Amiga 500

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Amiga 500
Amiga 500 mit RGB-Monitor 1084S, Maus und externem Diskettenlaufwerk A1010. Auf dem Bildschirm ist die Workbench zu sehen.
Hersteller Commodore International
Typ Heimcomputer
Veröffentlichung 1987
Produktionsende 1991
Neupreis 1.100–1.200 DM[1][2][3]
Prozessor Motorola 68000 @ 7,15909 MHz (NTSC)
7,09379 MHz (PAL)
Arbeitsspeicher 512 kB (10,8 MB maximum ohne Turbokarte)
Grafik max. 640 × 256 Pixel (PAL)
max. 640 × 200 Pixel (NTSC)
max. 8 Sprites
6-Bit-Farbtiefe,
12-bit-Farbpalette
Sound 4 × 8-Bit-PCM-Kanäle
Datenträger 880 kB Diskettenlaufwerk
Betriebssystem AmigaOS 1.2 (1987)
AmigaOS 1.3 (ab 1988)
Vorgänger Amiga 1000
Nachfolger Amiga 500 Plus

Der Amiga 500 ist der meistverkaufte Amiga-Computer von Commodore. Er wurde im Mai 1987 auf der CeBit zusammen mit dem Amiga 2000 vorgestellt und besitzt ähnliche Leistungsdaten wie dieser. Zielgruppe für den Rechner waren vor allem Privatanwender mit kleinerem Geldbeutel.[4][5]

Zulasten der Aufrüstbarkeit wurde auf ein Desktop- bzw. Towergehäuse verzichtet und stattdessen ein Design gewählt, das dem des Commodore 128 ähnelte. Der Amiga 500 war – mehr noch als der Amiga 2000 – zu seiner Zeit besonders als Spielecomputer beliebt, da Bild- und Tonqualität dem damals üblichen PC deutlich überlegen waren.

Marktpolitisch war der Amiga 500 vor allem als Antwort auf den erfolgreichen Konkurrenten Atari ST konzipiert. In der Praxis erfüllte der Amiga 500 die ihm zugedachte Rolle und hängte den Atari ST im Wettbewerb deutlich ab.[6][7] Allerdings verschob er das allgemeine Image der Amiga-Modellreihe weiter deutlich in Richtung eines „Spielcomputers“.

Technische Details[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Amiga 500 von 1987

Prozessor[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Amiga 500 besitzt eine mit 7,09 MHz (PAL-Variante) bzw. 7,16 MHz (NTSC-Variante) getaktete Motorola 68000-CPU und 512 KByte Arbeitsspeicher. Dieser kann mittels zweier Erweiterungs-Slots um 512 KByte und 8 MByte ausgebaut werden, so dass maximal 9 MByte Speicher zur Verfügung stehen.[8]

Betriebssystem[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den Jahren 1987 und 1988 wurde der Amiga 500 mit dem Amiga-Betriebssystem AmigaOS 1.2 (Kickstart) ausgeliefert, ab 1988 wurde dieses durch die verbesserte und leicht umfangreichere Version 1.3 abgelöst.

Ton[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Amiga 500 verfügt über eine Stereo-Tonausgabe, die pro Stereo-Kanal über 2 8-Bit-PCM-Kanäle realisiert ist. Der für die Tonausgabe zuständige Chip wurde von MOS Technology, einer Tochterfirma von Commodore, entwickelt und hergestellt.[9]

Schnittstellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stromversorgung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Amiga 500 wird über eine 5-polige Buchse mit einem externen Netzteil mit Spannung versorgt. Wie beim Amiga 1200 muss an den Amiga 500 ein spezielles, mit eigenem Netzschalter versehenes Netzteil angeschlossen werden, da der Amiga 500 keinen Netzschalter hat.

Serieller Anschluss[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Über den 25-poligen Sub-D-Stecker wird ein RS232 Interface zur Verfügung gestellt, zusätzlich sind 2 Pins für Ein- und Ausgabe von Audiosignalen vorhanden.

Parallelanschluss[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Über eine 24-polige Sub-D-Buchse wird ein parallele Schnittstelle zu Verfügung gestellt. Im Gegensatz zum Vorgänger A1000 entspricht sie der gängigen Norm IEEE 1284.[10]

RGB-Video-Anschluss[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Über den 23-poligen Sub-D-Stecker des Amiga 500 wird ein RGB Video-Signal in analoger Form übertragen. Für die Synchronisation mit dem Monitor können entweder „Sync on Composite“ oder zwei separate Signale für vertikale und horizontale Synchronisation verwendet werden. Zusätzlich ist es möglich, eine externe Frequenz über diesen Anschluss einzuspeisen. Zum Anschluss an ein Fernsehgerät bot Commodore den A520-Adapter an.

Composite Video

Über den Cinch-Stecker wird ein BAS-Signal übertragen, das ein monochromes Bild darstellt.[9]

Diskettenanschluss[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

An dieser 23-poligen Sub-D-Buchse lassen sich bis zu drei externe Diskettenlaufwerke anschließen.

Audio[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Über die beiden Cinch-Buchsen wird ein Stereosignal übertragen.

Joystick-Anschlüsse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Über diese zwei 9-poligen Sub-D-Stecker können Joysticks, eine Maus oder ein Lichtgriffel angeschlossen werden.

Erweiterungsanschluss[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Über den Erweiterungsanschluss an der linken Seite lassen sich verschiedene Erweiterungen, wie eine Festplatte, mit dem Amiga 500 verbinden. Der Anschluss besteht aus Kupferflächen auf der Hauptplatine und ist direkt mit den Daten- und Adressleitungen des Prozessors verbunden.

Erweiterungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Arbeitsspeicher[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu den vorhandenen 512K Chip-Mem konnte der A500 sowohl über den internen Erweiterungsslot, als auch über den externen Expansionsport an der linken Seite auf bis zu 10,8 MB RAM aufgerüstet werden. Die klassische 512K Erweiterung A501 von Commodore enthielt auf der Platine auch noch eine batteriegepufferte Echtzeituhr[11]. Die Vergrößerung des Chip-Rams war im A500 nur durch gleichzeitigen Tausch des Grafikchips Agnus auf die ECS-Version möglich, erst dieser konnte überhaupt mehr als 512K Chip-Mem adressieren.[8]

Massenspeicher[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Betrieb des A500 erfolgt ursprünglich nur über das Diskettenlaufwerk, er verfügt über keine eingebaute Festplatte und auch keinen Controller dafür. Es gibt allerdings Anschlussmöglichkeiten, wie bspw. den linken Expansionsport, der für externe Festplatten genutzt werden kann, solche Erweiterungen gab es sowohl von Commodore (z. B. den A570[12]) als auch von Drittanbietern. Selbst heute noch wird fleißig an solchen Erweiterungen gebastelt. So gibt es USW-Laufwerke und sogar neue WLAN-Lösungen, um auf Medien-Server, auf welchen quasi die ganze Amiga-Software-Bibliothek gesichert ist, zuzugreifen und die somit als externes Laufwerk fungieren.

Turbokarten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Um die Rechenleistung des A500 zu erhöhen konnte man eine Turbokarte, also einen schnelleren Prozessor auf einer eigenen Platine, einbauen. Dies funktionierte entweder über den linken Expansionsport in einem externen Gehäuse, wie z. B. die Apollo 520 von der ACT Elektronik Vertrieb GmbH[13] (mit einem 25MHz 68020). Alternativ gab es auch Turbokarten die im Gehäuse des Amiga in den Sockel des ursprünglichen Prozessors gesetzt wurden (z. B. die Blizzard Turbo von phase5[14] mit einem 14MHz 68000).

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für den linken Erweiterungsport gab es noch Module wie z. B. das Action Replay[15] mit denen es möglich war den Computer im laufenden Betrieb anzuhalten und Screenshots zu speichern oder mit einem Maschinensprachmonitor im Speicher zu arbeiten.

Amiga 500 Plus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ab 1991 gab es mit dem Amiga 500 Plus eine neue Variante des Amiga 500. Er ist mit doppelt so viel Arbeitsspeicher (1 MByte) und mit dem neuen Enhanced Chip Set (ECS) statt dem Original Chip Set (OCS) ausgestattet, welches erstmals VGA-Monitore ansteuern konnte.[16] Der Amiga 500 Plus wurde von Beginn an mit Kickstart Version 2.04 ausgeliefert. Dieses Betriebssystem war zwar technisch ein großer Schritt nach vorne, hatte aber den Nachteil, dass viele bisherige Programme nicht mehr funktionierten, wenn bzw. weil sie direkt – das API missachtend – auf Kickstart-Routinen zugriffen, deren Struktur sich nun geändert hatte. Betroffen waren hier insbesondere Spiele. Sehr bald kamen deshalb Hardware-Erweiterungen auf den Markt, die es erlaubten, zwischen Kickstart 1.3 und 2.0 zu wechseln.[17]

Vorgänger und Nachfolger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Amiga 500 ist der Nachfolger des Amiga 1000, des ersten Modells der Amiga-Reihe. Nachfolger des Amiga 500 Plus war der Amiga 600.

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Amiga 500 gilt als Urahn aller Case-Moddings. Er wurde von Commodore in zwei Designs (Ball-Design, siehe Bild, und Leoparden-Design) als limitierte Version (10.000 Stück) vertrieben, für die die Fernsehmoderatorin Stefanie Tücking als Namensgeberin gewonnen wurde.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Amiga 500 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. cbmmuseum: Amiga 500
  2. classiccomputer.de: Commodore Amiga 500
  3. In Österreich hat der Amiga 500 laut Rechnung vom 24. Juni 1987 9.491,– öS gekostet, was rund 1.350,– Deutsche Mark entspricht.
  4. Commodore-Amiga Sales Figures. Abgerufen am 20. April 2020.
  5. CCOM - Amiga 500 - Testbericht Amiga 500 : Amiga-Magazin Cebit 1987. Abgerufen am 20. April 2020.
  6. Wie der Amiga 500 einst das Weihnachtsgeschäft aufmischte - derStandard.de. Abgerufen am 20. April 2020 (österreichisches Deutsch).
  7. Commodore-Amiga Sales Figures. 24. Mai 2009, abgerufen am 20. April 2020.
  8. a b Amiga Hardware Database - Amiga 500. Abgerufen am 20. April 2020.
  9. a b Testbericht Amiga 500 : Amiga-Magazin Cebit 1987. In: Amiga-Magazin Cebit 1987. Abgerufen am 24. Juli 2019.
  10. CCOM - Amiga 500 - Testbericht Amiga 500 : Amiga-Magazin Cebit 1987. Abgerufen am 5. März 2020.
  11. A501 - Commodore. Abgerufen am 5. März 2020.
  12. A570 - Commodore. Abgerufen am 5. März 2020.
  13. Apollo 520 - ACT Elektronik Vertriebs GmbH. Abgerufen am 5. März 2020.
  14. Blizzard Turbo - Phase 5. Abgerufen am 5. März 2020.
  15. Action Replay (A500 Version) - Datel. Abgerufen am 5. März 2020.
  16. CCOM - Amiga 500. Abgerufen am 20. April 2020.
  17. CCOM - Amiga 500 - Testbericht Amiga 500 Plus : Amiga-Magazin 11/1991. Abgerufen am 20. April 2020.