Amazon Kindle

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Amazon Kindle 3

Amazon Kindle [ˈʔæməzən 'kɪndl̩] (englisch to kindle‚ entzünden, entfachen)[1][2] ist eine Produktserie von E-Book-Readern von Amazon. Mit den Geräten können elektronische Bücher (E-Bücher bzw. E-Books), elektronische Zeitschriften und elektronische Zeitungen (E-Papers) von Amazon heruntergeladen und gelesen werden. Siehe auch Fire Tablets.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

November 2007
Die erste Generation ist in den Vereinigten Staaten seit November 2007 erhältlich. Amazon bietet für seine Geräte nach eigenen Angaben über 1.215.000 elektronische Bücher und eine Reihe von elektronischen Zeitungen überwiegend in englischer Sprache an.
Februar 2009
Die zweite Generation wird auf einer Pressekonferenz vorgestellt. Der Kindle 2 wurde sowohl technisch verbessert als auch im Design verändert.[3]
März 2009
Amazon bietet in den USA eine ebenfalls Kindle genannte Applikation für das Apple iPhone an. Weitere Anwendungen, mit der die Kindle-Inhalte dargestellt werden können, gibt es für die Plattformen Windows, Mac OS X, iOS und Blackberry, seit dem 28. Juni 2010 für Android und seit Januar 2011 für Windows Phone.[4]
Oktober 2009
Der Kindle ist auch außerhalb der USA auch in Deutschland und in hundert weiteren Staaten erhältlich. Bestellt werden konnte der Kindle lange Zeit nur über die US-Amazon-Seite, mittlerweile geht dies auch über die deutsche Amazon-Seite. Eine internationale Version des Kindles wurde verfügbar, in der ein 3G-Modul (UMTS-Modem) verbaut wurde, mit dem Inhalte weltweit auf den Kindle abgerufen werden können.
April 2011
Die dritte Generation ist auch über Amazon.de verfügbar – weiterhin nur mit englischer Benutzerführung. Gleichzeitig eröffnete Amazon.de einen Kindle-Shop.
Oktober 2011
Die vierte Generation der Kindle-Geräte Kindle 4 ist in Deutschland erhältlich, der Kindle Touch erst seit Frühjahr 2012 (seit 28. September 2011 in den USA)[5]. Erstmals enthalten die Geräte mehrsprachige Menüführungen und sind mit Touchscreen sowie in einer Version ohne Touchscreen erhältlich. Gleichzeitig stellte Amazon auch den Tablet-Computer Kindle Fire vor,[6] die ab September 2014 nur noch Fire genannt werden[7].
Oktober 2012
Die fünfte Generation ist in Deutschland bestellbar (in den USA am 6. September 2012 angekündigt).[8] Beim Kindle Paperwhite handelt sich um einen E-Book-Reader mit hellerem Hintergrund und im Display integrierter Beleuchtung.
Oktober 2013
Die sechste Generation des Kindle ist mit einer zweiten Generation des Kindle Paperwhite (angekündigt 3. September 2013 ) erhältlich.[9] Die 3G-Variante ist knapp einen Monat später, am 6. November 2013 erschienen.[10]
Oktober 2014
Die siebte Generation mit Kindle Voyage ist verfügbar.
April 2016
Die achte Generation mit Kindle Oasis ist verfügbar.

Technische Eckdaten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Der Bildschirm der monochromen Kindle-Modelle basiert auf dem Konzept des elektronischen Papiers, was im Gegensatz zu Tablet-Computern und anderen Geräten mit TFT- oder AMOLED-Bildschirmen auch im Sonnenlicht mit hohem Kontrast gut zu lesen ist.
  • Die Kindle-Modelle mit dem Zusatz 3G haben eine Mobilfunk-Schnittstelle mit dem über das sogenannte Whispernet ohne zusätzliche Übertragungsentgelte weltweit elektronische Bücher, Zeitschriften und Zeitungen aus dem Kindle-Store, dem Webshop von Amazon, gekauft oder abonniert werden können. Als Leseprobe kann der Anfang jedes E-Books kostenlos gelesen werden, nach Bezahlung wird das gesamte E-Book auf den Kindle übertragen.
  • Die gekauften Bücher, Zeitschriften und Zeitungen können durch eine Digitale Rechteverwaltung (DRM) geschützt sein.
  • Unterstützte Anzeigeformate sind Kindle (.azw), Text (.txt), Bild (.jpeg, .gif, .png, .bmp), Portable Document Format (.pdf) und Mobipocket (.mobi, .prc).
  • Der Kindle (bis 3. Generation und Keyboard, Touch) kann auch Audiodateien in den Formaten MP3 (.mp3) und Audible Audio (.aa) abspielen und hat neben einem eingebauten Lautsprecher auch einen 3,5-mm-Klinke-Stereo-Ausgang.
  • Die Systemsoftware der E-Book-Reader basiert auf GNU/Linux; der Quelltext der benutzten Open-Source-Software ist von Amazon schon vor dem Verkaufsbeginn des ersten Kindle veröffentlicht worden, beinhaltet jedoch keine Eigenentwicklungen.[11][12]
  • Das Portable Document Format (.pdf) wird mit ganzer Zeile angezeigt und wird nicht automatisch umbrochen; eine Zoom-Funktion besteht durch gleichzeitiges Berühren mit zwei Fingern und Auseinanderziehen.

Geräte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Amazon Kindle, erste Version
Amazon Kindle 2
Amazon Kindle DX
Amazon Kindle 3
Amazon Kindle 4
Amazon Kindle Touch
Kindle Paperwhite 3G
Kindle Voyage
Kindle Oasis (ohne Cover)

Die taiwanesische Firma Prime View International Co., Ltd stellte den Kindle 2 und den Kindle DX im Auftrag von Amazon her. Im Juni 2009 übernahm Prime View International die US-amerikanische Firma E Ink Corporation, den Hersteller der Displays für den Kindle.[13] Die folgenden Unterabschnitte listen die Kindle-Generationen auf.

Kindle 1[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das erste Modell des Kindle wurde am 19. November 2007 vorgestellt und zum Preis von 399 US-Dollar verkauft.[14] Die Akkulaufzeit betrug bei eingeschalteter Drahtlosschnittstelle rund zwei Tage, bei ausgeschalteter Drahtlosschnittstelle etwa 8000 Seitenwechsel. Das Gerät wog 292 Gramm und maß 19,1×13,5×1,8 Zentimeter. Es enthielt einen 15,2 cm-Graustufen-Bildschirm mit 600×800 Pixeln[14] und verfügt über 2 GB internen Speicher, wovon 1,4 GB dem Nutzer zur Verfügung stehen, sodass dort bis zu circa 1500 Bücher abgelegt werden konnten. Der Speicher ließ sich mit SD-Speicherkarten erweitern.

Kindle 2[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 9. Februar 2009 kündigte Amazon das zweite Modell, den Kindle 2, an, der seit dem 23. Februar 2009 zum Preis von $359 (ab Juni 2010 $189.[15]) verkauft wurde. Seit dem 19. Oktober 2009 wurde in den USA zusätzlich zum ursprünglichen US-Modell Kindle 2 eine internationale Version angeboten, die andere Telekommunikationsnetze nutzte.[16] Am 22. Oktober 2009 wurde die rein amerikanische Version aus dem Handel genommen. Im Vergleich zum Vorgänger verfügte das Gerät dank 1530 mAh Kapazität[17] über eine längere Batterielaufzeit, einen um rund 20 Prozent schnelleren Bildaufbau sowie eine Sprachausgabe; zudem wurde die Dicke des Gerätes von etwa 2 auf 1 Zentimeter reduziert und dabei der Steckplatz für SD-Speicherkarten eingespart.[18][19] Um den Absatz zu fördern, wurde Stephen Kings seinerzeit neue Novelle UR exklusiv für den Kindle verfügbar gemacht.[20]

Am 6. Mai 2009 kündigte Amazon den Kindle DX[21] mit 9,7-Zoll-E-Ink-Bildschirm und 16 Graustufen an. Die Auflösung beträgt 1200×824 Pixel bei 150 ppi. Das Gehäuse ist 264×180 mm groß und 9,7 mm dick und enthält eine Tastatur. Das Gewicht beträgt 536 Gramm. Der Kindle DX kam am 10. Juni 2009 in den US-Handel.[22]

Kindle 3[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 29. Juli 2010 kündigte Amazon die dritte Generation des Kindle an, die im Vergleich zu ihren Vorgängern flacher, schneller und günstiger ist. Das Gerät wurde seit August 2010 ausgeliefert und ist in zwei Versionen (WLAN/WLAN+UMTS) erhältlich. Der Preis sank dabei auf 139 US-Dollar beziehungsweise 189 Dollar, je nach Ausstattung. Die Displaygröße der zweiten Generation von sechs Zoll wurde beibehalten, allerdings war eine Erhöhung des Kontrasts um 50 Prozent gelungen. Dank WLAN und des auf WebKit basierenden und als experimentell bezeichneten Browsers ist das Betrachten von Web-Inhalten möglich, etwa Artikel von Online-Magazinen (Article Mode). Der Kindle 3 wurde ab April 2011 bei Amazon Deutschland angeboten, ab dem 28. September 2011 in Abgrenzung zum Kindle Touch als Kindle Keyboard 3G.

Kindle 4[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 28. September 2011 kündigte Amazon die vierte Generation des Kindle, die ohne physische Tastatur auskommt. Texteingaben werden über eine virtuelle Tastatur vorgenommen, was erstmals auch europäische Sonderzeichen ermöglicht.

Die Geräte bieten ein 6-Zoll-E-Ink-Display, das standardmäßig so eingestellt ist, dass ein kompletter Refresh der Anzeige erst nach jeder sechsten Seite erfolgt. Das hat den positiven Effekt, dass das Umblättern viel flüssiger ist und das für den Refresh nötige Invertieren der Seite weniger häufig erfolgt. Der Nachteil ist, dass es zu Ghosting-Effekten kommt, d. h. auf einer Seite bleiben, wenn auch nur schwach erkennbar, Reste der vorigen Seite zurück. Gegenüber dem Vorgänger-Modell sind Akku-Kapazität und Speichergröße reduziert und der Audio-Teil und damit die Vorlesefunktion ist entfallen.

Der Kindle verfügt über Hardwareblättertasten und ein Hardware-Cursorpad, mit dem innerhalb Dokumente navigiert sowie die virtuelle Tastatur bedient wird. Mit einem Gewicht von 170 Gramm war es der bis dato leichteste Kindle.

Der Kindle Touch verfügt über einen optischen Touchscreen und entspricht bei der Akku-Kapazität und Speichergröße dem Vorgänger-Modell Kindle 3 („Kindle Keyboard“). Die Variante Kindle Touch 3G verfügt zusätzlich über eine Mobilfunk-Komponente. Das Gewicht des Touch beträgt 213 Gramm, mit 3G 220 Gramm. Im Juli 2012 wurde eine Sicherheitslücke im Browser bekannt, durch die sich mit dem Aufruf einer präparierten Webseite beliebige Befehle als root-Nutzer auf dem Gerät ausführen lassen. Die Lücke wird aktiv von einem webbasierten Jailbreak ausgenutzt, wodurch sich der Kindle Touch durch den Besuch einer speziellen Website entsperren lässt.[23] Amazon nahm den Kindle Touch (2012) schrittweise vom Markt. Oktober 2012 war das Gerät nicht mehr in Großbritannien erhältlich, andere Länder folgten.[24]

Kindle Paperwhite[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Kindle Paperwhite ist seit Oktober 2012 (Europa[25] November 2012) verfügbar und hat ein Display mit höherer Auflösung (212 ppi, 1024x758 Pixel,[26] fast XGA) und einer für höheren Kontrast sorgenden Beleuchtung. Mit 213 Gramm Gewicht ist er rund ein Viertel schwerer als der bis dato leichteste Kindle und 15 % schwerer als der Kobo Glo oder der Cybook Odyssey HD FrontLight mit ähnlichen Eckdaten. Das Gerät hat 1.359 MB (seit Juli 2014 3.174 MB[27]) Speicherplatz.[28] Nach mehrfacher Kritik wies Amazon darauf hin, dass die Ausleuchtung am unteren Rand nicht unbedingt gleichmäßig ist.[29] Kritisiert wird weiterhin das Fehlen von Hardware-Buttons zum Blättern, die Auswahl mitgelieferter Schriften und dass die Software keine automatische Silbentrennung beherrscht, um den Blocksatz ausgeglichener erscheinen zu lassen.[30] Software-Updates beinhalten u. a. Optimierungen der Schrifttypen.[31]

Die zweite Generation des Kindle Paperwhite (Modell 2013) ist mit der Bildschirmtechnologie E-Ink-Carta ausgestattet. Diese liefert durch bessere Schwarz- und Weißwerte einen laut Amazon um 50 % erhöhten Kontrast im Vergleich zu der früher verwendeten E-Ink-Pearl-Technik.[32] Amazon gibt außerdem an, die Bildschirmbeleuchtung verbessert, einen 25 % schnelleren Prozessor eingebaut und das Gitter des Touchscreens um 19 % engmaschiger gemacht zu haben. Die Maße des Geräts haben sich nicht verändert, das Gewicht hat sich von 213 auf 206 Gramm verringert. Neben den Neuerungen an der Hardware gibt es außerdem einige kleinere Änderungen an der Software, wie beispielsweise die Integration des sozialen Lesenetzwerks Goodreads. Der Preis des neuen Modells entspricht dem des alten.

Kindle (2014)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit dem 2. Oktober 2014 ist der einfache Kindle mit 167 ppi per berührungsempfindlichen Bildschirm erhältlich (191 Gramm). Die Variante mit Hardwaretasten (170 Gramm) wurde (nach Sonderangeboten[33] von 25 Euro) vom Markt genommen.

Kindle Voyage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kindle Voyage ist seit 21. Oktober 2014 verfügbar. Mit 300 ppi E-Ink Carta HD Display bot er bei Einführung die bis dato höchste Auflösung bei einem Gewicht von 180 Gramm (3G: 188 Gramm). Die sogenannten Pagepress-Tasten sind vier druckempfindliche Stellen zum Blättern, die bei Druck optional ein kurzes Vibrieren auslösen.

Kindle Oasis[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kindle Oasis ist leichter und schlanker als die Vorgänger. Die Reduzierung auf 131 Gramm und (an der dünnsten Stelle) 3,4 Millimeter Dicke wird erreicht durch Auslagerung eines großen Teil des Akkus in die mitgelieferte Hülle; die Akkukombination soll so zwei Monate halten. Das Gerät erschien am 27. April 2016 zum Preis von 290 Euro. Das asymmetrische Gerät bietet zwei Hardwaretasten, die im Hochformat durch Drehen des Geräts um 180 Grad sowohl für Links- als auch Rechtshänder (aber auch im Querformat) zum Blättern geeignet sind. Zehn LEDs im dickeren Teil des Geräts sorgen für helligkeitsregulierbare Beleuchtung. Nutzer berichten von sichtbaren Lichthöfen.[34]

Kindle auf anderen Plattformen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es ist möglich, Kindle-Bücher auch auf anderen Plattformen, momentan Windows, Mac OS X, Android, iOS, BlackBerry OS sowie Microsoft Windows Phone, zu lesen. Auf der jeweiligen Plattform wird dazu eine Software installiert. Über das Amazon Whispernet werden Bücher, Notizen, Lesezeichen und so weiter synchronisiert. Zudem wird auf allen verbundenen Geräten stets die zuletzt gelesene Stelle angezeigt.

Windows / Mac OS X
Seit November 2009 ist für Windows als Kindle for PC und seit dem 18. März 2010 für Mac OS X als Kindle for Mac bei Amazon eine kostenlose Software verfügbar, die es erlaubt, Kindle-Bücher auch auf dem Computer zu lesen. Die Bedienung ist an den Kindle angelehnt.
Windows 8 App
Seit Dezember 2012 ist für das Betriebssystem Windows 8 – auch für Windows RT – eine Windows-Store-App verfügbar.
iOS
Seit dem 4. März 2009 bietet Amazon in den USA über den Apple AppStore eine Kindle for iPhone genannte Applikation für das iPhone und den iPod touch an, mit der die Kindle-Inhalte dargestellt werden können. Die Applikation setzte iPhone OS 2.1 voraus. Seit dem 14. Dezember 2009 ist die Applikation auch für deutsche Benutzer erhältlich. Nach der Einführung des iPad ist die App auch auf diesem Gerät verfügbar. Zwischenzeitlich wurde die Applikation aus dem App-Store durch Apple entfernt. Grund war das fehlende in-App Payment; inzwischen ist sie allerdings wieder verfügbar.
Android
Seit Juli 2010 ist im Google Play Store eine Kindle for Android genannte Software verfügbar, die es erlaubt, Kindle-Bücher auch auf einem Android-Mobiltelefon zu lesen.
BlackBerry
Für viele BlackBerry-Modelle ist ein Kindle-Reader verfügbar. Obwohl das Programm laut Webseite nur für die USA zur Verfügung steht, kann es auf BlackBerrys installiert werden und die über Kindle für Mac/Windows gekauften Kindle-Bücher werden damit synchronisiert.
Windows Phone 7
Für Windows Phone 7 ist seit Anfang Januar 2011 eine Anwendung erhältlich.
Windows Phone 8
Seit dem Erscheinen von Windows Phone 8 ist auch dafür eine Anwendung erhältlich.
Kindle Cloud Reader
Dies ist eine Erweiterung für die Webbrowser Chrome, Firefox und Safari, die es erlaubt, Kindle-Bücher im entsprechenden Browser zu lesen.[35]

Vermarktung und Marktposition[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei der Vermarktung des Kindle bedient sich Amazon der Strategie des Viral-Marketings, des Marketings durch Empfehlung. In einem von Amazon betriebenen Online-Kontaktforum mit dem Slogan „See a Kindle in Your City“[36] haben Interessenten und potenzielle Käufer die Möglichkeit, Kontakt zu einem bereits überzeugten Nutzer des E-Book-Readers in ihrer Umgebung zu knüpfen, sich mit diesem zu treffen, das Gerät anzuschauen und sich erklären zu lassen. Auf diese Weise ist seit der Markteinführung des Geräts ein recht großes und weiter wachsendes soziales Netzwerk vor allem in den US-Metropolen entstanden.

Im Februar 2009 veröffentlichte der amerikanische Schriftsteller Stephen King die Novelle UR, die derzeit exklusiv nur über einen Kindle verfügbar ist und in der es auch inhaltlich um dieses Gerät geht.

Nach gescheiterten Verhandlungen mit den deutschen Telekommunikationsanbietern verkündete Amazon im Juni 2009, dass Kindle in absehbarer Zeit nicht auf dem deutschen Markt erscheinen werde.[37] Im Juli 2009 sank der Preis in den USA um ein Siebtel auf 299 Dollar,[38] und in China erschien ein Plagiat des Kindle 2.[39] Seit dem 19. Oktober 2009 ist er jedoch auch in Deutschland verfügbar. Am 21. April 2011 ging der deutsche Kindle Store mit deutschen Inhalten online.

Im Sommer 2010 wurden bei Amazon USA mehr Kindle-Bücher als Hardcover-Bücher erworben. So verkaufte das Versandhaus im Juni 2010 auf 100 konventionelle Bücher 180 Kindle-Bücher. Damit hat sich der Verkauf der E-Books im ersten Halbjahr 2010 im Vergleich zum ersten Halbjahr 2009 mehr als verdreifacht. Ein Grund für die gestiegenen Zahlen ist der erneut gesunkene Preis für den Kindle, der den Verkauf der Geräte verdreifacht hat. Im Juli 2010 lag der Preis der Hardware bei 189 US-Dollar.[40] Am 19. Mai 2011 gab Amazon bekannt, dass seit 1. April 2011 auf 100 gedruckte Bücher 105 kostenpflichtige E-Books bei Amazon.com verkauft wurden; nicht eingerechnet wurden kostenlose E-Books.[41][42]

Bisher gibt es keine offiziellen Angaben zur Zahl der bisher verkauften Kindle-Geräte; Schätzungen Anfang 2010 lagen bei 3.000.000 verkauften Geräten bis Ende 2009.[43] Im März 2011 veröffentlichte IDC in einer Studie weltweite Verkäufe von rund 12,8 Millionen E-Book-Readern für das Jahr 2010, darunter 48 % (≈ 6,1 Mio.) Amazon-Kindle-Modellen.[44] Nach Einführung der Kindle-4-Modelle Ende 2011 veröffentlichte Amazon erstmals Verkaufszahlen: so seien zwischen Mitte November und Mitte Dezember 2011 wöchentlich über eine Million Kindle-Geräte abgesetzt worden; dies umfasse alle lieferbaren Geräte (Kindle 3/Keyboard, Kindle 4 und Kindle Fire).[45][46]

Kindle Direct Publishing[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit Kindle Direct Publishing (KDP) stellt Amazon eine Plattform bereit, die es Autoren und (kleinen) Verlagen erlaubt, E-Books bei Amazon zu veröffentlichen. Der Dienst wird kostenfrei angeboten, Amazon behält jedoch 30–65 % der erzielten Umsätze als Provision ein. Bei der Veröffentlichung legt der Autor u. a. den Verkaufspreis und das Verbreitungsgebiet fest, Amazon behält sich jedoch selbständige Preisänderungen vor.[47] Auch die Entscheidung, ob das E-Book mit DRM versehen wird, liegt beim Autor oder Verlag.[48]

Digitale Rechteverwaltung (DRM)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Amazon-Kindle-System, bestehend aus Kindle-Shop, Kindle-Geräten und Lese-Apps für PCs, Tablets und Smartphones, nutzt eine Amazon-eigene digitale Rechteverwaltung (DRM). Über den Kindle-Shop gekaufte DRM-geschützte Bücher können nur auf Geräten und Apps gelesen werden, die auf ein Amazon-Konto registriert sind. Eine Weitergabe der E-Books soll dadurch verhindert werden.

Der Verlag oder der Autor legt fest, ob ein E-Book mit oder ohne DRM versehen ist, nicht Amazon.

Das DRM des Kindle wurde geknackt, so dass eine Entfernung des Kopierschutzes unter bestimmten Voraussetzungen möglich ist.

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

DRM
Durch die Nutzung eines proprietären DRM-Systems können bei Amazon gekaufte E-Books nur von Kindle E-Book-Readern (und Kindle Apps) geöffnet werden. Außerdem sind einige Funktionen des Kindles ohne aktives Kundenkonto oder bei einer Sperrung nicht benutzbar.[49] Darüber hinaus kann der Zugang zu Informationen nachträglich beschränkt werden.[50]
Löschen von E-Books
Am 17. Juli 2009 löschte Amazon bestimmte über den Kindle Store gekaufte Kindle-Texte, darunter Farm der Tiere und Nineteen Eighty-Four von George Orwell von den Geräten seiner Kunden, da dem Verleger die Rechte zur Veröffentlichung als E-Book fehlten.[51][52] Nach lauten Protesten verkündete der Amazon-Sprecher Drew Herdener, dass dies in Zukunft nicht mehr vorkommen solle.[53]
Vorlesefunktion
Die Vorlesefunktion des Kindle Keyboards verletzt nach Ansicht des Autorenverbandes Authors Guild die Audiorechte der Autoren und sei illegal. Der Kindle mache aus Büchern Hörbücher, ohne dass diese Zweitverwertung von Amazon vergütet würde.[54] Aus diesem Grund hat Amazon den Verlegern die Möglichkeit eingeräumt, bei einzelnen Büchern die Vorlesefunktion zu deaktivieren.
Standards
Der weitverbreitete EPUB-Standard für elektronische Bücher wird nicht unterstützt.
Umsatzsteuer gekaufter E-Books
Kindle-E-Books werden mit 3 % Umsatzsteuer in Luxemburg versteuert. Daher erhalten Käufer außerhalb Luxemburgs einen Kaufbeleg ohne ausgewiesene Umsatzsteuer.
Seitenzahlen
Die Position im Buch wird im Kindle beim Lesen in Prozentwerten angegeben, bei markierten Textstellen mit der Zeichenposition, nicht aber mit einer Seitenangabe. Seitenzahlen gibt es laut Amazon nur für ausgewählte E-Books. Die Zitierung von Kindle-E-Books in wissenschaftlichen Texten oder auch nur der Verweis auf eine andere Ausgabe, beispielsweise die Printfassung eines Buches, ist damit häufig nicht möglich.
Anmerkungen und gespeicherte Artikel
Die E-Paper-Versionen der Kindle-Geräte erlauben es, Markierungen in einem Text oder Zeitungsartikel zu speichern. Diese werden in einer TXT-Datei gespeichert, auf die ausschließlich per USB-Verbindung mit dem Computer zugegriffen werden kann. Da das TXT-Format keine Formatierungen wie Fett- oder Kursivschrift oder eine andere Schriftgröße für Überschriften erlaubt, verschwinden diese beim Abspeichern ebenso wie Bilder. Darüber hinaus werden die gesicherten Textstellen oder Artikel ohne Absatzmarken (paragraph breaks) gespeichert, man erhält also einen komplett unstrukturierten Text, der ohne mitunter aufwendige Nachbearbeitung – vor allem bei längeren Zeitungsartikeln – kaum verwendbar ist.
Überwachtes Lesen
Amazon behält sich in seinen Nutzungsbedingungen ausdrücklich vor, das Leseverhalten der Nutzer ständig zu überwachen und auszuwerten. Diese Nutzung ist standardmäßig vorgesehen.

„Darüber hinaus stellt die Software Amazon Informationen zu den digitalen Inhalten auf Ihrem Kindle und anderen Geräten sowie zur Nutzung der digitalen Inhalte durch Sie bereit (beispielsweise zuletzt gelesene Seite und Archivierung von Inhalten). Anmerkungen, Lesezeichen, Notizen, Markierungen oder ähnliche Kennzeichnungen, die Sie mit Ihrem Gerät oder Ihrer Lese-App vornehmen, sowie sonstige Informationen, die Sie bereitstellen, können auf Servern außerhalb des Landes, in dem Sie leben, gespeichert werden. Markierungen können dafür verwendet werden, anderen Kindle-Nutzern anonyme Informationen über die am häufigsten markierten Textstellen bereitzustellen. Die Verwendung und Nutzung Ihrer Markierungen und Notizen können Sie jederzeit durch Änderung der Standardeinstellungen bestimmen.“[55]

Wer sich der Datenspeicherung bei Amazon entziehen will, muss sein Gerät de-registrieren. Beim Kindle 3 (Vers. 3.2.1) sind dann auf dem Gerät selbst wesentliche Eigenschaften (Collection-Verwaltung, interne Uhrzeitsetzung) deaktiviert.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Amazon Kindle – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Results for kindle. In: Cambridge Dictionaries Online: British English Dictionary. Cambridge University Press, abgerufen am 30. April 2012 (englisch).
  2. Andreas Tanzer: E-Book: Die Bibliothek in der Handtasche. In: DiePresse.com. Die Presse Digital, 23. November 2007, abgerufen am 30. April 2012.
  3. Heise-online: Kindle die Zweite, 9. Februar 2009
  4. pocketnow.com: Kindle For Windows Phone 7 Available In The Marketplace, Zugriff am 19. Februar 2011
  5. Kindle im US-Amazon-Shop, abgerufen am 28. September 2011.
  6. Focus Online: Amazon bringt iPad-Konkurrenz und neue E-Book-Reader
  7. Amazon ändert Kindle Namensgebung, AllesEbook, abgerufen am 21. September 2014.
  8. www.amazon.de im Amazon-Shop, abgerufen am 12. Oktober 2012
  9. Der neue Kindle Paperwhite im Amazon-Shop, abgerufen am 4. September 2013.
  10. Der neue Kindle Paperwhite 3G im Amazon-Shop, abgerufen am 4. September 2013.
  11. amazon.com: Source Code Notice, Kernelquellen des Kindle
  12. Amazon Releases Kindle Source Code auf slashdot.org
  13. golem.de: Kindle-Auftragshersteller kauft E Ink, 2. Juni 2009
  14. a b winfuture.de: Kindle: Revolutionärer Bücher-iPod von Amazon?, 19. November 2007
  15. PC Games Hardware, 22. Juni 2010
  16. Amazon’s Kindle e-reader to go international (Memento vom 28. Januar 2010 im Internet Archive)
  17. Kindle 2 Teardown. iFixit.com. Abgerufen am 25. Februar 2009.
  18. golem.de: Amazon stellt Kindle 2 vor, 9. Februar 2009
  19. Kindle 2 Frequently Asked Questions. Amazon.com. Abgerufen am 11. Februar 2009.
  20. UR, Exclusively on Amazon’s Kindle (englisch). Stephen King. Abgerufen am 10. Februar 2009.
  21. lesen.net: Amazon Kindle DX
  22. lesen.net: Amazon Kindle DX kommt gut an, 12. Juni 2009
  23. Alexander Zollondz: Amazon Kindle Touch: Jailbreak und Sicherheitslücke. In: netzwelt. 16. Juli 2012, abgerufen am 17. Juli 2012.
  24. Annika Demgen: Kindle Touch: Amazon beendet den Verkauf des E-Book-Readers. In: netzwelt. 23. Oktober 2012, abgerufen am 14. Oktober 2012.
  25. Michael Knott: E-Reader: Amazon Kindle Paperwhite kommt nach Deutschland. In: netzwelt. 12. Oktober 2012, abgerufen am 12. Oktober 2012.
  26. Customer Showcase: Kindle Paperwhite by Amazon. In: E Ink. Abgerufen am 6. Oktober 2012 (englisch, ca 62 % mehr Pixel: 800*600*1.62/1024=759.375).
  27. Amazon Kindle Paperwhite erhält unbemerkt mehr Speicher. ComputerBase, abgerufen am 11. August 2014.
  28. Kindle Paperwhite – Touch Screen EReader with Built-In Light. Amazon.com, 12. Oktober 2012, abgerufen am 7. September 2012.
  29. Amazon.com Message. In: amazon.com. 14. Oktober 2012, abgerufen am 14. Oktober 2012 (englisch).
  30. John Gruber: Daring Fireball: Kindle Paperwhite. In: daringfireball.net. 12. Oktober 2012, abgerufen am 15. Oktober 2012 (englisch, There should not just be buttons for page-turning, but great buttons. […] require fonts that were chosen or designed with the limitations of e-ink in mind. […] a dedicated e-reader in 2012 has no excuse for not including a good auto-hyphenation algorithm).
  31. Amazon.com Help: Kindle Paperwhite Software Update 5.3.0. In: amazon.com. 7. November 2012, abgerufen am 10. November 2012 (englisch).
  32. E Ink Carta. E Ink Holding, 5. September 2013, abgerufen am 5. September 2013 (PDF; 1,1 MB).
  33. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatKindle-Blitzangebot. Amazons Geburtstagsparty dauert 90 Sekunden. 15.10.2013, abgerufen am 22. April 2016.
  34. Kindle Oasis offiziell vorgestellt: Alle Details und Informationen (Kommentare). allesebook.de, abgerufen am 27. April 2016.
  35. Kindle Cloud Reader bei Amazon.com (englisch).
  36. amazon.com: See a Kindle in Your Area
  37. Daniel Dubsky: Amazon Kindle kommt vorerst nicht nach Deutschland, ITespresso, 29. Juni 2009
  38. boersenblatt.net: Amazon Kindle 60 Dollar billiger, 10. Juli 2009
  39. lesen.net: Kindle-Klon aus China, 12. Juli 2009
  40. Business Wire: Verkaufszahlen des Kindle steigen im zweiten Quartal mit jedem Monat Finanznachrichten.de, 20. Juli 2010
  41. ebookreader-und-ebooks.de: Amazon.com verkauft mehr E-Books als normale Bücher, 20. Mai 2011
  42. Amazon.com Now Selling More Kindle Books Than Print Books. News Release bei Amazon.com vom 19. Mai 2011.
  43. computerbase.de: Amazons Kindle bereits millionenfach verkauft?, 30. Januar 2010
  44. Nearly 18 Million Media Tablets Shipped in 2010 with Apple Capturing 83 % Share; eReader Shipments Quadrupled to More Than 12 Million Pressemeldung von IDC vom 10. März 2011.
  45. Rita Deutschbein: Amazon verkauft eine Million Kindle-Reader & Tablets pro Woche. Meldung bei teltarif.de vom 16. Dezember 2011.
  46. Alistair Barr: Amazon touts ‘one million per week’ Kindle sales. Meldung bei itnews.com.au vom 19. Dezember 2011.
  47. Amazon: Kindle Direct Publishing: Preis-Seite Abgerufen am 19. März 2012.
  48. Kindle Direct Publishing:Hilfe
  49. golem.de: Kindle-Besitzer aufgeschmissen nach Account-Sperrung, 17. April 2009
  50. defective by design.org: The Kindle Swindle, 12. Dezember 2007
  51. Video morgenmagazin: eBook Händler können Lizenzen auflösen – Nutzungsrechte erklärt von Axel Kossel vom c’t-Magazin in der ZDFmediathek, abgerufen am 24. Juli 2009 (offline)
  52. The New York Times: Brad Stone: Amazon Erases Orwell Books From Kindle, 17. Juli 2009
  53. cnet-news: Amazon says it won’t repeat Kindle book recall, 17. Juli 2009
  54. Spiegel online: US-Autoren halten neuen Kindle für illegal, 11. Februar 2009
  55. Nutzungsbedingungen Stand 28. September 2011 (abgerufen am 21. März 2012)