Amriswil

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Amriswil
Wappen von Amriswil
Staat: Schweiz
Kanton: Thurgau (TG)
Bezirk: Arbon
BFS-Nr.: 4461i1f3f4
Postleitzahl: 8580
UN/LOCODE: CH AWL (Amriswil)
CH ORA (Oberaach)
Koordinaten: 740106 / 268248Koordinaten: 47° 33′ 0″ N, 9° 18′ 0″ O; CH1903: 740106 / 268248
Höhe: 437 m ü. M.
Fläche: 19,1 km²
Einwohner: i13'293 (31. Dezember 2016)[1]
Einwohnerdichte: 696 Einw. pro km²
Website: www.amriswil.ch
Karte
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Amriswil, in der schweizerdeutschen Ortsmundart älter Ammerschwiil [ˈɑmːərˌʃʋiːl],[2] ist eine politische Gemeinde im Bezirk Arbon des Kantons Thurgau, Schweiz.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Amriswil liegt zwischen Weinfelden und Arbon bzw. Romanshorn in der Nähe des Bodensees und der Stadt St. Gallen.

Die Gemeinde besteht aus folgenden Ortschaften (Einwohnerstand 2000):

  • Amriswil (9769 E.)
  • Oberaach / Biessenhofen (853 E.)
  • Hagenwil / Räuchlisberg (242 E.)
  • Schocherswil (336 E.)
  • Schrofen (387 E.)

Name[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

799 wird Amriswil erstmals als Amalgeriswilare erwähnt. Es handelt sich dabei um eine Zusammensetzung des althochdeutschen männlichen Personennamens Amalgēr und des althochdeutschen Appellativs wīlāri «kleines Dorf, Weiler, Gehöft». Der Ortsname bedeutet damit «beim Gehöft des Amalger».[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vermutlich existierte bereits zu römischen Zeiten eine Römerstrasse, die von Vitudurum (Oberwinterthur) durch das heutige Gebiet von Amriswil nach Arbor Felix (Arbon) verlief.

1408 wurde eine Kapelle in Amergaswile erwähnt, die 1350 erbaut worden sein soll. Nach der Gründung des Kantons 1803 wurde Amriswil als Munizipal- und Ortsgemeinde konstituiert (vgl. Frühere Gemeindeorganisation des Kantons Thurgau).

Im 20. Jahrhundert fanden mehrere Gemeindefusionen statt, an denen Amriswil beteiligt war:

  • 1925 wurde Hemmerswil mit Amriswil fusioniert.
  • 1932 wurde Mühlebach bei Amriswil mit Amriswil fusioniert.
  • 1979 wurden Biessenhofen, Oberaach und Räuchlisberg mit Amriswil zur Einheitsgemeinde Amriswil zusammengeschlossen.
  • 1997 wurde die Ortsgemeinde Schocherswil (BFS-Nr. 4516) von der Munizipalgemeinde Zihlschlacht abgetrennt und mit der Einheitsgemeinde Amriswil vereinigt. (Mutation Nr. 37a zum Amtlichen Gemeindeverzeichnis der Schweiz, 1986)
  • Seit dem 1. Januar 2005 gilt Amriswil statistisch als Stadt.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei den Nationalratswahlen 2015 betrugen die Wähleranteile in Amriswil: SVP 40.0 %, FDP 16.6 %, SP 11.6 %, CVP 10.9 %, EDU 5.3 %, Grüne 4.9 %, glp 4.1 %, BDP 4.0 %, EVP 2.4 %.[3]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mitten in Amriswil befindet sich die reformierte grosse Kirche in neugotischem Stil. Der 75 m hohe Kirchturm ist der höchste im Kanton Thurgau. Das Gemeindehaus mit dem Dorfplatz bildet eine Einheit. Die katholische Kirche St. Stefan von 1939 ist eine der ersten modernen Kirchenbauten des Kantons Thurgau.

Die «Festhütte», eine grosse Festhalle aus dem Jahr 1907, wurde 2006 abgerissen und durch den im Herbst 2007 fertiggestellten fünfeckigen Neubau «Pentorama» ersetzt, der durch seine auffallende Architektur das neue Wahrzeichen der Stadt wurde; im Frühjahr 2009 wurde er auf einer Briefmarke der Schweizer Post dargestellt.

Im Weiler Hagenwil liegt das Wasserschloss Schloss Hagenwil. Hier ist ein Restaurant untergebracht und es finden Kunstausstellungen statt.

1989 wurde in einem Teil der Textilfabrik Sallmann das Museum der Stadt Amriswil eröffnet. Es zeigt in über 4000 Exponaten und zahlreichen Broschüren die Geschichte des über 1200 Jahre alten Ortes. Das Museum ist dort, wo Joseph Sallmann im Jahre 1850 die erste Tricotfabrik der Schweiz gegründet hatte.

Das Bohlenständerhaus im Schrofen stammt aus dem Jahre 1538. Die typische Bauform im mittleren und östlichen Thurgau bis Ende des 16. Jahrhunderts ist nur noch in wenigen Ständerbauten erhalten und einzig hier als Wohnmuseum öffentlich zugänglich.

2002 wurde das nationale Schulmuseum Amriswil eröffnet.

Städtepartnerschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 1999 ist Amriswil durch eine Städtepartnerschaft mit der deutschen Stadt Radolfzell am Bodensee verbunden. Damit wurde eine langjährige Verbundenheit der beiden Gemeinden besiegelt: Nach dem Zweiten Weltkrieg konnten Radolfzeller Kinder Amriswiler Familien besuchen und aus Amriswil wurden Lebensmittel, Medikamente und andere Hilfsgüter nach Radolfzell geschickt.[4]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Amriswil ist ein Verkehrsknotenpunkt. Die Hauptstrasse 14 von Romanshorn nach Frauenfeld, sowie die Strassen nach Arbon, St. Gallen, Kreuzlingen, Bischofszell treffen in Amriswil zusammen. Die InterCitys der Strecke Romanshorn-Zürich halten hier. Die Gemeinde hat ein Bus-Liniennetz.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Trivia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lt. Martin Salvisberg, damaliger Stadtammann und heutiger Stadtpräsident (SVP) von Amriswil konnte man im Heft 1 des Jahrgangs 2011 der statistischen Mitteilungen des Kantons Thurgau erfahren, dass der Anteil der Mazedonier in der Stadt überdurchschnittlich hoch ist (25 % der AusländerInnen - gegenüber einem Kantonalwert von 1,9 Prozent).

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Amriswil – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Wohnbevölkerung der Gemeinden (ausgewählte Jahre) und Vorjahresveränderung 2015-2016, Kantonale Bevölkerungserhebung und Bundesamt für Statistik, Eidg. Volkszählung
  2. a b Lexikon der schweizerischen Gemeindenamen. Hrsg. vom Centre de Dialectologie an der Universität Neuenburg unter der Leitung von Andres Kristol. Frauenfeld/Lausanne 2005, S. 88 f.
  3. Nationalratswahlen 2015: Stärke der Parteien und Wahlbeteiligung nach Gemeinden. In: Ergebnisse Nationalratswahlen 2015. Bundesamt für Statistik, 2016, abgerufen am 10. September 2016.
  4. Website Amriswil