Amaq

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Logo des Nachrichtenkanals

Amaq News Agency (arabisch وكالة أعماق للأنباء, DMG Wikālat Aʿmāq li-l-Anbāʾ) ist ein Nachrichtenkanal der Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS). Er stellt sich als „Nachrichtenagentur“ dar – de facto handelt es sich um ein Propaganda-Medium.

Amaq setzt kurze Nachrichten mittels des verschlüsselten Dienstes Telegram ab. Im Gegensatz zu Twitter und WhatsApp ist dieser Dienst anonym. Es werden Benachrichtigungen, Artikel und Videos verbreitet, die wie im etablierten Journalismus mit den Überschriften „Breaking News“ und „Exclusive“ versehen werden. Monatlich veröffentlicht Amaq Infografiken mit den „Märtyrern des Kalifats“, dort sind die Selbstmordanschläge von IS-Kämpfern gelistet.[1]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Nachrichtenkanal tauchte erstmals im August 2014 während der Kämpfe um die syrisch-kurdische Stadt Kobane an der Grenze zur Türkei als Stimme der Terrormiliz „Islamischer Staat“ in Syrien auf. Experten zufolge teilten damals IS-Kämpfer auf ihren privaten Internetprofilen und über verschlüsselte Kurznachrichten aktuelle Informationen versehen mit dem Stichwort „Amaq“. Das arabische Wort „Amaq“ bedeutet so viel wie „Die Tiefen“ und bezieht sich laut der Journalistin Sabine Rossi auf die Tiefe, mit der das Medium aus dem IS-Netzwerk berichtet.[2]

Amaq entwickelte eine eigene Android-App. Die Hacker-Gruppe „Ghost Security Group“ entdeckte die App und machte „Amaq News“ in westlichen Ländern bekannt. Während Twitter und Facebook von westlichen Sicherheitsbehörden überwacht werden, kann über die eigene App anonym kommuniziert werden.[3]

Twitter, Telegram und Internet[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Amaq-Internetseite muss häufig ihre Adresse ändern, da die zugehörigen Domains immer wieder durch Sicherheitsbehörden blockiert werden. Die Nachrichten von Amaq werden parallel über den verschlüsselten Nachrichtenübermittlungs-Dienst Telegram verbreitet oder über Twitter weiterverbreitet.[4]

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rukmini Callimachi schrieb in The New York Times Online über die Bedeutung der „Agentur“: „Die Agentur hat die exklusiven Meldungen (Scoops), weil sie ihre Tipps direkt von ISIS bekommt; für diejenigen von uns, die vom Terrorismus betroffen sind, wurde Amaq ein ‚must-read‘-Medium, jedes Mal, wenn wieder eine Bombe hochgeht.“[5]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Thomas Joscelyn: Islamic State-linked ‘news’ agency claims 90 suicide attacks launched in February. In: The Long War Journal. 5. März 2016, abgerufen am 23. März 2016 (englisch).
  2. Sabine Rossi: IS-nahe „Nachrichtenagentur“: „Amaq“ – das Sprachrohr der Terroristen. In: tagesschau.de. 15. Juli 2016, abgerufen am 19. Juli 2016.
  3. Was kann die neue App des IS? In: 20min.ch. 11. Dezember 2015, abgerufen am 23. März 2016.
  4. Deniz Aykanat, Felicitas Kock: Anschlag am Breitscheidplatz: IS reklamiert Anschlag auf Weihnachtsmarkt in Berlin für sich. In: sueddeutsche.de. Abgerufen am 20. Dezember 2016.
  5. Rukmini Callimachi: A News Agency With Scoops Directly From ISIS, and a Veneer of Objectivity. In: The New York Times Online. 14. Januar 2016, abgerufen am 23. März 2016 (englisch): „The agency has been getting the scoops because it gets tips straight from ISIS, and for those of us on the terrorism beat, that has made Amaq a must-read every time a bomb goes off.“