Ampelmännchen

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Dieser Artikel beschreibt das Fußgängersignal; zum Hörspiel siehe Die Ampelmännchen.
Paris, Frankreich (2006)
Szczecin, Polen (2009)
Verschiedene Ampelmännchen

Der Begriff Ampelmännchen (auch Ampelmann) ist die allgemeinsprachliche Bezeichnung für das Fußgängersignal einer Ampel. Es zeigt in der Rotphase das Sinnbild eines stehenden und in der Grünphase das Sinnbild eines gehenden Fußgängers.

In den Niederlanden und Deutschland gibt es seit 2000 mancherorts die Ampelfrau (auch Ampelmädchen oder Ampelweibchen). In Wien und anderen Städten Österreichs gibt es seit 2015 an einigen Stellen Ampelpärchen in allen drei möglichen Kombinationen der zwei Geschlechter Mann und Frau.

Geschichte[Bearbeiten]

Fußgängerampel in den 1950er Jahren

Mit dem Beginn der Motorisierung nahm die Zahl an Fahrzeugen besonders in den Städten stark zu. Aufgrund fehlender Verkehrsregelung geschahen daraufhin häufig Unfälle zwischen Fahrzeugen und Fußgängern, die die Straße überqueren wollten. Um diese Gefahr zu verhindern, wurde 1933 die erste Fußgängerampel in Kopenhagen in Betrieb genommen. Berlin folgte 1937. Es handelte sich dabei um verkleinerte Fahrzeuglampen, die mit einem grünen und einem roten Leuchtfeld ausgestattet waren. In New York wurden 1952 Fußgängerampeln mit den Wörtern „Walk“ und „Don't Walk“ installiert, in Deutschland wurden vereinzelt diesem System folgend an Ampeln Leuchtfelder mit den Wörtern „Warten“ und „Gehen“ angebracht. Während des Betriebs zeigte sich, dass diese Ampeln von den Fußgängern schlecht akzeptiert wurden.[1] Die Nutzung der Farben Rot für Stehen und Grün für Gehen sowie die Darstellung eines symbolisierten Fußgängers in der stehenden bzw. gehenden Position setzte sich in Europa durch.

Darstellungsformen und Varianten der Ampelmännchen[Bearbeiten]

Sinnbild Euromännchen

Mit der weltweiten Anwendung des Ampelmännchens als Fußgängersignal hat sich ein breites Spektrum an unterschiedlichen Darstellungsformen entwickelt. In einigen Ländern, wie beispielsweise Frankreich oder Korea, besitzen die Sinnbilder ein sehr nüchternes Aussehen und stellen den Fußgänger nur vereinfacht dar. Andernorts, wie etwa in Österreich oder Belgien, erhielten die Fußgänger menschlichere Formen und werden mit Kleidung dargestellt. Kanada und die Vereinigten Staaten verzichten auf die Darstellung eines stehenden Männchens und zeigen stattdessen eine Handfläche. In manchen Ländern wird das Ampelmännchen im Laufschritt dargestellt, das gegen Ende der Grünphase beschleunigt.

In Europa ist man bestrebt, die Sinnbilder der einzelnen Mitgliedsstaaten zu vereinheitlichen. Zu diesem Zweck wurde das Euromännchen entwickelt, das in neue Ampelanlagen eingebaut wird. In Deutschland sind neben dem Euromännchen das alte westdeutsche Ampelmännchen und der Ost-Ampelmann verbreitet. Das Wiener Ampelmännchen leuchtet in weiß und ist von einem roten bzw. grünen Leuchtfeld umgeben, in der Schweiz findet sich überwiegend das Euromännchen.

Verbreitet ist eine Kombination Fußgänger und Radfahrer für Radwege.

Das Aussehen der Fußgängerampel-Sinnbilder ist in jedem Land in entsprechenden Vorschriften genormt, von denen vielerorts trotzdem abgewichen wird. Beispielsweise wurden an einigen wenigen Ampeln in Deutschland die Sinnbilder verändert. In Erfurt kamen bereits in den 1980er Jahren städtische Angestellte bei der Wartung und Reparatur von Ampeln auf die Idee, das einheitliche Aussehen einzelner grüner Ampelmännchen zu verändern, so dass bis heute 14 der insgesamt 1400 Erfurter Fußgängerampeln ein abgewandeltes grünes Ampelmännchen zeigen (Wandersmann mit Rucksack und Wanderstock, Ampelmännchen mit Regenschirm, Ampelmännchen als Schulanfänger mit Zuckertüte u.s.w.). Diese überstanden sowohl die Einführung des bundesdeutschen Ampelmännchens nach der Wiedervereinigung als auch die Bestrebungen, ein EU-weit einheitliches Ampelmännchen zu etablieren.[2]

In der dänischen Stadt Fredericia werden an verschiedenen Ampeln Soldaten als Ampelmännchen verwendet, um an die Schlacht von Fredericia im Schleswig-Holsteinischen Krieg 1849 zu erinnern.[3]

Am 8. April 2007 ersetzte im tschechischen Prag der Künstler Roman Týc[4] die Standard-Ampelmännchen von 50 Fußgängerampeln durch weibliche, am Signalkreisrand angelehnte, einbeinige, stehpinkelnde, trinkende und andere menschliche Regungen zeigende Variationen, „um das Ampelmännchen von der Zwangsjacke zu befreien.“[5][6] Ein Video vom Symboletausch, Romantycke semafory (‚Romantische Ampeln‘), gewann den Publikumspreis beim Festival SidewalkCinema 2007 in Wien.[7] Týc musste umgerechnet 3.300 Euro Schadenersatz für die Rückmontage an die Stadt zahlen, wurde zwar vom Vorwurf der Beschädigung und Betriebsgefährdung einer öffentlichen Anlage gerichtlich freigesprochen worden, doch sollte er 2008 noch 2.500 Euro Strafe zahlen und ging stattdessen 2012 für 1 Monat ins Gefängnis.[8][9]

Entwicklung in der DDR (Ost-Ampelmännchen)[Bearbeiten]

Ost-Ampelmännchen

Der Verkehrspsychologe Karl Peglau schlug 1961 dem Verkehrsministerium der DDR vor, dass auch hier jede Verkehrsteilnehmergruppe eine eigene Ampel bekommen solle. Er entwickelte besondere Zeichen für Fußgängerampeln, die das Sinnbild eines stehenden bzw. gehenden Fußgängers zeigen. Besonders Kinder und ältere Menschen ließen sich von den anschaulichen Sinnbildern in ihrem Verhalten beeinflussen.[10]

Nach der Gestaltung durch Karl Peglau im Jahr 1961 wurden die Ost-Ampelmännchen nach jahrelangen verschiedenen fachlichen, wissenschaftlichen und staatlichen Prüfungen 1969 in Ost-Berlin an der Kreuzung Unter den Linden/Friedrichstraße eingeführt. Im Jahr 1970 wurden sie als offizielle Fußgängersignale in den Lichtsignalstandard der DDR aufgenommen. Zur besseren Akzeptanz bei Kindern wurde im Fernsehen der DDR die Reihe Verkehrskompaß gesendet. Nach und nach kamen sie flächendeckend in der gesamten DDR zum Einsatz. Gefertigt wurden die Ampeln anfangs in Berlin vom VEB Leuchtenbau, danach von einer Dresdner PGH und der Firma Bergner & Weiser in Pößneck. Im Jahr 1974 bekam die Firma Schmidt KG im sächsischen Wildenfels (der spätere VEB Signaltechnik) den Auftrag zur Produktion und rüstete bis zur Wende die Fußgängerampeln mit diesen Ampelmännchen aus.

Nach der Wiedervereinigung 1990 wurden die Ost-Ampelmännchen im Gebiet der ehemaligen DDR zunächst sukzessive gegen das westdeutsche Ampelmännchen ausgetauscht. Innerhalb der Bevölkerung kam es daraufhin zu Protesten, und das Ost-Ampelmännchen wurde etwas später in den Richtlinien für Lichtsignalanlagen als zulässiges Sinnbild aufgenommen. In Berlin werden seit Januar 2005 auch in den Westbezirken Ost-Ampelmännchen an Lichtzeichenanlagen eingesetzt. Diesem Beispiel folgten verschiedene andere westdeutsche Städte; in der Stadt Hückeswagen bei Wuppertal haben sie vollständig die Fußgängersignalisierung übernommen.

Forscher ermittelten, dass das Peglau-Ampelmänchen besser erkannt wird als die „westlichen“ Ampelmännchen.[11]

Dem Ostampelmännchen kommt eine besondere Eigenschaft zu, da es sich nach der Deutschen Wiedervereinigung zum Symbol der Ostalgie entwickelt hat.

Ampelfrau (Ampelmädchen, Ampelweibchen)[Bearbeiten]

Ampelfrauen in Zwickau

Der Graphiker Hans-Jürgen Ellenberger hat eine Ampelfrau aus der Form des Ost-Ampelmännchens 1996 entworfen. Sie wurde erstmals 1997 im Buch vom Ampelmännchen veröffentlicht. Der Herausgeber Markus Heckhausen hat 2000 die Ampelfrau als Geschmacksmuster eintragen lassen und sich die Nutzung der Urheberrechte von Ellenberger exklusiv gesichert. Die Figuren-Leuchtfläche erhielt dazu Zöpfe und einen Rock. Vorteil dieses Sinnbildes ist – neben der Gleichberechtigung – die vergrößerte Leuchtfläche und damit eine bessere Auffälligkeit der Signalfarbe: Dem Design der Ampelfrau liegen ähnliche Überlegungen zugrunde, die auch schon der Einführung der ostdeutschen Ampelmännchen vorausgingen: Die Gebote der Ampel sollen nicht nur durch die Farbe, sondern auch durch eine aussagefähige bildliche Darstellung angezeigt werden. Dabei soll die Gestaltung sowohl freundlich wirken als auch durch eine große Symbolfläche eine hohe Signalwirkung erzielen.

In Amersfoort in den Niederlanden sind schon seit Ende 2000 Fußgängerampeln mit Mädchen zu sehen. Dieses Ampelmädchen, das den Spitzennamen Sofie erwarb, hat mittlerweile auch den Weg in andere Orte gefunden.

2004 wurde die Ellenberger-Ampelfrau in Zwickau Ende November 2004 versuchsweise in Betrieb genommen. Laut Zwickauer Stadtsprecherin Angelika Michaelis fordere die Straßenverkehrsordnung lediglich das Sinnbild eines Fußgängers, eine „Geschlechtsbestimmung“ gebe es nicht. Drei Monate lang sollte getestet werden, wie die Ampelfrau bei den Zwickauern ankommt. Dann sollten eventuell weitere Ampeln umgerüstet werden.

Am 24. Januar 2005 wurde auch in Dresden eine Ampel mit Ampelfrau aufgestellt. Diese Initiative ging von der Dresdner Gleichstellungsbeauftragten, Kristina Winkler, aus. Gemeinsam mit dem Oberbürgermeister Ingolf Roßberg und dem Hersteller der Ampelfrau, Joachim Roßberg (die Namensgleichheit ist Zufall), wurde im Dresdner Stadtzentrum, direkt am Eingang zur Prager Straße, die erste Ampelanlage umgerüstet. Mittlerweile wurden 10 Lichtsignalanlagen Dresdens mit der Ampelfrau ausgestattet. Im Sommer 2010 erschienen die ersten Ampelfrauen in Bremen.[12] Bei der Wahl eines Namens für das neue Lichtzeichen sprach sich Bremens Frauenbeauftragte für die Bezeichnung „Ampelfrau“ aus. Bisher wurden vier Lichtzeichenanlagen mit den neuen Sinnbildern ausgerüstet. Weitere Ampelfrauen befinden sich inzwischen in Leipzig, Werdau, in Köln-Ehrenfeld,[13] Erfurt,[14] Magdeburg, Fürstenwalde[15] und seit Oktober 2013 in Kassel.[16]

Aufsehen erregt 2012 der Vorwurf der Fraktionsvorsitzenden der SPD in Teltow, Christine Hochmuth, „eine Frau mit langen Zöpfen und schwingendem Röckchen vermittle … kein zeitgemäßes Frauenbild“.[17] Sie lehnte mit dieser Auffassung den Vorschlag eines Stadtverordneten ab, die Ampelfrau auch in Teltow einzuführen.

Wiener Ampelpärchen[Bearbeiten]

Lesbisches Ampelfrauen-Pärchen
Heterosexuelles Ampelpärchen
Schwules Ampelmänner-Pärchen
Verschiedene Ampelpärchen in Wien

In der österreichischen Bundeshauptstadt Wien[18] wurden am 11. Mai 2015, anlässlich des Life Balls, des Eurovision Song Contests (der Aufgrund des Sängers und Transgender-Aktivisten Conchita Wurst in Wien ausgetragen wurde) und der Regenbogenparade als Variante drei verschiedene Arten von „Ampel-Pärchen“ mit Herz u.ä. (hetero, lesbisch, schwul) installiert. Diese Aktion der Stadt Wien war ursprünglich nur für bis Ende Juni, also während 7 Wochen gedacht. Nach weltweit beachtlichem positivem Medienecho, und der rasch artikulierten Forderung durch zahlreiche Menschen entschied Verkehrsstadträtin Vassilakou (Grüne) schon am 18. Mai, dass die Pärchen hängen bleiben werden: „Die Pärchen sind zum beliebten Fotomotiv geworden und haben jetzt schon Kultstatus – das ist großartig für die Akzeptanz von lesbischwulen Paaren und ein echtes neues Motiv für Touristen in Wien.“ Auch der SPÖ-Tourismussprecher Max Unterrainer sprach von einer „touristischen Marke“, die Ampelpärchen stünden für ein Miteinander, für ein weltoffenes Wien. Die Facebook-Gruppe Die Wiener Ampelpärchen sollen bleiben hatte bis 19. Mai gut 20.000 Teilnehmer. Die Homosexuelleninitiative HOSI begrüßte das dauerhafte Belassen der Pärchen. Der Wiener FPÖ gingen in dieser kurzen Zeit der Entscheidungsfindung die Sujets „viel zu weit“, sie ortete „Steuergeldverschwendung“ und strebte die Strafverfolgung von Vassilakou wegen Verstoß gegen die StVO an. ÖVP-Landesparteiobmann und Stadtrat Manfred Juraczka fand die neuen Ampelmännchen-Paare „nicht gerade günstig“ und bezeichnete die Diskussion darüber als „Volksverblödung“.[19][20][21]

Für den Austausch der Ampeln an 120 Fußgängerübergängen bzw. 49 Ampelstandorten wurden Kosten von 63.000 € genannt. Nach der MA 33 – „Wien Leuchtet“ würde die StVO nur die Farbe vorschreiben, nicht jedoch das Motiv. Eine Evaluierung erbrachte einen signifikanten Rückgang an Rotgehern von fast 20 %. Dies wird neben dem Überaschungseffekt auf die erhöhte Leuchtkraft zurückgeführt.[18]

SPÖ-Tourismussprecher Unterrainer ging am 19. Mai weiter und fordert Ampelpärchen für ganz Österreich, hielt die Kosten für 1285 Euro pro Ampel für vertretbar, und sah auch die Möglichkeit solcher Ampeln an stark frequentierten Skipisten.[22] Die Rechte am Design hält die Stadt Wien, weshalb für die weitere Verwendung in anderen Städten kostenlose Nutzungsverträge abgeschlossen wurden.[23]

Auf Initiative von SoHo, der sozialdemokratischen Homosexuelleninitiative Salzburg und Bürgermeister Schaden (SPÖ) – „Salzburg ist eine offene und tolerante Stadt. Diesmal setzen wir dazu auf ein aktuelles und lockeres Statement … mindestens so wirkungsvoll wie … Grundsatzerklärungen …“ – erhielten am Donnerstag, 18. Juni 2015 früh Fußgängerampeln an den Köpfen der zentralen Staatsbrücke die Wiener Motive (je ein schwules, lesbisches und Hetero-Paar).[23]

Nach Wien und Salzburg hatte auch Linz per 26. Juni 2015, dem Vortag zu Veranstaltungen zum Christopher Street Day, Ampelpärchen erhalten. An den 4 Straßenübergängen der zentralen Mozartkreuzung zeigten die Fußgängerampeln die Wiener Symbole: ein schwules, ein lesbisches und ein Hetero-Paar. Die Kosten der getauschten Vorsatzscheiben von etwa 1000 Euro wurden über eine private Initiative via Facebook von Sponsoren finanziert und unter Verkehrsreferentin Karin Hörzing (SPÖ) montiert, die die Intention „als Zeichen für Offenheit und Toleranz“ nachvollziehen konnte.[24] Der neue FPÖ-Verkehrsstadtrat Markus Hein hat die Ansteckscheiben Anfang Dezember 2015 verschwinden lassen: „Ampeln sind ein Verkehrszeichen und dürfen nicht dazu missbraucht werden, Gesinnungsbotschaften zu übermitteln“. Er wolle „ein einheitliches Erscheinungsbild im Stadtverkehr“ mit den üblichen Einzelmännchen - die Ampelpärchen hält er für „völlig unnötig“ und die Rechtslage für gleichgeschlechtliche Paare wäre in Österreich fortschrittlich. Die Grünen kritisierten die Demontage der Linzer Ampelpärchen heftig. Der Landtagsabgeordnete und Mitinitiator der Installation, Severin Mayr, fand es „beschämend“: „Während anderswo Zeichen gesetzt werden, um Weltoffenheit und friedliches Zusammenleben voranzutreiben, lege FPÖ-Stadtrat Hein den Rückwärtsgang ein“ – erklärbar nur mit „Homophobie oder Ewiggestrigkeit“.[25][26] Auch die Sozialistische Jugend Linz protestierte; SJ-Aktivisten klebten aus Protest Pärchen-Sticker auf die Masten der betroffenen Ampeln.[27] Am 17. Dezember blieb ein Antrag von SPÖ-Bürgermeister Luger für die Wiedermontage der Pärchen im Stadtsenat in der Minderheit, denn die FPÖ stimmte dagegen, die ÖVP enthielt sich. Daraufhin stellten Grüne und KPÖ einen Dringlichkeitsantrag an den Gemeinderat, doch SPÖ und FPÖ – die Koalitionspartner – stimmten gegen die Dringlichkeit. Ende 2015 befürworteten SPÖ, Grüne, NEOS und KPÖ die Pärchenmotive, was eine knappe Mehrheit für eine zukünftige Abstimmung im Gemeinderat ergäbe.[28]

Zum Christopher Street Day 2015 wurde auch in München die Einführung diskutiert.[29]

Innsbrucker Sportler[Bearbeiten]

Anlässlich der International Children’s Games in Tirol hat die Landeshauptstadt Innsbruck ab 7. Jänner 2016 einige sportelnde Ampelmännchen erhalten: Schifahrer, Snowboarder, Skateboarder, Wanderer. Die Stadt stellte 36 Ampeln um und gab 1400 Euro aus. Es wurden nicht die Kunststoffstreuscheiben getauscht, sondern die im Leuchtengehäuse innen dahinterliegenden steifen Folien, die die Figuren schwarz darstellen und somit die leuchtende Fläche groß halten.[30]

Animierte Männchen[Bearbeiten]

Xiaolüren (Taiwan)

In Taiwan gibt es seit 1999 animierte, laufende Ampelmännchen, 小綠人, xiǎolǜrén ‚kleiner grüner Mann‘ genannt, offiziell chinesisch 行人倒數計時顯示 ‚Fußgänger-Countdown-Anzeige‘.[31] Die Variante einer Ampelanzeige wurde zuerst in Taipeh zwischen Song-shou- und Shi-fu-Straße eingeführt,[32] und verbreitete sich in den folgenden Jahren über das ganze Land. Die LED-Anzeige der Ampel zeigt einen Mann mit Hut, der über sieben verschiedene Einzelbilder so animiert wird, als würde er laufen, und der zum Ende der Ampelphase durch Variierung der Bildwechselzeiten schneller laufen kann.

Auch in Spanien und der Türkei wird das Ampelmännchen animiert im Laufschritt dargestellt, der gegen Ende der Grünphase beschleunigt.

Literatur[Bearbeiten]

  •  Markus Heckhausen: Das Buch vom Ampelmännchen. Eulenspiegel-Verlag, Berlin 1997, ISBN 3-359-00910-X.
  • Claudia Kühn: Ampelmann – Vom Verkehrszeichen zur Kultfigur. Ampelmann Edition, Berlin 2015, ISBN 978-3-9817587-0-2.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Kurze Geschichte der Verkehrs- und Fußgängerampel
  2. Erfurt ist Keimzelle des extravaganten Ampelmännchens. In: Thüringer Allgemeine, 13. Oktober 2011.
  3. You know you are in Fredericia … Blog Zest for Life, blogspot.com, Mai 2005.
  4. Portrait: Prager Kollektiv Ztohoven - Part 1. arte Tracks, vom 31. März 2011; Tom Klim, 6. April 2011, youtube.com, Video 6:53. Abgerufen 16. Mai 2015.
  5. Sabotage in Prag – Ampelmann mit Pulle. sueddeutsche.de, 11. April 2007.
  6. Hans-Jörg Schmidt: Urinierende Ampelmännchen – Künstler verurteilt. In: Welt Online. 6. Dezember 2011.
  7. sidewalkCINEMA 2007. film.at, 2007, abgerufen 16. Mai 2015.
  8. Verhaftet: Politische Straßenkunst in Prag. Pavel, osteuropa-infoseite.de, 16. Februar 2012, abgerufen 16. Mai 2015.
  9. „Ztohoven“-Künstler wegen Befreiung von Ampelmännchen verurteilt. Christian Rühmkorf, Radio Prag, 22. Mai 2008, abgerufen 16. Mai 2015.
  10. Geschichte des Ampelmännchens
  11. Martin Vieweg: Sieg für das Ossi-Ampelmännchen, in wissenschaft.de vom 21. Juni 2013, abgerufen am 22. Juni 2013.
    Als Quelle dient: Claudia Peschke, Bettina Olk, Claus C. Hilgetag: Should I Stay or Should I Go – Cognitive Conflict in Multi-Attribute Signals Probed with East and West German ‘Ampelmännchen’ Traffic Signs in PLOS ONE, abgerufen 22. Juni 2013.
  12. Erste Ampelfrauen: Vier erste Lichtzeichen wurden weiblich. (Memento vom 22. Juli 2010 im Internet Archive) auf: radiobremen.de, 19. Juli 2010; abgerufen am 26. Dezember 2010
  13. Kölner-Stadt-Anzeiger online, abgerufen am 14. März 2009.
  14. Erfurter Ampelmännchen, abgerufen am 7. November 2012
  15. tagesspiegel.de: Ampelmännchen bekommt weibliche Verstärkung , abgerufen am 6. März 2014
  16. hna.de: In Kassel leuchtet die erste hessische Ampelfrau, abgerufen am 6. März 2014
  17. Abgeordnete finden Ampelfrau sexistisch. Der Tagesspiegel, 9. März 2012, abgerufen 9. März 2012, 14.00 Uhr
  18. a b Wiener Ampelpärchen. wien.at → Verkehr & Stadtentwicklung, abgerufen 7. Januar 2015.
  19. Ampelpärchen bleiben hängen. ORF.at, 18. Mai 2015, abgerufen 19. Mai 2015.
  20. Homosexuelle Ampelpärchen sollen bleiben. ORF.at, 15. Mai 2015, abgerufen 16. Mai 2015.
  21. Ampelpärchen erregen international Aufsehen. ORF.at, 13. Mai 2015, abgerufen 16. Mai 2015.
  22. SPÖ für österreichweite Ampelpärchen. ORF.at, 19. Mai 2015, abgerufen am 19. Mai 2015.
  23. a b Lockeres Statement: Ampelpärchen gibt es jetzt auch in Salzburg. krone.at, 18. Juni 2015, abgerufen 7. Dezember 2015.
  24. Ampelpärchen leuchten jetzt auch in Linz. ORF.at, 26. Juni 2015, abgerufen 7. Dezember 2015.
  25. „völlig unnötig“: Linzer FPÖ-Stadtrat ließ Ampelpärchen abmontieren. krone.at 7. Dezember 2015, abgerufen 7. Dezember 2015.
  26. FPÖ-Stadtrat ließ Ampelpärchen abmontieren. ORF.at, 7. Dezember 2015, abgerufen 7. Dezember 2015.
  27. Linz: FPÖ-Stadtrat lässt Ampelpärchen abmontieren. presse.at, 7. Dezember 2015, abgerufen 7. Dezember 2015.
  28. Ampelpärchen-Streit in Verlängerung. ORF.at, 17. Dezember 2015, abgerufen 17. Dezember 2015.
  29. Ampelpärchen als Exportschlager. ORF.at, 19. Mai 2015. abgerufen 19. Mai 2015.
  30. Sportliche Ampelmännchen in Innsbruck. ORF.at, 7. Januar 2016, abgerufen 8. Januar 2016.
    International Children’s Games. ORF.Tirol.at, 4. Januar 2016, abgerufen 8. Januar 2016.
  31. Transportation Bureau, Taoyuan County Government o.n.A. (link nicht mehr verfügbar, 2015).
  32. 小綠人原創者 批北市府搶功. In Liberty Times online, abgerufen 7. januar 2015.