American Jewish Committee

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American Jewish Committee
(AJC)
Zweck: Förderung des jüdischen Volkes, des Staates Israel, von Menschenrechten und demokratischen Werten.
Vorsitz: Stanley M. Bergman (Präsident)
David Harris (Geschäftsführer)
Gründungsdatum: 1906
Sitz: New York City
Website: http://www.ajc.org/

Das American Jewish Committee (deutsch: Amerikanisch-Jüdisches Komitee) ist eine US-Organisation, die ihre Aufgabe darin sieht,

„Beschützer des Wohls und der Sicherheit der Juden in den USA, in Israel und der ganzen Welt zu sein; die Prinzipien des Pluralismus als beste Verteidigung gegen Anti-Semitismus und andere Engstirnigkeit weltweit zu stärken und die Qualität jüdischen Lebens in Amerika durch Sicherung des jüdischen Fortbestehens und Vertiefung der Bindungen zwischen amerikanischen und israelischen Juden zu verbessern.“ (Motto)

Die Organisation wurde 1906 in New York unter Beteiligung des Reformrabbiners Judah Leon Magnes (1877–1948) gegründet, der bis kurz vor seinem Tod ihr Leiter war.

Gegenwärtig (2014) unterhält das AJC in den USA ihr nationales Büro in New York City und 33 lokale Büros in den USA. In Europa unterhält das AJC das Lawrence & Lee Ramer Institute for German-Jewish Relations in Berlin, das AJC Transatlantic Institute in Brüssel und weitere Büros in Paris und Rom. In Genf ist das AJC seit 1993 mit dem Watchdog-Büro UN Watch vertreten.

Die Bedeutung der Organisation unterstreicht die Feier zum hundertsten Jahrestag am 4. Mai 2006, auf der George W. Bush, Kofi Annan und, mit Angela Merkel, erstmals ein deutscher Bundeskanzler als Redner auftraten. Zum Jubiläum sammelte die Vereinigung für ihre Ziele in fünf Jahren 105 Millionen Dollar von 1600 Spendern. Ehrenpräsident ist Alfred H. Moses.

Seit 2009 kann beim AJC ein österreichischer Gedenkdienst abgeleistet werden.

Die Organisation ist nicht zu verwechseln mit dem American Jewish Congress oder dem American Jewish Council.

Aktivitäten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das AJC betreibt, neben UN Watch (1993), seit 1981 das Dorothy and Julius Koppelman Institute on American Jewish-Israeli Relations zur Intensivierung der Beziehungen jüdischer Gemeinden der USA und Israels. Das Projekt Interchange finanziert Bildungsreisen politischer, ethischer und religiöser Führer der Welt nach Israel. AJC führte Befragungen zum Wissen über den Holocaust und das Verständnis des Judentums in Osteuropa, Skandinavien und unter den in die USA eingewanderten russischen Juden durch.

Seit 2005 fährt das AJC eine Kampagne zur Reform der Vereinten Nationen mit dem Ziel, die von ihr reklamierte Ungleichbehandlung Israels im Zusammenhang mit Menschenrechtsfragen in den Palästinensischen Autonomiegebieten zu stoppen. Dabei fordert es, den Modus der Dringlichkeitssitzungen der UN-Generalversammlung, bei denen Israel häufig verurteilt wird, zu verändern sowie verschiedenen UN-Abteilungen die finanziellen Mittel zu entziehen (Abteilung für Palästinenserrechte, Komitee für unveräußerliche Rechte des palästinensischen Volkes, Sonderkomitee zur Untersuchung israelischer Praktiken in den besetzten Gebieten.). Auch der Umbau des UNCHR war ein wesentliches Ziel des AJC.

2008 wurde vom American Jewish Committee auf einer internationalen Konferenz das European Forum on Antisemitism (EFA) gegründet.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • David Engel: American Jewish Committee, in: Dan Diner (Hrsg.): Enzyklopädie jüdischer Geschichte und Kultur (EJGK). Band 1, Metzler, Stuttgart/Weimar 2011, S. 67–72

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Koordinaten: 40° 45′ 36″ N, 73° 58′ 6″ W