Amelotatismus

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Amelotatismus (von griech. a „ohne“, melo „Glied“, tasis „Zuneigung“), auch Amputationsfetischismus genannt, ist eine sexuelle Präferenz für Menschen mit fehlenden Gliedmaßen. Sie ist eine Form des Deformationsfetischismus, der eine sexuelle Vorliebe für körperliche Verstümmelungen oder Missbildungen bezeichnet.[1]

Der Amelotatismus beinhaltet seltener die Apotemnophilie, dem Wunsch nach der Amputation eigener Gliedmaßen.[1] Unüblichere Bezeichnungen für diese Neigung sind Acrotomophilie, Amelotaphilie, Amputophilie, Amelotasis und Amputismus. Eine spezielle Form des Amelotatismus ist die sexuelle Bevorzugung gehbehinderter Partner, die als Abasiophilie bezeichnet wird.[2]

Im Regelfall ist Amelotatismus keine Krankheit. Insbesondere ist Amelotatismus nach internationalem Verständnis keine Form des sexuellen Fetischismus, da sich die Vorliebe nicht auf einen unbelebten Gegenstand richtet. Nimmt der Amelotatismus krankhafte Ausmaße an, kann eine „nicht näher spezifizierte Paraphilie“ diagnostiziert werden. Lediglich bei Verwendung der US-amerikanischen Diagnoserichtlinien des DSM IV kann Amelotatismus bei krankhaftem Ausmaß als sexueller Fetischismus gewertet werden. In extremen Fällen bestehen Überschneidungen zum Sadismus und Masochismus mit Selbstverstümmelungen.[1]

Im Zuge des Special Interest bezeichnen sich Amelotatisten häufig als devotee (Abkürzung devo), admirer, mancophil oder amelo.

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Für Menschen mit Behinderung und ihr Umfeld kann die Begegnung mit Amelotatisten zu seelischen Problemen führen, dies ist aber nicht zwingend der Fall. Es gibt Berichte über psychische Zusammenbrüche ebenso wie über glückliche Paare in verschiedensten Konstellationen und verschiedenstem Umgang mit dem Thema, sei es miteinander oder mit sich selbst.

Amelotatisten fühlen sich von ihrer Neigung häufig beeinträchtigt und haben nur bedingt Möglichkeiten, ihre Präferenz auszuleben und entsprechende soziale Kontakte aufzubauen. Seit dem Ende der 1990er Jahre entwickelt sich, unter Einfluss neuer Medien wie dem Internet, eine stärkere Vernetzung von „Amelos“.

In den meisten seriösen Foren von und für Behinderte sind Amelotatisten nicht gern gesehen, da die Bevorzugung der behinderten Person allein aufgrund ihres Handicaps zu Konflikten führen kann.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ilse Martin: Mancophilie – Zur Vollkommenheit fehlt nur ein Mangel. Homo-Mancus-Verlag, Maintal 2014, ISBN 978-3-9814104-1-9.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Belege[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Stichwörter „Amputationsfetischismus“ und „Deformationsfetischismus“ in Pschyrembel Wörterbuch Sexualität. Walter de Gruyter, Berlin 2003, ISBN 3-11-016965-7, S. 18 und S. 80.
  2. Stichwort „Abasiophilie“ in Pschyrembel Wörterbuch Sexualität. Walter de Gruyter, Berlin 2003, ISBN 3-11-016965-7, S. 1.