Ammoniumhexachloroplatinat(IV)

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Strukturformel
Strukturformel von Ammoniumhexachloroplatinat(IV)
Allgemeines
Name Ammoniumhexachloroplatinat(IV)
Andere Namen
  • Diammoniumhexachloroplatinat
  • Platinsalmiak
  • Ammoniumplatin(IV)-chlorid
Summenformel (NH4)2PtCl6
CAS-Nummer 16919-58-7
PubChem 16211460
Kurzbeschreibung

gelber Feststoff[1]

Eigenschaften
Molare Masse 443,89 g·mol−1
Aggregatzustand

fest[1]

Dichte

3,07 g·cm−3[1]

Löslichkeit

schwer löslich in Wasser (7 g·l−1 bei 15 °C)[1]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung aus Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 (CLP),[2] ggf. erweitert[1]
06 – Giftig oder sehr giftig 08 – Gesundheitsgefährdend 05 – Ätzend

Gefahr

H- und P-Sätze H: 301​‐​317​‐​318​‐​334
P: 261​‐​280​‐​301+310​‐​305+351+338​‐​342+311 [1]
Toxikologische Daten

195 mg·kg−1 (LD50Ratteoral)[1]

Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.
Vorlage:Infobox Chemikalie/Summenformelsuche vorhanden

Ammoniumhexachloroplatinat(IV) ist eine chemische Verbindung aus der Gruppe der Hexachloridoplatinate.

Gewinnung und Darstellung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ammoniumhexachloroplatinat(IV) kann durch Reaktion einer schwach salzsauren Hexachloridoplatinsäure-Lösung mit Ammoniumchlorid gewonnen werden.[3]

Es entsteht auch als Zwischenprodukt beim Abtrennungsprozess von Platin aus Anodenschlämmen bei der elektrochemischen Kupfer-, Nickel- oder Cobaltgewinnung.[4]

Eigenschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ammoniumhexachloroplatinat(IV) ist ein gelber Feststoff, der schwer löslich in Wasser ist. Er zersetzt sich bei Erhitzung.[1][5]

Es reagiert mit Kupfer(II)-acetat und Schwefelwasserstoff zu Kupfer-Platin-Komplexen die Anwendung als diamagnetischen Materialien und Halbleitern finden.[6] Die Verbindung besitzt eine kubische Kristallstruktur mit der Raumgruppe Fm3m (Raumgruppen-Nr. 225)Vorlage:Raumgruppe/225.[3]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e f g h i Eintrag zu Ammoniumhexachloroplatinat in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFA, abgerufen am 1. Februar 2016 (JavaScript erforderlich).
  2. Eintrag zu Diammonium hexachloroplatinate im Classification and Labelling Inventory der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA), abgerufen am 1. August 2016. Hersteller bzw. Inverkehrbringer können die harmonisierte Einstufung und Kennzeichnung erweitern.
  3. a b Georg Brauer: Handbuch der präparativen anorganischen Chemie. 3., umgearb. Auflage. Band III. Enke, Stuttgart 1981, ISBN 3-432-87823-0, S. 1712.
  4. Seilnacht: Periodensystem: Platin
  5. Michael Moats, Venkoba Ramachandran, Timothy Robinson, W. G. Davenport: Extractive Metallurgy of Nickel, Cobalt and Platinum Group Metals. Elsevier, 2011, ISBN 0-08-096809-0, S. 509 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  6. Datenblatt Ammonium hexachloroplatinate(IV), 99.999% trace metals basis bei Sigma-Aldrich, abgerufen am 23. August 2013 (PDF).