Ambon (Stadt)

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Kota Ambon
Ambon
Ambon (Molukken-Papua)
Ambon (3° 42′ 0″ S, 128° 10′ 0″O)
Ambon
Koordinaten 3° 42′ S, 128° 10′ OKoordinaten: 3° 42′ S, 128° 10′ O
Lage
Symbole
Wappen
Wappen
Basisdaten
Staat Indonesien

Geographische Einheit

Maluku
Provinz Maluku
Kota Ambon
Höhe 3 m
Fläche 254,4 km²
Einwohner 350.715 (2020)
Dichte 1.378,7 Ew./km²
Blick auf Ambon
Blick auf Ambon

Ambon ist die größte Stadt und der bedeutendste Hafen der gleichnamigen Insel und zugleich Hauptstadt der indonesischen Provinz Maluku. Die Stadt ist mit 350.715 Einwohnern (2020)[1] eine der größten Städte im Osten Indonesiens. Um 2000 kam es hier immer wieder zu schweren Ausschreitungen zwischen Christen und Muslimen.

Ambon verfügt über einen Flughafen und ist Sitz der staatlichen Pattimura-Universität sowie der privaten protestantischen Christlichen Universität von Maluku. Hier befindet sich der größte Stützpunkt der indonesischen Marine im Osten des Landes.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bastion Groningen des Forts Victoria.

Ambon wurde durch die Portugiesen im Jahr 1526 besiedelt, die Ambon als wichtigen Stützpunkt für den lukrativen Gewürzhandel mit den Molukken nutzten. Die Portugiesen wurden 1609 von den Niederlanden als Kolonialmacht abgelöst, die, bis auf eine kurze britische Herrschaft zu Beginn des 19. Jahrhunderts, bis ins 20. Jahrhundert die Regierungsgewalt ausübte. Die Niederländer errichteten hier das Fort Victoria, das die Siedlung schützte, deren Bewohner in Orang burger, den niederländische Bürger, und Orang negri, einheimische Bevölkerung, unterteilt waren. Auch Araber, Chinesen und einige Portugiesen siedelten in der Stadt, die die Niederländer zum Marinestützpunkt ausbauten.

1942 eroberten die Japaner Ambon. Nach deren Vertreibung kam es zur Unabhängigkeitsbewegung gegen die Niederländer, die in der Souveränität Indonesiens endete. Bald aber entwickelte sich auf den Molukken eine Widerstandsbewegung gegen die neue zentralistische Herrschaft Indonesiens. Ein eigener Staat, die Republik Maluku Selatan, wurde ausgerufen, doch konnte Jakarta die Rebellion 1950 innerhalb weniger Wochen gewaltsam unterdrücken.

Religiöse Unruhen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Christlich-muslimische Auseinandersetzungen, die am 19. Januar 1999 begannen, eskalierten so sehr, dass weite Teile der Stadt zerstört wurden. Die indonesische Polizei erwies sich als nicht in der Lage, für eine Beruhigung zu sorgen, sondern beteiligte sich zum Teil selbst je nach religiöser Ausrichtung der Polizisten an den Unruhen. Besonders das indonesische Militär spielte eine fatale Rolle und ließ unter Missachtung von Regierungsbefehlen Tausende von Kämpfern des islamistischen Laskar Jihad ungehindert auf ihrem Weg von Java zu den Molukken passieren. Dies trug entscheidend zur Eskalation der Kämpfe bei, die auf den gesamten Molukken schätzungsweise 10.000 Menschen das Leben kosteten, die meisten davon Christen. Immer wieder kam es in der darauffolgenden Zeit zu Ausschreitungen und Übergriffen sowie im Jahr 2004 auch zu mehreren Bombenanschlägen. Seit 2005 hat sich die Situation allerdings wieder relativ beruhigt.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ambon (Stadt) mit den Zerstörungen infolge der Kämpfe 2001

Der Internationale Flughafen Pattimura bei der Siedlung Laha am Nordufer der Bucht von Ambon wird von mehreren indonesischen Linienfluggesellschaften angeflogen und stellt inzwischen eine Drehscheibe des Luftverkehrs für den gesamten Osten des Landes dar mit Direktverbindungen nach Jakarta, Surabaya, Makassar, Manado und Sorong sowie zahlreichen kleinen Flughäfen der Region. Der Flughafen ist mit der Stadt durch eine zweispurige Schnellstraße verbunden, die seit Fertigstellung der Hochbrücke (Jembatan Merah Putih) über die Bucht (Eröffnet April 2016) direkt im Stadtzentrum endet. Weiterhin verkehren zwischen Rumah Tiga und Batu Merah Autofähren, zur Hauptverkehrszeit im 10-Minuten-Takt. Der Hafen der Stadt ist auch Knotenpunkt für acht Fährlinien, die die umliegenden Inseln bedienen.

Tourismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Stadt selbst befinden sich mehrere Mittelklassehotels für Geschäftsreisende. Für Touristen bieten sich an Land wenige Sehenswürdigkeiten, die Bucht hat sich jedoch bei Sporttauchern einen besonders guten Ruf für Beobachtungen von seltenen Kleinlebewesen erworben (sog. „Muck Diving“), sodass sich mehrere Tauchbasen und kleine Taucher-Hotelanlagen angesiedelt haben. Die Bucht von Ambon wird daher auch regelmäßig von Tauchreise-Schiffen angelaufen.

Klimatabelle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Ambon
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) 32,3 32,2 31,6 31,5 30,2 29,4 28,5 28,9 29,9 31,4 32,5 33,1 Ø 31
Min. Temperatur (°C) 22,1 21,8 22,9 22,8 22,8 22,2 22,3 22,4 21,9 22,3 22,6 24,0 Ø 22,5
Niederschlag (mm) 21 44 101 299 402 817 647 457 241 239 196 175 Σ 3639
Sonnenstunden (h/d) 6,2 6,6 6,8 5,9 5,1 4,0 3,7 3,6 5,0 6,2 7,3 6,5 Ø 5,6
Regentage (d) 4 10 13 26 22 27 26 22 16 15 17 19 Σ 217
Luftfeuchtigkeit (%) 79 79 80 83 85 87 86 85 84 83 81 80 Ø 82,7
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22,8
30,2
22,8
29,4
22,2
28,5
22,3
28,9
22,4
29,9
21,9
31,4
22,3
32,5
22,6
33,1
24,0
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
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44
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402
817
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457
241
239
196
175
  Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Ambon – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Visualisasi Data Kependudukan. In: ArcGIS Web Application. Abgerufen am 11. Januar 2021 (indonesisch).