Ampfer

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Ampfer
Alpen-Ampfer (Rumex alpinus)

Alpen-Ampfer (Rumex alpinus)

Systematik
Klasse: Bedecktsamer (Magnoliopsida)
Eudikotyledonen
Kerneudikotyledonen
Ordnung: Nelkenartige (Caryophyllales)
Familie: Knöterichgewächse (Polygonaceae)
Gattung: Ampfer
Wissenschaftlicher Name
Rumex
L.

Ampfer (Rumex, veraltet auch Mönchsrhabarber) ist eine Pflanzengattung aus der Familie der Knöterichgewächse (Polygonaceae).

Die Gattung kommt mit etwa 130 Arten meist in den gemäßigten Regionen der Nordhalbkugel vor. Die Arten sind zum Teil nur schwer zu unterscheiden, da zu einer genauen Bestimmung sowohl Blüten als auch Früchte und grundständige Laubblätter nötig sind. So unterscheidet sich der Wasser-Ampfer vom Teich-Ampfer nur durch das Fehlen der Schwielen an den Perigonblättern und im Verbreitungsgebiet, das auch in die Bergregionen hinaufreicht.

Valven mit deutlichen, hier weißlichen Schwielen beim Krausen Ampfer (Rumex crispus)

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ampfer sind meist ausdauernde krautige Pflanzen, seltener sind es einjährige Arten oder Sträucher. Die Stängel sind aufrecht, selten aufsteigend oder niederliegend; sie sind verzweigt. Die Laubblätter sind grundständig und wechselständig; sie sind ganzrandig oder am Rand wellig. Die Ochrea ist zylindrisch und häutig. Der Blütenstand ist gewöhnlich endständig, manchmal auch endständig und achselständig; er ist eine Traube oder eine Rispe. Der Blütenstiel ist gegliedert. Die Blüten sind zwittrig oder eingeschlechtig. Die Blütenhülle besteht aus 6 Perigonblättern, die zur Fruchtzeit noch vorhanden sind und dann vergrößert sein können. Es sind sechs Staubblätter und drei Griffel vorhanden; die Narbe ist federig. Die Früchte sind dreikantig und eiförmig oder ellipsoidisch. Die Rumex-Arten sind unter anderem durch folgende charakteristische Merkmale gekennzeichnet:

  • Als Valven werden die drei inneren Perigonblätter bezeichnet, welche an der Frucht erhalten bleiben und diese einhüllen.
  • Als Schwiele bezeichnet man knotig-harte, knorpelähnliche Verdickungen an den Valven. Je nach Art können nur einzelne oder alle Valven gleichmäßig oder auch ungleichmäßig mit Schwielen versehen sein. Die Schwielen können auch ganz fehlen.
Kanaren-Ampfer (Rumex lunaria)

Systematik und Verbreitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hier eine Auswahl von Arten der Gattung Ampfer (Rumex L.):

  • Wiesen-Sauerampfer (Rumex acetosa L.)
  • Kleiner Sauerampfer (Rumex acetosella L.)
  • Berg-Sauerampfer ( Rumex alpestris Jacq., Syn.: Rumex arifolius All.)
  • Alpen-Ampfer, Alpen-Mönchsrhabarber (Rumex alpinus L.)
  • Wasser-Ampfer, Wasser-Mönchsrhabarber (Rumex aquaticus L.)
  • Stierkopf-Ampfer (Rumex bucephalophorus L.): Er kommt ursprünglich vor in Makaronesien, Nordafrika, Portugal, Spanien, Frankreich, Italien, Kroatien, Albanien, Griechenland, in der Türkei, in Zypern, Syrien, im Libanon, in Israel und auf der Sinaihalbinsel.[1]
  • Gedrungener Ampfer (Rumex confertus Willd.): Er kommt in Italien, Ungarn, in der Slowakei, im Baltikum, in Weißrussland, in der Ukraine, in Rumänien, in Kasachstan, in Sibirien, im fernöstlichen asiatischen Russland und in Xinjiang vor.[1]
  • Knäuel-Ampfer (Rumex conglomeratus Murray)
  • Krauser Ampfer (Rumex crispus L.)
  • Fluss-Ampfer (Rumex hydrolapathum L.)
  • Gemüse-Ampfer (Rumex longifolius DC.): Er kommt in Nord-, Mittel-, Ost- und Südwesteuropa, im Kaukasusraum, in Sibirien, China und Japan vor.[1]
  • Kanaren-Ampfer (Rumex lunaria L.)
  • Ufer-Ampfer oder Strand-Ampfer (Rumex maritimus L.)
  • Schnee-Ampfer, Schnee-Sauerampfer (Rumex nivalis Hegetschw.)
  • Stumpfblatt-Ampfer (Rumex obtusifolius L.)
  • Sumpf-Ampfer (Rumex palustris Sm.)
  • Garten-Ampfer, Echter Mönchsrhabarber (Rumex patientia L.): Er kommt ursprünglich in Mittel-, Ost- und Südosteuropa, in Westasien, im Kaukasusraum, in Zentralasien, in Indien, Pakistan, Nepal, in Sibirien, in China, der Mongolei und im ostasiatischen Russland vor.[1]
  • Schöner Ampfer (Rumex pulcher L.): Er kommt ursprünglich in Europa nördlich bis Großbritannien vor, in Nordafrika, in Makaronesien, in Westasien, im Kaukasusraum und in Zentralasien vor.[1] In Australien, Nordamerika, Mexiko, Kuba und Südamerika ist er ein Neophyt.[1]
  • Tanger-Ampfer (Rumex roseus L., Syn.: Rumex tingitanus L.): Er kommt in Portugal, Spanien, Frankreich, Marokko, Algerien, Tunesien, Libyen, Israel und Jordanien vor.[1]
  • Hain-Ampfer, Blut-Ampfer (Rumex sanguineus L.)
  • Schild-Ampfer, Schild-Sauerampfer (Rumex scutatus L.)
  • Schmalblatt-Ampfer (Rumex stenophyllus Ledeb.): Er kommt vor in Mittel-, Ost- und Südosteuropa, in Zentralasien, in China und in der Mongolei.[1]
  • Straußblütiger Sauerampfer (Rumex thyrsiflorus Fingerh.)
  • Weidenblatt-Ampfer (Rumex triangulivalvis (Danser) Rech.f.): Er kommt ursprünglich in Kanada und in den Vereinigten Staaten vor.[1]
  • Indischer Sauerampfer (Rumex vesicarius L.): Er kommt in Nordafrika, in Griechenland, Westasien, in Indien und auf der Malaiischen Halbinsel vor.

Inhaltsstoffe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Wert der Ampfer-Arten als Futterpflanze ist in der Regel gering. Da sie als Inhaltsstoff Oxalsäure besitzen, können sie bei Aufnahme von großen Mengen beim Wiederkäuer und beim Pferd zu Vergiftungserscheinungen führen. Vergiftungsgrund ist eine Senkung des Blut-Kalziumspiegels.

Verwendung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Viele Ampfer-Arten dienen als Zutat für aromatische Salate, Kräuterquark und Kräutersuppen. Sie enthalten im Allgemeinen eine nennenswerte Menge von Vitamin A und C. Aufgrund des Oxalsäuregehalts sollte Ampfer nur in Maßen oder gemeinsam mit Milchprodukten konsumiert werden.[2]
Ampfer kann auch in Butter angedünstet werden. Wird Ampfer wie Spinat oder Mangold gekocht, sollte ein emaillierter Topf verwendet werden, da blanke Stahl- und Aluminiumtöpfe mit der Oxalsäure reagieren und einen metallischen Beigeschmack verursachen können.[3]

Bekämpfung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Bekämpfung von Ampfer-Arten kann eine Ampfergabel nützlich sein.

Galerie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Manfred A. Fischer, Wolfgang Adler, Karl Oswald: Exkursionsflora für Österreich, Liechtenstein und Südtirol. 2., verbesserte und erweiterte Auflage. Land Oberösterreich, Biologiezentrum der Oberösterreichischen Landesmuseen, Linz 2005, ISBN 3-85474-140-5.
  • Karl Heinz Rechinger, John Robert Akeroyd: Rumex L. In: T. G. Tutin, N. A. Burges, A. O. Chater, J. R. Edmondson, V. H. Heywood, D. M. Moore, D. H. Valentine, S. M. Walters, D. A. Webb (Hrsg.): Flora Europaea. 2., überarbeitete Auflage. Volume 1: Psilotaceae to Platanaceae. Cambridge University Press, Cambridge/New York/Melbourne 1993, ISBN 0-521-41007-X, S. 99–107 (englisch, eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e f g h i Rumex im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. Abgerufen am 15. August 2017.
  2. Erläuterung der Wirkung von Oxalsäure, Werner Carlos Kessler (Ernährungscoach), abgerufen im August 2015
  3. Verwendung von Sauerampfer in der Küche in einer Publikation des Thorbecke-Verlags, abgerufen im August 2015

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Ampfer (Rumex) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien