgebung im Jahre 1694: Kupferstich des Mainzer Kartographen Nikolaus Person
Amöneburg um 1850, Stahlstich von Henry Winkles

Bodenfunde belegen, dass das Gebiet schon in der jüngeren Steinzeit besiedelt war, so u. a. ein Gefäß der Rössener Kultur sowie das Bruchstück einer Streitaxt aus Stein und ein weiteres Steinbeil, datiert um 2000 v. Chr. In der keltischen Zeit wird eine Stadtsiedlung (oppidum) vermutet. Im Jahre 721 gründete Bonifatius unterhalb der Burg Amöneburg eine Klosterzelle, die er 732 mit einer dem Erzengel Michael geweihten Kirche erweiterte. Das damit verbundene kleine Kloster war zunächst wohl reichsunmittelbar und wurde um 1120 unter Erzbischof Adalbert I. Mainzer Eigenkloster.[4]

Südlich von Amöneburg befindet sich die Ruine der Wenigenburg aus dem 12. Jahrhundert.

Seit der Mitte des 12. Jahrhunderts gehörten große Teile Hessens zur Landgrafschaft Thüringen und ab 1247 zur Landgrafschaft Hessen, die bis in die erste Hälfte des 15. Jahrhunderts mit dem Erzbistum Mainz um die Vorherrschaft in Mittel- und Nordhessen konkurrierten. Auch nachdem die Landgrafen 1427 endgültig gesiegt hatten, verblieben Kurmainz einige Besitzungen als Exklaven in hessischem Gebiet. Dazu gehörte auch der Sprengel Amöneburg.

Während des Dreißigjährigen Krieges wurden Stadt und Burg Amöneburg mehrfach besetzt. 1621 eroberte Christian von Braunschweig-Wolfenbüttel die Stadt und die Burg. In den folgenden Jahren wurden die Verteidigungsanlagen wieder in Stand gesetzt und ausgedehnte Schanzen angelegt. Die Befestigung ist auf dem Kupferstich von Matthäus Merian aus dem Jahr 1655 zu erkennen. Am 6. November 1640 wurde die Stadt von kaiserlichen Truppen erobert. Am 19. Juni 1646 kam es zu einer erneuten Eroberung der Stadt durch hessische und schwedische Truppen unter General Carl Gustav Wrangel.[5]

An der Brücker Mühle befindet sich die steinerne Ohm­brücke, ein historisch wichtiger Straßenübergang. Bedeutung erhielt sie durch das Gefecht der Hessen, Hannoveraner und Braunschweiger gegen die Franzosen im Jahre 1762, die Schlacht an der Brücker Mühle im Siebenjährigen Krieg. Bei dem 14-stündigen Kampf am 21. September 1762[6] gab es 527 Tote und 1363 Verletzte auf beiden Seiten, jedoch keinen Gewinner. Einige Wochen danach wurde ein Waffenstillstand unterzeichnet.

Als Folge des Reichsdeputationshauptschlusses von 1803 wurde Amöneburg mit den anderen ehemaligen Mainzer Exklaven Fritzlar, Naumburg und Neustadt zum sogenannten Fürstentum Fritzlar vereinigt und in die Landgrafschaft Hessen-Kassel eingegliedert, deren Regent gleichzeitig zum Kurfürsten erhoben wurde. Mit der Annexion von Hessen-Kassel durch Preußen im Jahre 1866 wurde Amöneburg preußisch.

Bei Amöneburg befand sich eine Wasserburg aus dem 11. bis 12. Jahrhundert, die Burg Radenhausen.

1821 bis 1932 war Amöneburg Sitz des Justizamtes bzw. Amtsgerichtes Amöneburg.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Zuge der Gebietsreform in Hessen wurden am 31. Dezember 1971 die bis dahin selbständigen Gemeinden Erfurtshausen, Mardorf, Roßdorf und Rüdigheim nach Amöneburg eingemeindet.[7]

Historische Namensformen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Historisch dokumentierte Erwähnungen des Ortes sind.[8]

  • Amanaburch (721 (VIII))
  • Hamanaburch (11. Jahrhundert)
  • Ameneburc (1111/1137)
  • Amerburch (1250/60 (Ende XII))
  • Amelburg (1295)
  • Ammeneburg (um 1364)
  • Omelburg (1457)
  • Amenburg (1457)
  • Amoeneburg (1493)
  • Omenburg (1515)
  • Amaeneburg (1564)

Territorialgeschichte und Verwaltung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die folgende Liste zeigt im Überblick die Territorien, in denen Amöneburg lag, bzw. die Verwaltungseinheiten, denen es unterstand:[8][9]

Gerichte seit 1821[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit Edikt vom 29. Juni 1821 wurden in Kurhessen Verwaltung und Justiz getrennt. Nun waren Justizämter für die erstinstanzliche Rechtsprechung zuständig, die Verwaltung wurde von Landkreisen übernommen. Der Kreis Kirchhain war für die Verwaltung und das Justizamt Amöneburg war als Gericht erster Instanz für Amöneburg zuständig. Das Justizamt Amöneburg war bis 1831 Assistenzamt des Justizamts Kirchhain und danach selbständiges Justizamt. Das Oberste Gericht war das Oberappellationsgericht in Kassel. Untergeordnet war das Obergericht Marburg für die Provinz Oberhessen. Es war die zweite Instanz für die Justizämter.[11]

Nach der Annexion Kurhessens durch Preußen erging im Juni 1867 eine königliche Verordnung, die die Gerichtsverfassung in den zum vormaligen Kurfürstentum Hessen gehörenden Gebietsteilen neu ordnete. Die bisherigen Gerichtsbehörden sollten aufgehoben und durch Amtsgerichte in erster, Kreisgerichte in zweiter und ein Appellationsgericht in dritter Instanz ersetzt werden.[12] Im Zuge dessen erfolgte am 1. September 1867 die Umbenennung des bisherigen Justizamtes in Amtsgericht Kirchhain. Die Gerichte der übergeordneten Instanzen waren das Kreisgericht Marburg und das Appellationsgericht Kassel.[13] Dabei wurde das Justizamt Kirchhain 1867 zum königlich Preußischen Amtsgericht Kirchhain dem das Justizamt Amöneburg zugeschlagen wurde. Die Aufhebung des Justizamtes Amöneburg wurde aber revidiert und es wurde am 1. Januar 1868 als Amtsgericht Amöneburg weitergeführt.

Auch mit dem Inkrafttreten des Gerichtsverfassungsgesetzes von 1879 blieb das Amtsgericht mit seinem Namen bestehen. Zum 1. Oktober 1932 wurde das Amtsgericht Amöneburg aufgehoben und sein Sprengel dem des Amtsgerichts Kirchhain zugeordnet. In der Bundesrepublik Deutschland sind die übergeordneten Instanzen das Landgericht Marburg, das Oberlandesgericht Frankfurt am Main sowie der Bundesgerichtshof als letzte Instanz.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Quelle: Historisches Ortslexikon[8]

  • 1578: ca. 120 Bürger
  • 1635: (Verlust durch Pest: ein Drittel der Einwohner)
  • 1659: 100 Haushalte (14 davon Beisassen)
  • 1664: 101 Haushalte
  • 1838: 146 nutzungsberechtigte, 10 nicht nutzungsberechtigte Ortsbürger, 22 Beisassen
Amöneburg: Einwohnerzahlen von 1747 bis 2015
Jahr  Einwohner
1747
  
509
1811
  
1.007
1834
  
1.078
1840
  
1.143
1846
  
1.182
1852
  
1.213
1858
  
1.146
1864
  
1.073
1871
  
999
1875
  
986
1885
  
974
1895
  
855
1905
  
862
1910
  
880
1925
  
897
1939
  
880
1946
  
1.233
1950
  
1.235
1956
  
1.136
1961
  
1.184
1967
  
1.156
1972
  
4.529
1976
  
4.592
1984
  
4.770
1992
  
5.091
2000
  
5.300
2010
  
5.161
2015
  
5.100
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.
Weitere Quellen: [8]; 1972:[14]; 1976:[15]; 1984:[16]; 1992:[17]; 2000, 2015:[18]; 2010:[19]
Ab 1972 einschließlich der im Zuge der Gebietsreform in Hessen eingegliederten Orte.

Religionszugehörigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Quelle: Historisches Ortslexikon[8]

  • 1861: römisch-katholische, 41 evangelisch-lutherische, 34 evangelisch-reformierte Einwohner
  • 1885: 79 evangelische (8,11 %), 846 katholische (86,86 %), 49 jüdische (5,03 %) Einwohner
  • 1961: 129 evangelische (10,90 %), 1049 katholische (88,60 %) Einwohner

Erwerbstätigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Quelle: Historisches Ortslexikon[8]

  • 1838: Familien: 25 Ackerbau, 104 Gewerbe, 40 Tagelöhner
  • 1961: Erwerbspersonen: 117 Land- und Forstwirtschaft, 225 Produzierendes Gewerbe, 51 Handel und Verkehr, 70 Dienstleistungen und Sonstiges.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stadtverordnetenversammlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kommunalwahl am 6. März 2016 lieferte folgendes Ergebnis,[20] in Vergleich gesetzt zu früheren Kommunalwahlen:[21][22]

Sitzverteilung in der Stadtverordnetenversammlung 2016
   
Insgesamt 23 Sitze
Parteien und Wählergemeinschaften %
2016
Sitze
2016
%
2011
Sitze
2011
%
2006
Sitze
2006
%
2001
Sitze
2001
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 47,7 11 38,2 9 45,2 14 45,5 14
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 25,7 6 24,8 6 22,9 7 23,1 7
FWG Freie Wählergemeinschaft Mardorf-Roßdorf 26,6 6 22,6 5 18,8 6 19,3 6
AWG Amöneburger Wählergemeinschaft 11,9 3 13,1 4 12,1 4
FDP Freie Demokratische Partei 2,5 --
Gesamt 100,0 23 100,0 23 100,0 31 100,0 31
Wahlbeteiligung in % 52,3 67,7 52,4 57,7

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die vergangenen Bürgermeisterwahlen zeigten folgende Ergebnisse:[23]

Jahr Kandidaten Partei %
Ergebnis
2017 Michael Plettenberg 57,2
Rainer Wiegand 1,9
Stefan Backhaus 41,0
Wahlbeteiligung in % 64,5
2011 Michael Richter-Plettenberg 80,5
Jan-Gernot Wichert CDU 16,5
Anders Arendt 3,0
Wahlbeteiligung in % 67,5
2005 Michael Richter-Plettenberg 58,8
Freddy Greib 41,2
Wahlbeteiligung in % 69,1
2002 Anders Arendt 63,2
Oliver Haupt CDU 36,8
Wahlbeteiligung in % 65,1
1996 Oliver Haupt CDU 50,7
Klaus Fecho 49,3
Wahlbeteiligung in % 70,0
  1. Bei der letzten Wahl am 19. März 2017 setzte sich der parteilose Michael Plettenberg mit 57,2 % gegen den parteilosen Stefan Backhaus (41,0 %) und den parteilosen Rainer Wiegand (1,9 %) durch. Die Wahlbeteiligung lag bei 64,5 %.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Amöneburg hat Partnerschaften geschlossen mit

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Stadtwappen zeigt den Heiligen Martin beim Zerteilen seines Mantels, den er einem abgebildeten Frierenden zukommen lassen will, sowie das Mainzer Rad.

Kultur und Sehenswurdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kirchweihfest (jährlich: letztes Augustwochenende, Veranstalter: örtliche Vereine)
  • Amöneburger Lateinwochen (jährlich: in den hessischen Sommerferien)
  • Erfurtshäuser Kirmes: (zweites Wochenende im Juli)
  • Mardorfer Kirmes (jährlich, erstes Oktoberwochenende, Veranstalter: örtliche Vereine)
  • Roßdorfer Kirmes (jährlich im September)
  • KulturSpektakel (Kulturveranstaltung in der Schlossruine)
  • Erfurtshäuser Ostereiermarkt (Wochenende vor Ostern im Bürgerhaus Mardorf, Kleiner Roßdorfer Weg 1)
  • Schlossfestspiele (OpenAir-Theater Produktion im Sommer auf dem Festplatz an der Schlossruine)

Museen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Museum Amöneburg zeigt im ehemaligen Brauhaus hinter dem Rathaus (Schulgasse 1) die Vor- und Frühgeschichte des Amöneburger Beckens, mittelalterliche Befestigungen und Grabungsfunde, Modelle und Dioramen mit erläuternden Schriften. Im Dachgeschoss des Gebäudes befindet sich das Naturschutz-Informations-Zentrum NIZA. Im Roßdorfer Haus der Vereine befindet sich ein Trachtenmuseum.

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kernstadt Amöneburg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Der rechteckige Marktplatz wurde in dieser Form im 18. Jahrhundert angelegt und in den Jahren 1990 bis 1995 im Rahmen des Landesprogrammes „Einfache Stadterneuerung“ grundlegend und dem ursprünglichen Vorbild entsprechend saniert und restauriert. Auf ihm befindet sich der sogenannte Martinsbrunnen und an ihn grenzt das 1690 erbaute historische Rathaus an. In unmittelbarer Nähe befindet sich das Alte Brauhaus in dem heutzutage das Museum Amöneburg sowie das Naturschutz-Informations-Zentrum Amöneburg untergebracht sind.[24]
  • Die benachbarte Kirche ist die neugotische Basilika St. Johannes der Täufer. Der gedrungene Kirchturm aus dem 14. Jahrhundert mit barocker Haube steht an ihrer Nordseite.
  • Um die Bergkuppe verläuft die größtenteils erhaltene Stadtmauer; ein Rundweg auf der Außenseite bietet eine gute Aussicht auf das Umland (Mauerrundweg). Zwei Türme der Stadtmauer sind heutzutage noch zu sehen. Die Stadtmauer schließt eine Fläche von rund 12 ha ein.
  • Erhalten sind Ruinen der Burg Amöneburg. Von ihr sind heutzutage unter anderem noch Reste des Bergfrieds, mehrere Keller und der weitläufige Zwinger mit seinen Außentürmen zu sehen.
  • Mit dem „Burghof am Lindauer Tor“ und der Wenigenburg sind zwei Burgmannenhöfe erhalten.
  • Sehenswert sind außerdem noch der „Mainzer Hof“ mit Scheune und das Herrenhaus am Lindauer Tor.

Unterhalb der Kernstadt Amöneburg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Unterhalb der Kernstadt Amöneburg (nördlich des Amöneburg-Basaltkegels) befindet sich die Magdalenenkapelle (Lindaukapelle) am Standort der Wüstung Lindau. Die Kapelle entstand 1847 im neugotischen Stil und ist bis heute ein wichtiges Ziel für Wallfahrten am Bonifatiustag. Bekannt ist sie auch für die jährlich hier stattfindende Magdalenen-Oktav. Direkt gegenüber der Magdalenenkapelle liegt ein in Sandstein eingefasster Quellbrunnen – die Waschbach. Hier soll Bonifatius 721 die ersten Christen getauft haben. An der Magdalenenkapelle führt der Pilgerweg Elisabethpfad 2, der sich von Eisenach nach Marburg erstreckt, vorbei.[25][26]
Die Brücker Mühle
  • Am südöstlichen Fuß des Amöneburg-Basaltkegels befindet sich die historische „Brücker Mühle“. Im Laufe des Siebenjährigen Krieges (1756–1763) fand hier am 21. September 1762 die verlustreiche „Schlacht an der Brücker Mühle“ zwischen mit Frankreich bzw. Preußen verbündeten Truppen statt.[27] Im Hof des direkt an die Mühle angrenzenden „Brücker Wirtshauses“ befindet sich ein barocker Obelisk, der „Friedenstein“, der zum Gedenken an den im Wirtshaus geschlossenen Friedensvertrag errichtet wurde. Ursprünglich wurde die „Brücker Mühle“, eine Wassermühle, zum Mahlen von Getreide genutzt. Später diente sie auch als Pumpstation zur Wasserversorgung der Amöneburg (die Pumpstation kann in der Mühle besichtigt werden). Die Wassermühle selbst wird heute zur Stromgewinnung und in geringem Umfang zum Mahlen genutzt. Die Gebäude der „Brücker Mühle“ und des „Brücker Wirtshauses“ beherbergen heute einen Bioladen und ein Biorestaurant/-café.

Mardorf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Sehenswert ist die Wehrkirche mit ihrem Turm. In Letzterem sind frühgotische Wandmalereien aus der Zeit um 1270 zu sehen. Im Altarraum der Kirche befindet sich das Grab des früheren Fuldaer Bischofs Eduard Schick. Wichtige Gegenstände seines Lebens sowie ein Messgewand von Johannes Paul II sind in einer Vitrine im Sakristeigebäude zu sehen.[28]

Roßdorf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weiteres[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Deutlich außerhalb der Kernstadt, jedoch seit 1928 auf Amöneburger Gemarkung, liegt das Landgut Schloss Plausdorf mit Gebäudeteilen aus dem 16. Jahrhundert; es befindet sich in Privatbesitz und ist nicht frei zugänglich.

Natur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Das Naturschutzgebiet Amöneburg ist das zweitälteste hessische Naturschutzgebiet und wird durch einen Naturlehrpfad erschlossen. Von besonderer Bedeutung ist die Magerrasenflora des Westhanges und des Hanges der Wenigenburg. Informationen hierzu sind im Naturschutz-Informations-Zentrum neben dem Rathaus zu erhalten.[5]
  • Die Stadt Amöneburg ist mit seinem Geotop Amöneburg Mitglied im Geopark Vulkanregion Vogelsberg (der Berg Amöneburg ist ein Ausläufer des Vogelsbergs). Geologisch besonders sehenswert sind hier die Basaltsäulen in Meilerstellung an der Ostwand der Amöneburg.[29]
  • Am Fuße der Amöneburg liegt das 22 ha große Naturschutzgebiet Radenhäuser Lache mit seinen kleinen Inseln und Flachwasserzonen, die zur Zugzeit für viele Watvögel Nahrungs- und Rastplatz sind. Von einem kleinen Parkplatz an der Straße nach Großseelheim gelangt man zu einem Beobachtungsstand, von dem man einen guten Blick auf die eingezäunte Lache hat. Für die Pflege der Ufervegetation und des Schlicks sorgt eine Herde schottischer Hochlandrinder.[30]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Etwas nördlich von Amöneburg verlaufen die B 62 (BiedenkopfAlsfeld) (mit Abzweig zur B 454 nach Schwalmstadt) und die B 3 in Richtung Marburg. Der nächste Bahnhof befindet sich 5 km nördlich von Amöneburg in Kirchhain an der Main-Weser-Bahn Frankfurt–Kassel.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Amöneburg geborene Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Johannes Ferrarius (um 1486 – 1558), Religionsgelehrter, Jurist und erster Rektor an der Universität Marburg
  • Johann Balthasar Braun (1643/44–1688), Jurist und Professor an der Benediktineruniversität Salzburg
  • Karl Greib (1899–1976), CSU-Politiker
  • Eduard Schick (1906–2000), Bischof von Fulda von 1974 bis 1982, geboren in Mardorf
  • Josef Mönninger (1919–2017), katholischer Theologe, geboren in Rüdigheim
  • Gerhard Soff (1949–2004), theoretischer Physiker

Persönlichkeiten, die in Amöneburg gelebt oder gewirkt haben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bonifatius (um 673-754/755), gründete 721 unterhalb der Burg Amöneburg eine Klosterzelle und begann von Amöneburg aus die Christianisierung Oberhessens
  • Poppo I. (Reichenbach) (?-1156), Burggraf von Amöneburg
  • Justus Rang (1802–1859), Richter, Verwaltungsbeamter und Parlamentarier, war Justizbeamter und 1. Depositar beim Justizamt Amöneburg und Richter am Amtsgericht Amöneburg
  • Ludwig Schick (* 1949), Weihbischof in Fulda 1998–2002, seit 2002 Erzbischof von Bamberg, aufgewachsen in Mardorf, Ehrenbürger von Amöneburg
  • Werner Kathrein (* 1953), Domdechant in Fulda, ging in Amöneburg auf die Stiftsschule St. Johann. Aufgewachsen in Amöneburg??
  • Stefan Heck (* 1982), Bundestagsabgeordneter und CDU-Politiker, Mitglied der Stadtverordnetenversammlung der Stadt Amöneburg und seit 2011 deren Vorsteher. aufgewachsen in Amöneburg-Mardorf

Für Persönlichkeiten die nur Schüler/innen der Stiftsschule St. Johann waren siehe hier.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Hessisches Statistisches Landesamt: Aktuellster Bevölkerungsstand am 31.12.2017 (Landkreise und kreisfreie Städte sowie Gemeinden, Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Hessenviewer (Geoportal Hessen) des Hessischen Landesamtes für Bodenmanagement und Geoinformation mit Liegenschaftskartierung (Hinweise)
  3. Die Zahlen entstammen myheimat.de und sind kompatibel mit dem auf diesen Zeitpunkt referenzierten Wert für den Ortsteil Erfurtshausen aus: Dorferneuerungsplan Erfurtshausen, August 2011 (PDF; 4,2 MB)
  4. Handbuch der historischen Stätten Deutschlands, Hessen, 3. überarbeitete Aufl., S. 11
  5. a b Michael Losse: Die Lahn Burgen und Schlösser, S. 43–48
  6. Das Gefecht an der Brücker-Mühle am 21. Sept. 1762. Gesellschaft für Hessische Militär- und Zivilgeschichte e. V., 21. Oktober 2003, archiviert vom Original am 5. Oktober 2003; abgerufen am 4. September 2012.
  7. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 403.
  8. a b c d e f Amöneburg, Landkreis Marburg-Biedenkopf. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 23. März 2018). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
  9. Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990. Land Hessen. (Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006).
  10. Wilhelm von der Nahmer: Handbuch des Rheinischen Particular-Rechts: Entwickelung der Territorial- und Verfassungsverhältnisse der deutschen Staaten an beiden Ufern des Rheins : vom ersten Beginnen der französischen Revolution bis in die neueste Zeit. Band 3. Sauerländer, Frankfurt am Main 1832, S. 418 (online bei Google Books).
  11. Neueste Kunde von Meklenburg/ Kur-Hessen, Hessen-Darmstadt und den freien Städten, aus den besten Quellen bearbeitet. im Verlage des G. H. G. privil. Landes-Industrie-Comptouts., Weimar 1823, S. 158 ff. (online bei HathiTrust’s digital library).
  12. Verordnung über die Gerichtsverfassung in vormaligen Kurfürstentum Hessen und den vormals Königlich Bayerischen Gebietstheilen mit Ausschluß der Enklave Kaulsdorf vom 19. Juni 1867. (PrGS 1867, S. 1085–1094)
  13. Verfügung vom 7. August 1867, betreffend die Einrichtung der nach der Allerhöchsten Verordnung vom 19. Juni d. J. in dem vormaligen Kurfürstentum Hessen und den vormals Königlich Bayerischen Gebietstheilen mit Ausschluß der Enklave Kaulsdorf, zu bildenden Gerichte (Pr. JMBl. S. 221–224)
  14. Der Hessische Minister des Inneren: Kommunalwahlen 1972; Maßgebliche Einwohnerzahlen der Gemeinden vom 4. August 1972. In: Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1972 Nr. 33, S. 1424, Punkt 1025 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 5,9 MB]).
  15. Der Hessische Minister des Inneren: Kommunalwahlen 1977; Maßgebliche Einwohnerzahlen der Gemeinden vom 15. Dezember 1976. In: Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1976 Nr. 52, S. 2283, Punkt 1668 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 10,3 MB]).
  16. Der Hessische Minister des Inneren: Kommunalwahlen 1985; Maßgebliche Einwohnerzahlen der Gemeinden vom 30. Oktober 1984. In: Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1984 Nr. 46, S. 2175, Punkt 1104 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 5,5 MB]).
  17. Der Hessische Minister des Inneren: Kommunalwahlen 1993; Maßgebliche Einwohnerzahlen der Gemeinden vom 21. Oktober 1992. In: Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1992 Nr. 44, S. 2766, Punkt 935 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 6,1 MB]).
  18. Gemeindedatenblatt: Amöneburg. In: Hessisches Gemeindelexikon. HA Hessen Agentur GmbH; (PDF; 222 kB).
  19. Die Bevölkerung der hessischen Gemeinden am 30. Juni 2010. Hessisches Statistisches Landesamt, S. 11, archiviert vom Original am 7. Februar 2018; abgerufen am 5. März 2018 (PDF; 552 kB).
  20. Ergebnis der Gemeindewahl am 6. März 2016 Hessisches Statistisches Landesamt
  21. Hessisches Statistisches Landesamt: Ergebnis der Gemeindewahl am 27. März 2011
  22. Hessisches Statistisches Landesamt: Ergebnis der Gemeindewahl am 26. März 2006
  23. Direktwahlen Amöneburg, Stadt. In: Statistik.Hessen. Hessisches Statistisches Landesamt, abgerufen am 4. Juni 2018.
  24. Museum Amöneburg im Internetauftritt der Stadt; abgerufen im April 2017.
  25. Amöneburg im GPS Wanderatlas.
  26. Kernstadt im Internetauftritt der Stadt Amöneburg.
  27. Robert Berhorst: Amöneburg und Bonifatius (Wynfrith / Winfrid). 14. August 2007, archiviert vom Original am 19. August 2007; abgerufen am 4. September 2012.
  28. Mardorf im Internetauftritt der Stadt Amöneburg.
  29. Basaltsäulen des Geotop Amöneburg im Internetauftritt des Geoparks Vogelsberg.
  30. Naturschutzgebiet Brießelserlen im GPS Wanderatlas.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Amöneburg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien