Amadeus (Drama)

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Amadeus ist ein Theaterstück in zwei Akten von Peter Shaffer, in dem der Protagonist Antonio Salieri seine Rolle in Mozarts Leben dem Publikum – den „Geistern der Zukunft“ – erläutert. Es wird der Kampf eines Menschen mit Gott thematisiert anhand der Person des Salieri, der von diesem ungerecht behandelt fühlt, da er sich nur als Werkzeug sieht aus seiner Mittelmäßigkeit heraus das Genie Mozarts zu erkennen.

Inhalt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1. Akt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Venticelli fragen sich, ob Salieri der Mörder von Mozart sei und legen im Zweigespräch die Situation dar. Im November 1823 beschwört Salieri am frühen Morgen die Geister der Zukunft und erzählt ihnen seine Geschichte: „MOZARTS TOD! - WAR ICH'S ODER WAR ICH'S NICHT?“. Er beginnt zu diesem Zwecke im Jahre 1781. Er war damals einunddreißig, verheiratet und hoffte als Komponist auf die Stelle des Hofkapellmeisters Bonno. Die Venticelli berichten, dass der fünfundzwanzigjährige Mozart nach Wien gekommen sei. In Schönbrunn wird ruchbar, dass der Kaiser Mozart mit einer Komischen Oper in Deutsch beauftragt hat. Dabei stellt Salieri dem Publikum die musikalische Kamarilla des Kaisers Joseph vor. Der Protagonist interessiert sich folglich für den Menschen Mozart, der ihn beunruhigt und erkundigt sich bei den Venticelli. Sein Interesse wird geweckt und so besucht er ein Konzert des jungen Komponisten bei Baronin Waldstädten und stellt bei dessen ersten Auftritt Mozart vor. Als Salieri dann das Konzert hört und die Musik als Geniestreich erkennt, wird er von Angst befangen und erkennt dann durch die weitere Partituren, die er von den Venticelli bekommt, dass dieses eine Konzert nur ein Zufall war und schöpft so neue Hoffnung.
Dann soll Mozart beim Kaiser vorstellig werden. Salieri hat dazu einen Willkommensmarsch komponiert, den er Joseph spielen lässt, als der junge Komponist hereinkommt. Folgend wird dieser mit den Anwesenden bekannt gemacht. Dann stellt er sein Werk Die Entführung aus dem Serail vor und weist darauf hin, dass „nichts Peinliches“ darin vorkäme, sondern sich auf Tugenden – auf deutsche Tugenden – beschränke. Er wolle die Liebe, die er als eine solche Tugend versteht, ausdrücken und äußert sich dabei abfällig über die Konventionen der italienischen Opern. Als erste Sopranistin stellt er sich Caterina Cavalieri, Salieris Vorzugsschülerin, vor, was diesen mit Eifersucht erfüllt. Dann kritisiert Mozart auch noch den Willkommensmarsch, was der Komponist des Stückes als Frevel ansieht.
Am Tag der Uraufführung beschreibt Salieri sein Erleben und kommt zum Schluss, dass der Mozart etwas mit seiner Vorzugsschülerin hatte. Nach der Premiere kommt es auch zu einer Kritik durch den Kaiser selbst, welcher findet, dass zu viele Noten für die Oper verwendet worden seien. Mozart erwidert, dass er genau so viele Noten verwendet habe, wie notwendig gewesen seien - keine mehr und keine weniger. Enttäuscht wendet er sich an Salieri um Beistand. Nach der Unterhaltung beschließt dieser, sich durch Constanze – Mozarts Verlobte – an Mozart für Katharina zu rächen. Der Komponist erkundigt sich bei seinen Venticelli über Mozarts Lebensverhältnisse.
Bei einer Gesellschaft in Bonnos Haus ist auch Mozart eingeladen, er hat aber zu viel getrunken und tritt so in einige Fettnäpfchen.
Mozart wird wütend, als er Constanze bei einer zweideutigen Situation beim Pfänderspiel mit den Venticelli erwischt. Der Streit bleibt allerdings nicht lange ernst. Als dann Salieri die beiden überrascht und schließlich mit Constanze allein ist, klagt diese ihm das Leid des Paares. Sie bittet Salieri, sich bei Hofe für ihren Mann zu verwenden. Der Komponist ziert sich und will am folgenden Tag mit ihr allein über Arbeitsproben reden. Er sieht die Zeit seiner Rache gekommen. Als Constanze am nächsten Tag zu ihm kommt, macht er eindeutige Andeutungen, was er sich als Gegenleistung für die Stelle vorstellt. Constanze ist darüber schockiert. Als sie weg ist und er sich des Fiaskos bewusst wird, schaut er sich die Arbeitsproben an und verzweifelt ob deren Genialität. Wütend über seine eigene Mittelmäßigkeit erklärt er fortan Gott zu seinem Feind, den er bekämpfen will, indem er Mozart – offenbar Gottes Günstling – zerstören wird.

2. Akt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Constanze bietet sich nun doch Salieri an, der aber ablehnt. Er empfiehlt dem Kaiser in der folgenden Unterhaltung einen anderen Mann für die Stelle am Hof. Die Venticelli berichten ihm über Mozarts desolate Situation berichten, während es Salieri „blendend“ geht. Mozart plant eine neue Oper mit dem Thema: Die Hochzeit des Figaro, in der auch gewöhnliche Personen und nicht nur Helden auftreten. Damit stößt er auf Widerstand bei der Musikkamarilla und Salieri spinnt eine Intrige zur Verhinderung der Aufführung der Oper. Während einer Probe vereitelt der Kaiser persönlich – in Unkenntnis des Urhebers – den Erfolg der Intrige und so muss Salieri die Premiere erleben und hört seinen Willkommensmarsch darin verarbeitet. Er erklärt dem Publikum das Stück und legt dar, wie er es erlebt. Doch das Stück wird aber nach wenigen Aufführungen wegen mangelndem Erfolg abgesetzt.
Mozart erfährt im Aufbruch nach England und im Beisein Salieris vom Tod seines Vaters, den er – wie Salieri beschreibt – als Komtur in Don Giovanni verewigt. In Così fan tutte erkennt Salieri Aloisia, die Schwester von Constanze Weber.
Um Mozart eine Stellung zu verschaffen, ernennt der Kaiser ihn als Glucks Nachfolger zum Kammerkomponisten. Salieri überredet den Kaiser, Mozart nur einen Fünftel von Glucks Gehalt zu bezahlen, worauf Mozart gekränkt reagiert, weil er damit seine Familie nicht unterhalten kann.Schließlich wird Salieri als Nachfolger von Kapellmeister Bonno bestimmt. Die Venticelli berichten von Gerüchten, Mozart sei an Syphilis erkrankt.
Als Salieri erfährt, dass die Freimaurer, bei denen beide Komponisten Mitglied sind, Mozart finanziell unterstützen, schmiedet er eine Intrige, um ihm auch diese Hilfe zu entziehen. Er schlägt Mozart vor, die Rituale der Freimaurer in seine neue Oper Die Zauberflöte einfließen zu lassen. Nach der Premiere, die ebenfalls von Salieri beschrieben wird, kommt es zum Eklat, Baron Van Swieten entzieht Mozart sämtliche Hilfe. Zudem prellte Schickaneder, der Impresario des Theaters, wo die Zauberflöte aufgeführt wird, Mozart um seinen Anteil an den Einnahmen.
Constanze verliess Mozart wegen der drückenden Geldnot, aus Salieris Sicht war er nun erledigt. Als der Kapellmeister gerüchteweise hört, seine "Waffe" gegen Gott sei verrückt geworden und realisiert, dass demnach auch das Talent verloren sei, sucht er Mozart auf. Es kommt zur Offenbarung Salieris, der damit seine Rache an Gott vollendet hat. Constanze kommt bald darauf zurück und versöhnt sich mit ihrem gebrochenen Mann, der nur noch ein Schatten seiner selbst ist und in ihren Armen stirbt.
Als Salieri vom Tod Mozarts hört, wird ihm bewusst, dass er ihn in den Tod getrieben hatte. Aber langsam dämmert es Salieri, dass Gottes Strafe für ihn immerwährend sein wird: noch zu Lebzeiten muss er erleben, wie er und sein Werk immer mehr in Vergessenheit geraten, während das Genie Mozarts und dessen Werk immer beliebter und anerkannter werden.
Nach diesem für Salieri enttäuschenden Fazit kehrt die Handlung wieder in das Jahr 1823 zurück. Salieri sorgt für die Verbreitung des Gerüchts, dass er der Mörder von Mozart sei. Enttäuscht und verzweifelt über seine eigene Mittelmäßigkeit schneidet er sich mit einem Rasiermesser die Kehle durch, um so Unsterblichkeit als Mörder Mozarts zu erlangen. Er überlebt den Suizidversuch, wie das Publikum durch die Venticelli erfährt. Schließlich bleibt Salieri allein auf der Bühne zurück und erteilt allen Mittelmäßigen die Absolution.

Personen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Antonio Salieri
  • Wolfgang Amadeus Mozart
  • Constanze Weber, Mozarts Frau
  • Zwei Venticelli (deutsch: Lüftchen), Salieris Informationsquellen
  • Joseph II., damaliger Kaiser des Heiligen Römischen Reiches
  • Graf Johann Kilian von Strack, Kammerherr des Kaisers
  • Graf Franz Orsini-Rosenberg, Nationaloperndirektor
  • Baron Gottfried van Swieten, Nationalbibliothekenpräfekt und Mozarts Verbindung zu den Freimaurern
  • Salieris Diener, Konditor, Frau (Teresa Salieri), Schülerin (Katharina Cavalieri), sowie der Kapellmeister Bonno sind stumme Rollen
  • zudem treten noch Bürger von Wien auf, die auch die Lakaien mimen, die für Bühnenumbauten während des Stückes zuständig sind

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1979 hat das Stück im National Theater London Weltpremiere. Im Jahre 1984 kam es zur Filmadaption durch Miloš Forman mit F. Murray Abraham in der Hauptrolle und Tom Hulce in der Titelrolle. (siehe dazu Amadeus (Film)).

Der Wiener Hörspielregisseur Götz Fritsch inszenierte 1985 im Auftrag des Rundfunk der DDR mit Georg Schuchter in der Titelrolle eine 100minütige Hörspiel-Version, welche bis in die Gegenwart hinein viele erfolgreiche Übernahme-Ausstrahlungen im ORF, im ARD-Hörfunk und bei Deutschlandradio erfuhr.

Ausgaben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Peter Shaffer: Amadeus. Theaterstücke. Deutsche Übersetzungen von mehreren Autoren. Fischer Taschenbuchverlag, Frankfurt am Main, November 2006, 688 Seiten.