Ammoniumsulfid

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Strukturformel
2 Ammonium.svg Sulfidion.svg
Allgemeines
Name Ammoniumsulfid
Andere Namen

Ammonsulfid

Summenformel (NH4)2S
Kurzbeschreibung

wässrige Lösung: farblos bis gelblich, nach Schwefelwasserstoff riechend[1]

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer 12135-76-1
EG-Nummer 235-223-4
ECHA-InfoCard 100.032.009
Wikidata Q416913
Eigenschaften
Molare Masse 68,15 g·mol−1[2]
Aggregatzustand

fest

Dichte

1,00 g·cm−3 (20 °C)[1]

Schmelzpunkt

thermische Zersetzung: −18 °C[2]

Dampfdruck

546 hPa (bei 20 °C)[1]

Löslichkeit

1280 g·l−1 in Wasser (bei 20 °C)[1]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung [1]
02 – Leicht-/Hochentzündlich 05 – Ätzend 09 – Umweltgefährlich

Gefahr

H- und P-Sätze H: 226​‐​314​‐​400
EUH: 031
P: 210​‐​260​‐​280​‐​303+361+353​‐​305+351+338​‐​370+378 [1]
Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.
Vorlage:Infobox Chemikalie/Summenformelsuche vorhanden

Ammoniumsulfid ist ein Ammoniumsalz des Schwefelwasserstoffs. Es besitzt die Formel (NH4)2S und gehört zur Stoffklasse der Sulfide.

Vorkommen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Natur entsteht es als Produkt von Fäulnisprozessen.

Gewinnung und Darstellung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ammoniumsulfid kann durch die Reaktion von Ammoniak (als Gas oder in Lösung) mit Schwefelwasserstoff gewonnen werden.

Die Reaktionsgleichung lautet:

Ionenschreibweise:

Verwendung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ammoniumsulfid, zusammen mit Ammoniak, wird häufig in der anorganischen Chemie für eine Qualitative Analyse verwendet, um im Kationentrennungsgang in der Ammoniumsulfidgruppe aus einer unbekannten Probe die Schwermetallkationen der Elemente Nickel, Cobalt, Eisen, Mangan, Chrom, Aluminium und Zink als eine Gruppe auszufällen, aufzutrennen und mithilfe von Nachweisreaktionen zu identifizieren.[3]

Häufig ist Ammoniumsulfid (wie auch Ammoniumhydrogensulfid und Ammoniumpolysulfide) Bestandteil von sog. Stinkbomben, welche in Glasampullen in den Handel gebracht werden. Diese Verwendung ist in Deutschland verboten (Anlage 1 der Bedarfsgegenständeverordnung).

Das Salz reagiert mit Wasser zu Hydrogensulfid- (HS) und Hydroxidionen. Eine wässrige Lösung von Ammoniumsulfid ist daher nur im neutralen und schwach basischen Milieu beständig - in Säuren entweicht Schwefelwasserstoffgas, in konzentrierten Laugen Ammoniakgas.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e f Eintrag zu Ammoniumsulfid, wässrige Lösung in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFA, abgerufen am 8. Januar 2018 (JavaScript erforderlich).
  2. a b Eintrag zu Ammoniumsulfid. In: Römpp Online. Georg Thieme Verlag, abgerufen am 13. Juni 2014.
  3. E. Schweda: Jander/Blasius: Anorganische Chemie I - Einführung & Qualitative Analyse. 17. Auflage. Hirzel, 2012, ISBN 978-3-7776-2134-0, S. 505.