American Petroleum Institute

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Das American Petroleum Institute (abgekürzt API) ist der größte Interessenverband der Öl- und Gasindustrie einschließlich der petrochemischen Industrie in den USA. Dem API mit Sitz in Washington, D.C. gehören ca. 400 Unternehmen an (Stand August 2005).

Arbeitsgebiete[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Institut äußert sich zu Themen wie der Ausbeutung von Lagerstätten, Ölverbrauch, Steuern, Handel, Umwelt- und Arbeitsschutz. Ein wichtiges Arbeitsgebiet ist die Erarbeitung von technischen Richtlinien und Standards. Der Einfluss des API geht weit über die USA hinaus.

Die vom API herausgegebenen technischen Richtlinien sind vergleichsweise umfassend und anspruchsvoll. Die Richtlinien werden nicht von unabhängigen Einrichtungen, sondern von Fachleuten aus dem im Verband zusammengeschlossenen Unternehmen erarbeitet.

Vom API liegen Spezifikationen für Motoröle vor (siehe: Schmieröl). Andere Richtlinien beschäftigen sich beispielsweise mit der Ausführung von Maschinen, Öltransport auf Schiffen, Wartung von Apparaten und der Ausführung von Sicherheitseinrichtungen.

Organisierte Klimaskepsis[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im April 2016 wurde bekannt, dass das API bereits 1968, und damit rund zwei Jahrzehnte vor der Öffentlichkeit, vom Stanford Research Institute darüber informiert worden war, dass der Ausstoß von Kohlenstoffdioxid durch die Verbrennung fossiler Energieträger erhebliche Gefahren für die Erde bergen würde. Unter anderem warnten Wissenschaftler das API davor, dass der menschengemachte Klimawandel u.a. zu einem Abschmelzen der Arktis sowie einem Meeresspiegelanstieg führen würde. In der Öffentlichkeit bestritt das API hingegen jahrzehntelang, dass die Existenz des Klimawandels wissenschaftlich fundiert sei.[1]

Stattdessen untergrub das API wie auch andere Lobbyorganisationen und Unternehmen der Branche der fossilen Energien zur Wahrung der eigenen Geschäftsziele die Klimaforschung und Klimapolitik vorsätzlich. Unter anderem finanzierte das API klimaskeptische Wissenschaftler, konservative Think Tanks, die die Existenz der globalen Erwärmung leugneten, und diverse Frontorganisationen der organisierten Klimaskepsis, darunter u.a. die Global Climate Coalition. Diese wurde zunächst auch von William O'Keefe vom American Petroleum Institut geleitet und engagierte sich sehr stark im Kampf gegen die US-amerikanische Ratifizierung des Kyoto-Protokolls. Es spielte jedoch auch eine entscheidende Rolle bei den Angriffen auf den IPCC-Leitautoren Benjamin D. Santer, die die Diskreditierung des Zweiten Sachstandsberichts des IPCC sowie des Weltklimarats insgesamt zum Ziel hatten; im Nachhinein stellten sie sich als unbegründet heraus.[2]

Zu den gesponsrten Personen zählt unter anderem Willie Soon, dessen Arbeiten von viele Klimaskeptikern als Beleg gegen die menschengemachte globale Erwärmung angeführt werden, von Klimaforschern aber wegen schwerer methodischer und inhaltlicher Mängel abgelehnt werden.[3]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Oil industry knew of 'serious' climate concerns more than 45 years ago. In: The Guardian, 13. April 2016. Abgerufen am 15. April 2016.
  2. Riley E. Dunlap, Aaron M. McCright: Organized Climate Change Denial, in: John S. Dryzek, Richard B. Norgaard, David Schlosberg (Hrsg). The Oxford Handbook of Climate Change and Society. Oxford University Press 2011, S. 144-160, insb. 148-150.
  3. Deeper Ties to Corporate Cash for Doubtful Climate Researcher. In: The New York Times, 21. Februar 2015. Abgerufen am 21. April 2016.