Ammoniumhydrogendifluorid

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Strukturformel
AmmoniumhionHydrogendifluoridion
Allgemeines
Name Ammoniumhydrogendifluorid
Andere Namen
  • Ammoniumbifluorid
  • Ambi
Summenformel NH4HF2
CAS-Nummer 1341-49-7
Kurzbeschreibung

farbloser Feststoff[1]

Eigenschaften
Molare Masse 57,04 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Dichte

1,5 g·cm−3[1]

Schmelzpunkt

124,6 °C[1]

Siedepunkt

230 °C (Zersetzung)[1]

Löslichkeit

gut in Wasser (630 g·l−1 bei 20 °C)[1]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung aus EU-Verordnung (EG) 1272/2008 (CLP)[2], ggf. erweitert[1]
06 – Giftig oder sehr giftig 05 – Ätzend

Gefahr

H- und P-Sätze H: 301​‐​314
P: 280​‐​301+310​‐​305+351+338​‐​310 [1]
EU-Gefahrstoffkennzeichnung [3] aus EU-Verordnung (EG) 1272/2008 (CLP) [4]
Giftig Ätzend
Giftig Ätzend
(T) (C)
R- und S-Sätze R: 25​‐​34
S: (1/2)​‐​22​‐​26​‐​37​‐​45
MAK

1 mg·m−3[1]

Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.
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Ammoniumhydrogendifluorid ist ein saures Ammoniumsalz der Fluorwasserstoffsäure.

Eigenschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ammoniumhydrogendifluorid bildet farblose, leicht zerfließende, in Wasser leicht lösliche Kristalle. Es ätzt Glas und wird des Weiteren industriell zur Fleckenentfernung und in der Erdölindustrie verwendet, um sich durch Granitschichten zu arbeiten. Dies funktioniert, da Ammoniumhydrogendifluorid Fluorwasserstoffsäure bildet, welche den Quarz im Granit angreift.[5]

Reaktionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beim starken Erhitzen zerfällt es in Ammoniak und Fluorwasserstoff.[1]

Synthese[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Darstellung von Ammoniumhydrogendifluorid erfolgt durch Umsetzung von wässriger Ammoniaklösung mit Flusssäure im Molverhältnis 1 : 2 und anschließender Kristallisation aus Wasser.[5]

Vorsichtsmaßnahmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ammoniumhydrogendifluorid ist ätzend und giftig. Berühren mit Haut und Augen vermeiden. Nicht verschlucken.[1]

Entsorgung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gelöstes Fluorid als Calciumfluorid ausfällen.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e f g h i j Eintrag zu Ammoniumhydrogendifluorid in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFA, abgerufen am 1. Februar 2016 (JavaScript erforderlich).
  2. Eintrag zu Ammonium hydrogendifluoride im Classification and Labelling Inventory der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA), abgerufen am 1. Februar 2016. Hersteller bzw. Inverkehrbringer können die harmonisierte Einstufung und Kennzeichnung erweitern.
  3. Für Stoffe ist seit dem 1. Dezember 2012, für Gemische seit dem 1. Juni 2015 nur noch die GHS-Gefahrstoffkennzeichnung gültig. Die EU-Gefahrstoffkennzeichnung ist daher nur noch auf Gebinden zulässig, welche vor diesen Daten in Verkehr gebracht wurden.
  4. Eintrag aus der CLP-Verordnung zu CAS-Nr. 1341-49-7 in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFA (JavaScript erforderlich).
  5. a b Alain Tressaud: Functionalized Inorganic Fluorides Synthesis, Characterization and Properties of Nanostructured Solids. John Wiley & Sons, 2010, ISBN 0-470-66075-9, S. 210 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).