Amotivationales Syndrom

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Das amotivationale Syndrom (AMS) beschreibt das psychologische Phänomen von Leistungsminderung und Antriebsstörungen[1] über Gleichgültigkeit bis zu Apathie auf Grund geringer bis fehlender Motivation bei Menschen.[2][3][4] Weitere Symptome können Antriebsarmut, Adynamie, eine mangelnde Zielgerichtetheit und erlernte Hilflosigkeit im Verhalten sein.[5] Daraus erklärt sich die Etymologie des AMS als fehlende Motivation (alpha privativum und Motivation).

Die Symptomatik findet sich auch bei und nach chronischer Abhängigkeit von psychoaktiven Substanzen, Depression und Schizophrenie. Laut dem Handbook of Clinical Psychopharmacology wird das amotivationale Syndrom als mögliche Nebenwirkung von SSRIs bei der Behandlung von klinischen Depressionen aufgeführt.[6] Ein langjähriger Konsum[7] von psychoaktiven Substanzen kann sowohl verstärkend oder auch als eine Ursache angesehen werden.[8][9] Der Begriff gilt bei Suchtfolgeschäden jedoch als veraltet und das Syndrom als empirisch nicht ausreichend belegt.[10][2] Auf die Verwendung des Begriffes „amotivationales Syndrom“ wird daher zunehmend verzichtet.[2]

Die Begriffe Spätzünder oder Non-Starters werden gelegentlich für noch junge und wenig gebildete Menschen synonym für das AMS verwendet.[11]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Roche Lexikon Medizin, 5. Auflage, Urban & Fischer, München/Jena 2003, ISBN 978-3-437-15156-9, S. 65.
  2. a b c Probleme und Folgeschäden bei Cannabiskonsum. In: Techniker Krankenkasse. 6. Oktober 2017, abgerufen am 29. April 2019.
  3. Amotivationales Syndrom. In: www.ihresymptome.de. Abgerufen am 25. April 2019.
  4. Jürgen Margraf; Pschyrembel Redaktion: Amotivationales Syndrom. In: pschyrembel.de. April 2016, abgerufen am 29. April 2019.
  5. Willibald Pschyrembel: Klinisches Wörterbuch, 267. Auflage, Verlag de Gruyter, Berlin/Boston 2017, ISBN 978-3-11-049497-6, S. 1757.
  6. John Preston, O'Neal John, Talaga Mary: Handbook of Clinical Psychopharmacology for Therapists, 7th. Auflage, New Harbinger Publications, 2013, ISBN 1-60882-664-3, S. 193.
  7. Lexikon Medizin, 4. Auflage, Sonderausgabe, Naumann & Göbel Verlagsgesellschaft, Köln ohne Jahr [2005], ISBN 978-3-625-10768-2, S. 56.
  8. Amotivationales Syndrom. In: www.drogen-wissen.de. 8. Februar 2019, abgerufen am 25. April 2019.
  9. Amotivationales Syndrom. In: gesundheit.de. Abgerufen am 29. April 2019.
  10. Eva Hoch, Udo Bonnet, Rainer Thomasius, Florian Ganzer, Ursula Havemann-Reinecke, Ulrich W. Preuss: Risks associated with the non-medicinal use of cannabis. In: Deutsches Ärzteblatt international. Band 112, Nr. 16, 17. April 2015, S. 271–278, doi:10.3238/arztebl.2015.0271, PMID 25939318, PMC 4442549 (freier Volltext) – (Online-Version auf Deutsch: Risiken bei nichtmedizinischem Gebrauch von Cannabis, PDF [abgerufen am 29. April 2019] Übersichtsartikel).
  11. Jan Dreher: Non-Starters. In: Blog Psychiatrie to go. 6. November 2014, abgerufen am 25. April 2019.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]