Aminata Touré (Politikerin, 1962)

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Aminata Toure

Aminata Touré (* 12. Oktober 1962 in Dakar) ist eine senegalesische Politikerin, Menschenrechtsaktivistin sowie ehemalige UNO-Funktionärin. Von September 2013 bis Juli 2014 war sie Premierministerin des Senegal.[1]

Leben und Ausbildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Tochter eines Mediziners und einer Hebamme genoss sie eine umfangreiche Ausbildung. Die ersten Schuljahre verbrachte sie in der Stadt Tambacounda, in der ihr Vater praktizierte. Anschließend besuchte sie das Gymnasium Gaston-Berger in Kaolack.[2] Sie schloss ihre Schulausbildung mit Auszeichnung ab und erhielt 1981 das Wirtschaftsabitur[3] am Van Vollenhoven Gymnasium in Dakar[2]. Sie studierte in Frankreich und erhielt ein Magister Artium in Dijon, einen berufsorientierten Masterabschluss (DESS) in Unternehmensführung in Aix-en-Provence und einen PhD Abschluss in Internationalem Finanzmanagement der École Internationale de Management in Paris[4][2].

Ihre Berufskarriere startete sie 1988 am Hauptsitz der SOTRAC, der Gesellschaft für öffentlichen Verkehr in Dakar, wo sie die Abteilung Marketing und Kommunikation führte[4].

In den frühen 1990er Jahren leitete sie für die Asbef (Association sénégalaise pour le bien-être familial) Programme im Bereich Gesundheit und Familie[4]. Von 1995 an arbeitete sie für den Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen (UNFPA). Zuerst wurde sie als leitende technische Beraterin an das Familienministerium in Burkina Faso entsandt. Außerdem ging sie in den französischsprachigen Ländern Westafrikas Beratertätigkeiten für den UNFPA als Koordinatorin des HIV Programms nach. Insbesondere setzte sie sich für Familienplanung und Reproduktionsgesundheit ein.

2003 wurde sie in New York zur Direktorin der Menschenrechtsabteilung des UNFPA ernannt. Ihren Wohnsitz in New Jersey und den UNFPA verließ sie 2010, um erneut als Politikerin im Senegal zu wirken.

Ihr Vermögen, das sich aus zwei Immobilien im Senegal und einer weiteren in den USA zusammen setzt, wird auf etwa 1,2 Millionen Euro geschätzt.[5] Sie ist von Oumar Sarr geschieden, einem Minister der Regierung Abdoulaye Wade[6].

Politische Laufbahn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ihr politisches Engagement begann im Alter von 14 Jahren, als sie in linkspolitischen Studentenzirkeln aktiv wurde. Sie wurde Mitglied der kommunistischen Arbeiterbewegung im Senegal (LCT), später der Bewegung für Sozialismus und Einheit (MSU).

Anlässlich des Wahlkampfes zur senegalesischen Präsidentschaftswahl 1993 war sie im Auftrag von Landing Savané die erste weibliche Wahlkampfleiterin des Senegal[2].

2010 beendete sie ihre Mitarbeit bei den Vereinten Nationen in New York City, um als Kabinettsdirektorin von Macky Sall, Präsident der Alliance pour la République, auf die politische Bühne des Senegal zurückzukehren. 2011 beteiligte sie sich an der Erstellung seines Wahlprogramms für die Präsidentschaftswahl 2012[3].

Unter Premierminister Abdoul Mbaye bekleidete sie als Nachfolgerin von Cheikh Tidiane Sy das Amt der Justizministerin. Ihr Anliegen war es, das Rechtssystem im Senegal zu reformieren. Während der ersten Monate ihrer Amtszeit führte sie, wie von Präsident Sall gewünscht, den Kampf gegen die Korruption des vorherigen Regimes. Als Schlüsselfigur galt Karim Wade, Sohn des ehemaligen Präsidenten[6].

Am 1. September 2013 enthob Präsident Macky Sall sämtliche Minister ihres Amtes und ernannte Aminata Touré zur Premierministerin.[7] Am darauffolgenden Tag begann sie mit der Regierungsbildung.[8]

Nach der Wahlniederlage der Regierungspartei APR-Yaakaar bei der Kommunalwahl in Dakar entließ Präsident Sall am 4. Juli 2014 Aminata Touré.[9][10] und ernannte Mahammed Boun Abdallah Dionne zu ihrem Nachfolger.[11]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Madame Aminata Touré. Regierung des Senegal, archiviert vom Original am 17. November 2013; abgerufen am 17. November 2013 (französisch).
  2. a b c d SeneNews vom 23. März 2015: Portrait de Mimi Touré, ancienne Première ministre du Sénégal (Memento vom 6. Mai 2019 im Internet Archive) (französisch)
  3. a b « Aminata Touré, une fidèle de Macky Sall au département de la Justice » (Memento vom 8. November 2013 im Internet Archive), APS, 5. April 2012 (französisch)
  4. a b c « Qui est Aminata Touré, la nouvelle ministre de la Justice, ici en compagnie d'Eva Marie Coll Seck ? », dakaractu.com, 5. April 2012 (französisch)
  5. « Déclaration de patrimoine: Aminata Touré pèse 777 millions », Senenews, 14. Mai 2012 (französisch)
  6. a b Clarisse Juompan-Yakam, « Aminata Touré, la justicière », Jeuneafrique.com, 31. Juli 2012 (französisch)
  7. Gouvernement du Senegal: Décret n° 2013-1218 du 01 Septembre 2013 portant nomination du Premier Ministre
  8. Gouvernement du Senegal: Décret n° 2013-1223 du 02 Septembre 2013 portant la composition du Gouvernement
  9. Regierungschefin tritt nach Wahlschlappe zurück. NZZ, abgerufen am 12. Juli 2014.
  10. Senegal dismisses PM Toure after she loses Dakar vote. Deutsche Welle, abgerufen am 12. Juli 2014 (englisch).
  11. James Barma: Sénégal : Mohamed Dionne nommé Premier ministre par Macky Sall. Le Point Afrique, 7. Juli 2014, abgerufen am 11. Juli 2014 (französisch).