Am Großen Bruch

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Am Großen Bruch
Am Großen Bruch
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Am Großen Bruch hervorgehoben
Koordinaten: 52° 4′ N, 11° 5′ O
Basisdaten
Bundesland: Sachsen-Anhalt
Landkreis: Börde
Verbandsgemeinde: Westliche Börde
Höhe: 99 m ü. NHN
Fläche: 50,11 km2
Einwohner: 2139 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 43 Einwohner je km2
Postleitzahl: 39393
Vorwahl: 039401
Kfz-Kennzeichen: BK, BÖ, HDL, OC, OK, WMS, WZL
Gemeindeschlüssel: 15 0 83 025
Gemeindegliederung: 4 Ortsteile
Adresse der Verbandsverwaltung: Marktstraße 7
39397 Gröningen
Webpräsenz: www.vgem-
westlicheboerde.de
Bürgermeisterin: Eva Stroka
Lage der Gemeinde Am Großen Bruch im Landkreis Börde
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Am Großen Bruch ist eine Gemeinde im Landkreis Börde in Sachsen-Anhalt. Im Ortsteil Hamersleben befindet sich eine Außenstelle der Verbandsgemeinde Westliche Börde.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Am Großen Bruch liegt zwischen der Stadt Oschersleben (Bode) und der niedersächsischen Landesgrenze. Der Name der Gemeinde in der westlichen Magdeburger Börde ist angelehnt an das Tal des Großen Bruches, einer 50 km langen Niederung, die – vom Großen Graben durchzogen – von der Oker im Westen bis zur Bode im Osten reicht. Das nördlich und südlich des Großen Bruches gelegene Gebiet ist durch fruchtbares Hügelland geprägt. Die Auen der Niederung, die früher durch undurchdringliche Sümpfe gekennzeichnet waren, werden heute als Weideland genutzt. Östlich von Neuwegersleben und Neudamm befindet sich ein etwa zehn Quadratkilometer großes Naturschutzgebiet.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Ortsteile der Gemeinde sind ausgewiesen:

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Am Großen Bruch entstand am 1. Juli 2004 aus dem freiwilligen Zusammenschluss der bis dahin selbständigen Gemeinden Gunsleben, Hamersleben und Neuwegersleben.[2] Sie wurde am 1. Januar 2010 nochmals neu gegründet, indem sich die Gemeinden Am Großen Bruch und Wulferstedt zu einer neuen Gemeinde Am Großen Bruch zusammenschlossen.[3]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wappen wurde am 22. Mai 2012 durch den Landkreis genehmigt.

Blasonierung: „In Silber eine blaue Wellenleiste; oben vier an den Halmenden zu einer Garbe zusammengebundene rote Kornähren, unten auf gebogenem silbernen Schildgrund eine zweitürmige rote Klosterkirche mit Dachreiter und sieben Rundbogenfenstern.“[4]

Die räumliche Teilung durch das gleichnamige ehemalige Sumpfgebiet prägt hier die heutige Landschaft. So waren einzelne Gemeindeteile bis zum Bau des neuen Dammes bei Neuwegersleben nur mit einer Fähre zu erreichen. Diese räumliche Teilung ist durch die blaue Wellenleiste wiedergegeben, die den Schild räumlich unterteilt. Es steht gleichzeitig als Sinnbild für das Große Bruch, das auch der Gemeinde ihren Namen gegeben hat.

Die Farbgebung in rot und silber bzw. rot und weiß orientiert sich sowohl an den Farben des ehemaligen Bistums Halberstadt, zudem alle Gemeindeteile und auch das Kloster in Hamersleben gehört haben, als auch an den Farben der bestehenden historischen Ortswappen, die mehrheitlich diese Farben zeigen.

Die Kornähren sind sowohl als Symbole für den besonders fruchtbaren Börde-Boden der Gemeindeteile zu sehen als auch in ihrer Zahl symbolisch für jeden der vier Ortsteile. Nebenher besteht eine gewisse historische Kontinuität darin, dass auch im Wappen der vorhergehenden Verwaltungseinheit die Kornähren eine tragende Rolle spielten. Der sie umgebende Ring steht für den Zusammenschluss der Gemeinden in der neuen Verwaltung.

Das darunter liegende Kloster steht auf einem gebogenen Schildgrund. Es stellt in stilisierter Form das ehemalige Kloster St. Pankratius im Ortsteil Hamersleben dar, welches ebenso höher gelegen ist als die anderen Gemeindeteile. Es handelt sich um die Ansicht von Osten her, die gewählt wurde, da besonders der Ostchor das Kloster in seinem Hirsauer Baustil unverwechselbar macht und somit den Wiedererkennungswert der originalen Bausubstanz im stilisierten Wappen möglich macht.

Das ehemalige Augustiner Chorherrenstift begeht 2012 das 900. Jubiläum seiner Gründung. Es ist in der Landschaft schon von weitem her aus allen Richtungen zu sehen und es dominierte und prägte bis zu seiner Säkularisation im Jahr 1805 auch historisch gesehen alle Teile der heutigen Gemeinde. So verdankt z. B. der Ortsteil Neuwegersleben seine Gründung und den mehrfachen Wiederaufbau allein dem Wirken der Mönche im Kloster zu Hamersleben, das baugeschichtlich und gesellschaftlich in seiner Blütezeit bis weit über die heutigen Landesgrenzen, ja sogar europaweite Ausstrahlung genoss.

Das Wappen wurde vom Hallenser Historiker und Heraldiker Marc-Robert Wistuba entworfen.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ansässige Betriebe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Gemeinde ist eine Agrargenossenschaft ansässig, des Weiteren bestehen einige Handwerksbetriebe (Elektroinstallation, Baugeschäft, Ingenieurbüro). Hamersleben ist Grundschulstandort.

Verkehrsanbindung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ortsteile Hamersleben und Neuwegersleben liegen an der Bundesstraße 245, der Ortsteil Gunsleben etwa fünf Kilometer westlich an der parallel verlaufenden Landesstraße von Wackersleben nach Halberstadt. Über Hornhausen führt die B 246 zur rund zehn Kilometer entfernten Stadt Oschersleben (Bode). In Oschersleben befindet sich der nächste Bahnhof (Bahnlinie Magdeburg–Halberstadt). Die Bahnlinie Oschersleben–Gunsleben wurde am 1. Juni 1992 eingestellt und ist in Teilen entwidmet.

Alle vier Ortsteile liegen an der Südroute der Straße der Romanik.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kulturdenkmale der Gemeinde sind im örtlichen Denkmalverzeichnis eingetragen.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt, Bevölkerung der Gemeinden – Stand: 31. Dezember 2015 (PDF) (Fortschreibung) (Hilfe dazu).
  2. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2004
  3. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2010
  4. Amtsblatt des Landkreis Nr. 37/2012 (PDF; 652 kB)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Am Großen Bruch – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien