Ammoniumsulfid

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Strukturformel
2 Ammonium.svg Sulfidion.svg
Allgemeines
Name Ammoniumsulfid
Andere Namen

Ammonsulfid

Summenformel (NH4)2S
CAS-Nummer 12135-76-1
PubChem 25519
Kurzbeschreibung

wässrige Lösung: farblos bis gelblich, nach Schwefelwasserstoff riechend[1]

Eigenschaften
Molare Masse 68,15 g·mol−1[2]
Aggregatzustand

fest

Dichte

1,00 g·cm−3 (20 °C)[1]

Schmelzpunkt

thermische Zersetzung: −18 °C[2]

Dampfdruck

546 hPa (bei 20 °C)[1]

Löslichkeit

1280 g·l−1 in Wasser (bei 20 °C)[1]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung [1]
02 – Leicht-/Hochentzündlich 05 – Ätzend 09 – Umweltgefährlich

Gefahr

H- und P-Sätze H: 226​‐​314​‐​400
EUH: 031
P: 273​‐​280​‐​305+351+338​‐​310 [1]
EU-Gefahrstoffkennzeichnung [3][4]
Leichtentzündlich Ätzend Umweltgefährlich
Leicht-
entzündlich
Ätzend Umwelt-
gefährlich
(F) (C) (N)
R- und S-Sätze R: 11​‐​31​‐​34​‐​50
S: 16​‐​26​‐​36/37/39​‐​61
Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.
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Ammoniumsulfid ist ein Ammoniumsalz des Schwefelwasserstoffs. Es besitzt die Formel (NH4)2S und gehört zur Stoffklasse der Sulfide.

Vorkommen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Natur entsteht es als Produkt von Fäulnisprozessen.

Gewinnung und Darstellung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ammoniumsulfid kann durch die Reaktion von Ammoniak (als Gas oder in Lösung) mit Schwefelwasserstoff gewonnen werden.

Die Stoffgleichung lautet:

Ionenschreibweise:

Verwendung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ammoniumsulfid wird häufig in der anorganischen Chemie für eine Qualitative Analyse verwendet, um im Kationentrennungsgang in der Ammoniumsulfidgruppe aus einer unbekannten Probe die Schwermetallkationen der Elemente Nickel, Cobalt, Eisen, Mangan, Chrom, Aluminium und Zink als eine Gruppe auszufällen, aufzutrennen und mithilfe von Nachweisreaktionen zu identifizieren.[5]

Häufig ist Ammoniumsulfid (wie auch Ammoniumhydrogensulfid und Ammoniumpolysulfide) Bestandteil von sog. Stinkbomben, welche in Glasampullen in den Handel gebracht werden. Diese Verwendung ist in Deutschland verboten (Anlage 1 der Bedarfsgegenständeverordnung).

Das Salz reagiert mit Wasser zu Hydrogensulfid- (HS) und Hydroxidionen. Eine wässrige Lösung von Ammoniumsulfid ist daher nur im neutralen und schwach basischen Milieu beständig - in Säuren entweicht Schwefelwasserstoffgas, in konzentrierten Laugen Ammoniakgas.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e f Eintrag zu Ammoniumsulfid, wässrige Lösung in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFA, abgerufen am 23. Juli 2016 (JavaScript erforderlich).
  2. a b Eintrag zu Ammoniumsulfid. In: Römpp Online. Georg Thieme Verlag, abgerufen am 13. Juni 2014.
  3. Für Stoffe ist seit dem 1. Dezember 2012, für Gemische seit dem 1. Juni 2015 nur noch die GHS-Gefahrstoffkennzeichnung gültig. Die EU-Gefahrstoffkennzeichnung ist daher nur noch auf Gebinden zulässig, welche vor diesen Daten in Verkehr gebracht wurden.
  4. Datenblatt Ammoniumsulfid bei Sigma-Aldrich, abgerufen am 9. März 2011 (PDF).Vorlage:Sigma-Aldrich/Name nicht angegeben
  5. E. Schweda: Jander/Blasius: Anorganische Chemie I - Einführung & Qualitative Analyse. 17. Auflage. Hirzel, 2012, ISBN 978-3-7776-2134-0, S. 505.