Ameisenbekämpfung

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Köderdose mit Ameisengift

Die Bekämpfung von Ameisen ist notwendig, wenn diese die Sicherheit von Einrichtungen gefährden, als störend empfunden werden oder ein hygienisches Problem darstellen.[1] Manche Ameisen sind zudem Pflanzenschädlinge.[2] Dabei werden verschiedene Strategien verfolgt,[3] die auch kombiniert werden:[4]

  • Vergrämung: Ameisen lassen sich durch stark riechende Stoffe, wie Essig, Teebaumöl, Zimt, Majoran und Lavendel abschrecken.[5]
  • Klebefallen: Ameisen bleiben auf der Oberfläche von Klebefallen haften. Diese Methode dient in erster Linie dem Schädlingsmonitoring.[6] Eine Bekämpfung mit Klebefallen ist aufwendig.[4]
  • Ertränken: Mehr oder weniger nahrhafte Flüssigkeiten (Bier, Likör etc.) werden in innen steilwandigen glatten Behältern (Schüsseln) angeboten und ggf. mit zusätzlichen Lockstoffen (z. B. Honig oder Zucker) versehen, in denen die Ameisen ertrinken.[3]
  • Vergiftung: Insektizide werden als Granulat, Gel, Spray oder in speziellen Köderdosen in der Nähe der Ameisenstraße oder des Nestes appliziert. Da die Arbeiterinnen eines Ameisenstaates den Wirkstoff der Köder auch als Futter ins Nest verschleppen, wird die ganze Kolonie betroffen. Als Gifte kommen unter anderem Fipronil, Permethrin und Spinosad zum Einsatz.[7][8] Als Hausmittel gelten ameisengiftige haushaltsübliche Stoffe wie Backpulver oder Kaffeesatz.[3] Das im Backpulver enthaltene Natriumhydrogencarbonat wirkt, indem es den pH-Wert in dem Körper der Tiere verändert.[9] Gegen die Mitte des 19. Jahrhunderts aus den tropischen Gebieten nach Europa eingeschleppte, etwa zwei Millimeter große Pharaoameise sind übliche Ameisenfallen unwirksam, da diese Art frische, eiweißreiche Nahrung bevorzugt.[2]
  • Umsiedlung: Bei der Umsiedlung eines Ameisenvolks wird ein mit Nestbaumaterial befülltes Gefäß auf oder neben das Nest gestellt. Sobald das Volk in das Gefäß umgesiedelt ist, wird dieses an einen anderen Ort verbracht.[5]
  • Errichtung von Barrieren: Ein Abdichten der betroffenen Einrichtung z. B. durch Dämmstoffe und Verfugung verhindert ein Eindringen der Insekten.[3]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Pharaoameise. (Nicht mehr online verfügbar.) In: Lexikon der Schädlinge. Archiviert vom Original am 24. August 2017; abgerufen am 26. Juli 2019.
  2. a b Hausmittel gegen Ameisen im Haus - das hilft wirklich! In: gartenlexikon.de. Abgerufen am 16. Dezember 2017.
  3. a b c d Ameisenbekämpfung - biologische Mittel für Haus und Rasen. gartenlexikon.de, abgerufen am 16. Dezember 2017.
  4. a b Julia Lenders: So kämpft die Stadt gegen die Ameisen-Plage. Abendzeitung, 7. Mai 2013, abgerufen am 13. Dezember 2017.
  5. a b Ameisen im Garten und Haus bekämpfen. In: heimwerker.de. Abgerufen am 16. Dezember 2017.
  6. Glänzendschwarze Holzameise Lasius fuliginosus. (Nicht mehr online verfügbar.) In: Lexikon der Schädlinge. Archiviert vom Original am 17. Dezember 2017; abgerufen am 26. Juli 2019.
  7. Ameisengift – Die verschiedenen Wirkstoffe. In: ameisen-ratgeber.de. Abgerufen am 16. Dezember 2017.
  8. Ameisenköder – Gute Köder für Ameisen. In: ameisen-ratgeber.de. Abgerufen am 16. Dezember 2017.
  9. Christoph Drösser: Stimmt's: Softkill mit Soda. In: Die Zeit. 9. September 2013, ISSN 0044-2070 (zeit.de [abgerufen am 16. März 2019]).