America (Band)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
America
America (1972), Gerry Beckley, Dan Peek und Dewey Bunnell (v. l. n. r.)
America (1972), Gerry Beckley, Dan Peek und Dewey Bunnell (v. l. n. r.)
Allgemeine Informationen
Genre(s) Rock
Gründung 1970
Auflösung 2003
Website venturahighway.com
Gründungsmitglieder
Dewey Bunnell
(* 19. Januar 1951)
Gesang, Gitarre
Dan Peek (bis 1977)
(* 1. November 1950; † 24. Juli 2011)
Gesang, Gitarre
Gerry Beckley
(* 12. September 1952)

America ist eine britisch-amerikanische Folk-Rock-Band, die Anfang der 1970er Jahre kommerziell am erfolgreichsten war. Zu ihren bekanntesten Hits zählen insbesondere A Horse With No Name und The Last Unicorn.

Bandgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dewey Bunnell, Dan Peek und Gerry Beckley, alle drei Sänger und Akustik-Gitarristen, waren Kinder von in Großbritannien stationierten US-Soldaten.[1] Sie hatten sich 1967 auf der Central High-School in London kennengelernt und sammelten erste Bühnenerfahrungen in Gruppen der Londoner Szene. 1969 formierten sie sich zu einem Projekt namens Daze,[2] unter dem Namen America bekam die Band einen Plattenvertrag mit Warner Brothers Records. A Horse With No Name,[3] 1971 in London verfasst und aufgenommen und im Januar 1972 veröffentlicht, war ihre erste Single. Sie erreichte Platz 3 der britischen und Platz 1 der US-amerikanischen Hitparade. Das erste Album America kam in Großbritannien auf Platz 14, in den USA stieß es wie die Single auf die Spitzenposition vor.

Ventura Highway, die erste Single vom zweiten Album Homecoming (1972), wurde ebenfalls ein Hit, Platz 8 in den US Charts. America gewann 1973 einen Grammy Award in der Kategorie Best New Artist. Homecoming war in den USA sehr erfolgreich, in England etwas weniger.

Das dritte Album Hat Trick blieb hinter den Erwartungen zurück. Auf diesem Album befindet sich unter anderem das Stück Muskrat Love, das die Gruppe bereits 1971 aufgenommen hatte. Das Lied wurde als Single ausgekoppelt, erreichte aber lediglich Platz 67 der US-Charts. Das vierte Album Holiday (mit George Martin als Produzenten) brachte America mit den beiden Hit Singles Tin Man Platz 4 und Lonely People Platz 5 der US Charts wieder auf die Erfolgsspur.

Das nächste Album Hearts (1975) enthielt den zweiten US-amerikanischen Nummer-eins-Hit der Band, Sister Golden Hair. Das Album Hideaway von 1976 war dagegen nicht sehr erfolgreich. In der Folge verließ Dan Peek die Gruppe und das verbleibende Duo brachte in den späten 1970ern und am Anfang der 1980er nur noch wenig beachtete Alben heraus.

1983 erfolgte ein Comeback: Die von Russ Ballard geschriebene Single You Can Do Magic aus dem Album View from the Ground erreichte Platz acht der US-Charts. Die ebenfalls von Russ Ballard geschriebene Single The Border erreichte 1983 Platz 33 in den US Single Charts und war seither der letzte Single Hit für America in den USA. Speziell in Deutschland war America mit dem von Jimmy Webb komponierten Soundtrack zum Zeichentrickfilm „Das letzte Einhorn“ (The Last Unicorn) nach dem US-amerikanischen Autor Peter S. Beagle Anfang 1984 erfolgreich.

Nachdem es um die Band in den späteren 80er und 90er Jahren etwas ruhiger wurde, erschien Anfang 2007 das sechzehnte Studioalbum Here and Now auf SonyBMGs neuem Label Burgundy Records. Unter Mitwirkung bekannter Gastmusiker wie Ryan Adams und Ben Kweller entstanden zwölf Songs, die von Kritikern wie auch von der Fangemeinde positiv aufgenommen wurden. Um ein möglichst breites Publikum zu erreichen, entschied man, dem Album eine Bonus-CD mit einem aktuellen Live-Mitschnitt beizufügen: Innerhalb der Reihe „XM’s Then Again“ des amerikanischen Senders XM Radio wurde hierfür das komplette Album History: America’s Greatest Hits live gespielt. Die Gruppe ist auch heute noch aktiv. America tourt mehrere Monate im Jahr überwiegend durch die Vereinigten Staaten. Zuletzt erschien z. B. eine Live-DVD mit einer Konzertaufzeichnung.

Dan Peek wurde nach einer überstandenen Alkohol- und Drogensucht Anhänger der Erweckungsbewegung und veröffentlichte einige Alben mit zeitgenössischer christlicher Musik. Er starb überraschend am 24. Juli 2011 im Alter von 60 Jahren.[4]

Diskografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Studioalben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Titel Chartplatzierungen[5][6] Anmerkungen
DeutschlandDeutschland DE Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich UK Vereinigte StaatenVereinigte Staaten US
1971 America
300! 14
(13 Wo.)
1
PlatinPlatin

(40 Wo.)
1972 Homecoming
300! 21
(5 Wo.)
9
PlatinPlatin

(32 Wo.)
1973 Hat Trick
300! 41
SilberSilber

(3 Wo.)
28
(18 Wo.)
1974 Holiday
300! 300!
SilberSilber
3
GoldGold

(53 Wo.)
1975 Hearts
300! 300!
SilberSilber
4
GoldGold

(44 Wo.)
1976 Hideaway
300! 300! 11
GoldGold

(22 Wo.)
1977 Harbor
300! 300! 21
(14 Wo.)
1979 Silent Letter
300! 300! 110
(6 Wo.)
1980 Alibi
300! 300! 142
(6 Wo.)
1982 View from the Ground
300! 300! 41
(28 Wo.)
1983 Your Move
61
(2 Wo.)
300! 81
(14 Wo.)
1984 Perspective
300! 300! 185
(3 Wo.)
2007 Here & Now
300! 300! 52
(2 Wo.)

Weitere Veröffentlichungen

  • 1994: Hourglass
  • 1998: Human Nature
  • 2011: Hits - 40th Anniversary Edition
  • 2011: Back Pages
  • 2015: Lost & Found
  • 2015: Archives, Vol 1
  • 2017: Heritage: Home Recordings/Demos 1970-1973

Kompilationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Titel Chartplatzierungen[5] Anmerkungen
DeutschlandDeutschland DE Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich UK Vereinigte StaatenVereinigte Staaten US
1975 History: America’s Greatest Hits
300!
PlatinPlatin
60
SilberSilber

(1 Wo.)
3
VierfachplatinVierfachplatin

(63 Wo.)
2001 The Definitive America
300! 87
(1 Wo.)
300!
The Complete Greatest Hits
300! 300! 152
(5 Wo.)

Weitere Veröffentlichungen

  • 1981: America’s Gold
  • 1991: Encore: More Greatest Hits
  • 1992: Ventura Highway & Other Favorites
  • 1996: Premium Gold Collection
  • 1998: The Legendary America
  • 2000: Highway
  • 2002: Holiday Harmony
  • 2004: A Horse With No Name & Other Hits
  • 2006: The Definitive Pop Collection
  • 2008: Only the Best of America
  • 2010: Collectables Classics
  • 2013: Original Album Series
  • 2015: Playlist: The Very Best of America
  • 2015: The Warner Bros. Years 1971-1977
  • 2017: An Introduction To : America
  • 2018: The Archives: America
  • 2019: The Capitol Years
  • 2019: 50th Anniversary: The Collection
  • 2019: 50th Anniversary: Golden Hits

Livealben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Titel Chartplatzierungen[5] Anmerkungen
DeutschlandDeutschland DE Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich UK Vereinigte StaatenVereinigte Staaten US
1977 Live
300! 300! 129
(7 Wo.)

Weitere Veröffentlichungen

  • 1981: Live In Central Park
  • 1985: In Concert
  • 1995: Horse with No Name
  • 1995: In Concert (King Biscuit)
  • 2002: The Grand Cayman Concert
  • 2008: Live in Concert: Wildwood Springs
  • 2015: Sigma Sound Studio 1972
  • 2016: Universal Amphitheatre L.A. 1978
  • 2018: Live Whisky A-Go-Go 1972
  • 2019: Live In Central Park 1979

Singles[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Titel
Album
Chartplatzierungen[5] Anmerkungen
DeutschlandDeutschland DE Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich UK Vereinigte StaatenVereinigte Staaten US
1972 A Horse with No Name
America
300! 3
SilberSilber

(16 Wo.)
1
GoldGold

(14 Wo.)
I Need You
America
300! 300! 9
(10 Wo.)
Ventura Highway
Homecoming
300! 43
(4 Wo.)
8
(12 Wo.)
1973 Don’t Cross the River
Homecoming
300! 300! 35
(8 Wo.)
Only in Your Heart
Homecoming
300! 300! 62
(5 Wo.)
Muskrat Love
Hat Trick
300! 300! 67
(8 Wo.)
1974 Tin Man
Holiday
300! 300! 4
(18 Wo.)
Lonely People
Holiday
300! 300! 5
(14 Wo.)
1975 Sister Golden Hair
Hearts
300! 300! 1
(16 Wo.)
Daisy Jane
Hearts
300! 300! 20
(13 Wo.)
Woman Tonight
Hearts
300! 300! 44
(9 Wo.)
1976 Today’s the Day
Hideaway
300! 300! 23
(12 Wo.)
Amber Cascades
Hideaway
300! 300! 75
(4 Wo.)
1979 California Dreamin’
California Dreaming O.S.T.
300! 300! 56
(5 Wo.)
1982 You Can Do Magic
View from the Ground
300! 59
(3 Wo.)
8
(20 Wo.)
Right Before Your Eyes
View from the Ground
300! 300! 45
(13 Wo.)
1983 The Border
Your Move
300! 300! 33
(12 Wo.)
1984 The Last Unicorn
The Last Unicorn O.S.T.
38
(9 Wo.)
300! 300!
1994 Young Moon
Hourglass
79
(6 Wo.)
300! 300!

Weitere Veröffentlichungen

  • 1973: Rainbow Song
  • 1974: Green Monkey
  • 1975: Simple Life
  • 1976: She’s a Liar
  • 1976: Jet Boy Blue
  • 1977: God of the Sun
  • 1977: Don’t Cry Baby
  • 1977: Slow Down
  • 1979: Only Game in Town
  • 1979: All My Life
  • 1979: All Around
  • 1980: You Could Have Been the One
  • 1980: Hangover
  • 1980: Survival
  • 1982: Jody
  • 1983: Cast the Spirit
  • 1984: Special Girl
  • 1984: Can’t Fall Asleep to a Lullaby (feat. Steve Perry)
  • 1990: The Last Two to Dance
  • 1994: Hope
  • 1995: Hark! The Herald Angels Sing
  • 1998: From a Moving Train
  • 1998: Wednesday Morning
  • 1998: Moment to Moment
  • 2002: Winter Wonderland
  • 2007: Chasing the Rainbow
  • 2007: Ride On
  • 2015: Driving

Auszeichnungen für Musikverkäufe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Land/Region Silver record icon.svg Silber Gold record icon.svg Gold Platinum record icon.svg Platin Verkäufe Quellen
DeutschlandDeutschland Deutschland (BVMI) 0! S 0! G 1 500.000 musikindustrie.de
Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten (RIAA) 0! S 4 6 8.500.000 riaa.com
Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Vereinigtes Königreich (BPI) 5 0! G 0! P 440.000 bpi.co.uk
Insgesamt 5 4 7

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

RSH-Gold

  • 1995: in der Kategorie „Kultband des Jahres“[7]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Jon Pareles, Patricia Romanowski (Hrsg.): The Rolling Stone Encyclopedia Of Rock & Roll. Rolling Stone Press / Michael Joseph, London: 1983, S. 11.
  • Frank Laufenberg, Ingrid Hake: Rock- und Poplexikon. Bd. 1: ABBA – Kay Kyser. Econ Verlag, Düsseldorf / Wien 1994, S. 33.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. America, die Band: Wie, das ist nicht von Neil Young? bei spiegel.de, abgerufen am 28. August 2015
  2. America bei munzinger.de, abgerufen am 28. August 2015
  3. Bronson. Fred: The Billboard Book of Number One Hits. 3. überarbeitete und erweiterte Aufl. New York City, New York: Billboard Publications, 1992, S. 309
  4. Offizielle Website von Dan Peek
  5. a b c d Chartquellen: DE UK US
  6. Auszeichnungen: US
  7. RSH-Gold Verleihung 1995

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: America (band) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien