Aminata Touré (Politikerin, 1992)

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Aminata Touré (2021)

Aminata Touré (* 15. November 1992 in Neumünster) ist eine deutsche Politikerin (Bündnis 90/Die Grünen). Sie war von 2017 bis 2022 Mitglied und von 2019 bis 2022 Vizepräsidentin des Schleswig-Holsteinischen Landtages.[1][2] Seit dem 29. Juni 2022 ist sie Ministerin für Soziales, Jugend, Familie, Senioren, Integration und Gleichstellung im Kabinett Günther II und damit Deutschlands erste afrodeutsche Ministerin.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ihre Eltern flohen nach dem Putsch in Mali 1991 von Mali nach Deutschland.[3]

Nach dem Abitur 2011 an der Gemeinschaftsschule Faldera in Neumünster begann Touré ein Studium der Politikwissenschaft und Französischen Philologie an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, das sie 2016 mit dem Bachelor abschloss.[4] Ein Auslandssemester verbrachte sie 2013/2014 an der Universität Complutense Madrid.

Seit 2018 ist Touré verheiratet.[5]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2012 wurde Touré Mitglied der Grünen Jugend Kiel, zu deren Sprecherin sie 2013 gewählt wurde. Von 2014 bis 2017 war sie Mitarbeiterin der grünen Bundestagsabgeordneten Luise Amtsberg. 2016 wurde sie als Beisitzerin in den Vorstand von Bündnis 90/Die Grünen Schleswig-Holstein gewählt. Dieses Amt übte sie bis zur Landtagswahl 2017 aus, bei der sie im Landtagswahlkreis Neumünster für ihre Partei antrat.[6] Auf der Landesliste nahm sie Platz 11 ein. Bündnis 90/Die Grünen erzielten aufgrund ihres Zweitstimmenanteils zehn Sitze, die durchgängig durch die Landesliste zu besetzen waren. Nachdem Monika Heinold im Zuge der Ernennung zur Finanzministerin ihr Mandat niederlegte, rückte Touré nach.

In der 19. Wahlperiode agierte Touré als Sprecherin für Antirassismus, Flucht und Migration, Frauenpolitik und Gleichstellung, Queerpolitik, Religion sowie Katastrophenschutz und Rettungsdienste. Sie gehörte dem Innen- und Rechtsausschuss, dem Parlamentarischen Untersuchungsausschuss und als stellvertretendes Mitglied dem Petitionsausschuss an.

Nachdem Tourés Fraktionskollege Rasmus Andresen bei der Wahl des Europäischen Parlaments im Juni 2019 ins Europaparlament gewählt wurde und sein Amt als Vizepräsident des Landtags niederlegte, wählte der Landtag sie am 28. August 2019 zu seiner Nachfolgerin.[2] Sie hatte das Amt bis Juni 2022 inne und war damit die erste afrodeutsche und zugleich jüngste Vizepräsidentin eines deutschen Landtages.[7]

Im November 2021 benannten Bündnis 90/Die Grünen Touré und Heinold zum Spitzenduo für die Landtagswahl 2022. Heinold wäre bei einem Wahlsieg als Ministerpräsidentin vorgesehen gewesen.[8] Bei der Landtagswahl 2022 zog Touré schließlich über die Landesliste in den Landtag ein. Am 29. Juni 2022 wurde sie zur Ministerin für Soziales, Jugend, Familie, Senioren, Integration und Gleichstellung im Kabinett Günther II ernannt. Im Zuge dessen legte sie ihr Landtagsmandat nieder.

Publikationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Wir können mehr sein. Die Macht der Vielfalt. Was in diesem Land anders werden muss. Kiepenheuer & Witsch, Köln 2021, ISBN 978-3-462-00061-0.

Hörbücher[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Aminata Touré – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Aminata Touré | Bündnis 90/Die Grünen. Abgerufen am 9. Juli 2017.
  2. a b Grüne Touré neue Vizepräsidentin des Kieler Landtags. In: Sueddeutsche.de. SZ, 28. August 2019, abgerufen am 28. August 2019.
  3. Die jüngste Abgeordnete im Landtag. In: rtlnord.de. RTL Nord, 28. November 2017, abgerufen am 21. Juni 2020.
  4. Aminata Touré – Grüne Jugend SH (Memento vom 8. Juli 2017 im Internet Archive)
  5. Yvonne Windel: Aminata Touré: Landtagsvizepräsidentin mit 26 Jahren. In: landtag.ltsh.de. 17. Juli 2020, archiviert vom Original am 10. März 2021; abgerufen am 28. Juli 2021.
  6. Aminata Touré wird Direkt-Kandidatin zur Landtagswahl 2017 (Memento vom 28. Juli 2018 im Internet Archive)
  7. Matthias Wyssuwa: Grünen-Politikerin Touré: „Ich bin nicht euer Feigenblatt“. In: faz.net. FAZ, 28. August 2019, abgerufen am 21. Juni 2020.
  8. Grüne: Heinold und Touré als designierte Doppelspitze vorgestellt NDR vom 3. November 2021