Amodiaquin

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Strukturformel
Struktur von Amodiaquin
Allgemeines
Freiname Amodiaquin
Andere Namen
  • 4-[(7-Chlorchinolin-4-yl)amino]-2-(diethylaminomethyl)phenol (IUPAC)
  • Amidoquin
Summenformel C20H22ClN3O
Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer
  • 86-42-0
  • 6398-98-7 (Dihydrochlorid-Dihydrat)
PubChem 2165
DrugBank DB00613
Wikidata Q239569
Arzneistoffangaben
ATC-Code

P01BA06

Wirkstoffklasse

Antiprotozoikum

Eigenschaften
Molare Masse 355,86 g·mol−1
Sicherheitshinweise
Bitte die Befreiung von der Kennzeichnungspflicht für Arzneimittel, Medizinprodukte, Kosmetika, Lebensmittel und Futtermittel beachten
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung [1]

Dihydrochlorid-Dihydrate

keine GHS-Piktogramme
H- und P-Sätze H: keine H-Sätze
P: keine P-Sätze
Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.
Vorlage:Infobox Chemikalie/Summenformelsuche vorhanden

Amodiaquin ist ein Arzneistoff zur Behandlung der durch Plasmodium falciparum verursachten Malaria, der chemisch und pharmakologisch dem Chloroquin ähnelt.

Pharmakologische Eigenschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Amodiaquin ist in Struktur und Wirkungsweise dem Chloroquin ähnlich und mindestens genauso wirksam, hat aber eine längere Plasmahalbwertszeit als Chloroquin. Amodiaquin wirkt auch gegen viele Chloroquin-resistente Plasmodien.

Amodiaquin ist außerdem das von der FDA bevorzugte Substrat für die Markerreaktion von Cytochrom-P450-2C8 im in vitro-Metabolismus.

Präparate und Verwendung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Amodiaquin wird insbesondere in Afrika seit langem in der Monotherapie, in letzter Zeit aber vorwiegend in fixer Kombination mit anderen Wirkstoffen wie Artesunat (Kombinationspräparat) zur Therapie der Malaria eingesetzt. Das Artesunat-Amodiaquin-Kombinationspräparat ASAQ wurde in Zusammenarbeit zwischen der Drugs for neglected Diseases Initiative (DNDi) und sanofi-aventis entwickelt und in mehreren afrikanischen Ländern zugelassen.[2] Ältere Amodiaquin-Monopräparate wie Camoquin wurden zwischenzeitlich in verschiedenen europäischen Ländern und den USA wegen schwerer Nebenwirkungen vom Markt genommen. Bei niedrigeren Dosierungen, wie sie in der Kombinationstherapie zur Anwendung kommen, waren schwere Nebenwirkungen weniger stark ausgeprägt.[3]

Der Schwerpunkt für die Anwendung von Artesunat-Amodiaquin ist die Behandlung der unkomplizierten Malaria tropica, insbesondere bei Plasmodien, die gegen andere Arzneistoffe wie Chloroquin resistent sind.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Datenblatt Amodiaquin dihydrochloride dihydrate bei Sigma-Aldrich, abgerufen am 15. Mai 2017 (PDF).
  2. zur ASAQ Registrierung auf DNDi.org (Memento vom 23. Juli 2007 im Internet Archive).
  3. Abstract zu ASAQ (Memento vom 30. September 2007 im Internet Archive) von Ärzte ohne Grenzen.
Gesundheitshinweis Dieser Artikel behandelt ein Gesundheitsthema. Er dient nicht der Selbstdiagnose und ersetzt keine Arztdiagnose. Bitte hierzu diesen Hinweis zu Gesundheitsthemen beachten!