Amt Balve

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Amtes Balve
Amt Balve
Deutschlandkarte, Position des Amtes Balve hervorgehoben

Koordinaten: 51° 20′ N, 7° 52′ O

Basisdaten (Stand 1974)
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk: Arnsberg
Kreis: Arnsberg
Fläche: 117,5 km2
Einwohner: 10.616 (1961)
Bevölkerungsdichte: 90 Einwohner je km2
Amtsgliederung: 12 Gemeinden
Vorlage:Infobox Gemeindeverband in Deutschland/Wartung/Wappen

Das Amt Balve existierte zwischen dem 14. und Anfang des 19. Jahrhunderts als Teil des Herzogtums Westfalens. Unter preußischer Herrschaft bestand das Amt Balve weiter bis zur Gemeindereform im Jahr 1975. Danach ging es zu Teilen in den Städten Balve, Neuenrade, Menden, Hemer und Sundern auf.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Amt Balve lässt sich bis ins 14. Jahrhundert zurückverfolgen und bestand neben der Stadt Balve noch aus mehreren Kirchspielen und Bauerschaften.

1802 wurde das Amt Balve mit dem Herzogtum Westfalen von Hessen-Darmstadt in Besitz genommen. Nach einer Verwaltungsreform 1811 gehörten die Stadt Balve, die Stadt Allendorf, die Freiheit Hagen, die Freiheit Affeln, die Freiheit Langscheid und die Schultheißenbezirke Garbeck, Küntrop, Altenaffeln, Langenholthausen, Beckum, Volkringhausen, Hövel, Holzen vorm Lür, Stockum und Amecke zum Gebiet des Amtes Balve.[1] 1817 wurde ein Jahr nach dem Übergang an Preußen das Amt dem Kreis Arnsberg zugeordnet. Hinzu kamen jetzt die Gemeinden Asbeck, Blintrop, Eisborn und Mellen, während Allendorf, Hagen und Langscheid herausgelöst wurden. Bereits 1969 wurde Küntrop der Stadt Neuenrade zugeordnet. Im Kreis Arnsberg verblieb das Amt Balve bis zu seiner Auflösung im Jahr 1975. 1961 hatte das Amt eine Ausdehnung von 117,5 km² und 10616 Einwohner.[2]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen des Amtes Balve bis 1975
Blasonierung

Geteilt und unten gespalten, oben wachsend in Silber der Heilige Petrus im roten Gewand mit goldenem Schlüssel in der Rechten und goldenem Buch in der Linken; unten von Silber und Blau gespalten, vorn am Spalt ein halbes schwarzes Kreuz, hinten ein halber silberner goldbewehrter Adler.

Beschreibung

Das Wappenbild ist einem alten Gerichtssiegel des Amtes Balve aus dem Jahr 1550 entnommen. Sankt Petrus ist der Patron des Erzbistums Köln und das halbe schwarze Kreuz stehen für die frühere Zugehörigkeit zum kurkölnischen Herzogtum Westfalen. Der halbe Adler und die Farben Blau-Silber erinnern an die Zugehörigkeit Balves zur Grafschaft Arnsberg bis 1368. Die amtliche Genehmigung erfolgte am 5. März 1957.[2]

Amtleute[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gebäude Dechant-Amecke-Weg 2 in Balve, von 1830 bis 1900 Sitz der Amtsverwaltung

Amtleute oder Drosten waren seit dem Ende des 14. Jahrhunderts Mitglieder der Adelsfamilie von Schüngel. Diese wurden später von den Adligen von Hatzfeld abgelöst. Danach stellten die von Wrede die Amtmänner. Seit 1685 bis zum Ende des Herzogtums Westfalen waren die von Landsberg Inhaber des Amtes.[3]

  • 1341: Johannes genannt Wreden[4]
  • 1392: Albert von Böckenförde genannt von Schüngel, Drost[5]

Adlige Güter im 16. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Gebiet des Amtes Balve existierten im Jahr 1560 nach dem Westfälischen Reiterbuch Rittergüter folgender Herren:

  • Hermann von Hatzfeld, Herr zu Wildenburg, Amtmann zu Balve (Haus Wocklum)
  • Arndt Schüngell zu Wockelheim (Wocklum)
  • Caspar von Plettenbergh zu Holthausen (Haus Langenholthausen)
  • Gerdt Wrede zur Sorpe
  • Johann von der Recke zu Mellen
  • Johann von Melschede zu Garbecke (Haus Garbeck)
  • Cordt Wrede zu Melschede
  • Weigandt von Hanxlede zu Herdringen
  • Johann von Hanxlede zu Eißborn (von Haxthausen zu Haus Eisborn)

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Manfred Schöne: Das Herzogtum Westfalen unter hessen-darmstädtischer Herrschaft 1802–1816, Olpe 1966.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. A. Ludorff: Die Bau- und Kunstdenkmäler des Kreises Arnsberg, Münster 1906, Nachdruck Warburg 1994, S. 18.
  2. a b Eduard Belke, Alfred Bruns, Helmut Müller: Kommunale Wappen des Herzogtums Westfalen, Arnsberg 1986, S. 132; ISBN 3-87793-017-4.
  3. Ludorff S. 46.
  4. Manfred Wolf: Die Urkunden des Klosters Oelinghausen – Regesten, Fredeburg 1992, S. 147 Nr. 347
  5. Heinrich Josef Deisting: Die Werler Amtsdrosten 1300–1805, in: SüdWestfalenArchiv. Landesgeschichte im ehemals kurkölnischen Herzogtum Westfalen und der Grafschaft Arnsberg, Arnsberg 2005, S. 10ff
  6. Manfred Wolf: Die Urkunden des Klosters Oelinghausen – Regesten, Fredeburg 1992, S. 216 Nr. 564
  7. Manfred Wolf: Die Urkunden des Klosters Oelinghausen – Regesten, Fredeburg 1992, S. 295 Nr. 816 und S. 297 Nr. 823
  8. Manfred Wolf: Die Urkunden des Klosters Oelinghausen – Regesten, Fredeburg 1992, S. 319f Nr. 905 und S. 329 Nr. 934
  9. Ludorff S. 45.
  10. Manfred Wolf: Die Urkunden des Klosters Oelinghausen – Regesten, Fredeburg 1992, S. 354 Nr. 1009f
  11. Manfred Wolf: Die Urkunden des Klosters Oelinghausen – Regesten, Fredeburg 1992, S. 368f Nr. 1052
  12. Franz Honselmann: Sauerländisches Familienarchiv, unveränderter Nachdruck Paderborn 1983, S. 134.
  13. a b c Helmut Müller: Das Territorialarchiv des Herzogtums Westfalen Bd. 1, Münster 2006, S. 175.
  14. a b Schöne S. 171.