Amandus Augustus Abendroth

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Amandus Augustus Abendroth.jpg
Grabmal Abendroths auf dem Alten Hammer Friedhof in Hamburg-Hamm

Amandus Augustus Abendroth (* 16. Oktober 1767 in Hamburg; † 17. Dezember 1842 ebenda) war hamburgischer Senator, Ritzebütteler Amtmann und seit 1831 Hamburger Bürgermeister.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Amandus Augustus Abendroth ist der Sohn des aus Scheibenberg stammenden Notars und Gerichtsprokurators Abraham Augustus Abendroth und der in Bargteheide geborenen Johanna Maria Groot. Seine Mutter starb wenige Wochen nach seiner Geburt. Er studierte in Erlangen und Göttingen Rechtswissenschaften und promovierte 1790 in Göttingen zum „Doktor der Rechte“. Am 6. Oktober 1792 heiratete er in Venedig die Schwägerin des Freundes und späteren Senatskollegen Johann Heinrich Bartels Johanna Magdalena von Reck (1773–1854). Aus der Ehe mit entstammten neun Kinder. Der älteste Sohn August Abendroth wurde ebenfalls Advokat und war ein Förderer der Künste. Ein weiterer Sohn war der spätere Bürgerschaftsabgeordnete Carl Eduard Abendroth.

Mit 28 Jahren wurde er zum Vorsteher der u.a. von Caspar Voght initiierten Allgemeinen Armenanstalt ernannt und fünf Jahre später – im Jahr 1800 – in den Senat gewählt. Während der französischen Besatzung war er als Amtmann in Ritzebüttel tätig. 1811 wurde er von den Franzosen als Maire nach Hamburg zurückgeholt. Am 24. Februar 1813 brach ein spontaner Volksaufstand gegen die französische Besatzung aus. Nachdem dieser auch durch Einsatz aus dem benachbarten Altona zu Hilfe gerufenen dänischen Militärs niedergerungen war, organisierte Abendroth eine sich aus der Hamburger Kaufmannschaft rekrutierende Bürgerwehr, die künftig Plünderungen in den Häusern der wohlhabenden Bürger unterbinden sollte. Bei Rückkehr der Franzosen im Juni 1813 wurde er seines Dienstes enthoben und durch Friedrich August Rüder ersetzt. Er verfasste während der Verbannung durch Napoleon 1813/14 die Reformschrift Wünsche bei Hamburgs Wiedergeburt.

Er gründete 1816 das Nordseebad Cuxhaven und war seit 1821 erster Polizeiherr in Hamburg. Im Jahr 1799 ist Abendroth in den Bund der Freimaurer aufgenommen worden, 1820 wurde er Ehrengroßmeister der Hamburger Freimaurer-Großloge Loge d'Hambourg (heute Absalom zu den drei Nesseln). Mit dem Gedanken, die Menschen zur Selbsthilfe zu motivieren, gründet er 1827 die Hamburger Sparkasse. 1830 wurde er ältester Landherr der Geestlande, zweiter Landherr wurde Martin Hieronymus Schrötteringk. Am 29. Juli 1831 wurde Amandus Augustus Abendroth erneut zum Hamburger Bürgermeister gewählt. Er amtierte bis zu seinem Tod auch als oberster Schulaufseher (Protoscholarch).

1834 hatte Abendroth einen 1805 von Joseph Rameé angelegten Park im heutigen Stadteil Hoheluft-Ost gekauft und ihn durch den Garteninspektor des botanischen Garten am Dammtor Johann Heinrich Ohlendorff erneuern lassen. Neben zahlreichen Pflanzen standen auch mehrere Gewächshäuser: Orangerie, ein großes und ein kleines Ananashaus und zwei Weinhäuser.[1]

Amandus Augustus Abendroth starb 1842 nach langer Krankheit und wurde auf dem heute unter Denkmalschutz stehenden Hammer Friedhof an der Dreifaltigkeitskirche in Hamburg-Hamm beigesetzt.

Ehrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach ihm sind in Cuxhaven das Amandus-Abendroth-Gymnasium, die Abendrothschule und die Abendrothstraße benannt. In Hamburg trägt das 1821 von Abendroth gegründete „Magdalenen-Stift“ („für verführte und gefallene Mädchen“) seit 1921 den Namen „Abendroth-Haus“. Die Einrichtung wendet sich auch heute noch mit stationären, teilstationären und ambulanten Hilfsangeboten an Mädchen, junge Frauen und Familien. Bereits 1864 wurde der Abendrothsweg in Hamburg-Eppendorf nach ihm benannt.[2] Auch das Schiff Bürgermeister Abendroth trägt seinen Namen.

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Porträts[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Friedrich Carl Gröger, Porträt (halbe Figur), Bürgermeister Amandus Augustus Abendroth, Leinwand: 62 × 53 cm, bez.: 1827[3].
  • Carl Friedrich Gröger, Heinrich Jakob Aldenrath, Amandus Augustus Abendroth, Bildgr. 36 × 26 cm, Lithographie, Hamburg 1828, SUB Hamburg, Hamburgensien: Portraits
  • Edmé Quenedey, Amandus Augustus Abendroth, Plattengr. 10 × 9 cm, Radierung, Paris 1811, SUB Hamburg, Hamburgensien: Portraits
  • Friedrich Carl Gröger, Porträt (halbe Figur), Johanna Magdalena Abendroth, geb. von Reck, Leinwand: 62 × 53 cm, bez.: 1827[4]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Steetz: Der Landsitz des Herrn Dr. A. Abendroth. In: Archiv des Garten- und Blumenbau-Vereins für Hamburg, Altona und deren Umgegenden, Hamburg 1839, S. 35–39, Digitalisathttp://vorlage_digitalisat.test/1%3D~GB%3DOdpIAAAAYAAJ~IA%3D~MDZ%3D%0A~SZ%3DRA2-PA35~doppelseitig%3D~LT%3D~PUR%3D.
  2. Eintrag im Hamburger Adressbuch von 1935.
  3. Dr. Carl Schellenberg: Der niederdeutsche Mensch im Hamburger Bildnis der Vergangenheit. Hrsg.: Landesbildstelle Hansa u. Museum f. hamb. Geschichte. C. Boysen, Hamburg, DNB 362588414, S. 24 (ohne Jahresangabe, [1935]).
  4. Schellenberg, S. 25