Amaro Pargo

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Amaro Rodríguez Felipe, Darstellung aus dem 18. Jahrhundert

Amaro Rodríguez Felipe y Tejera Machado, besser bekannt als Amaro Pargo, (* 3. Mai 1678 in San Cristóbal de La Laguna auf Teneriffa; † 14. Oktober 1747 ebendort) gilt als einer der bekanntesten spanischen Korsaren des Goldenen Zeitalters.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Frühe Jahre[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Amaro Pargo wurde am 3. Mai 1678 als Sohn von Juan Rodríguez Felipe und Beatriz Tejera Machado in San Cristóbal de La Laguna geboren.[1] Er wurde in der Kirche Nuestra Señora de los Remedios, der heutigen Kathedrale von San Cristóbal de La Laguna, getauft. Amaro Pargo hatte sieben Geschwister.

Pargos Jugend wurde durch die Piraterie auf den Kanarischen Inseln beeinflusst. Im Jahr 1701 heuerte er als Fähnrich auf dem Schiff Ave María an, genannt „La Chata“, das von Piraten geentert wurde. Er riet dem Kapitän, zunächst eine Kapitulation zu simulieren, um dann doch den Kampf aufzunehmen, den die Spanier dann gegen die Piraten gewannen. Aus Dankbarkeit schenkte der Kapitän ihm ein Schiff, mit dem er seine Handelsfahrten aufnahm.

Händler und Privatfahrer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit seinen Schiffen beteiligte er sich am Sklavenhandel mit der Karibik,[2] Süd- und Mittelamerika. Auf diese Weise kam er zu Reichtum, konnte eine Flotte aufbauen und erweitern und Grundbesitz erwerben. Außerdem handelte er mit Wein und Spirituosen aus seinen eigenen Destillerien, die er vor allem nach Kuba und nach Guyana verkaufte. Während seiner Handelsfahrten griff er jedes Handelsschiff aus den Ländern an, die mit der spanischen Krone verfeindet waren, wie Großbritannien und den Niederlanden, und lieferte die Beute nach Spanien.[3] Er kämpfte dabei auch gegen den berüchtigtsten Freibeuter seiner Zeit, den Engländer Blackbeard. Pargo war schließlich der reichste Mann seiner Zeit auf den Kanarischen Inseln.[4]

Aufgrund seiner Freundschaft mit der Dominikanernonne María de León Bello y Delgado (Sor María de Jesús) engagierte er sich karitativ und unterstützte großzügig die Armen. Wegen seiner Verdienste um die spanische Krone wurde er im Jahr 1725 als Hidalgo in den Adelsstand erhoben.

Tod[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Grab von Amaro Pargo in der Kirche Santo Domingo de Guzmán in San Cristóbal de La Laguna

Pargo starb am 14. Oktober 1747 in San Cristóbal de La Laguna und wurde im Kloster von San Domingo de La Laguna begraben.[5] Wegen seines unermüdlichen Kampfes für die Interessen der spanischen Krone gegen verfeindete Länder wurde er in Spanien als Nationalheld verehrt. Er war zu seinen Lebzeiten so berühmt und populär wie die Engländer Blackbeard und Francis Drake in England.[6]

Das Testament[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachdem er keine legitime Nachkommenschaft hatte, vermachte er seinen Nachlass seinen nächsten Verwandten.[7] Ein unehelicher Sohn, Manuel de la Trinidad Amaro, focht das Testament an, ging jedoch leer aus.[8] In seinem Testament erwähnte Pargo, dass er in seinem Zimmer eine Kiste mit Goldschmuck, Silber, Perlen und Edelsteinen von großem Wert aufbewahre. Er erwähnte außerdem, dass er in einem in Pergament gebundenen Buch seine kostbaren Besitztümer wie z. B. sein chinesisches Porzellan, kunsthandwerkliche Gegenstände und Gemälde aufgelistet habe. Dieses Verzeichnis gilt jedoch als verschollen.[9]

Das Testament beflügelte die Legendenbildung um den Piraten und war über Jahrhunderte ein Grund für Schatzsucher, den Verbleib der Kiste ausfindig zu machen. In das Haus Pargos in Machado (El Rosario) im Nordosten von Teneriffa gab es immer wieder Einbrüche von Schatzsuchern. Andere versuchten ihr Glück in den Cuevas de San Mateo in Punta del Hidalgo im Nordosten von Teneriffa, wo die Piraten ihre Beute zwischenlagerten.[10] Trotz aller Bemühungen konnte Pargos Schatz bisher nicht aufgefunden werden.

Exhumierung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 15. November 2013[11] wurde die Exhumierung seiner sterblichen Überreste von einer Gruppe Archäologen und Forensikern der Autonomen Universität Madrid durchgeführt. Ziel war es, DNA-Proben von den Überresten zu entnehmen sowie zu versuchen, sein Gesicht mit forensischen Techniken zu rekonstruieren.

Laut historischer Quellen wurden in seiner Grabstelle auch seine Eltern und sein schwarzer Diener Cristóbal Linche bestattet. Bei der Öffnung des Grabes fand man die Überreste von neun Personen vor sowie Teile von Säuglingsskeletten. Diese Kinder waren jedoch nicht mit Pargo verwandt. Nach einer These der spanischen Historikerin Laura Docampo gab es in Spanien und auf den zum spanischen Territorium gehörenden Inseln den Brauch, ungetaufte Kinder an der Seite von Erwachsenen zu bestatten, die sie am Tag des Jüngsten Gerichts auf ihrem Weg in den Himmel mitnehmen würden.[12]

Die Exhumierung wurde von der französischen Videospiel-Firma Ubisoft finanziert. Pargo ist eine Figur des Videospiels Assassin’s Creed IV: Black Flag, das von Ubisoft produziert wurde.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Domingo García Barbusano: El corsario Amaro Pargo. Excmo. Ayuntamiento de La Laguna 2004. ISBN 978-84-88919-86-1.
  • Ernesto Frers: Más allá del Legado Pirata. Robinbooks 2008. ISBN 978-84-7927-963-9.
  • Pompeyo Reina Moreno: El Sarcófago de las tres llaves. La leyenda del tesoro del corsario Amaro Pargo. Idea 2013. ISBN 978-84-9941-961-9.
  • Balbina Rivero: Amaro Pargo, el pirata de Tenerife. Colección Yorca 2014. ISBN 978-92-10-08678-3.
  • Francisco Macías Martín: El corsario de Dios. Documentos sobre el corsario Amaro Rodríguez Felipe (1678-1747). Viceconsejería de Cultura y Deportes del Gobierno de Canarias 2015. ISBN 978-84-7947-637-3.
  • Beatriz Pallés Darias: Amaro Pargo. Caballero de los mares. Le Canarien Ediciones 2016. ISBN 978-84-946282-2-1.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Manuel de Paz Sánchez, Daniel García Pulido: El Corsario de Dios - documentos sobre Amaro Rodríguez Felipe (1678-1747). Hrsg.: Archivo Histórico Provincial de Santa Cruz de Tenerife (= Documentos para la historia de Canarias. Band 14). Gobierno de Canarias, Viceconsejería de Cultura y Deportes, Santa Cruz de Tenerife 2015, ISBN 978-84-7947-637-3, S. 416 (spanisch, [1] [abgerufen am 6. Dezember 2017]).
  2. Amaro Pargo
  3. Ernesto Frers: Mas allà del legado privata. Barcelona 2008. 2. 99.
  4. Más Allá del legado pirata
  5. El Corsario Amaro Pargo
  6. «El pirata canario Amaro Pargo revive con Assassin's Creed»
  7. Manuel De Paz Sánchez, Daniel García Pulido: El corsario de Dios. Documentos sobre Amaro Rodríguez Felipe (1678-1747), Francisco Javier Macías Martín (ed.) (=  Documentos para la Historia de Canarias), Archivo Histórico Provincial de Santa Cruz de Tenerife, Canarias 2015, ISBN 978-84-7947-637-3 (Abgerufen am 8 de junio de 2016).
  8. Amaro Pargo, corsario de las Canarias
  9. El corsario Amaro Pargo
  10. Amaro Pargo, corsario de las Canarias
  11. Amaro Pargo ‘resucita’ 270 años después
  12. Lauro Docampo: Amaro Pargo, la leyenda descodificada. abgerufen am 16. Januar 2016.