Ampfer-Knöterich

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Ampfer-Knöterich
Ampfer-Knöterich (Persicaria lapathifolia)

Ampfer-Knöterich (Persicaria lapathifolia)

Systematik
Eudikotyledonen
Kerneudikotyledonen
Ordnung: Nelkenartige (Caryophyllales)
Familie: Knöterichgewächse (Polygonaceae)
Gattung: Knöteriche (Persicaria)
Art: Ampfer-Knöterich
Wissenschaftlicher Name
Persicaria lapathifolia
(L.) Delarbre

Der Ampfer-Knöterich (Persicaria lapathifolia) ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Knöteriche (Persicaria) innerhalb der Familie der Knöterichgewächse (Polygonaceae).

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Illustration aus Flora Batava, Volume 6

Der Ampfer-Knöterich wächst als einjährige krautige Pflanze und erreicht sehr unterschiedliche Wuchshöhen von 10 bis 150 Zentimetern. Die aufsteigenden bis aufrechten Stängel sind stark verzweigt bis nur wenig verzweigt und sind kahl, seltener auch sehr kurz und angedrückt behaart oder schwach drüsig. An den erdnahen Knoten (Nodien) wurzeln sie häufig. Die Stängel sind oft ganz rot, rot überlaufen oder rot gepunktet.

Die Laubblätter sind eiförmig bis lanzettlich und je nach Unterart zwei- bis sechsmal so lang wie breit. Oft haben sie in der Mitte der Blattfläche einen dunkelroten Fleck. Die Ochrea ist bräunlich und zylindrisch. Im Gegensatz zum ähnlichen Floh-Knöterich (Persicaria maculosa) ist die Ochrea am oberen Rand kahl oder nur kurz (< 0,5 Millimeter) bewimpert.

Die Blütezeit reicht von Juni bis Oktober. Die meistens endständigen, manchmal seitenständigen Blütenstände bestehen aus zwei bis fünf locker voneinander getrennten scheinährigen Teilblütenständen. Die aufrechten oder etwas überhängenden Teilblütenstände sind dicht walzenförmig und ihr Durchmesser beträgt zur Fruchtzeit 6 bis 8 Millimeter. Die Blüten sind grünlichweiß bis rosafarben. Es sind vier, seltener fünf Tepalen vorhanden.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 22 oder 32.[1]

Laubblätter und Blütenstand

Ökologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ampfer-Knöterich ist sommerannuell und wurzelt 20 bis über 100 Zentimeter tief.

Wegen der geringen Produktion von Nektar ist der Blütenbesuch spärlich und es erfolgt meist Selbstbestäubung.

Die flachen, bis zu 3 Millimeter langen und 3 mg schweren Nussfrüchte werden meist mitsamt dem Perigon ausgebreitet. Beim Verwesen der Perigonblätter bleiben die an der Spitze hakenförmig gekrümmten Leitbündel als Ankerhaken stehen und ermöglichen eine Klettausbreitung. Daneben erfolgt Zufallsausbreitung durch Huftiere, Bearbeitungsausbreitung durch Vögel und Menschenausbreitung durch Verschleppung mit Ackererde. Außerdem ist die Pflanze ein Kieswanderer an Fließgewässern. Fruchtreife ist von September bis Oktober.

Vorkommen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Persicaria lapathifolia ist fast kosmopolitisch verbreitet. In Mitteleuropa ist sie überall verbreitet und häufig.

Persicaria lapathifolia wächst meist an nassen oder feuchten, offenerdigen, sowohl schlammigen wie sandigen oder kiesigen, bevorzugt nährstoffreichen Stellen wie in Gräben, an erdigen Flussufern oder nassen Ackerrändern.

Systematik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Erstveröffentlichung erfolgte unter dem Namen (Basionym) Polygonum lapathifolium durch Carl von Linné. Sie Neukombination zu Persicaria lapathifolia (L.) Delarb. wurde durch Antoine Delarbre veröffentlicht.

Der Ampfer-Knöterich (Persicaria lapathifolia s.l.) ist ein schwieriger Artkomplex, der in mehrere Dutzend Kleinarten eingeteilt wird, deren Status allerdings meist noch nicht abschließend geklärt ist. Zur Unterscheidung der Kleinarten werden insbesondere die Blattform und -behaarung, die Färbung der Blüten und die Wuchsform herangezogen.

Die folgende Liste der in Deutschland vorkommenden Kleinarten (hier als Unterarten) richtet sich nach Haeupler. Es gibt allerdings eine unüberschaubare Anzahl von Synonymen.

Verwendung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ampfer-Knöterich wird zuweilen als nährstoffreiches Schweinefutter genutzt.

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Henning Haeupler, Thomas Muer: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. Herausgegeben vom Bundesamt für Naturschutz (= Die Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. Band 2). Eugen Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 2000, ISBN 3-8001-3364-4.
  • Rudolf Schubert, Klaus Werner, Hermann Meusel (Hrsg.): Exkursionsflora für die Gebiete der DDR und der BRD. Begründet von Werner Rothmaler. 13. Auflage. Band 2: Gefäßpflanzen. Volk und Wissen, Berlin 1987, ISBN 3-06-012539-2.
  • Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora. Unter Mitarbeit von Theo Müller. 7., überarbeitete und ergänzte Auflage. Eugen Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 1994, ISBN 3-8252-1828-7.
  • Harold R. Hinds, Craig C. Freeman: Persicaria. In: Flora of North America Editorial Committee (Hrsg.): Flora of North America North of Mexico. Volume 5: Magnoliophyta: Caryophyllidae, part 2. Oxford University Press, New York/Oxford u. a. 2005, ISBN 0-19-522211-3, S. 589 (online [abgerufen am 18. Juli 2016]).
  • Li Anjen, Alisa E. Grabovskaya-Borodina, Suk-pyo Hong, John McNeill, Hideaki Ohba, Chong-wook Park: Polygonum. In: Wu Zhengyi, Peter H. Raven, Deyuan Hong (Hrsg.): Flora of China. Volume 5: Ulmaceae through Basellaceae. Science Press/Missouri Botanical Garden Press, Beijing/St. Louis 2003, ISBN 1-930723-27-X, S. 289 (online [abgerufen am 18. Juli 2016] als Polygonum lapathifolium).
  • Ruprecht Düll, Herfried Kutzelnigg: Taschenlexikon der Pflanzen Deutschlands und angrenzender Länder. Die häufigsten mitteleuropäischen Arten im Porträt. 7., korrigierte und erweiterte Auflage. Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2011, ISBN 978-3-494-01424-1.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora für Deutschland und angrenzende Gebiete. 8. Auflage. Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart 2001, ISBN 3-8001-3131-5. Seite 336-337.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Ampfer-Knöterich (Persicaria lapathifolia) – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien