Amaq

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Amaq
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Gründung August 2014
Sitz Südsyrien (SyrienSyrien Syrien)
Leitung IS-Mediengestalter
Mitarbeiter unbekannt
Branche Nachrichtenagentur

Amaq News Agency (arabisch وكالة أعماق للأنباء, DMG Wikālat Aʿmāq li-l-Anbāʾ) wird oft als Nachrichtenagentur dargestellt. De facto ist sie ein Sprachrohr für die Propaganda der Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS).

Amaq setzt ständig kurze Nachrichten mittels des verschlüsselten Dienstes Telegram ab. Im Gegensatz zu Twitter und WhatsApp ist dieser Dienst anonym. Auf der Seite der Agentur werden Alerts, Artikel und Videos verbreitet, die wie im Mainstream-Journalismus mit den Headern „Breaking News“ und „Exclusive“ versehen werden. Monatlich veröffentlicht Amaq Infografiken mit den „Märtyrern des Kalifats“; dort sind die Selbstmordanschläge von IS-Kämpfern gelistet.[1]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Agentur tauchte erstmals im August 2014 während der Kämpfe um die syrisch-kurdische Stadt Kobane an der Grenze zur Türkei als Stimme des sogenannten „Islamischen Staates“ in Syrien auf. Damals teilten IS-Kämpfer Experten zufolge auf ihren privaten Internetprofilen und über verschlüsselte Kurznachrichten aktuelle Informationen versehen mit dem Stichwort „Amaq“. Das arabische Wort „Amaq“ bedeutet so viel wie „Die Tiefen“ und bezieht sich laut der Journalistin Sabine Rossi auf die Tiefe, mit der das Medium aus dem IS-Netzwerk berichtet.[2]

Amaq News entwickelte eine eigene Android-App. Die Hacker-Gruppe „Ghost Security Group“ entdeckte die App und machte „Amaq News“ in westlichen Ländern bekannt. Während Twitter und Facebook von westlichen Sicherheitsbehörden überwacht werden, kann über die eigene App anonym kommuniziert werden.[3]

Twitter, Telegram und Internet[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Amaq-Internetseite muss häufig ihre Adresse ändern, da die zugehörigen Domains immer wieder durch Sicherheitsbehörden blockiert werden. Die Nachrichten von Amaq werden parallel über den verschlüsselten Messenger-Dienst Telegram verbreitet oder über Twitter retweetet.[4]

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die New York Times schrieb über die Bedeutung der Agentur: „Die Agentur hat die exklusiven Meldungen (Scoops), weil sie ihre Tipps direkt von ISIS bekommt; für diejenigen von uns, die vom Terrorismus betroffen sind, wurde Amaq ein ‚must-read‘-Medium, jedes Mal, wenn wieder eine Bombe hochgeht.“[5]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Islamic State-linked ‘news’ agency claims 90 suicide attacks launched in February. In: The Long War Journal. Abgerufen am 23. März 2016.
  2. tagesschau.de: "Amaq" - das Sprachrohr der Terroristen. In: tagesschau.de. Abgerufen am 19. Juli 2016 (de-de).
  3. www.20minuten.ch, 20 Minuten, 20 Min, www.20min.ch: 20 Minuten – Was kann die neue App des IS? – News. In: 20 Minuten. Abgerufen am 23. März 2016.
  4. Die Entwicklungen im Liveblog Von D. Aykanat, E. Britzelmeier, J. Stegemann, A. Fischhaber: Anschlag am Breitscheidplatz: IS reklamiert Anschlag auf Weihnachtsmarkt in Berlin für sich. In: sueddeutsche.de. ISSN 0174-4917 (sueddeutsche.de [abgerufen am 20. Dezember 2016]).
  5. Rukmini Callimachi: A News Agency With Scoops Directly From ISIS, and a Veneer of Objectivity „The agency has been getting the scoops because it gets tips straight from ISIS, and for those of us on the terrorism beat, that has made Amaq a must-read every time a bomb goes off.“ In: The New York Times. 14. Januar 2016, ISSN 0362-4331 (nytimes.com [abgerufen am 23. März 2016]).