Ama (Taucher)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Ama

Ama (jap. 海人, dt. „Meermensch“, für Männer: 海士, dt. „Meermann“, für Frauen: 海女, dt. „Meerfrau“) ist die japanische Bezeichnung für Muscheltaucher, üblicherweise Frauen. Die Schriftzeichen 海人 werden auf in den Ryūkyū-Sprachen uminchu und im Dialekt der Izu-Halbinsel kaito gelesen.

Traditionell trugen sie dabei nur ein Fundoshi (Lendenschurz), heutzutage jedoch Neoprenanzüge, über die sie weiße Kleidungsstücke anziehen. Die weiße Kleidung soll der Abschreckung von Haien dienen. Tatsächlich ist auch kein Haiangriff auf Amas überliefert. Dies könnte jedoch auch darin liegen, dass Haie in den recht kalten Gewässern von Japan nicht heimisch sind. Das weiße Kopftuch wird besonders gebunden. Die Frauen bleiben bis zu einer Minute unter Wasser und erreichen eine Tauchtiefe von 5 bis max. 20 Metern. Bei geringen Tiefen von 5 bis 7 Meter bleiben sie etwa 15 Sekunden für ihre Sammelaktivitäten am Meeresboden. Sie wiederholen ihre Tauchgänge dann bis zu 60 mal pro Stunde. Sie tauchen in der Fangsaison von März bis September nach Meeresschnecken, Muscheln, Seeigel, Algen und insbesondere die kostbaren Seeohren (Awabi).

Die Arbeit ist sehr anstrengend, so dass die Anzahl der Ama in Japan inzwischen auf unter 1000 abgesunken ist.[1] Für den Rückgang der Tätigkeit gibt es weitere Ursachen: Durch Überfischung und Verschmutzung gehen die Bestände zurück, andererseits kommen heute 80 % aller Abaloni, die in Japan gegessen werden, aus Zuchtbetrieben. Durch den gesellschaftlichen Wandel sind die Arbeitsmöglichkeiten außerhalb von Landwirtschaft und Fischerei für Frauen attraktiver.[2]

Literatur[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Ama Taucher – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.taucher.net/redaktion/44/Die_Physiologie_des_Tauchens_6.html Abgerufen am 20. August 2011
  2. Carsten Germis: Japans starke Frauen sind oft schon siebzig, FAZ, 21. September 2013, S. 14