Aminwäsche

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Stark vereinfachtes Flussdiagramm des Aminwäscheprozesses

Die Aminwäsche ist ein häufig benutzter chemischer Prozess zur Abtrennung von Kohlenstoffdioxid, Schwefelwasserstoff und anderen sauren Gasen aus Gasgemischen.

Verfahren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Begriff Aminwäsche wird benutzt, weil leicht alkalische wässrige Lösungen von Aminen (zumeist Ethanolamin-Derivate) eingesetzt werden, die die sauren Gase reversibel chemisch absorbieren. In einem nachgeordneten Verfahrensschritt wird das saure Gas thermisch (durch Erhitzen) wieder vom Amin getrennt und das zurückgewonnene Amin erneut zur Wäsche eingesetzt.

Verwendet werden zumeist Diethanolamin und Monoethanolamin, daneben sind aber auch Methyldiethanolamin, Diisopropylamin, Diisopropanolamin und Diglycolamin gebräuchlich:[1]

  • Monoethanolamin (MEA)
  • Diethanolamin (DEA)
  • Methyldiethanolamin (MDEA)
  • Diglycolamin (DGA)

Reaktionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verwendung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verwendet wird dieses Verfahren u. a. in Raffinerien, petrochemischen Anlagen, in der Erdgas- und Biogasaufbereitung und in der Rauchgasentschwefelung. Neuerdings wird sogar überlegt, das Kohlenstoffdioxid aus Rauchgasen in Kohle- und Gaskraftwerken per Aminwäsche abzutrennen, und es dann unterirdisch oder untermeerisch zu lagern.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Arthur B. Kohl, Richard B. Nielsen: Gas Purification. 5. Auflage. Gulf Publishing Company, 1977, ISBN 0-88415-220-0, S. 50 ff.